
Die Dissertation nimmt die öffentliche Erinnerung an die Migration im Siegerland seit 1945 in diachroner und vergleichender Perspektive in den Blick und fragt nach den Medien und Praktiken sowie ihrem Stellenwert für die regionale Erinnerungskultur. Zu diesem Zweck kombiniert sie unter anderem Theorien und Methoden der Gedächtnisforschung, der Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik sowie der Sozialforschung. Im Fokus der Studie stehen „Flucht und Vertreibung“ aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, die Migration ausländischer Arbeitskräfte, zeitgenössisch als „Gastarbeiter“ bezeichnet, und die Einwanderung von (Spät-)Aussiedlern. Diese Migrationsbewegungen haben in unterschiedlicher Geschwindigkeit und in ungleichem Maße Eingang in die regionale Erinnerungskultur gefunden. Es lassen sich jeweils unterschiedliche (Verlaufs-)Phasen sowie Charakteristika und spezifische Entwicklungen feststellen. Als Synthese der auf die jeweiligen Wanderungsereignisse bezogenen Ergebnisse werden empirisch fundierte Analyseebenen vorgestellt, mit denen Formen der kollektiven Erinnerung an Migration auch außerhalb der Region und über die untersuchten Erscheinungsformen hinweg untersucht werden können. Die äußeren Umstände und die Form der Medien und Praktiken gilt es auf drei Ebenen zu untersuchen: Position im Diskurs, (Un-)Gleichzeitigkeit und Originalität. Vier weitere Analyseebenen zielen auf das Innere bzw. ihren Sinngehalt: Verhältnis von Kultur- und Erfahrungsbezügen, Heimatverständnis bzw. Verhältnis zum Herkunfts- und Zielort, Vorstellungen von Identität und Finalität.
Archiv des Autors: archivar
Vom Asphaltbild zum KI-Fake: 200 Jahre Fotografie und das Mandat des Archivwesens
Zum 200-jährigen Jubiläum der Fotografie blickt der VdA – Verband
deutscher Archivarinnen und Archivare auf einen tiefgreifenden Wandel des
Mediums: Der Sprung vom dokumentarischen Abbild zur fiktiven Pixelkreation
durch KI stellt die Zuverlässigkeit visueller Quellen infrage. Neben dem Schutz vor physischem Verfall übernehmen Archive die entscheidende Aufgabe, die
Authentizität von Fotos zu prüfen und zu belegen.

