Eröffnung der Zeiteninsel –

Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land bietet außergewöhnliche Einblicke

Mit der Eröffnung der Zeiteninsel entsteht in Hessen ein in dieser Form einzigartiger Lern- und Erlebnisort. Ab dem 18. Juli 2026 lädt das Archäologische Freilichtmuseum Marburger Land dazu ein, 11.000 Jahre Menschheits-, Natur- und Kulturgeschichte im Lahntal zu entdecken. Am 17. Juli 2026 wurde das Museum im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wissenschaft und der Region feierlich eingeweiht.

Mit einem Messer aus Feuerstein haben Weimars Bürgermeister Markus Hermann (ab 3.v.l.), Timon Gremmels, Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Landrat Jens Womelsdorf und Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die Zeiteninsel – das Archäologische Freilichtmuseum im Marburger Land offiziell eröffnet. Projektbegründer Dr. Andreas Thiedmann (2.v.l.) und Zeiteninsel-Koordinatorin Heidi Geschwind (r.) haben gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen die Eröffnung organisiert.


Archäologie lebendig vermitteln
Den Ausgangspunkt des Projekts bilden die umfangreichen Siedlungsspuren aus vorgeschichtlichen Epochen, die beim Kiesabbau im Weimarer Lahntal in unmittelbarer Nähe zu Argenstein entdeckt wurden. Sie belegen eine mehr als 11.000 Jahre währende Besiedlung der Region und bilden die wissenschaftliche Grundlage des Museums. Auf dem dreieinhalb Hektar großen Gelände werden davon in fünf Zeitstationen 9.000 Jahre Landschafts- und Kulturgeschichte vermittelt. Originalgroße Modelle von Gebäuden und Behausungen aus der Mittelsteinzeit, der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Eisenzeit und der Römerzeit machen längst vergangene Lebenswelten anschaulich und laden zum aktiven Entdecken ein.
Die Zeiteninsel versteht sich als Lern- und Erlebnisort für Menschen aller Generationen. Hier verbinden sich archäologische Forschung, auf Grundlage archäologischer Befunde rekonstruierte Hausmodelle und lebendige Geschichtsvermittlung zu einem ganzheitlichen Museumserlebnis. Besucherinnen und Besucher können Vergangenheit nicht nur kennenlernen, sondern durch eigenes Erleben und Mitmachen unmittelbar erfahren. „Nach 27 Jahren der Projektentwicklung diesen Meilenstein der Eröffnung in den musealen Regelbetrieb erreicht zu haben, stimmt mich, die kommunalen Partner und alle Beteiligten ungemein froh!“, sagt Projektbegründer Dr. Andreas Thiedmann.
Der Bau des Museums wurde zum größten Teil vom Land Hessen unter Beteiligung der kommunalen Träger finanziert. Diese sind die Gemeinde Weimar (Lahn), die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Museumsbetrieb wird von der Genossenschaft Zeiteninsel eG getragen. Weiterlesen

Seltener Einblick hinter die Kulissen:

Siegerlandmuseum startet öffentliche Restaurierung eines Werkstattgemäldes des weltberühmten Barockmalers Peter Paul Rubens

Im Siegerlandmuseum sind in den kommenden Wochen und Monaten so besondere wie seltene Einblicke zugleich möglich: Besuchende haben die Gelegenheit, die Restaurierung eines Meisterwerks aus der Rubens-Werkstatt hautnah zu erleben! Es handelt sich dabei um eines der bedeutendsten Werke des Siegerlandmuseums mit dem Titel Occasio oder Der siegreiche Held. Beginn der Restaurierungsarbeiten ist voraussichtlich am Dienstag, dem 23. Juni. Die Arbeiten sollen im Laufe des Oktobers abgeschlossen werden.

Altersbedingte Verformungen und Verschmutzungen des rund 400 Jahre alten Gemäldes machen eine konservatorische Maßnahme notwendig. Das Gemälde wird gereinigt, stabilisiert und die Leinwand neu gespannt. Finanziell unterstützt wird die Restaurierungsmaßnahme vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Förderverein des Siegerlandmuseums. Weiterlesen

NRW: Gesetzes-Novelle stärkt Archive als Orte des kulturellen Gedächtnisses

Datenschutz, Umgang mit unrechtmäßig erhobenen Daten, Anpassung an das Kulturgesetzbuch und eine verstärkte Unabhängigkeit der Archive – das sind die vier Kernpunkte der Novelle des Archivgesetzes Nordrhein-Westfalen der Landesregierung, die jetzt vom Landtag verabschiedet wurde.

