Film: „Freudenberg – Der 500-jährige Flecken“

17.1.2020, 19:00, Markt 25, 57072 Siegen, KrönchenCenter, Vortragsraum

„Freudenberg im Jahr 1956. Das 500-jährige Bestehen der Stadt und ihrer Stadtrechte soll groß gefeiert werden. Dazu haben sich die Freudenberger etwas besonderes einfallen lassen. Eine ganze Woche lang wollen sie die Stadtwerdung Freudenbergs begehen. Und das mit möglichst vielen Gästen aus nah und fern. Die Freudenberger Rudolf Alt und Adolf Schürmann hatten schon damals die großartige Idee, die Vorbereitungen, das Großereignis selbst, aber auch die Lebens- und Arbeitswelt der 50er Jahre in Freudenberg anlässlich des Jubiläums im Film festzuhalten. In dem seinerzeit professionellen 16mm Filmformat bannten Alt und Schürmann das Großereignis auf Film und belichteten unzählige Kilometer an Material. Heraus kam dabei ein nahezu professioneller gut 90-minütiger Dokumentarfilm. Der 500-jährige Flecken zeigt dabei deutlich mehr als das reine Festgeschehen. Der Film sollte aus zwei Teilen bestehen. Weiterlesen

„Ein gar feiner, gelehrter und gottesfürchtiger Mann“

Stadtarchiv Siegen erinnert an das 400. Todesjahr des Buchdruckers Christoph Corvin (1552-1620)

DE VERITATE RELIGIONIS des französischen Staatsmanns Philippe de Mornay von 1597. Die Titelseite weist Siegen (Sigenae) in der Grafschaft Nassau als Druck- und Verlagsort aus. Vorlage: Stadtarchiv Siegen

In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Archivalien aus den Sammlungsbeständen sollen dadurch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In der neuen Ausgabe wird anlässlich des 400. Todesjahres des akademischen Buchdruckers Christoph Corvin (1552-1620) neben der Person an die Bedeutung und Verbreitung des „gedruckten Wortes“ vor knapp vier Jahrhunderten in der Grafschaft Nassau erinnert.

Zweimal wurde die 1584 von Graf Johann VI. „dem Älteren“ zu Nassau (1536-1606) gegründete Hohe Schule von Herborn nach Siegen verlegt. Die universitätsähnliche „Academia Nassauensis“ mit ihren vier Fakultäten und angeschlossenem Pädagogium ließ sich von 1594 bis 1599 und nochmals von 1606 bis 1609 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Siegener Franziskanerklosters nieder. Dadurch wurde die universitäre Tradition Siegens begründet. Den ersten Umzug nach Siegen machte auch Christoph Corvin mit. Seine Ende des 16. Jahrhunderts in Siegen hergestellten Bücher auch internationaler Gelehrter dienten der literarischen Versorgung von Hochschulprofessoren und Studierenden. „Das Gewerbe Corvins war ein Gewinn für die Stadt Siegen mit einer Blütezeit des Bildungs- und Verlagswesens“, wie Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen erklärt. Die vorübergehend in Siegen untergebrachte „Universa Schola Nassovia Sigenensis“ („Hohe Schule Nassaus in Siegen“) mit dem Staatsrechtler und Juristen Johannes Althusius an ihrer Spitze sorgte für einen pulsierenden akademischen Betrieb innerhalb der Stadtmauern. In der Bildungsstätte wurden die von reformierten Theologen und Philosophen angestoßenen Bildungsreformen konsequent weitergeführt. Weiterlesen

Ausstellung: „Adenauer – de Gaulle Wegbereiter deutsch-französischer Freundschaft.

Les bâtisseurs de l’amitié franco-allemande“
Universitätsbibliothek Siegen, Teilbibliothek Unteres Schloß (US) vom 9. Januar bis 6. Februar 2020

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit, der als Elysée-Vertrag in die Geschichte eingegangen ist. Damit besiegelten sie nach etlichen Kriegen die Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen und stellten die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich auf eine völlig neue Grundlage, die bis heute ihresgleichen sucht.

