Siegerländer Haubergswirtschaft im Landesinventar immatrielles Kulturerbe aufgenommen

Das Land ermittelt und dokumentiert das kulturelle Erbe auf seinem Gebiet. Eine Jury hat jetzt fünf weitere Traditionen aus verschiedenen Regionen ausgewählt, die einen Eintrag im Landesinventar des immateriellen Kulturerbes erhalten. Die Neuaufnahmen reichen von mündlichen Traditionen über darstellende Künste und Bräuchen bis hin zu Wissen über Natur und das Universum und traditionellen Handwerkstechniken.

Die Landesjury für das Immaterielle Kulturerbe hat folgende fünf Traditionen aus 14 eingegangenen Bewerbungen empfohlen
Martinstradition: Bei der Martinstradition handelt es sich um Bräuche mit Laternenumzug, Martinsliedern, Martinsfeuer, Darstellung der Mantelszene, Verteilung von Süßigkeiten an Kinder und der moralischen Botschaft zur Nächstenliebe.
Anlage und Pflege von Flechthecken: Das Flechten und die Erhaltung von lebenden Zäunen für land- und forstwirtschaftliche Zwecke sowie die besondere Technik des Knotens gehören zur Anlage und Pflege von Flechthecken.
Bolzplatzkultur: Eine jugendkulturelle Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, die ihren Ursprung in den städtischen Milieus der 1920iger Jahre hat.
Brieftaubenwesen: Es umfasst die Brieftaubenhaltung und Zucht sowie Wettbewerbe im Hinblick auf Distanzflug und Schönheit.
Haubergswirtschaft im Siegerland und in angrenzenden Regionen: eine nachhaltige gemeinschaftliche Form der Waldbewirtschaftung, die seit Jahrhunderten im Siegerland ausgeübt wird. Weiterlesen

Online-Broschüre: „Sondengänger in NRW“

Die gesetzliche Grundlage der Detektor-Nutzung

Sondengänger und Archäologie. Die Rechtslage in NRW“ ­– Eine gemeinsame Broschüre der LWL-Archäologie für Westfalen und des LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland gibt einen umfassenden Einblick in die Kooperation von Sondengängern und Archäologen. Rund 60 Seiten erläutern die Arbeit der Archäologie, beschreiben den Weg zur Lizenz und nennen wichtige Kontaktpersonen. Für Polizei und Ordnungsämter, Denkmalbehörden sowie Privatpersonen finden sich gebündelte Informationen in Checklisten. Die Broschüre steht zum kostenlosen Download bereit.

Quelle: LWL-Archäologie, Aktuelles

Peter Kunzmann: Der 8. Februar 1718 und die Hauberge

Betrachtungen anlässlich eines unscheinbaren Jubiläums

Schon vor geraumer Zeit wurde im Zusammenhang mit Forschungen zum Selbstbild der Siegerländer konstatiert, dass der Diskurs über die Heimat „fast einem ‚Zitierkartell‘ gleich, ein internes Verweis- und Referenzsystem aufweist und es somit ein Ensemble von autoritativen Grundlagentexten gibt, die als zitierfähiger Kanon das Gerüst für die Beschreibung der Spezifik dieser Region bilden“.[1]

Einer der in den 1950er Jahren im Siegerland populärsten Fachautoren war Paul Fickeler. „Den einen erschien er als nicht wissenschaftlich ernsthaft, genoß aber bei anderen Respekt und Ansehen“[2]: Dieser Charakterisierung entsprechend scheiden sich die Geister auch an Fickelers sich bis heute im „Ensemble von autoritativen Grundlagentexten“ behauptenden Aufsatz „Das Siegerland als Beispiel wirtschaftsgeschichtlicher und wirtschaftsgeographischer Harmonie“ mit seiner ausführlichen Beschreibung der Haubergswirtschaft.[3] An dieser Stelle muss es genügen, auf die profunde Kritik zu verweisen, welche die Abhandlung schon vor etlichen Jahren durch Hartmut Eichenauer erfahren hat.[4] Erwähnenswert ist Paul Fickeler hier, weil allem Anschein nach er es war, der die Phrase „Güldene Jahn-Ordnung von 1718“ als verbales Konstrukt wenn auch vielleicht nicht als erster verwendete[5], so doch entscheidend zu ihrer Verbreitung beitrug. Damit hat er seit vielen Jahrzehnten für Rätselraten gesorgt. Konnte er die an sich schon irreführende Wendung „Güldene Jahn-Ordnung“ immerhin bei renommierten Autoren des 19. Jahrhunderts wie Karl Friedrich Schenck erwähnt finden, so ist kaum nachzuvollziehen, was ihn zu der terminlichen Festlegung „von 1718“ veranlasst hatte. Seriöse literarische Vorbilder waren es vermutlich nicht. Weiterlesen

Haubergswirtschaft soll immaterielles Kulturerbe werden

Bewerbung ist auf dem Weg

Haubergszeichen, Autorin: Dr. Gertrud Hein


Die Siegerländer Haubergswirtschaft soll immaterielles Kulturerbe werden. In den letzten Monaten hat ein Arbeitskreis die entsprechende Bewerbung erstellt. Diese wurde jetzt beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW eingereicht. In einem vierstufigen Verfahren wird nun geprüft, ob die Haubergswirtschaft die Voraussetzungen erfüllt, um in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden. In einem späteren Schritt ist auch eine Aufnahme in eine der drei internationalen Listen des immateriellen Kulturerbes denkbar. Weiterlesen

Ausstellung: Claudia Fährenkemper – ARMOR

IHK-Galerie Siegen, Koblenzer Str. 121, 57072 Siegen, noch bis zum 27. November 2017

„Sie sind Relikte längst vergangener Zeiten, haben an ihrer Faszination über die Jahrhunderte hinweg aber wenig verloren: Rüstungen. „Sie bieten uns nicht nur die Möglichkeit, auf vergangenes Leben zurückzublicken, sondern auch unser aktuelles Dasein im historischen Kontext zu reflektieren“, ist Claudia Fährenkemper überzeugt. Deshalb hat sich die Künstlerin den Rüstungen aus den vergangenen Jahrhunderten gewidmet. ‚ARMOR‘ heißt ihre Ausstellung, deren Name dem englischen Begriff für ‚Rüstung‘ entnommen wurde. „ARMOR erzählt von Glaube, Liebe, Hoffnung, von Verletzlichkeit aber auch von Macht und Reichtum.“ Die Arbeiten widmen sich repräsentativen Prunk- und Turnierrüstungen, die eigens für Kaiser, Könige und große Feldherren zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert angefertigt wurden und die weltweit in bedeutenden Militaria- und Rüstungssammlungen anzutreffen sind. Weiterlesen