Kulturministerin Ina Brandes: „Die Archive Nordrhein-Westfalens sind das Gedächtnis unseres Landes und leistet einen unschätzbaren Beitrag, staatliches Handeln nachvollziehbar und transparent zu machen. Ich bin insbesondere dem Landesarchiv und den Landschaftsverbänden für die konstruktive Zusammenarbeit bei der Erarbeitung des Gesetzentwurfes sehr dankbar. Die breite Zustimmung der Archivwissenschaft und der Kommunalen Spitzenverbände sowie die einstimmige Annahme des Fachausschusses zeigen, dass wir einen klugen Weg gefunden haben, das Gesetz zu modernisieren und die Arbeit der Archive nachhaltig zu verbessern.“

Dr. Tobias Herrmann, Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen: „Ich freue mich sehr, dass die vorgeschlagenen Änderungen des Archivgesetzes Nordrhein-Westfalen auf Zustimmung gestoßen sind. Das neue Gesetz stärkt die Position der Archive im Land und hält am Ziel der möglichst breiten Zugänglichmachung von Archivgut fest. Vor allem im Bereich der Bewertung und der Übernahme digitaler Unterlagen wird dem Landesarchiv die Wahrnehmung seiner Aufgaben erleichtert – das war überfällig und ist eine starke Motivation für unsere Arbeit.“

»Nie wieder ist jetzt« – Neue Gedenkstelle in Olpe eröffnet

Vor zwei Jahren begann die Initiative Jüdisches Erbe in Olpe mit der Suche nach einem Ort des Gedenkens – heute steht sie: die Gedenkstelle in Form einer Doppel-Helix-Skulptur, geschaffen von 25 Schülern der St. Franziskus-Schule, des Städtischen Gymnasiums und der Sekundarschule.

Kunst als Brücke:
Mit Unterstützung der Kunstpädagogin Carmen Magers formten die Jugendlichen Tonmodelle, die in Beton gegossen wurden – ein Material, das auch zukünftigen Generationen Raum für Weiterentwicklung lässt.
„Sichtbarkeit führt zur Auseinandersetzung.“

Im Herzen der Stadt:
Die Stele steht in Sichtachse zum ehemaligen Kaufhaus der jüdischen Familie Lenneberg – ein Zeichen, das Erinnerung in die Mitte der Gesellschaft holt.

„Nie wieder ist jetzt“ – so appellierte Bürgermeister Tobias Schulte an die Versammelten:
Verteidigt Freiheit, Rechtstaatlichkeit und Toleranz. Olpe bleibt bunt – und steht gegen Antisemitismus und Hetze.

Jeder formte seine Idee – gemeinsam entstand ein Zeichen der Annäherung:
„Jüdisches und nichtjüdisches Leben sollen sich annähern – das Verbindende ist stärker als die Unterschiede.“

Auf dem Sockel steht in Edelstahl-Lettern: „Sei ein Mensch.“
Quelle: Olpe, 15.7.2026

Klang in der Denkmalpflege


Wie durch ein Wunder überstand der Glockenturm der Nikolaikirche die Zerstörung der Siegener Altstadt im Zweiten Weltkrieg. Eine erst kurz zuvor eingebaute Brandschutztür verhinderte, dass auch der Turm nach einem Bombenangriff in Brand geriet.
Bis heute prägt der Glockenturm nicht nur die Silhouette, sondern auch den Klang der Stadt Siegen. Seine fein aufeinander abgestimmten Glocken bilden einen Klangteppich, der die ganze Stadt verbindet. Während die Stundenglocke von 1463 in der Dachlaterne hängt, befinden sich fünf weitere Glocken im Glockenstuhl. Vier von ihnen stammen aus dem Mittelalter, eine fünfte kam beim Wiederaufbau der Kirche im Jahr 1947 hinzu. Gemeinsam bilden sie die ältesten und mächtigsten Musikinstrumente der Stadt Siegen. Weiterlesen

Link-/Lesetipp: M. Hauber: Wettinische Ehekrisen: Die Fürstin und der Ehebruch

Anna of SaxonyAnna von Sachsen (um 1562). Kreidezeichnung von Jacques Le Boucq. Musée des Beaux-Arts, Arras. Public domain, via Wikimedia Commons

„… Das gewählte Beispiel hat im Vergleich zu den übrigen, die ich in meiner Dissertation untersuche, bereits große (populär-) wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Es handelt sich um das Ehedrama zwischen Wilhelm I. von Oranien (1533–1584) und seiner zweiten Frau Anna (1544–1577). Von Anfang an hatte die Ehe unter großen Spannungen gelitten. ….““

Quelle:Maria Hauber (21. April 2026). Wettinische Ehekrisen: Die Fürstin und der Ehebruch. Saxorum. Abgerufen am 14. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/163uq

Entscheidet heute der Rat der Stadt Siegen über den Lern- und Gedenkort in der Siegener Fludersbach?

