Online: Tjark-Ole Keske „Dezentrale Euthanasie“ in Warstein?

Die Sterbefälle der Provinzial-Heilanstalt Warstein zwischen 1926 und 1945

„Wie möchte man nachweisen, ob ein Mensch vor über 80 Jahren vorsätzlich ermordet wurde oder doch aufgrund misslicher Umstände den Tod fand? Für die Heilanstalten zur Zeit des Nationalsozialismus ist diese Frage nicht allgemeingültig zu beantworten. In den Jahren 1940 bis 1941 wurden im Rahmen der „Aktion T4“ systematisch über 70.000 Patientinnen und Patienten durch Gas getötet. Und auch danach wurden Morde durch Anstaltsleitungen billigend in Kauf genommen. Aber wie sah es in der Provinzial-Heilanstalt Warstein aus? Übersteigen die Sterbefälle hier ein Maß, dass ebenfalls systematische Tötungen anzunehmen sind?“

Dieser ausführlichen Darstellung gilt eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Das Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein führt zwei Opfer aus dem Kreisgebiet auf: Otto Hoppensack jun. und Karl Reuter. In Warstein untergebracht waren bis zu ihrer Ermordung: Lina Althaus, Elisabeth Stephanie Dettmer, Theresia Dornseiffer, Paul Gerhards, Berta Hoppensack, Antonie Pawliczyk, Rudolf Stähler, Albert Stern, Richard Stern, Siegfried Stern, Otto Weber.

Quelle: Tjark-Ole Keske (26. Juni 2026): „Dezentrale Euthanasie“ in Warstein? Die Sterbefälle der Provinzial-Heilanstalt Warstein zwischen 1926 und 1945. Westfalen/Lippe – historisch. Abgerufen am 30. Juni 2026 von https://doi.org/10.58079/16gyu

Ein 126 Jahre altes Turmuhrwerk hat ein neues Zuhause

Historische Uhrwerk der alten Kirche ist ins Technikmuseum umgezogen


„Wir haben schon zwei alte Uhrwerke im Museum, aber dieses dritte hat für uns eine besondere Bedeutung, freut sich Hans-Jürgen Klappert, Vorstandsmitglied des Technikmuseums in Freudenberg. Die evgl. Kirchengemeinde Freudenberg hatte angefragt, ob das Museum das historische Uhrwerk ihrer alten Kirche am Schlossberg aus dem Jahr 1889 übernehmen würde. Nach seiner Ausmusterung vor etwa 50 Jahren stand es seit der Einweihung des Gemeindehauses an der Krottorfer Straße dort im Foyer. Weil die Kirchengemeinde das Haus vermieten möchte, wurde ein neuer Platz für das alte Uhrwerk gesucht.
„Für uns ist es eine Ehre, dieses Turmuhrwerk, das fast 100 Jahre den Freudenbergern die Zeit angezeigt hat, in unserer Obhut zu nehmen“, ergänzte Wolfgang Denker, verantwortlich für die alten Maschinen im Museum. Weiterlesen

Doppelkirche in Rödgen: Bewegte Geschichte zwischen zwei Konfessionen

Diese Kirche fällt auf: Ein Turm in der Mitte und zwei Kirchenschiffe an den Seiten, als wäre man sich nicht ganz einig, wo Gottesdienst gefeiert werden soll. In beiden Kirchen werden Gottesdienste gefeiert – aber eben katholisch in dem einen, evangelisch in dem anderen Kirchenschiff.


Womit die Besucher am Rödgen, jener Rodung zwischen Siegen und Wilnsdorf, mitten in der Geschichte des Gotteshauses angekommen sind. Diese Geschichte und die Besonderheiten der Johanneskirche den Menschen näherzubringen, hat sich Susanne Sidenstein zur Aufgabe gemacht. Aus einer ersten kleinen Führung wurde nach und nach mehr. „Das Interesse ist da“, bestätigt Susanne Sidenstein, die von der Stadtmarketing Siegen auch zur Stadtführerin ausgebildet wurde. Die Kirche auf dem Rödgen ist ihr ans Herz gewachsen. Weiterlesen

Ausstellung: Klang des Haubergs“


Andreas Schaffer zeigt alte Siegerländer Kuhschellen
28 Juni 20262, 14 bis 17 Uhr, Infozentrum Hauberg, Ende Luisenstraße, Kreuztal-Fellinghausen

Quelle: Förderverein Historischer Hauber Fellinghausen e.V., Jahresprogramm

Vortrag: Prof. Dr. Stephan Dusil (Uni Tübingen): Networking im späten Mittelalter.

Die Verleihung des Soester Stadtrechts an die Stadt Siegen

Urkunde des Kölner Erzbischofs Wigbold von 1303 (StAS, Best. A, U3)


Im Jahre 1303 bestätigte der Kölner Erzbischof Wigbold (1297-1304) der Stadt Siegen die Privi-legien nach dem Vorbild des Soester Stadtrechts. In der Folge avancierte Soest bis in das 17. Jahrhundert zum maßgeblichen rechtlichen Referenzpunkt für Siegen. Der Vortrag analysiert diesen interstädtischen Rechtstransfer und untersucht die spezifische Bedeutung der Soester Normen für die städtischen Freiheiten, die Verfassungsentwicklung sowie das Erbrecht.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 25. Juni 2026, um 18.30 Uhr im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei!