Ein beabeitetes Bild des Siegener Fotografen Otto Arnold zeigt die restauratorischen Anforderungen an die sachgerechte Lagerung von Fotografien und zugleich die Möglichkeiten der digitalen Bearbeitung.
Als der französische Chemiker Joseph Nicéphore Niépce vor beinahe 200 Jahren eine mit in Lavendelöl gelöstem Naturasphalt bestrichene Zinnplatte nach acht Stunden
Belichtungszeit betrachtete, zeichneten sich grob die Umrisse der Gebäude des Gutshofes von Le Gras ab: die erste erfolgreich aufgenommene und erhaltene Fotografie der Welt. Mit der Erfindung der Fotografie entstand erstmals die Möglichkeit, Ereignisse, Personen und Orte scheinbar unmittelbar festzuhalten. Fotografien entwickelten sich rasch zu einem zentralen Medium gesellschaftlicher Selbstbeobachtung und historischer Überlieferung. Weiterlesen
Digitales Archiv NRW: Betriebliche Restrukturierung eröffnet neue Anbindungsmöglichkeit
Nach mittlerweile zehnjährigem Bestehen der Arbeitsgemeinschaft DA NRW haben die Partner der AG zu Ende letzten Jahres die Überführung in eine neue Betriebsstruktur beschlossen. Den zentralen Baustein dafür bildet eine erweiterte Beauftragung an die d-NRW AöR durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Zu den bisher durch die d-NRW wahrgenommenen Aufgaben zur Führung der Geschäftsstelle DA NRW tritt fortan die Beauftragung zur Organisation des Gesamtbetriebs DA NRW hinzu.
Im Rahmen ihrer bestehenden interöffentlichen Zusammenarbeit insbesondere zur Umsetzung des E-Government-Gesetzes NRW (EGovG NRW) und des Onlinezugangsgesetzes (OZG) in Nordrhein-Westfalen kooperieren die d-NRW und der Zweckverband KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister nun auch bei der Aufgabenwahrnehmung und der Leistungserbringung für das DA NRW. Weiterlesen
Literaturhinweis: Gottfried Theis: Bergmannslampen –
Band 1: Die Froschlampen in und aus Westfalen. Eine Kultur-, Sozial-, Technik-, Wirtschafts- und Objektstudie“ (2025)
Umschlagtext:
„Westfälische Froschlampen – oder nach der historischen Terminologie besser: Bergmannslampen – sind in nahezu allen Grubenlampensammlungen vertreten und in den meisten Bergbaumuseen und einschlägigen Heimatstuben ausgestellt. Synonym wird die westfälische Bergmannslampe in der Sammlerterminologie fälschlich häufig als ‚Seippel-Frosch‘ angesprochen, nicht zuletzt bedingt durch eine weit verbreitete historische Katalogabbildung der Firma Wilhelm Seippel, Bochum. Doch Seippel hat keine Froschlampen für Untertage hergestellt, sondern von einem spezialisierten Zulieferer bezogen und vertrieben. Diese Studie räumt mit diesem und anderen weit verbreiteten Mythen und Mutmaßungen auf. So stellt diese Monographie den aktuellen kulturhistorischen Forschungsstand dar und beleuchtet grundlegend und erschöpfend alle Facetten des Themenbereichs. Weiterlesen
Textile Hommage an Mannus Riedesel

„Im Rahmen des Riedesel-Jahres 2026 weist der Wittgensteiner Heimatverein gerne auf eine besondere Ausstellung im Schaufenster der Wittgensteiner Kunstgesellschaft am Johannes-Althusius-Gymnasium in Bad Berleburg hin. Die Wittgensteiner Künstlerin Marianne Seelbach hat bedeutende Bauwerke von Mannus Riedesel – darunter die Ludwigsburg, die Kapelle Sassenhausen, das Haus Stolz, die Raumländer Empore und den Hof Dambach – in beeindruckenden Quilts und Textilarbeiten neu interpretiert.
Während Mannus Riedesel seine Kunstwerke aus Eichenholz schuf, setzt Marianne Seelbach Stoff, Nadel und Faden ein. So entsteht ein ganz neuer Blick auf das Werk eines der bedeutendsten Wittgensteiner Handwerker des frühen 18. Jahrhunderts.
Die Ausstellung ist noch bis Ende Juni zu sehen“
Quelle: Wittgensteiner Heimatvereien, Aktuelles
Mehrsprachige und verständliche digitale Erläuterungstexte zu historischen Informationstafeln und QR-Codes in Siegen
Antrag gemäß §9 der Geschäftsordnung des Rates der Universitätsstadt Siegen zur Sitzung des Kulturauschusses am 16.06.2025 der CDU, Grüne, Volt, FDP, UWG,Linke
„Die Stadt Siegen verfügt bereits über ein wertvolles Angebot zur Vermittlung ihrer
Stadtgeschichte. Auf den städtischen Internetseiten zum Historischen Stadtrundgang und zu den Orten der Stadtgeschichte werden wichtige historische Orte vorgestellt. An verschiedenen Stellen ergänzen Informationstafeln im Stadtraum dieses Angebot.
Teilweise führen QR-Codes zu weiterführenden digitalen Texten.
Dieses Angebot ist grundsätzlich sehr sinnvoll. Es bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten zurück, wenn die digitalen Informationen teilweise nur in längerer Textform oder
ausschließlich in wenigen Stichpunkten verfügbar sind. Für Besucherinnen und Besucher, die den QR-Code vor Ort mit dem Handy scannen, sollte die wichtigste Information schnell, verständlich und in einer passenden Sprache erreichbar sein. Weiterlesen
Linktipp: Markus Beckedahl: „Wer archiviert, gestaltet die Zukunft“
Link zur Keynote Beckedahls auf der Tagung „Offene Archive 2026 – Transparenz, Beteiligung, Vielfalt – Bürger*innenarchive in demokratischen Gesellschaften“ in Köln

