Linktipp: „Widerspruch und Widerstand Opposition gegen den Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein“

Seit Mitte des Jahres ist dieses biographische Angbot des VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein online. Es stellt in Kurzbiographien Menschen vor, die der nationalsozialistischen Herrschaft auf unterschiedlichste Weise widersprochen haben. Ein Anhang mit noch ungeklärten Fällen lädt zur weiteren Froschung ein.

Forschungsdesiderate zur Geschichte der Reformation im Siegerland und Wittgenstein

Der Marburger Kirchenhistoriker Ulf Lückel formulierte in seinem Vortrag 3 Desidertate der Reformationsgeschichte im Kreis Siegen-Wittgenstein:
1) Die Reformation in Siegen-Wittgenstein war weiblich: Juliane zu Stolberg-Werningerode, Margarete von Henneberg-Schleusingen, Johanneta von Isenburg-Grenzau als Gattinnen der regierenden Fürsten förderten maßgeblich die Einführung der Reformation in ihren Territorien. Ein biographische Studie zu diesen drei refomatorischen Persönlichkeiten steht noch aus.
2) Erasmus Sarcerius war der Reformator des Siegerlandes – eine vergleichbare Persönlichkeit ist für die beiden wittgensteinschen Territorien nicht auszumachen. Eine aktuelle biographische Arbeit, die auch Sarcerius´ Wirken in der Region in den Blick nimmt liegt, nicht vor. Zuletzt ist ein Aufsatz von Christian Peters: „Erasmus Sarcerius und die Reformation in Nassau-Dillenburg (1536-1548)“, in den: Siegener Beiträgen 9 (2004), S. 27–54, nachweisbar.
3) Ein historisch-kritische Edition der nassauischen und wittgensteinschen Kirchenordnungen fehlt.

Denkmal für Adolf und Fritz Busch in Siegen


Seit dem 5. Oktober 2017 stehen zwei neue große Betonfiguren der Künstlerin Christel Lechner am Siegufer in Siegen.

Presseresonanz auf das Denkmal:
Siegener Zeitung, 5.10.2017
Siegerlandkurier, 5.10.2017
Westfälische Rundschau, 5.10.2017

Einträge zu Adolf Busch auf siwiarchiv
Einträge zu Fritz Busch auf siwiarchiv

Ausstellung „Rubens – Kraft der Verwandlung“

Kunsthistorisches Museum Wien, bis 21. Januar 2018

Peter Paul Rubens (1577 Siegen – 1640 Antwerpen) war seinerzeit ein Star – und ist es bis heute! Sein Name steht für die Malerei einer ganzen Epoche, die Zeit des Barock. Doch kommt auch die Kunst der Gegenwart oft nicht an ihm vorbei.

Das gewaltige Lebenswerk dieses Genies umfasst großformatige Altarbilder, die an Dynamik und Farbgewaltigkeit alles übertreffen, was seine Zeitgenossen gewöhnt waren. Aber auch sinnliche Akte und dramatische Bilderzählungen gehören dazu. Ebenso verbindet man Rubens mit intimen und privaten Gemälden. Zu den berühmtesten zählt etwa Das Pelzchen im Kunsthistorischen Museum. Die Darstellung ist eine regelrechte Liebeserklärung des Malers an seine zweite Gemahlin, die junge wie schöne Hélène Fourment. Weiterlesen

Findbuch „Oberlandesgericht (Hofgericht) Arnsberg“ online

Das Findmittel wurde vor kurzem online gestellt. Der Bestand umfasst 42 Archiveinheiten mit einer Laufzeit von (1725) 1816 bis 1842 und wird folgendermaßen beschrieben:
„Wegen seiner Überschuldung war Fürst Friedrich von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein im Jahre 1810 von der großherzoglich hessischen Regierung unter staatliches Sequester gestellt worden, für dessen Durchführung eine besondere Debit- und Administrationskommission eingesetzt war. Nach dem endgültigen Übergang der Grafschaft an Preußen 1816 wurde an ihre Stelle eine preußische Kommission mit dem Sitz in Laasphe bestellt, die ihrerseits bis 1835 der Aufsicht des Oberlandesgerichts Münster, dann der des Oberlandesgerichts Arnsberg unterstellt war.
Zu vergleichen sind die Bestände Oberlandesgericht Münster III (Kommissionsakten des Oberlandesgerichtsrats v. Hartmann) sowie Großherzogtum Hessen VIII und Grafschaft Wittgenstein V (Akten der Kommission in Laasphe).
Übernommen wurden die Akten vom Landgericht Arnsberg mit den Zugängen 15/1937 und 5/1947.“

St. Galler Globus wird Tilemann Stella zugeschrieben

Die Verkaufs-Vorschau für den Globus aus dem Jahr 1592 ist der Schlüssel zur Klärung der Herkunft des St. Galler Globus. (Bild: Zentralbibliothek Zürich), Link zur Abbildung in höherer Auflösung: http://dx.doi.org/10.7891/e-manuscripta-34116

Endlich ist die Herkunft des St. Galler Globus geklärt. Er stammt aus Norddeutschland und wurde vom Siegener Globenbauer Tilemann Stella hergestellt. Möglich wurden diese neuen Erkenntnisse durch ein Pergament, welches in einer Brockenstube verkauft worden ist.

