Vortrag: Sven Panthöfer M.A.: Friedrich Wilhelm Bäcker (1858–1940) – Ein Fotopionier im nördlichen Siegerland

Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“ am 28. Mai 2026


Der Vortrag im Rahmen des Siegener Forums widmet sich dem Leben und fotografischen Schaffen des in Littfeld ansässig gewesenen Drechslermeisters Friedrich Wilhelm Bäcker. In den Jahren ab ca. 1905 bis 1920 hielt Bäcker Landschaften und Menschen im Littfe- und Ferndorftal fotografisch fest. Seine Aufnahmen zeigen das Bild der Dörfer, Menschen bei ihrer Arbeit und Landschaften. Seine Fotografien aus der Zeit des Ersten Weltkriegs verdeutlichen, wie der Krieg bis in die Dörfer des Siegerlandes wirkte. Bisher kaum wahrgenommen wurden seine zahlreichen Portraitaufnahmen, die im Vortrag ebenfalls in den Blick genommen werden.
Neben der Fotografie stellte Bäcker Tabakpfeifen her, reparierte Uhren und handelte mit
Bilderrahmen und anderen Dingen. Er interessierte sich für Literatur und Astronomie, war Mitglied eines dörflichen Kulturkreises und pflegte lange Jahre einen Austausch mit dem Heimatschriftsteller und Lehrer Adolf Wurmbach.
Der Vortrag findet statt am Donnerstag, 28. Mai um 18.30 Uhr im Siegerlandmuseum. Der
Eintritt ist frei.

Noch bis zum 27. September ist die Ausstellung „Friedrich Wilhelm Bäcker – Visionen einerVergangenheit“ mit ausgewählten Aufnahmen im Siegerlandmuseum zu sehen.
Quelle: Stadtarchiv Siegen, Pressemitteilung

Wikipedia-Artikel: Hans Gärtner (1891 – 1961)

Nationalzeitung (Wittgenstein), 5. August 1937

Unlängst hat Dieter Bald seinen 70. Wikipedia-Eintrag über den Maler Hans Gärtner erstellt, der zwischen 1936 und 1939 im Altkreis Wittgenstein wirkte.

Quelle: National Archives, NSADP-Mitgliederkartei, A3340-MFOK: Number F0027

Vertrieben, vergessen, wiederentdeckt

Charlotte Leubuscher war eine Pionierin der Ökonomik. Sie ist die erste habilitierte Nationalökonomin Deutschlands und doch kaum bekannt. Die Universität Siegen benannte ein Gebäude nach ihr und rückt die außergewöhnliche Wissenschaftlerin wieder ins Licht.

Viele nennen es noch immer „das alte Gesundheitsamt“. Doch wer heute am Campus Unteres Schloss der Universität Siegen unterwegs ist, kommt am Charlotte-Leubuscher-Haus vorbei. Dort ist unter anderem die Plurale Ökonomik zu Hause und der Name eine bewusste Entscheidung. Angestoßen hat die Benennung 2018 ein Arbeitskreis, zu dem auch Dr. Svenja Flechtner, Juniorprofessorin für Plurale Ökonomik, gehörte. „Wir suchten eine Persönlichkeit, mit der wir uns identifizieren können“, sagt sie. Und es sei klar gewesen: Dieses Gebäude soll nach einer Frau benannt werden. „Leider gibt es in der Geschichte der Wirtschaftswissenschaften nicht so viele Frauen“, so Svenja Flechtner. Weiterlesen

Erasmus Sarcerius (1501-1559) – Stadtarchiv Siegen erinnert an das 525. Geburtsjahr des Humanisten, Theologen und Gründungsrektors des Gymnasiums Am Löhrtor

Unterschrift Pressefoto: Erasmus Sarcerius (1501-1559). Vorlage: Stadtarchiv Siegen, Bestand Historische Bibliothek, Nr. 109.

„Das Stadtarchiv Siegen besitzt mit seinem Bestand 755 (Historische Druckgraphiken) eine im Aufbau begriffene Sammlung originaler Kupferstiche aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Neben Staatsoberhäuptern, Herrschaftsträgern und Angehörigen des Hochadels (darunter auch einige Fürsten des Hauses Nassau) gehören vor allem kirchliche Würdenträger und Theologen zu den abgebildeten Personen. Bei einem der Neuzugänge handelt es sich um eine Persönlichkeit aus der Zeit der Einführung des reformierten Glaubensbekenntnisses, die sogar konkrete Bezüge zu zur Stadt Siegen aufweist.
Erasmus Sarcerius gehört fraglos zu den bemerkenswertesten Gestalten der Reformationszeit. Über die Jugendzeit des am 1501 im sächsischen Annaberg geborenen Sarcerius ist kaum etwas zu erfahren. Immerhin wissen wir aber, dass er im Alter von vierzehn Jahren die Domschule in Freiberg bezog und seinem humanistischen Lehrer Petrus Mosellanus wenige Jahre später 1522 nach Leipzig folgte. Nach dem Tod seines Lehrers im Jahre 1524 ging er nach Wittenberg, um sich dort Martin Luther und Philipp Melanchthon anzuschließen“, weiß Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen zu berichten. Weitere Stationen des strengen Lutheraners waren Wien und Rostock, von 1531 bis 1536 wirkte er zudem als erster Konrektor am Katharineum in Lübeck. Weiterlesen