Aus diesem Anlass haben die Fondation Charles de Gaulle (Paris) und die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus (Bad Honnef-Rhöndorf) gemeinsam eine zweisprachige Wanderausstellung konzipiert. Sie erzählt die Lebensläufe des Kanzlers und des Generals, zeichnet den Weg von ihrer ersten Begegnung 1958 bis zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963 nach und gibt einen Einblick in seine Wirkungen bis heute. So spannt sie einen weiten historischen Bogen von der Zeit Otto von Bismarcks bis in unsere Gegenwart und schließt damit an die aktuelle Diskussionen etwa über die Zukunft des deutsch-französischen Verhältnisses und die Rolle beider Staaten im vereinten Europa an. Weiterlesen

„Winterzeit“ im Museum Wilnsdorf

Neue Sonderausstellung widmet sich der kalten Jahreszeit

Die Sonderausstellung präsentiert u.a. diverse Wintersportgeräte aus vergangenen Zeiten.


Dank elektrischem Licht, Zentralheizung, Fernsehen, Internet, Telefon und Winterdienst hat der Winter heute seinen Schrecken verloren. Aber nur ein paar Generationen in die Vergangenheit geblickt, war die kalte Jahreszeit eine andere, eine mitunter sehr harte Zeit.
„Der Winter zwang zum Rückzug in die eigenen vier Wände, verhinderte Reisen und Kommunikation, konnte dunkel und angsteinflößend sein“, weiß Museumsleiterin Dr. Corinna Nauck zu berichten. „Diese und andere Erinnerungen wollen wir mit der nächsten Sonderausstellung im Museum Wilnsdorf wecken“. Weiterlesen

Ausstellung: „Friedrich Heinrich von Oranien. Leichenzug 1647“

Bis 8. März 2020, Siegerlandmuseum, Kleine Galerie
Gerard van Honthorst - Prince Frederik Hendrik and his wife Amalia van Solms - 005
Bild: Gerrit van Honthorst [1592-1656], Porträt des Prinzen FriedrichHeinrich und der Amalie von Solms, etwa 1637.

Friedrich Heinrich von Oranien (1584-1647), jüngster Sohn Wilhelm I. und seiner vierten Gemahlin Louise de Coligny, verstarb am 14. März 1647. Wenige Monate zuvor hatte seine älteste Tochter Louise Henriette den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Oranien geheiratet. Dies war der zweite Schachzug in einer geplanten Heiratspolitik der Oranier. Bereits 1641 war es Friedrich Heinrich und seiner Gemahlin Amalia von Solms-Braunfels gelungen, den einzigen Sohn Wilhelm II. mit der Tochter des englischen Königs Karl I. Stuart zu verheiraten. Am Sterbebett des Statthalters der Vereinigten Provinzen der Niederlande standen neben der Ehefrau und den Kindern auch Johann Moritz von Nassau-Siegen und der Sekretär und Vertraute Constantin Huygens. Am 10. Mai 1647 wurde Friedrich Heinrich beigesetzt. Der riesige Leichenzug ging von dem „Oude Hofs“ in Den Haag in das ca. 10 Kilometer entfernte Delft. Ziel war die „Oude Kerk“, die Grablege der Oranier. Johann Moritz begleitete den Katafalk, der Große Kurfürst ging als einer der ersten hinter dem Katafalk. Der Tod des Statthalters bedeutete das Ende einer Epoche: zahlreiche Adelige waren im Heer des „Städtebezwingers“ ausgebildet worden und mussten sich nun eine neue Betätigung suchen, da der Abschluss des Westfälischen Friedens bevorstand.“

Führung durch die Ausstellung „Hermann Kuhmichel – Leben und Werk“

Frieder Henrich führt am 3. Advent durch Ausstellung im 4Fachwerk-Museum

„Frieder Henrich schuf 2016 eine dokumentarische Zwischenbilanz über Leben und Werk des Siegerländer Künstlers Hermann Kuhmichel (1898-1965). Der Autor verfügte über eine persönliche Beziehung zu Kuhmichel, denn er konnte ihn seit seiner Kindheit in dessen Siegener Atelier besuchen. Frieder Henrich sichtete für sein Buch die Quellen im Nachlass Kuhmichels und erkundet zusätzlich das sehr umfangreich überlieferte Werk im öffentlichen und privaten Raum.