Warum es sich lohnt den Text ganz zu lesen:
“ …. Antifaschistische Archivarbeit …. Diese Arbeit verlangt keine bestimmte Parteizugehörigkeit. Sie verlangt keine geteilte private Meinung. Sie verlangt nur, dass man den eigenen Beruf ernst nimmt: Vollständigkeit, Integrität, Zugänglichkeit, Schutz. Genau deshalb können sich auch Menschen darauf verständigen, die politisch sonst wenig teilen. Es ist Berufsethik und keine Gesinnung. …. Archivarbeit ist nicht antifaschistisch, weil Archivarinnen privat die richtigen Meinungen haben. Sie ist antifaschistisch, wenn sie verhindert, dass Macht die Vergangenheit säubert. Sie ist antifaschistisch, wenn sie marginalisierte Perspektiven nicht wieder aus der Überlieferung fallen lässt. Sie ist antifaschistisch, wenn sie Gewalt dokumentiert. Sie ist antifaschistisch, wenn sie Löschung nicht mit Aktualisierung verwechselt. Sie ist antifaschistisch, wenn sie sagt: Nein, das verschwindet nicht einfach.
Archive werden die Demokratie nicht allein retten. Das wäre eine Überforderung. Aber ohne Archive wird es sehr viel leichter, Demokratie umzuschreiben. ….“ Weiterlesen
Freudenberg im Zeitgeschehen 1 (2026) erschienen
Aus dem Inhalt:
– Gerhard Berg: Geschäfte im Ortskern Alter Flecken, S. 3ff
– Friedhelm Röcher: Der alte Fußballplatz in Lindenberg, S. 15ff
– Hans-Jürgen Klappert: Es knallt und stinkt, es dampft und schabt, S. 21ff
– Bodo Hoffmann: Karl Sterzenbach, ein Freudenberger Pädagoge, S. 27ff
– Teo Shwarz: Erinnerungen an das Jahr 1944, S. 37
– Redaktion: Nordrhein-Westfalen ehrt Thomas Ijewski
Ausstellung „Zukunft mit Geschichte – 25 Jahre universi Universitätsverlag Siegen“

Anlässlich des Jubiläums lädt die Ausstellung „Zukunft mit Geschichte – 25 Jahre universi Universitätsverlag Siegen“ dazu ein, das Verlagsprogramm kennenzulernen und spannende Einblicke in die Entstehung wissenschaftlicher Publikationen zu erhalten.
Quelle: Universitätsbibliothek Siegen via instagram
Literaturhinweis: Handbuch Oral History (2026)
„Was ist Oral History? Wie und wozu führt man Interviews? Wie geht man wissenschaftlich mit Erinnerungserzählungen um?
Dieses Buch stellt Studierenden und Interessierten, die in Gedächtnisinstitutionen tätig sind, zentrale Begriffe, Projekte und Institutionen vor und vermittelt ihnen grundlegende Kenntnisse im Umgang mit mündlichen Quellen – von der Interviewvorbereitung über die Durchführung und Auswertung bis zur Archivierung. Es enthält praktische Handreichungen, skizziert methodische und forschungsethische Debatten und liefert aktuelle Informationen über den Umgang mit Oral History auch in anderen Ländern.
Die Autor:innen verfügen über langjährige und vielfältige Erfahrungen. Viele von ihnen stammen aus dem Kreis der Teilnehmenden des im Jahr 2014 ins Leben gerufenen Netzwerks Oral History.“
Aus archivischer Sicht ist besonders auf folgende Beiträge hinzuweisen:
Almut Leh: Oral-History-Archive, S. 62 – 75
Hannah K. Ruff/Alexander J. Schwitanski: Oral History archivieren, S. 76 – 91
Quelle: Verlagswerbung

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