Der St. Galler Globus gehört zu den bedeutendsten kulturhistorischen Objekten der Schweiz. Bisher wurde vermutet, dass er aus Augsburg oder Konstanz stammt. 2016 tauchte ein altes Pergament auf, das neue Schlüsse zuliess. Ein Koch aus Olten hatte es in einer Brockenstube gekauft. Über Umwege gelangte das wertvolle Dokument in die Zentralbibliothek. Die neuen Informationen gaben den Anstoss, die bereits laufende gemeinsame Forschung mit der Stiftsbibliothek St. Gallen und dem Schweizerischen Nationalmuseum zu intensivieren. Dabei stiessen die Wissenschaftler bei optischen und radiographischen Analysen auf drei übermalte Porträts von historischen Persönlichkeiten. Diese waren in den Stützstreben des Globus verborgen und ermöglichten eine definitive Klärung der Herkunft. Weiterlesen

Literaturhinweis: „Das Haus Oranien-Nassau. Biografien und Bilder aus 600 Jahren“

„Das niederländische Königshaus ist in Deutschland außergewöhnlich populär. Das ist insofern nicht weiter verwunderlich, als hier die Wurzeln der Dynastie liegen. 1403 heiratete Engelbrecht i. von Nassau aus dem hessischen Dillenburg die schwerreiche niederländische Erbin Johanna van Polanen. Seither gehört dieser Zweig des Hauses Nassau zu den wichtigsten Adelsgeschlechtern der Niederlande. Auch Wilhelm von Oranien, der Anführer im niederländischen Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien, wurde 1533 als Graf von Nassau in Dillenburg geboren. Das heutige Königshaus ist traditionell eng mit dem deutschen Adel verbunden. Nicht weniger als 35 der in dieser Darstellung vorgestellten Mitglieder schlossen Ehen mit deutschen Aristokraten. Enge verwandtschaftliche Beziehungen entstanden so über Jahrhunderte zu den Hohenzollern und zu verschiedenen Linien des sächsischen Herrscherhauses. Auch die Königinnen des 20. Jahrhunderts, Wilhelmina, Juliana und Beatrix, gingen Ehen mit deutschen Adeligen ein. Die niederländische Königsfamilie ist somit gleichsam auch eine „deutsche“ Familie. Die daraus entstehende wechselseitige politische, kulturelle und gesellschaftliche Beeinflussung wirkt bis heute fort. Die in bereits vier Auflagen erschienene niederländische Originalausgabe wurde für die deutsche Fassung ergänzt und aktualisiert. Der großformatige, aufwändig gestaltete Band, in dem die Familiengeschichte des Hauses Oranien-Nassau von den Anfängen bis zum heutigen König Willem-Alexander, seiner Ehefrau Königin Máxima und deren Kinder Catharina-Amalia, Alexia und Ariane detailliert in 128 Biografien präsentiert wird, gefällt auch durch viele unbekannte Bilder aus dem königlichen Archiv und bedeutenden Sammlungen.“

Reinildis van Ditzhuyzen/Nicole Uniquole
2016, 1. Auflage
224 Seiten, Großformat, geb., umfangr. bebildert, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-402-13150-3

Quelle: Verlagsinfo

Literaturhinweis: »… weder Calvinist noch Herrnhuter noch Pietist«

Johann Heinrich Jung-Stilling. Fromme Populartheologie um 1800.

„Am 2. April 2017 jährte sich zum 200. Mal der Todestag von Johann Heinrich Jung-Stilling. Geboren 1740 im Siegerland als Sohn eines frommen Dorfschneiders, legte er einen einzigartigen Karriereweg zum Mediziner, Hochschulprofessor für Wirtschaftslehre und Hofrat zurück. Goethe, den Jung-Stilling während seines Medizinstudiums in Straßburg kennenlernte, regte ihn zur Abfassung seiner Autobiographie an, überarbeitete den ersten Teil und beförderte ihn zum Druck. Dies war der Anfang einer Schriftstellerlaufbahn. Neben Lehrbüchern verfasste Jung-Stilling in großem Umfang Literatur für das Volk – Romane, Erzählungen und vor allem religiöse Schriften. In einer zunehmend religionskritischen Umwelt wollte er eine Frömmigkeit verteidigen, wie er sie aus pietistischen Traditionen kannte. Dieser Band bietet in fünf thematischen Rubriken Texte von Jung-Stilling, die eine Annäherung an sein Wirken und sein Selbstverständnis als religiöser Volksschriftsteller ermöglichen.“

2017 herausgegeben von Veronika Albrecht-Birkner
304 Seiten, 12 x 19 cm, ISBN 978-3-374-04807-6

Quelle: Verlagsinfo

Miszelle zu Hilchenbacher Vermesser Johann Jacob Vorlaender (1799-1886) online

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster hat unlängst in ihren digitalen Sammlungen die folgende Miszelle online verfügbar gemacht: „Johann Jacob Vorländer, kgl. Steuerrat in Minden : Ein Beitrag zum Vermessungswesen im Regierungsbezirk Minden“, in: Mindener Heimatblätter für die Kreise Minden und Lübbecke, das alte Fürstentum Minden, 18. Jg. (1941) H 1/2, S. 3.

Wohl grundlegend zu Vorlaender ist: Pfitzer, A. (1913): Zur Geschichte des Rheinisch-Westfälischen Katasters – Johann Jakob Vorlaender, ein Vorkämpfer des preußischen Vermessungswesens. in: Zeitschrift für Vermessungswesen 42, S. 1-7, 40-49, 57-70, 81-94, 113-128. In der regionalen Literatur findet sich nur der Beitrag Wilhelm Güthlings „Steuerrat Johann Jakob Vorlaender, Ein Siegerländer Vermessungsfahmann“, in: Unser Heimatland (1951), S. 158