Er gilt also als besonderer Kenner des Menschen Kuhmichel wie seines mannigfaltigen künstlerischen Wirkens. Am Sonntag, dem 15. Dezember 2019, also am 3. Advent, führt er ab 15:00 Uhr durch die Präsentation im Freudenberger 4Fachwerk-Museum und kann ganz sicher viele Fragen beantworten. Weiterlesen

Netphen: Ausstellung „50 Jahre kommunale Neugliederung“


Im kleinen Sitzungssaal des Rathauses ist bis zum 20.12.2019 die Ausstellung zum Thema „50 Jahre kommunale Neugliederung“ zu sehen. Gezeigt werden Luftbilder der einzelnen Ortsteile von damals und heute in direktem Vergleich. Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.
Quelle: Stadt Netphen, Veranstaltungen

Fremde Heimat – szenische Führung zur Zwangsarbeit im Siegerland in der Zeit des Nationalsozialismus

Sonntag, 15. Dezember, 16.00 Uhr, Ort und Dauer werden in der lokalen Presse bekannt gegeben.

Im Jahr 1944 war jeder dritte Arbeitnehmer im Siegerland ein Zwangsarbeiter. Auf den Friedhöfen des Siegerlandes finden sich ihre Spuren – so wurden zwischen 1940 und 1945 ca. 1.000 sogenannte Fremdarbeiter hier begraben – darunter Kleinkinder, Jugendliche, Mütter, Väter, Menschen aus Frankreich, Italien, aber vor allem aus Russland, der Ukraine, aus Polen. Das Jugendensemble von „Junges Theater Siegen“ hat sich nach der Auseinandersetzung mit der Verfolgung jüdischer Siegerländer im Theaterstück „Unheimliche Heimat – Stolpersteine der Erinnerung“ nun zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an die bis zu 12.000 Menschen, die in der Zeit des NS als ZwangsarbeiterInnen aus ganz Europa in unserer Region ausgebeutet wurden, wach zu halten. Dazu wurden Zeitzeugen befragt, Texte gelesen, Friedhöfe besucht und daraus eine szenische Führung erarbeitet, die den Besuchern Einblicke in Sichtweisen und Lebensläufe sowohl von Zwangsarbeitern als auch von Siegerländer Bürgern geben soll.

Gemeinsam mit Junges Theater Siegen e. V.

Quelle: Aktives Museum Südwestfalen, Veranstaltungen

„Ge(h)denken“

Ein Tag des Erinnerns und ein Tag, aufzustehen und Gesicht zu zeigen.
Mo, 16.12.2019 (20:00 Uhr), Apollo-Theater, Siegen

„16. Dezember 1944: Die Stadt Siegen erlebt die schrecklichsten Minuten ihrer Geschichte. Über 50.000 Bomben werden abgeworfen, die Stadt versinkt in Schutt und Asche. Hunderte Menschen sterben im Bombenhagel jenes Krieges, der unerbittlich seinen Weg zurück zum Ursprung findet – nach Deutschland. Als breiter Zusammenschluss der Stadtgesellschaft gestaltet das „Siegener Bündnis für Demokratie“ seit 2008 diesen Gedenktag – auch mit dem Ziel, einen Missbrauch dieses Datums durch rechtsextreme, rechtsradikale und rechtspopulistische Organisationen zu verhindern. 2019 jährt sich dieser erschütternde Tag zum 75. Mal. Die jungen Theater der Stadt – das Bruchwerk Theater, das JAp und das Junge Theater Siegen – greifen dies auf und durchleuchten die Schrecken dieses absurden Krieges mit Textcollagen und Klanginstallationen auf der Apollo-Bühne. Ausgewählte Texte setzen sich natürlich auch mit dem Heute auseinander. Denn: An der Sprache sind sie zu erkennen, die neuen Hetzer und Treiber. Bündnisse für Demokratie sind nötiger denn je. – Wie erschreckend!“
Quelle: Apollo-Theater, Siegen, Veranstaltungen