Richard Steuber (1887 – 1964) – und wer ist noch zu erkennen?

Kreisarchiv bittet um Mithilfe

Die Person rechts sitzend auf dem Foto ist Richard Steuber (1887-1964), langjähriger Bürodirektor der Verwaltung des Altkreises Siegen

Vor wenigen Tagen erhielt das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein eine genealogische Anfrage und die Bitte die Personen, die auf der Fotografie abgebildet sind, zu identifieren. Vermutlich in der Mitte des Bildes sitzte der damalige Landrat des Kreises Siegen (Bourwieg oder Goedecke) – Aber wer sind ie übrigen Personen?

Zu Richard Steuber ließ sich Folgendes ermitteln: Weiterlesen

Vor 150 Jahren: Wahl zum Reichstag des Norddeutschen Bundes

Am 12. Februar 1867 fand die Wahl zum konstituierenden Reichstag des Norddeutschen Bundes statt. Für den Wahlkreis Siegen-Wittgenstein-Biedenkopf zog Landrat Dörnberg in das Parlament ein:

“ ….. Nachdem sich am 18. August 1866 der Norddeutsche Bund konstituiert hatte, wurde am 12. Februar 1867 die erste allgemeine Reichstagswahl ausgeschrieben, für die allerdings das Dreiklassenwahlrecht maßgebend war. Ihr Ergebnis konnte damit damit nur ein die politische Meinung stark verzerrender Spiegel sein. Bei den auch im Wahlkreis Siegen-Wittgenstein-Biedenkopf durchgeführten Wahlen war hier zum Abgeordneten für den Reichstag des Norddeutschen Bundes der Landrat Freiherrn von Dörnberg aus Siegen gewählt worden. Auf ihn wurden 11547 Stimmen abgegeben; sein Mitbewerber, der Kreisgerichtsdirektor v. Beughem aus Neuwied, erhielt 5182 Stimmen. Dies geht aus einer am 19.Februar 1867 im Siegener Kreisblatt (früher Intelligenz-Blatt) erschienenen amtlichen Bekanntmachung hervor.
Dieser Wahl war ein wochenlanger Wahlkampf voraufgegangen, der in zahlreichen Veröffentlichungen des Intelligenz-Blattes seinen Niederschlag fand. Jetzt, wo die Wahl vorbei war, hielt es der Königl. Landrat v. Dörnberg für an der Zeit, in bezug auf einige ihm gemachte Vorwürfe eine Art von Rechenschaftsbericht abzulegen …..”
Quelle: Unser Heimtland, Veröffentlichungen aus der Siegener Zeitung, 1967, S. 10:

Literatur zur Rolle der Bezirksregierung Arnsberg in der NS-Diktatur

Arne Hennemann, stellvertretender Schulleiter am Fichte-Gymnasium in Hagen, hat berufsbegleitend im Zuge eines Dissertationsvorhabens eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „Dimensionen der Verstrickung – Behördenhandeln der Bezirksregierung als Partizipation am NS-Unrechtsstaat“ angefertigt. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Thamer von der Universität Münster betreut. Die Publikation liegt nun im Druck vor.

Die Arbeit konzentriert sich auf die beiden größten Aufgabenbereiche des Regierungspräsidiums: die Gesundheits- und die Schulverwaltung. Für die Region Siegen-Wittgenstein ist der Abschnitt „Verfolgung bis in den Tod – die Regierung Arnsberg gegen die Familie Janson“ (S. 67 – 78), der die Verfolgung der Wittgensteiner Sinti- bzw. Roma-Familie behandelt, von besonderem Interesse.
Quelle: Bezirksregierung Arnsberg

Johann Christian Stahlschmidt (1740-1826) und seine „Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ (1799)