Buchvorstellung: “ Radikaler Pietismus, Alchemie und Freidenkerei 1729–1741. Berleburg zur Zeit von Dippel und Edelmann“

Am Montag, 04.05.2026, sind die Herausgeber Vera Faßhauer und Martin Mulsow zu Gast im „Dritten Ort – Bücherei der Zukunft“ in Bad Berleburg und stellen den neu erschienenen Band vor. Los geht es um 19 Uhr.
Während der ersten vier Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts war das Territorium der reformierten Grafen von Sayn-Wittgenstein-Berleburg ein Zufluchtsort für radikal gesinnte Religionsmigranten mit unterschiedlichen sozialen, beruflichen und konfessionellen Hintergründen. Der tolerante Graf Casimir gewährte ihnen nicht nur Religionsfreiheit und Steuervergünstigungen, sondern ermöglichte ihnen auch den zensurfreien Druck ihrer Schriften. Allerdings ergaben sich zwischen den religiösen Individualisten vor Ort zwangsläufig Auseinandersetzungen; auch versuchten einige von ihnen, den Landesherrn in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Der Band „Radikaler Pietismus, Alchemie und Freidenkerei 1729 bis 1741. Berleburg zur Zeit von Dippel und Edelmann“ spürt auf der Basis zahlreicher bisher unveröffentlichter Dokumente und Selbstzeugnisse den Spuren der religiösen Individualisten nach. Weiterlesen

Video (engl.): Restoring Rubens.

Louvre Paris readies to save dozens of Flemish masterpieces from ruin“

Der Louvre in Paris bereitet ein ehrgeiziges Restaurierungs- und Reparaturprojekt für jahrhundertealte Gemälde des flämischen Meisters Peter Paul Rubens vor, um sie vor dem Verfall zu retten.

Rubens-Gemälde in Paris unterm Hammer

Es ist eine echte Rarität: Ein Gemälde des flämischen Künstlers Peter Paul Rubens wird in der französischen Hauptstadt versteigert. Der Schätzpreis liegt bei mindestens zwei Millionen Euro. © REUTERS, AFP Link zum Video: https://www.faz.net/video/rubens-gema…

Zum Vergleich s.:
– Jan Brueghel (der Ältere)/Peter Paul Rubens, Amazonenschlacht (1598), Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Gemäldesammlung, Link: https://brandenburg.museum-digital.de/object/7385
– Peter Paul Rubens, Die Amazonenschlacht, um 1618, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/2mxqZgML8b (Zuletzt aktualisiert am 10.10.2025)

Vortrag: „Eine filmreife Biographie Victor Christoph Tuchtfeld –

Wanderprediger, Radikalpietist, Hofkaplan bei Graf Casimir und Bergbauunternehmer“
von Dr. Johannes Burkardt

Donnerstag, 16. April 2026, Beginn: 19:00 Uhr
Stadtbücherei Bad Berleburg, Dritter Ort – Bücherei der Zukunft, Poststraße 42, 57319 Bad Berleburg
Eintritt: 3,00 €

Victor Christoph Tuchtfeld ist eine der am wenigsten bekannten, zugleich aber originellsten und spannendesten Figuren der Wittgensteienr Geschichte. Der unstete, wegen seiner mitreißenden Bußpredigten von der Amtskirche gefürchteten Wanderprediger fand 1732 bis 1741 am Berleburger Grafenhof eine dauerhafte Bleibe als Hofkaplan. Später erhielt er einen Auftrag als Wanderkatechet in der Grafschaft Berleburg. Zwischen 1738 und 1743 betrieb er – auch außerhalb Wittgensteins – zahlreiche Bergwerke, um dann plötzlich aus dem Land zu verschwinden. Wer war diese umstrittene Gestalt und wo ist er heute noch im Ländchen präsent?“

Eine Kooperation des Dritten Ortes – Bücherei der zukunft mit dem Wittgensteiner Heimatverein und der Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein

s. a.
Burkardt, Johannes: Berleburg – Mühlhausen – Bielefeld – Hamburg. Eine Reise des Radikalpietisten Victor Christoph Tuchtfeld im Jahr 1733, in: Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte, Band 110 (2014), Seiten 73–90