Am 16. Juni 2026 stellten die Siegener VVN/BdA mit der Geschichtswerkstatt Siegen und das Aktive Museum Südwestfalen (AMS) ihre unterschiedlichen Konzepte im Kulturausschuss vor:

 

Ohne eine Entscheidung zu treffen beauftragte der Kulturausschuss daraufhin die Verwaltung, ob ein gemeinsames Konzept der beiden Akteure erarbeitet werden könne.

Eine Vorstellung des AMS-Konzeptes im Ausschuss für Kultur, Tourismus und Ehrenamt des Kreises Siegen-Wittgenstein am 17. Juni 2026 wurde von der Verwaltung wieder von der Tagesordnung genommen.

Im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Siegen am 8. Juli 2026 stellte die Verwaltung folgende Vorlage zur Abstimmung: Weiterlesen

Heute: 2. Lesung des Gesetzes zur Änderung des Archivgesetzes NRW

Der Gesetzentwurf der Landesregierung (Drucksache 18/18113) wird heute in zweiter Lesung im Landtag beraten. Laut Tagesordnung werden Reden zu Protokoll gegeben werden.

Erfolgt der Verabschiedung des Gesetzes schon in der nächsten Plenumssitzung am 16, 17. oder18. September? Dann stellt sich umso mehr die Frage, warum hat es  so lange gedauert?

Zum Archivgesetz bisher auf siwiarchiv:
1) Sachstand: Evaluierung des Archivgesetzes NRW (2018 – 2026)
2) Archivvgesetz NRW: Unerwartete Wende
3) Archivgesetz NRW – ja, ist denn schon Weihnachten?
4) Heute: 1. Lesung des Gesetzes zur Änderung des Archivgesetzes NRW
5) Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man von zügig sprechen.
6) Heute (live): Expertenanhörung zum NRW-Archivgesetz
7) Heute: Archivgesetz NRW – Beratung und Abstimmung im Kulturausschuss des Landes

Landeszeitgeschichte Nordrhein-Westfalens:

Neues Institut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Kooperation mit NRW-Geschichts-Stiftung

v.l.n.r.: HHU Rektorin Prof´inDr´in Ajan Steinbeck, Institusleiter Dr. Guido Hitze, André Kuper, Präsident des Landtags NRW


An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist ein Institut zur Erforschung der Landeszeitgeschichte Nordrhein-Westfalens gegründet worden. Themen und Schwerpunkte sind insbesondere die Landespolitik und Parlamentsgeschichte des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes. Mitinitiator und Partner der HHU ist die Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, die Einrichtung und Betrieb aus Mitteln des Landes finanziert. Das Institut wird von Dr. Guido Hitze geleitet, der von der Landeszentrale für politische Bildung an die HHU gewechselt ist. Weiterlesen

Mündige Erinnerung statt manipulierter Geschichte

Bildungsministerkonferenz aktualisiert Empfehlungen zur historisch-politischen Bildung in der Schule

Die Bildungsministerkonferenz hat eine umfassend aktualisierte Empfehlung zur Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule beschlossen. Damit reagieren die Länder auf gesellschaftliche, politische und technologische Veränderungen der vergangenen Jahre – von wachsendem Antisemitismus und Desinformation bis hin zu den Herausforderungen digitaler Medien und Künstlicher Intelligenz.

Die Überarbeitung der bisherigen Empfehlung aus dem Jahr 2014 geht auf einen Beschluss der Bildungsministerkonferenz aus dem Jahr 2025 zurück und wurde während der Präsidentschaft von Simone Oldenburg, Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, angestoßen. In einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe wurde die Empfehlung anschließend grundlegend aktualisiert und dabei Experten aus Wissenschaft, Gedenkstätten sowie weitere Fachakteuren einbezogen. Weiterlesen