Vortrag von Thomas Ijewski (Freudenberg) am 16. Februar 2017

09 Pressebild Ijewski

Titelseite der Originalausgabe von Stahlschmidts Reisebericht von 1799 (Vorlage: Thomas Ijewski)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich der Freudenberger Pastor Thomas Ijewski mit der Pilgerreise eines Siegerländer Pietisten nach Asien beschäftigen. Vor rund 275 Jahren, am 3. März 1740, wurde der Freudenberger Johann Christian Stahlschmidt geboren. Er hatte Kontakt zu frommen Kreisen, die sich von der Kirche entfernt hatten. Darüber kam es zum Streit mit seinem Vater, und der 19jährige floh aus seinem Elternhaus. In Amsterdam heuerte er auf einem Segelschiff an und reiste nach Südostasien, Indien und China. Dort ritt er auf Elefanten, beobachtete Hindu-Prozessionen und überlebte Stürme und sogar eine Meuterei. Später lebte er als Prediger in Nordamerika. Zwischenzeitlich knüpfte er enge Kontakte zu dem Mystiker und Kirchenlieddichter Gerhard Tersteegen (1697-1769), baute Webstühle und Globen und gründete mit anderen die Elberfelder Missionsgesellschaft. Sein 1799 erschienenes Buch „Die Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ wurde zu einem europäischen Bestseller der Erweckungsbewegung, mit Ausgaben auf Niederländisch und Englisch. Weiterlesen

Karl Schmeißer (1855 – 1924) – Siegerland, Südafrika, Australien, Oberschlesien

Skizze einer Bergbaukarriere (zusammengestellt von Victoria Wolf)

• geboren am 16. Oktober 1855 in Siegen, gestorben am 02.April 1924 in Berlin-Dahlem
• Eltern: Dr. med. Christian Schmeißer und Marianne Schmeißer (geb. Dresler)
• Elternhaus: Löhrstaße 11, Siegen

Ausbildung, Schule, Studium:

• Zunächst besuchte er das Siegener Realgymnasium (heute: Gymnasium am Löhrtor), welches er mit der Reife/Abitur abschloss
• Studiert hat Schmeißer Geologie (bzw. Bergbau- und Hüttenkunde) an den Universitäten bzw. Bergakademien in Berlin, Bonn und Clausthal
• Praktische Kenntnisse erwarb er in seiner Heimat – zum einen auf der „Eisenzeche“ in Siegen-Eiserfeld und im Müsener „Stahlberg“ in Hilchenbach Weiterlesen

Hörtipp: Gebrüder-Busch-Gedenkstätte

SWR 2, 9.05-10.00, Musikstunde mit Antonie von Schönfeld, 7. 2. 2017

Die Musikstunde begibt sich in der Reihe „Spazierstock, Hut und Notenpapier“ –
Musiker Museen im Lande (1-5) – auf Reisen zu verschiedenen Musiker-Museen im Land. Was häufig als Sammlung von einzelnen Erinnerungsstücken begonnen hat – Hut und Rock, vielleicht eine Schreibfeder, ein Porträt, Briefe und Noten – hat sich nicht selten gemausert zu wissenschaftlich aufbereiteten Ausstellungen. Im Umfeld solcher Musiker-Gedenkstätten werden gerne Freundeskreise gegründet und Konzerte organisiert, Vorträge gehalten oder Symposien veranstaltet. Jeder kennt das Schumann-Haus in Bonn, das Beethovenhaus nah bei.
Die Gedenkstätte der Brüder Busch in Siegen hingegen scheint nicht nur geographisch ab vom Schuss zu liegen, ähnlich wie die Joseph Martin Kraus-Gedenkstätte in Buchen oder das Silcher-Museum in Weinstadt. Und gar nicht weit jenseits der Grenze im Westen im Elsass zeigen einige Kirchen mit Silbermann-Orgeln Kleinst-Ausstellungen, berichten, wer die Orgel gespielt habe, wie beispielsweise Albert Schweitzer, von dem sich seinerseits mehrere Gedenkstätten in Elsass und Schwarzwald befinden…

Listen der Stolpersteine im Kreisgebiet in der Wikipedia:

Die Listen der Stolpersteine enthalten Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in den aufgeführten Orten verlegt wurden. Mit ihnen sollen den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in diesen Orten des Kreisgebietes Siegen-Wittgenstein lebten und wirkten:

Liste der Stolpersteine in Bad Berleburg
Liste der Stolpersteine in Bad Laasphe
Liste der Stolpersteine in Erndtebrück
Liste der Stolpersteine in Hilchenbach
Liste der Stolpersteine in Kreuztal
Liste der Stolpersteine in Neunkirchen
Liste der Stolpersteine in Siegen

