Willy Brandt Richtung Sieg(en) – aber wo?

Im Sommer 1969 startete Willy Brandt als Kanzlerkandidat der SPD mit seinen ersten öffentlichen Wahlkundgebungen in den Bundestagswahlkampf. Ein Foto, das ihn wortwörtlich siegesgewiss an einem Bundesstraßen-Wegweiser Richtung Siegen zeigt, diente in den folgenden Jahr(zehnt)en gelegentlich dazu, die Aufbruchstimmung der ersten sozialliberalen Regierungskoalition zu illustrieren und hat seitdem eine gewisse ikonographische Bedeutung erlangt – obwohl oder gerade weil das genaue Datum im Laufe der Zeit verloren ging.

Im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung haben wir uns nun gefragt: wann genau entstand das Foto und wo stand der Wegweiser?

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Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist neue Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen beim LWL

Der bisherige Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen Prof. Dr. Wilfried Reininghaus und seine Nachfolgerin Dr. Mechthild Black-Veldtrup.
Foto: LWL/Beyer

Die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragene Historische Kommission für Westfalen hat eine neue erste Vorsitzende: Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist von der Mitgliederversammlung der Kommission heute in Beckum zur Nachfolgerin von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus gewählt worden. Reininghaus hatte nach 15 Jahren an der Spitze der Kommission nicht wieder für den Vorsitz kandidiert. Der zweite Vorsitzende, Prof. Dr. Werner Freitag, wurde in seinem Amt bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Dr. Thomas Tippach, Dr. Stefan Pätzold und Dr. Andreas Neuwöhner.

Traditionell arbeitet die Kommission eng mit den beiden Abteilungen des „Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalen“ und dem Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen (früher Staatsarchiv Münster) zusammen. In beiden Bereichen ist die neue Vorsitzende sehr erfahren: Seit 2004 ist sie Leiterin des Landesarchivs NRW in Münster, seit 2008 zudem Vorsitzende des Altertumsvereins (Abteilung Münster). Black-Veldtrup ist seit der Gründung der Kommission 1896 die erste Frau an der Spitze der Historischen Kommission. Die 1960 in Freiburg im Breisgau geborene Historikerin studierte in Freiburg, Münster und Canterbury Geschichte, Anglistik, Politologie und Pädagogik. 1993 wurde sie in Münster bei Joachim Wollasch promoviert, anschließend besuchte sie die Archivschule in Marburg. 1998 trat sie ihren Archivdienst im damaligen Staatsarchiv in Düsseldorf an, 2002 wechselte sie nach Münster. Weiterlesen

Vortrag: Dr. Ulrich F. Opfermann / Torsten Thomas: „Widerspruch und Widerstand im Nationalsozialismus“

Protestkundgebung in Holzhausen am 12. August 1932 während der Beisetzung des ersten Opfers des nationalsozialistischen Terrors im Siegerland. Der Sozialdemokrat Siegfried Betz war am 25. Juli 1932 von der SA angeschossen worden und erlag am 8. August 1932 seinen Verletzungen (Vorlage: Heimatverein Holzhausen).

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 19. April 2018, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Dr. Ulrich F. Opfermann wird dann zusammen mit Torsten Thomas ein Internetprojekt vorstellen, das die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Siegerland-Wittgenstein erstellt hat. Der Vortrag widmet sich in zum Teil sehr detaillierten Kurzbiografien den Frauen und Männern in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Widerspruch und/oder im Widerstand zum Nationalsozialismus standen. Viele von ihnen waren Verfolgung, Misshandlung und Haft ausgesetzt. Die Verfolgung konnte im Tod enden. Jede Biografie wird durch präzise Quellenangaben ergänzt. Im Vortrag werden das Projekt als Ganzes und einige Biografien exemplarisch vorgestellt. Weiterlesen

Literaturhinweis: Jean-Yves Mariotte: „Philipp der Großmütige von Hessen (1504-1567).

Fürstlicher Reformator und Landgraf.“ Übersetzung: Sabine Albrecht. 301 S. zahlr. farb. Abb., Marburg 2018, ISBN 978-3-942225-40-3.

Eng an den Quellen orientiert schildert der Autor das Leben des fürstlichen Reformators Philipp von Hessen. Sein Werk ist weder reine Faktensammlung noch bloße chronikalische Aneinanderreihung der Ereignisse, sondern eine historische Biographe im besten Sinne. Die Lektüre lässt die kraftvolle und zugleich vielschichtige und ambivalente Persönlichkeit Philipps als Kind seiner Zeit lebendig werden, einer Zeit des dramatischen Umbruchs und des Aufbruchs.
Die Beziehungen Philipps zu seinen Wittgensteiner und Nassauer Nachbarn lassen die Biographie auch hier lesenswert erscheinen.

