Verschwundene Orte des Nationalsozialismus in Siegen

Ein Angebot des Faches Architekturgeschichte anlässlich Offene Uni am 24.5.25 in Siegen


„Die Bauprojekte des „Dritten Reiches“ prägten das Siegener Stadtbild. Viele dieser Gebäude sind heute verschwunden, die erhaltenen werden oft nicht als Bauten dieser Zeit erkannt.“
Die vorgestellten Ergebnisse laden ein sich mit der Architektur zwischen 1933 und 1945 im gesamten Kreisgebiet zu beschäftigen. „Entdeckungen“ sind garantiert: Weiterlesen

Zeitzeuginnengespräch in Kreuztal zum 80. Jahrestag der Befreiung

Schüler/innen hörten bewegende Berichte aus Kindheit im Zweiten Weltkrieg

Anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus fand am Donnerstag, den 08. Mai 2025 ein besonders eindrucksvolles Zeitzeugengespräch in Kreuztal statt. Eingeladen hatte die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Kreuztal in der Jugendbegegnungsstätte (JBS) zu dieser Kooperationsveranstaltung zwischen Kinder- und Jugendförderung und dem Stadtteilbüro der Stadt Kreuztal sowie der Ernst-Moritz-Arndt-Realschule. Federführend wurde das Zeitzeugengespräch von den Fachkräften des Jugendtreffs JBS organisiert, die den Bereich der politischen Bildung, gerade in der heutigen Zeit in den Fokus rücken.

Zwei Überlebende des Zweiten Weltkriegs, Frau Rita Beims und Frau Elfriede Reimann, berichteten eindrucksvoll aus ihrer Kindheit während der Kriegsjahre. Vor rund 50 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 der Kreuztaler Realschule schilderten die beiden Zeitzeuginnen persönliche Erinnerungen an Bombennächte, den Verlust des Wohnraums, Entbehrungen und Hunger. Moderiert wurde das Gespräch von Heiner Giebeler, Mitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. in Siegen und Experte für Erinnerungskultur im Kreis Siegen-Wittgenstein. Weiterlesen

Straßennamen und Raubkunst – 2 Themen im Siegener Kulturausschuss

Heute beschäftigt sich der Kulturausschuss der Stadt Siegen mit zwei historisch relevanten Themen:
1) Abschluss einer Schiedsvereinbarung(„stehendes Angebot“) für Verfahren von NS-Raubgut
“ …. Der Deutsche Städtetag hat seinen Mitgliedsstädten mit Schreiben vom 25.3.2025 mitgeteilt, dass am 26.März 2025 ein Verwaltungsabkommen zwischen Bund, Länder und Kommunen unterzeichnet werden soll, welches eine Schiedsgerichtsbarkeit in stritten Rückgabefällen von NS-Raubgut einsetzt. Das neue Verfahren löst die bisherige Beratende Kommission für NS-Raubgut ab und soll für mehr Rechtssicherheit sorgen.
Der Deutsche Städtetag empfiehlt den Kommunen, die Voraussetzung für die Tätigkeit der Schiedsgerichtsbarkeit zu schaffen, indem sie eine Erklärung zum Abschluss einer Schiedsvereinbarung im Sinne von § 1029 ZPO“ (stehendes Angebot) unterzeichnen. Betroffen sein kann im Falle der Stadt Siegen das stadteigene Siegerlandmuseum. Die Direktion kommt zu folgender Beurteilung:
„Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich die Stadt Siegen zu einem Schiedsverfahren und der Entscheidung, dieses Schiedsverfahren zu verfolgen, im Falle, dass gegenüber der Stadt Siegen der Verlust von Kulturgut geltend gemacht, der zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 eintrat und zwar wegen der Verfolgung aus rassischen, politischen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen oder der sexuellen Orientierung des / der Eigentümer/-in. Leihgaben, die sich im Bestand des Siegerlandmuseums befinden, sind von der Verfahrensanwendung ausgenommen. Daher bestehen seitens der Museumsleitung keine Bedenken, die Schiedsvereinbarung zu unterzeichnen.“
Die Verwaltung empfiehlt dem Rat, die Unterzeichnung der Erklärung zum Abschluss einer Schiedsvereinbarung durch den Bürgermeister gemäß vorliegenden Formular zu beschließen ….“

