Online-Broschüre: „Sondengänger in NRW“

Die gesetzliche Grundlage der Detektor-Nutzung

Sondengänger und Archäologie. Die Rechtslage in NRW“ ­– Eine gemeinsame Broschüre der LWL-Archäologie für Westfalen und des LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland gibt einen umfassenden Einblick in die Kooperation von Sondengängern und Archäologen. Rund 60 Seiten erläutern die Arbeit der Archäologie, beschreiben den Weg zur Lizenz und nennen wichtige Kontaktpersonen. Für Polizei und Ordnungsämter, Denkmalbehörden sowie Privatpersonen finden sich gebündelte Informationen in Checklisten. Die Broschüre steht zum kostenlosen Download bereit.

Quelle: LWL-Archäologie, Aktuelles

Neue Sonderausstellung im Museum Wilnsdorf: „Grenzbeziehungen.

Auf alten Handelswegen an der nördlichen Grenze des Siegerlands“

Dieser Hohlweg bei Müsen im Gebiet der sogenannten „Selgro“ zeigt eindrucksvoll, wie sich die jahrhundertelange Nutzung durch Fuhrwerke und Vieh und der abfließende Regen in den Boden eingeschnitten haben.

Entlang der alten Handelswege an der nördlichen Grenze des Siegerlands will die neue Sonderausstellung „Grenzbeziehungen“ im Museum Wilnsdorf ihre Besucher führen. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Regionaleprojekt „Südwestfälische Eisenstraße“, dem Historiker Dr. Andreas Bingener und der Architektin Katrin Stein und war schon in anderen Siegerländer Kommunen zu sehen.

Informationstafeln, Fotos und geschichtliche Zeugnisse geben einen Überblick über den einstigen Handel mit Eisen und Stahl zwischen dem Fürstentum Nassau-Siegen und seinen Nachbarn im Bergischen Land und in der Grafschaft Mark. Die Ausstellung zeigt, dass ein „Gebück“ nur wenig mit körperlicher Tätigkeit zu tun hat, ein „Schlag“ keinen Angriff darstellen muss und eine „Hecke“ nicht zwangsläufig einen Garten umgibt.

Zusammen mit archäologischen Funden, die das Siegerland und seine Bevölkerung im Mittelalter vor Augen führen, ergibt sich das Bild einer geschäftigen Region mit Handelswegen, Landesgrenzen und Zollstationen, deren Hinterlassenschaften noch heute die Landschaft prägen, wenn man als Wanderer einmal genauer hinschaut. Weiterlesen

Hessisches Hauptstaatsarchiv + Landesarchiv NRW = Oranierforschung leichter gemacht:

Digitalisate des Königlichen Hausarchivs Den Haag online

„Das seit einigen Jahren laufende Projekt zur virtuellen Rekonstruktion des Alten Dillenburger Archivs (Nassau-Oranien) nähert sich mit großen Schritten seiner Vollendung.
Nachdem 2016 die Archivalien der Inventare A 1 bis A 4 aus dem Königlichen Hausarchiv Den Haag in Wiesbaden digitalisiert werden konnten, wurden diese weitmehr als 1700 Digitalisate im Laufe des Jahres 2017 aufbereitet und nun auch an die Verzeichnungseinheiten in Arcinsys angehängt. Der größte Teil der Archivalien aus Den Haag ist daher seit einigen Wochen mittels dem programmeigenen Arcinsys-Viewer einsehbar: Einfach auf die Bildchen klicken, und schon öffnen sich die Digitalisate. Einen besonderen Vorteil bietet die Vergrößerungsfunktion, mit der man auch kleinste Details lesbar machen kann.
Die noch ausstehenden Stücke werden im Laufe des Jahres 2018 folgen. Es handelt sich bei ihnen um Archivalien, bei denen normale Unstimmigkeiten aufgekommen sind, die aber zeitnah behoben werden können. Mit einer baldigen Onlinestellung ist daher zu rechnen. Weiterlesen

Peter Kunzmann: Der 8. Februar 1718 und die Hauberge

Betrachtungen anlässlich eines unscheinbaren Jubiläums

Schon vor geraumer Zeit wurde im Zusammenhang mit Forschungen zum Selbstbild der Siegerländer konstatiert, dass der Diskurs über die Heimat „fast einem ‚Zitierkartell‘ gleich, ein internes Verweis- und Referenzsystem aufweist und es somit ein Ensemble von autoritativen Grundlagentexten gibt, die als zitierfähiger Kanon das Gerüst für die Beschreibung der Spezifik dieser Region bilden“.[1]