Quelle: Historische Kommission für Hessen

Studienfahrt Frankfurt/Main: „Rubens. Kraft der Verwandlung“

Eine Ausstellung des Städel Museums Frankfurt.
Treffpunkt: Hauptbahnhof Siegen
Mi. 11.04.2018, 09:54 Uhr – 20:05 Uhr

„Die Ausstellung thematisiert anhand von etwa 100 Arbeiten – darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen des Meisters – einen bisher wenig beachteten Aspekt in seinem Schaffensprozess: Sie zeigt, wie tief Rubens in den Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eintrat und wie dies sein fünfzigjähriges Schaffen prägte. In Rubens’ umfangreichem Oeuvre spiegeln sich die Einflüsse antiker Skulptur ebenso wider wie die der späteren Kunst aus Italien und nördlich der Alpen, von den Meistern des späten 15. Jahrhunderts bis zu seinen Zeitgenossen. Seine Bezugnahme auf Werke von Künstlern unterschiedlicher Epochen ist häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar – in der Ausstellung kann der Besucher die zuweilen überraschenden Korrelationen nun im Detail nachvollziehen.
Die Gattungsgrenzen überschreitende Ausstellung vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Werke der angewandten Kunst. Neben Originalskulpturen von der Antike bis zur Renaissance werden auch Gemälde und Grafiken von Rubens’ Vorläufern und Zeitgenossen zu sehen sein, darunter Schlüsselwerke von Tizian und Tintoretto, von Goltzius, Rottenhammer und Elsheimer sowie von Giambologna, van Tetrode und van der Schardt.
Im Preis enthalten sind Bahnfahrt, Eintritt und Führung. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass aufgrund des pauschalierten Kostenbeitrages keine Erstattungen erfolgen können, wenn einzelne Leistungen nicht in Anspruch genommen werden.“
Quelle: VHS Siegen-Wittgenstein, Programm

Erich Philipp Ploennies – der Katograph des Siegerlandes, ein Erfinder?

Ein Fund im Hessischen Landesarchiv

Erich Philipp Ploennies 001Im Newsletter 3/2018 des Hessischen Landesarchivs wird auf eine Erfindung Erich Philipp Ploennies´ hingewiesen. Der Kartograph, Baumeister und Mathematiker zeichnet auch für „(e)in pult,
worauf 4 grose bücher liegen können, und die allezeit einerley situation behalten, mann mag den pult drehen, wie man will“ verantwortlich.

Lesung: „Die Franks aus Weidenau – Szenen, Bilder und Geschichten“

20.03.2018 \ 19.00 Uhr
Kundenzentrum Morleystraße der Sparkasse Siegen, Morleystraße 2, 57072 Siegen
Junges Theater Siegen e.V., Aktives Museum Südwestfalen, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

„Die Franks aus Weidenau“: Manfred, Liesel, Inge
Autor: Junges Theater Siegen e.V.

Samuel Frank war ein angesehener Weidenauer Kaufmann, „erst kaisertreuer Deutscher, dann Jude“. Nach 1933: Die Familie Frank erlebt Diskriminierung, dann Entrechtung und Verfolgung. Zwei Kinder können fliehen, Tochter Inge bleibt bei den alten Eltern bis zur Deportation und Vernichtung.
Die Geschichte der Franks aus Weidenau ist wie die von Anne Frank aus Amsterdam eine Opfergeschichte – aber auch eine von Lebensmut, von kleinen Fluchten und von
Solidarität. Sie wird im Rahmen einer szenischen Lesung erzählt von Mitgliedern des Jugendensembles von „Junges Theater Siegen“.
Quelle: Begleitprogramm der Ausstellung „Deine Anne“ in Siegen

Vincke-Tagebücher 1830 – 1839 erschienen

Die Tagebücher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844, Bd. 10: 1830-1839 (bearb. v. Heide Barmeyer-Hartlieb), hg. v. Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, Historische Kommission für Westfalen und Landesarchiv NRW, Aschendorff Verlag Münster 2018

„Die 30er Jahre im Leben des Oberpräsidenten scheinen auf den ersten Blick wenig spektakulär. Die großen politischen Entscheidungen im Staatsleben sind gefallen und die Weichenstellungen für die Organisation der preußischen Verwaltung sind prinzipiell geregelt. Politisch brisant bleibt die Frage des unerfüllten Verfassungsversprechens des Königs, das auf dem 3. Provinziallandtag 1830/31 diskutiert wird und die beiden Repräsentanten Westfalens, den Freiherrn vom Stein als Landtagsmarschall und Vincke als Landtagskommissar, in eine schwierige Situation gegenüber der preußischen Staatsregierung bringt. Als „Auftakt zum Vormärz“ kommt diesen Vorgängen überregionale Bedeutung zu. Kirchenpolitische und konfessionelle Probleme bieten weiteren Konfliktstoff. Eine neue Kirchenordnung für die evangelische Kirche stößt in den westlichen Provinzen Preußens auf Widerstand und der Umgang mit den katholischen Untertanen führt im Krisenjahr 1837 zu den sog. „Kölner Wirren“.
Privat hat Vincke nach dem tiefen Einschnitt durch den Tod seiner ersten Frau Eleonore von Syberg sein Leben neu geordnet. Er findet neues Familienglück mit seiner zweiten Ehefrau mit Luise von Hohnhorst, die ihm in den 30er Jahren fünf Töchter schenkt, während seine ältesten Söhne Georg und Gisbert ihre beruflichen Laufbahnen einschlagen und die älteste Tochter Mina heiratet. Weiterlesen

LWL verleiht seinen Karl-Zuhorn-Preis an Dr. Stephanie Menic

für ihre Arbeiten zur Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren

Der LWL verleiht seinen Karl-Zuhorn-Preis an Dr. Stephanie Menic für ihre Arbeiten zur Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren.
Foto: privat

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verleiht seinen mit 5.000 Euro dotierten Karl-Zuhorn-Preis für westfälische Landesforschung an Dr. Stephanie Menic. Die Nachwuchswissenschaftlerin, die aus Herten (Kreis Recklinghausen) stammt und heute in Bochum lebt und arbeitet, erhält den alle drei Jahre verliehenen Preis für ihre Arbeiten zur westfälischen Landeskunde über die Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren. LWL-Direktor Matthias Löb wird den Preis voraussichtlich im Sommer in Münster überreichen. Weiterlesen