2) Benennung von Straßen – Beratung der Textfassungen aus dem Abschlussberichts des Arbeitskreises Straßenbenennung: Weiterlesen

2 Veranstaltungen am morgigen Gedenken an das Kriegsende in Siegen

1) Die Universität Siegen biete eine Veranstaltung zum Thema „Demokratiebildung und Theater“ an. Der Veranstaltungs ist ein Teil der der Aktionswoche „Demokratie stärken“, 5.–9. Mai 2025, der Initiative Historiker*innen für eine demokratische Gesellschaft (hist4dem) :
Die Exkursion besteht aus dem Besuch des Theaterstücks „NSU-Monologe“ und dem anschließenden Workshop zur schulischen Umsetzung.

2) Der VVN Siegerland-Wittgenstein präsentiert im Rahmen seines Veranstaltungsschwerpunktes zum Kriegsende vor 80 Jahren die „Strasse der Befreiung“: Weiterlesen

Spurensuche auf dem Hermelsbacher Friedhof

– 80 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus und dem Zusammenbruch des Dritten Reiches. In Zusammenarbeit mit dem Aktiven Museum Südwestfalen e. V.
So., 11.05.2025, um 15:00 Uhr, Treffpunkt: Unterer Eingang, Friedhof Hermelsbach, Siegen


In diesem Jahr jährt sich das Ende des 2. Weltkrieges zum 80. Mal. Es gibt immer weniger Menschen, die aus eigenem Erleben von den Entwicklungen zur Zeit des Faschismus und des Krieges erzählen können. Doch der Hermelsbacher Friedhof ist ein Geschichtsbuch in Steinen unserer Stadt. Hier finden sich Spuren wichtiger Personen und Ereignisse der Stadtgeschichte vor 1945, darunter auch schmerzhafte Kapitel wie die Ausbeutung der Zwangsarbeitenden, die Verfolgung der jüdischen Mitbürger*innen und die Zerstörung der Stadt durch Bombenangriffe. Die Führung folgt den Spuren der jüdischen Gemeinde Siegen. Außerdem wird auf die Geschichte der Zwangsarbeiter im Siegerland sowie der Bombenopfer aus der Siegener Bevölkerung anhand einiger Schicksale eingegangen.
Durchführende:
Raimer Leng, Pfarrer i.R., Ev. Vorsitzender der Ges. für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegen
Peer Ball, Vorstand Aktives Museum, Leiter der AG Pädagogik
Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innen begrenzt)
Anmeldung per Web, per E-Mail an info@vhs-stadt-siegen.de oder persönlich.
Das Kursentgelt von 5,00€ zahlen Sie direkt bei der Führung. Männer bringen bitte eine Kopfbedeckung mit.
Quelle: VHS Siegen, Programm

Ausstellung: „Dietrich Bonhoeffer – Leben und Werk. Ergänzt durch Biographien verfolgter Siegerländer Pfarrer“

Aktives Museum Südwestfalen, ab dem 10. Mai 2025

Die Ausstellung dokumentiert wichtige Lebensstationen des evangelischen Theologen und enthält Zitate von Dietrich Bonhoeffer sowie seinen Wegbegleitern – von der Geburt in Breslau über seine Reisen nach New York oder Südamerika bis hin zu seiner Inhaftierung und Hinrichtung. Dietrich Bonhoeffer wurde nur 39 Jahre alt. Der evangelische Theologe arbeitete als Pfarrer in Berlin und London und kritisierte bereits 1933 die Ausschreitungen der Nationalsozialisten gegen Juden. Er gehörte zur „Bekennenden Kirche“, die sich gegen die Gleichschaltung der Kirchen an das NS-Regime zu wehren versuchte. Als Mitglied des militärisch-politischen Widerstands bemühte sich Bonhoeffer um Kontakte ins Ausland. 1943 wurde er festgenommen und nach Aufenthalten in verschiedenen Gefängnissen im April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. Die Ausstellung des Evangelischen Presseverbandes für Bayern e.V. (EPV) wird in Kooperation des Aktiven Museums Südwestfalen mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e. V. und der Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis-Siegen-Wittgenstein (Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis) bis zum 06.07.2025 im Aktiven Museum Südwestfalen, Obergraben 10, in Siegen zu sehen sein.

Der Eintritt ist kostenfrei.