Einer der in den 1950er Jahren im Siegerland populärsten Fachautoren war Paul Fickeler. „Den einen erschien er als nicht wissenschaftlich ernsthaft, genoß aber bei anderen Respekt und Ansehen“[2]: Dieser Charakterisierung entsprechend scheiden sich die Geister auch an Fickelers sich bis heute im „Ensemble von autoritativen Grundlagentexten“ behauptenden Aufsatz „Das Siegerland als Beispiel wirtschaftsgeschichtlicher und wirtschaftsgeographischer Harmonie“ mit seiner ausführlichen Beschreibung der Haubergswirtschaft.[3] An dieser Stelle muss es genügen, auf die profunde Kritik zu verweisen, welche die Abhandlung schon vor etlichen Jahren durch Hartmut Eichenauer erfahren hat.[4] Erwähnenswert ist Paul Fickeler hier, weil allem Anschein nach er es war, der die Phrase „Güldene Jahn-Ordnung von 1718“ als verbales Konstrukt wenn auch vielleicht nicht als erster verwendete[5], so doch entscheidend zu ihrer Verbreitung beitrug. Damit hat er seit vielen Jahrzehnten für Rätselraten gesorgt. Konnte er die an sich schon irreführende Wendung „Güldene Jahn-Ordnung“ immerhin bei renommierten Autoren des 19. Jahrhunderts wie Karl Friedrich Schenck erwähnt finden, so ist kaum nachzuvollziehen, was ihn zu der terminlichen Festlegung „von 1718“ veranlasst hatte. Seriöse literarische Vorbilder waren es vermutlich nicht. Weiterlesen

Video „Peter Paul Rubens: Die mystische Vermählung der Heiligen Katharina (Entwurf)“

Sammlungshighlights des Städel Museums in unterhaltsamen und informativen Filmen – das sind die Kunst|Stücke. Entdecken Sie spannende Details zu Kunstwerken aus ungewöhnlichen Blickwinkeln in unter zwei Minuten. Peter Paul Rubens: Die mystische Vermählung der Heiligen Katharina (Entwurf), 1628, Städel Museum, Frankfurt am Main

Literaturhinweis: Christian W. Thomsen: Der radelnde Keiler. Netphen, sein neues Wahrzeichen und das Werk Bernd Heinemanns

Das Werk des Netpher Künstlers Bernd Heinemanns fand schon länger das Interesse von Christian W. Thomsen, einem der Gründungssenatoren der Universität Siegen und langjährigem Professor für Anglistik/Amerikanistik. Die jetzt eingeweihte Skulptur des Netpher Wappentiers und ihre Entstehungsgeschichte bilden den Hintergrund für eine regionalgeschichtliche Einordnung des Künstlers Heinemann.

Christian W. Thomsens Interesse weckten die verschiedenen Skulptur- und Brunnenarbeiten Bernd Heinemanns in Dreis-Tiefenbach, Netphen, Deuz und Salchendorf, „Arbeiten eines Mannes, der offensichtlich realistisch und abstrakt zu entwerfen und zu gestalten versteht, dessen naturalistische Skulpturen jedoch nie volkstümelnd-kitschig, sondern immer humorvoll den Nerv der jeweiligen Ortsbevölkerung zu treffen“ weiß.
Dass aus dem spontanen Ausruf „den muß es als Bronzeskulptur geben“ beim ersten Anblick des hölzernen radelnden Keilers im Netpher Rathaus ein Buch über das Werk des Künstlers Heinemann und seine Einbettung ins Netpher- und Johannland werden würde, war zunächst ebensowenig abzusehen wie die Tatsache, dass es Thomsen gelingen würde, die nötigen Finanzmittel für die Ausarbeitung dieser Skulptur zu akquirieren. Jetzt steht der Keiler hoch zu Rad an prominenter Stelle vor dem alten Rathaus in Netphen und das üppig bebilderte Buch dazu liegt vor und wartet darauf, seinen Lesern Vergnügen zu bereiten.

Christian W. Thomsen
Der radelnde Keiler.
Netphen, sein neues Wahrzeichen und das Werk Bernd Heinemanns

Siegen: universi 2017, 240 S., farbig, Hardcover, Schutzumschlag, 24 x 23 cm
ISBN 978-3-936533-99-6
Preis: 24,50 Euro

Quelle: Universi-Verlag, 11.7.2017

s. a. Rezension zum Buch „Der Radelnde Keiler“ von Christian W. Thomsen von Wilhelm Hortmann