Literaturhinweis: „Mauerfall und Friedensdividende“

LWL-Publikation untersucht die Auswirkungen der Wende auf Westfalen

Der vierte Band der Reihe Regionalgeschichte Kompakt des LWL untersucht die „Wende im Westen“.
Foto: LWL

Minipli, Jeansjacken und Freudentränen – diese Bilder prägen die mediale Erinnerung an das Ende des kalten Krieges 1989/90. Doch während Trabbis Richtung Westen knatterten und „Mauerspechte“ die Berliner Mauer bearbeiteten, änderten sich auch die alten Bundesländer.

Thomas Küster, wissenschaftlicher Referent am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, untersucht in „Mauerfall und Friedensdividende“, wie sich Westfalen nach 1989 entwickelte. Das Buch ist jetzt als vierter Band der Reihe Regionalgeschichte Kompakt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erschienen.

Mit dem Ende des kalten Krieges gingen die Alliierten, neue Nachbarn kamen, neue Märkte wurden interessant. Am Beispiel der Region zeigt der Historiker beispielhaft, warum die Menschen in den alten Bundesländern ab 1989 zwar ganz anderen Anforderungen ausgesetzt waren als die Menschen im Osten, sie aber dennoch zu Mit-Akteuren des Übergangs wurden. Auf 270 Seiten analysiert Küster, wie sich dieser Prozess konkret gestaltete, untersucht Migrationsbewegungen, administrative und militärische Aspekte ebenso wie Wirtschaft, Verkehr, politische Bewegungen und Soziales.

Thomas Küster
Mauerfall und Friedendividende. Westfalen nach 1989
Ardey-Verlag, Münster 2024, 270 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-87023-481-2, Preis: 17,60 Euro

Quelle: LWL, Pressemitteilung vom 26.1.2024

LWL-Publikation über „Kleine Leute in Westfalen“ erschienen

Über Biografien werden Orte, Taten, aber auch Museumsobjekte besser verständlich und leichter erfahrbar. Einem solchen biografischen Ansatz folgt eine neue Publikation des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL): „Kleine Leute in Westfalen“ über das „Leben in bescheidenen Verhältnissen“. Mit dem Band setzt das LWL-Museumsamt seine Schriftenreihe „Biografien-Box“ fort.

Diese Reihe beschäftigt sich mit Menschen, zu denen Objekte in westfälischen Museumssammlungen überliefert sind. „Die Biografien sind sehr zugänglich und liefern regionale oder individuelle Bezugspunkte. So helfen sie, auch komplexe historische Sachverhalte einer breiten Leserschaft zu erschließen“, sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Am Beispiel der Lebensgeschichten von 72 Menschen wird das Leben in bescheidenen Verhältnissen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart vorgestellt. Fachautorinnen und -autoren porträtieren Personen aus der breiten Bevölkerung Westfalen-Lippes: Arbeiterinnen und Arbeiter, Kötter und Heuerlingsfrauen, Bergleute, Hausangestellte, Armenhausbewohnerinnen, kleine Händlerinnen und Händler. „Die Biografien zeugen vom Lebenskampf sogenannter ‚Kleiner Leute‘, aber auch von Heiterkeit, Lebensfreude und Erfolg – und nicht selten vom Stolz auf ihre Lebensleistung“, so Herausgeberin Dr. Ulrike Gilhaus, ehemalige Leiterin des LWL-Museumsamtes. Weiterlesen

Freudenberg im Zeitgeschehen 1/2024 erschienen

Aus dem Inhalt:

Gerhard Berg: Gastronomiebetriebe im Stadtgebiet Freudenberg, S. 5 – 15

Bernd Brandemann: „Corona“ hielt auch Freudenberg in Atem, S. 25 – 37

Günter Schneider: Der Rindvieh-Versicherungsverein von 1853, S. 39 – 41

Erschienen: Siegerland, Band 101 Heft 1 (2024)

Inhalt:
– Leander Wilhelm Kühn: Tiefe Einblicke in den Untergrund des Siegerlandes, S. 3
– Andreas Bingener: Zur Entwicklung der Stadt Siegen vom 14. bis zum 17. Jahrhundert, S. 53
– Christian Brachthäuser: Zur Entwicklung der barocken Fürstenloge und des Wappenschilds in der St.-Marien-Kirche zu Siegen, S. 93
– Detlef Schmidt: Über das Leben des katholischen Pfarrers Johannes Hefterich zu Siegen, S. 121
– Traute Fries: Von den Juden im Siegerland, S. 125
– Wilfried Lerchstein: Seit 130 Jahren versorgt das Netpherland die Stadt Siegen mit Trinkwasser, S. 151
– Rüdiger Fries: Poesie und Pädagogik – Auf den Spuren Gustav Eskuches, S. 173
– Traute Fries: Adolf Wurmbach und die 700-Jahr-Feier der Stadt Siegen, S. 216

zzgl Vereinsnachrichten und Rezensionen.