Rudolf Biermann – Landesverdienstorden NRW für „historische Verantwortung“

Foto: Land NRW / R. Sondermann

Neben seinem umfangreichen ehrenamtlichen Engagement würdigte gestern Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auch den Politiker Rudolf Biermann: „Wir sind wieder im Kreis Siegen-Wittgenstein, sogar wieder in Kreuztal. Rudolf Biermann ist ein außerordentlich engagierter Kreuztaler, der seit Jahrzehnten in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv ist. 10 Jahre, von 1999 bis 2009, war Rudolf Biermann gewählter hauptamtlicher Bürgermeister seiner Stadt. Und er hat dieses Amt auch in schwierigen Zeiten stets mit Sorgfalt und Mut ausgefüllt. Und das gilt besonders in der Debatte um die kontroverse Umbenennung des „Städtischen Gymnasiums Kreuztal“. In diesem Konflikt sind Sie, lieber Herr Biermann, auch einer historischen Verantwortung Ihrer Kommune gerecht geworden. …..“ Weiterlesen

Vortrag zu Hedwig Jung-Danielewicz – Für Kurzentschlossene.

Irene Dänzer-Vanotti: Deportiert nach Minsk. Das Leben der jüdischen Ärztin Hedwig Jung-Danielewicz
19.1.2017, 18.30 Uhr, Hochschule Düsseldorf, Münsterstraße 156, Gebäude 3, Raum 1.001, Eintritt: frei

Vor 75 Jahren, am 10.11.1941, wurden fast 1.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder über den Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Minsk deportiert – unter ihnen die Ärztin Hedwig Jung-Danielewicz (1880-1942). Sie gehörte zu wenigen Frauen der Kaiserzeit, die ein Medizinstudium absolvierten – in Düsseldorf eröffnete sie 1911 als erste Frau überhaupt eine Privatpraxis. Im Ghetto von Minsk arbeitete Hedwig Jung-Danielewicz als Krankenbetreuerin und versuchte mutig zu helfen, wo es ging. Mit Hilfe eines Wehrmachtsangehörigen gelang es ihr, Lebensmittel und Medikamente ins Ghetto zu schmuggeln. Die Journalistin Irene Dänzer-Vanotti zeichnet die einzelnen Stationen des Lebens der Ärztin Hedwig Jung-Danielewicz nach und gibt einen Einblick in ihr Wirken. Weiterlesen

Sicherung der Bibliothek Adolf Wurmbachs

Antrag (Nr. 180/2016) der FDP-Fraktion zum Nachlass Adolf Wurmbach für den Ausschuss für Kultur und Tourismus am 17.1.17:

„Sachdarstellung:
Um die Frage nach der Möglichkeit einer würdigen Unterbringung der „Wurmbach-Bücherei“ in Kreuztal beantworten zu können, hat sich die Kreuztaler Stadtarchivarin Ria Siewert im Oktober mit Dr. Ursula Blanchebarbe (Siegerlandmuseum), Astrid Schneider (KulturSiegenLeiterin), Ludwig Burwitz (Stadtarchiv Siegen), Traute Fries (Vors. Kulturausschuss Stadt Siegen) und Jochen Schreiber (Vors. Ausschuss für Kultur und Tourismus Kreuztal) getroffen.
Im Rahmen dieser Zusammenkunft konnte anhand eines Aktenvermerkes des Stadtarchivs Siegen die Geschichte des Büchernachlasses von Adolf Wurmbach, über die Pädagogischen Hochschule, Abteilung Siegerland / Gesamthochschule Siegen, das Siegerlandmuseum und das Stadtarchiv
Siegen, bis zur Einlagerung im Bunker Wellersberg nachvollzogen werden: Der Büchernachlass, ursprünglich zwischen 1000 und 3000 Büchern, ist nicht mehr vollständig erhalten. Teile wurden zwischenzeitlich anderen Sammlungen zugeführt bzw. sind nicht mehr auffindbar. 1975 erfolgte die
Übernahme in die wissenschaftliche Bibliothek des Siegerlandmuseums. Um das Jahr 2000 musste die „Wurmbach-Bibliothek“ wegen Umbauten ausgelagert werden und kam so in den Bunker Wellersberg. Vorab wurden heimatkundlich interessante Schriften in den lfd. Bestand der Museumsbibliothek integriert. Welche Bücher und wie viele das waren, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Die gesamte Museums-Bibliothek wurde außerdem mit Bezug des KrönchenCenters in die Stadtbibliothek Siegen integriert. Alle Bücher aus dem Nachlass Wurmbach waren damals auf Karteikarten erfasst worden. Diese Karten sind derzeit nicht auffindbar. Weiterlesen