Donnerstag, 27. August 2026, 17:30 – 19:30, Treffpunkt: Parkplatzt Gaststätte „Bim Käs, Fichtenweg, Siegen-Geisweid, Guide: Traute Fries

Geländer am Kleinen Schwanenteich Wenscht (Foto: KulturSiegen)
Die Gartenstadt Wenscht entstand ab 1950 als zukunftsweisendes Wohnquartier der Stahlwerke Südwestfalen, das Arbeiten, Wohnen sowie soziale und kulturelle Bedürfnisse miteinander verband. Bei der Führung erläutert Traute Fries die Geschichte des Quartiers und lenkt den Blick auf die prägende Kunst im öffentlichen Raum – insbesondere die teilweise denkmalgeschützten Sgraffiti an den Gebäuden.
Die Gartenstadt Wenscht im Siegener Stadtteil Geisweid verbindet Arbeit, Leben und Kunst miteinander und stellt eine Balance zwischen beruflicher Tätigkeit und Erholung, sozialen und kulturellen Bedürfnissen her. Die Initiative zu Bau und Erschließung des Quartiers Wenscht war von den Stahlwerken Südwestfalen ausgegangen, die den allgemeinen, durch das Flüchtlingselend dramatisch gewordenen Wohnungsmangel der Nachkriegszeit bekämpfen wollten.
1950 starteten Planung und Grunderwerb unter der Beteiligung der ersten 50 Siedler. Die Stahlindustrie war geprägt von einem Beschäftigungsboom. Der Arbeitsdirektor der 1951 neu gegründeten Stahlwerke Südwestfalen, Dr. Erich Dudziak (1906-1995), fungierte als entscheidender Impulsgeber. Der erste Spatenstich mit Grundsteinlegung erfolgte am 1. Mai 1952. Weitere Bauabschnitte folgten. Bis zu 1.400 Wohneinheiten wurden erstellt und fast 6.000 Menschen fanden hier ein Dach über dem Kopf. Dazu wurde eine vorbildliche Infrastruktur geschaffen. Durch Architektur, Städtebau und Kunst sollten die Menschen in ihrer Zeit vereint werden. In den Städten, die nur kurz zuvor noch völlig zerstört in Trümmern lagen, hatten viele Menschen erkannt, wie wichtig Kunst und Kultur gerade zu diesem Zeitpunkt waren. Primär Künstler aus der Region wurden beauftragt, im öffentlichen Raum und an Funktions- und Wohngebäuden, künstlerisch gestaltend tätig zu werden.
Prägend für die künstlerisch gestalteten Fassaden des Wenscht sind die Kratzputz-Motive, auch Sgraffiti genannt, die teilweise denkmalgeschützt sind. Traute Fries, Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Hüttental und profunde Kennerin des Quartiers Wenscht, möchte mit ihrer Führung das Wissen und die Wertschätzung für die erhaltenen Kunstwerke an und zwischen den Häusern mehren.
Weitere Informationen: https://heimatbund.siegen-wittgenstein.de/Mitgliedervereine/Siegen/index.php?object=tx,3565.1.1&ModID=9&FID=2786.134.1&NavID=2786.27
Quelle: Stadt Siegen, Veranstaltungskalender
Zur Wenscht auf siwiarchiv;
– Siegen: Broschüre zur „Gartenstadt Wenscht“ jetzt online
– Der ehemalige Kinderspielplatz in der Siedlung „Vorderes Wenscht“ in Siegen
– Open access: Kirchenbau nach 1945 in Westfalen-Lippe
– Online: Denkmalpflege in Westfalen-Lippe 2025 / 2
– Linktipp: Denkmalgerechte Sanierung des Dr.-Dudziak-Parks in Siegen
– „Siegerland“ Band 97, Heft 2 (2020) erschienen, Link zur PDF
– „Denkmalpflege in Westfalen-Lippe“, Heft 2/2019 online
– Aus dem Fotoarchiv des Kreisarchivs:

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