Podcast der Uni Siegen: Geschichte in Games

Ausgabe 10: Interview mit der Historikerin Prof. Dr. Angela Schwarz

„Computerspiele sind das populärste Unterhaltungsmedium unserer Zeit. Viele große Spiele oder Spieleserien nutzen historische Settings und sind damit sehr erfolgreich: Beispiele sind Assassin`s Creed, Civilization, die Spiele der Anno-Reihe oder, ganz aktuell, das Mittelalter-Spiel Manor Lords. Die Historikerin Prof. Dr. Angela Schwarz von der Uni Siegen beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Darstellung von Geschichte in digitalen Spielen und gilt als Pionierin auf dem Gebiet. In dieser Podcast-Folge geht es darum, wie Geschichte in Computerspielen inszeniert wird: Warum sind historische Kulissen für Spieleentwickler so attraktiv? Inwiefern können Spielende in den Games Geschichte tatsächlich „erleben“? Welche Geschichtsbilder werden dadurch eigentlich erzeugt – und ist es okay, wenn Spiele historische Grauzonen mit Fiktion füllen und die Historie zugunsten der Spielmechanik instrumentalisieren?“

Podcast anhören 

Online: „Deine Heimat“, 1950 – 1969 (Kreis Altenkirchen)

Die Zeitschrift wurden vom Heimatverein des Kreises Altenkirchen herausgegeben. Ausgaben der Jahre 1950 – 1969 können kostenfrei heruntergeladen werden. Eine Volltextrecherche ist bedauerlicherweise nicht möglich:

via:
Klaus Graf (2024, 21. Mai). “Deine Heimat” (Altenkirchen) 1950-1969 online. Archivalia. Abgerufen am 22. Mai 2024, von https://archivalia.hypotheses.org/202235

Literaturhinweis: Gisbert Strotdrees „Jüdisches Landleben. Vergessene Welten in Westfalen“

„Der Autor Gisbert Strotdrees möchte mit seinem Buch ein allgemein wenig bekanntes Stück Geschichte für ein breites Lesepublikum wieder sichtbar machen: Das Leben und Wirken der Jüdinnen und Juden im ländlichen Westfalen.
Das Landjudentum in Westfalen hat nicht nur eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht, sondern eine reiche kulturelle Tradition, und es birgt viele außergewöhnliche Geschichten.
Das Buch basiert auf einer Artikelserie aus dem „Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben“, die in der Leserschaft auf ein großes Echo gestoßen ist. Die Beiträge der Serie sind für das Buch stark erweitert und um viele Aspekte ergänzt, einige Kapitel sind vollständig neu recherchiert und verfasst. Das Buch ist reich und lebendig bebildert – Die Illustrationen stammen aus Archiven in ganz Deutschland, in den USA und Israel. Etliche Fotografien werden in diesem Band erstmals veröffentlicht.

Aus dem Buch: Weiterlesen

Aus evangelischen Archiven 63 (2023) online

Reblog vom Blog des Archivs der evangelischen Kirche im Rheinland, 14. Mai 2024
„Der aktuelle Jahresband der Zeitschrift des Verbandes kirchlicher Archive ist online abrufbar. Er bietet auf 255 Seiten einen Überblick über aktuelle Projekte und Themen in den landeskirchlichen und diakonischen Archiven im Bereich der EKD. Besondere Schwerpunkte bilden diesmal die digitale Langzeitarchivierung, archivische Bauplanung und Magazinmanagement sowie Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit. …..“

Für die Region interessant ist der Beitrag „Was, wie, für wen? Strategieentwicklung im Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen. Ein Praxisbericht“ von Ingrun Osterfinke.

via Archivalia

Literaturhinweis: „Wanderwelten“

Neuer Bildband des LWL zeigt historische Fotografien aus dem Nachlass von Richard Schirrmann, dem Begründer der Jugendherbergsidee.

Richard Schirrmann (links) mit einem Freund aus dem Kreise des Deutschen Jugendherbswerkes, wahrscheinlich Mitbegründer Wilhelm Münker, undatiert, um 1912?, Foto: LWL/Sammlung Richard Schirrmann 

Heute um 18 Uhr findet in der Jugendherberge Münster eine besondere Buchpräsentation statt: Anlässlich des 150. Geburtstages der beiden Gründerväter des Deutschen Jugendherbergswerkes, Richard Schirrmann (1874-1961) und Wilhelm Münker (1874-1970), hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den Bildband „Wanderwelten – Jugend und Jugendherbergen in Fotografien der Sammlung Richard Schirrmann“ herausgebracht. Das LWL-Medienzentrum für Westfalen hat das Buch in Kooperation mit der Kommission Alltagskulturforschung für Westfalen beim LWL und der Stiftung Deutsches Jugendherbergswerk sowie der Wilhelm-Münker-Stiftung zusammengestellt.

Der gebürtige Ostpreuße Richard Schirrmann war 1901 als Volksschullehrer nach Westfalen gekommen, zunächst nach Gelsenkirchen, dann nach Altena im Sauerland. Von dort aus baute der jugendbewegte passionierte Wanderer ab 1909 gemeinsam mit dem Hilchenbacher Fabrikanten Wilhelm Münker das heute weltumspannende Netzwerk der Jugendherbergen auf. Schon als junger Lehrer war Schirrmann ein passionierter Amateurfotograf und blieb es bis an sein Lebensende. Zur Verbreitung seiner Idee der Jugendherbergen und des Jugendwanderns setzte er gezielt auf die Fotografie. Zu seiner Wanderausrüstung gehörte neben passendem Schuhwerk, Rucksack und Proviant darum immer auch ein Fotoapparat. Weiterlesen