[Nachtrag 12.5.2025: Weiterlesen

Projektpräsentation: „Kriegsende(n) 1945 in Siegen“ – Erweiterung der Mapping Memories des AMS

Anlässlich des Gedenkens an das Kriegsende vor 80 Jahren möchten wir auf die Präsentation des Projekts

Erweiterung der Mapping Memories des AMS Am 6. Mai 2025 um 18 Uhr im AMS hinweisen.

 Vor zwei Jahren hat das AMS in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsagentur „neun a“ die interaktive digitale Landkarte „Mapping Memories“ eingerichtet. Die dort aufrufbare Erinnerungslandschaft des Siegener Raums wird jetzt um zehn  Erinnerungsorte zum Kriegsende und zum Wiederaufbau ab 1945 ergänzt, die in Form von fünfminütige Videos präsentiert werden. Weiterlesen

„The German Wiedergutmachung“

Dreiteiliger Podcast des Bundesarchivs über Entschädigung, geraubtes Eigentum und Millionen von Akten

Wie hat die Bundesrepublik Deutschland die Opfer der beispiellosen NS-Verbrechen entschädigt? Wie wurde geraubtes Eigentum zurückgegeben? Und lassen sich begangene Verbrechen überhaupt „wieder gut machen“? Um diese und weitere Fragen geht es im neuen, dreiteiligen Podcast „The German Wiedergutmachung“, der jetzt online verfügbar ist. In drei Folgen stehen zentrale Aspekte der Wiedergutmachung wie Restitution und Entschädigung NS-Verfolgter sowie der Umgang mit den sogenannten „Vergessenen Opfer“ am Beispiel der Sinti und Roma im Mittelpunkt. Fachleute aus Wissenschaft und Gesellschaft beleuchten zusammen mit Podcast-Gastgeberin Nora Hespers, auch anhand historischer Dokumente aus dem Bundesarchiv, die Hintergründe der Wiedergutmachung. Der Podcast erscheint in einer deutschen und einer englischen Version.
„The German Wiedergutmachung“ entstand im Auftrag des Bundesarchivs für das Online-Themenportal „Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“.

Das vom Bundesministerium der Finanzen initiierte und vom Bundesarchiv konzipierte und gestaltete Themenportal bietet seit 2022 einen zentralen Zugang zu Millionen Akten der deutschen Wiedergutmachungspolitik und wird fortlaufend zu einem umfassenden Recherche- und Informationsort ausgebaut, der neben Archiv-Inhalten auch Hintergrundinformationen, Podcasts und Recherchehilfen bietet. Das Themenportal wird gemeinsam mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg, dem Leibniz-Institut FIZ Karlsruhe und dem Portal Deutsche Digitale Bibliothek umgesetzt.

Der neue Podcast erschient zum Jahrestag der Ratifizierung des Luxemburger Abkommen zur sogenannten „Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“ am 18. März 1953. In diesem Abkommen übernahm die Bundesrepublik gegenüber dem Staat Israel die Verantwortung für die im Nationalsozialismus begangenen Verbrechen, insbesondere an Jüdinnen und Juden. Weiterlesen

3 Themenführungen „Jüdisches Leben im Siegerland – Rundgang gegen das Vergessen“

„Nie wieder ist Jetzt !“ Mit Blick auf aktuelle politische Strömungen und im Gedenken an die vielen Deportationen durch den Nationalsozialismus, auch hier in Siegen, bietet das Siegener Stadtmarketing im März wieder drei kostenlose Führungen zum Thema „Jüdisches Leben im Siegerland“ an. Der Rundgang erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Aktiven Museum und unter der fachkundigen Leitung von Frau Traute Fries.

Sonntag 16.03.24 15.00 Uhr ab Aktives Museum (das Leben jüdischer Mitbürger in der Oberstadt)
Sonntag 23.03.24 15.00 Uhr ab Bahnhofsvorplatz (mit dem Kernthema Deportation)
Sonntag 30.03.24 15.00 Uhr ab Siegerlandhalle (der weitere Umgang mit jüdischen BürgerInnen in Siegen)

Anmeldungen nimmt das Stadtmarketing Siegen ab sofort unter 0271-303 82822 oder unter kn@visitsiegen.de entgegen.
Die Veranstaltungen sind kostenlos