EisenZeitReise-Weg im Gerhardsseifen um Attraktion reicher

Freuen sich über den fertigen EisenZeitReise-Weg: (v. l.) Ulrich Merzhäuser (Verbandsgemeinde Kirchen), Bürgermeister Andreas Hundhausen, Dr. Stephanie Siedek-Strunk (Verein Ein Siegerländer Tal), Siegens Bürgermeister Tristan Vitt und Ursula Belz (Kreis Siegen-Wittgenstein).

Der EisenZeitReise-Weg entlang der Ausgrabungsstätte Gerhardsseifen im Stadtteil Niederschelden ist ab sofort um eine Attraktion reicher. In Anwesenheit zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter der angrenzenden Kommunen, der beteiligten Vereine, ausführenden Firmen und Sponsoren enthüllten Bürgermeister Tristan Vitt und die stellvertretende Landrätin des Kreises Siegen-Wittgenstein Ursula Belz sowie Dr. Stephanie Siedek-Strunk und Friedrich Schmidt vom Trägerverein Ein Siegerländer Tal e.V. den Ochsenkarren. Dabei handelt es sich um eine 3,60 m breite und 1,80 m hohe Skulptur aus Cortenstahl, die in Lebensgröße das Transportmittel darstellt, mit dem die Fuhrleute in alter Zeit ihre schwere Fracht von den Gruben über Hohlwege zu den Abnehmern brachten. Weiterlesen

Online: M. Kirchbach: „Migration nach 1945 in der regionalen Erinnerungskultur im Siegerland“


Die Dissertation nimmt die öffentliche Erinnerung an die Migration im Siegerland seit 1945 in diachroner und vergleichender Perspektive in den Blick und fragt nach den Medien und Praktiken sowie ihrem Stellenwert für die regionale Erinnerungskultur. Zu diesem Zweck kombiniert sie unter anderem Theorien und Methoden der Gedächtnisforschung, der Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik sowie der Sozialforschung. Im Fokus der Studie stehen „Flucht und Vertreibung“ aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, die Migration ausländischer Arbeitskräfte, zeitgenössisch als „Gastarbeiter“ bezeichnet, und die Einwanderung von (Spät-)Aussiedlern. Diese Migrationsbewegungen haben in unterschiedlicher Geschwindigkeit und in ungleichem Maße Eingang in die regionale Erinnerungskultur gefunden. Es lassen sich jeweils unterschiedliche (Verlaufs-)Phasen sowie Charakteristika und spezifische Entwicklungen feststellen. Als Synthese der auf die jeweiligen Wanderungsereignisse bezogenen Ergebnisse werden empirisch fundierte Analyseebenen vorgestellt, mit denen Formen der kollektiven Erinnerung an Migration auch außerhalb der Region und über die untersuchten Erscheinungsformen hinweg untersucht werden können. Die äußeren Umstände und die Form der Medien und Praktiken gilt es auf drei Ebenen zu untersuchen: Position im Diskurs, (Un-)Gleichzeitigkeit und Originalität. Vier weitere Analyseebenen zielen auf das Innere bzw. ihren Sinngehalt: Verhältnis von Kultur- und Erfahrungsbezügen, Heimatverständnis bzw. Verhältnis zum Herkunfts- und Zielort, Vorstellungen von Identität und Finalität.

Literaturhinweis: Gottfried Theis: Bergmannslampen –


Band 1: Die Froschlampen in und aus Westfalen. Eine Kultur-, Sozial-, Technik-, Wirtschafts- und Objektstudie“ (2025)
Umschlagtext:
„Westfälische Froschlampen – oder nach der historischen Terminologie besser: Bergmannslampen – sind in nahezu allen Grubenlampensammlungen vertreten und in den meisten Bergbaumuseen und einschlägigen Heimatstuben ausgestellt. Synonym wird die westfälische Bergmannslampe in der Sammlerterminologie fälschlich häufig als ‚Seippel-Frosch‘ angesprochen, nicht zuletzt bedingt durch eine weit verbreitete historische Katalogabbildung der Firma Wilhelm Seippel, Bochum. Doch Seippel hat keine Froschlampen für Untertage hergestellt, sondern von einem spezialisierten Zulieferer bezogen und vertrieben. Diese Studie räumt mit diesem und anderen weit verbreiteten Mythen und Mutmaßungen auf. So stellt diese Monographie den aktuellen kulturhistorischen Forschungsstand dar und beleuchtet grundlegend und erschöpfend alle Facetten des Themenbereichs. Weiterlesen

Textile Hommage an Mannus Riedesel


„Im Rahmen des Riedesel-Jahres 2026 weist der Wittgensteiner Heimatverein gerne auf eine besondere Ausstellung im Schaufenster der Wittgensteiner Kunstgesellschaft am Johannes-Althusius-Gymnasium in Bad Berleburg hin. Die Wittgensteiner Künstlerin Marianne Seelbach hat bedeutende Bauwerke von Mannus Riedesel – darunter die Ludwigsburg, die Kapelle Sassenhausen, das Haus Stolz, die Raumländer Empore und den Hof Dambach – in beeindruckenden Quilts und Textilarbeiten neu interpretiert.
Während Mannus Riedesel seine Kunstwerke aus Eichenholz schuf, setzt Marianne Seelbach Stoff, Nadel und Faden ein. So entsteht ein ganz neuer Blick auf das Werk eines der bedeutendsten Wittgensteiner Handwerker des frühen 18. Jahrhunderts.
Die Ausstellung ist noch bis Ende Juni zu sehen
Quelle: Wittgensteiner Heimatvereien, Aktuelles