Stadtarchiv Siegen erinnert an den Triumph Arthur Reichmanns (1902-1930) von den Sportfreunden Siegen bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften vor 100 Jahren

Der Deutsche Marathonmeister von 1926, Arthur Reichmann (1902-1930) von den Sportfreunden Siegen. Stadtarchiv Siegen, Bestand 620, Nr. 27.

In seinem neuen „Blick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen in einer Ausstellung einem besonderen sporthistorischen Jubiläum. Am 22. August 1926 gewann der Langstreckenläufer Arthur Reichmann (1902-1930) von den Sportfreunden Siegen in Braunschweig in neuer Rekordzeit die Deutsche Meisterschaft im Marathon.
Christian Brachthäuser, Leiter der „Wissenschaftlichen Bibliothek zur Regionalgeschichte“ im Stadtarchiv, hat die kleine Ausstellung im Lesesaal des Stadtarchivs konzipiert und sich eingehender mit der Biographie des Athleten auseinandergesetzt. „Dieses Meisterstück vor einhundert Jahren besaß eine identitätsstiftende Kraft und kam im Siegerland einer Initialzündung gleich. Über alle Altersgruppen hinweg wurde der Erfolg eines Lokalmatadors nach dem Ruhrkampf von 1923, als belgische und französische Truppen das Ruhrgebiet besetzt hatten, um nach dem Ersten Weltkrieg ein Pfand für deutsche Reparationszahlungen zu vereinnahmen, wie eine Erlösung empfunden. Darüber hinaus weckte Reichmann mit seinen furiosen Erfolgen, zuvor hatte er auch den 42 Kilometer langen Marathonlauf bei den ‚Deutschen Kampfspielen‘ in Köln gewonnen, Hoffnungen auf die Teilnahme eines heimischen Athleten an den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam“, so Brachthäuser. Weiterlesen →

VVN stellt Transkriptionen von Reden Walter Krämers online

„- Am 24. April 1932 wurde Walter Krämer als Abgeordneter der Kommunistischen Partei Deutschlands in den Preußischen Landtag gewählt.
– Am 25. Mai 1932 war Krämer maßgeblich an einer handfesten Auseinandersetzungen mit den Faschisten im Landtag beteiligt. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung. Abgeordnete der NSDAP hatten den Redner der KPD Wilhelm Pieck am Rednerpult angegriffen. Krämer schritt umgehend zu seiner Verteidigung den Faschisten entgegen.
– In der 17. Sitzung der 4. Wahlperiode am 30. August 1932 brachte Krämer einen Antrag für die KPD zur Wahrnehmung der Interesse der Arbeiter*innen des Peiner Walzwerks und der Ilseder Hütte ein, die beide von Stilllegung betroffen waren. (Zum Protokoll in der Originalfassung in Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin: https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht… )
– Am 23. September 1932, in der 20. Sitzung der 4. Wahlperiode, beschäftigte beschäftigte sich der Landtag wiederum mit den beiden Unternehmen, die inzwischen tatsächlich stillgelegt waren. Krämer hielt hierzu einen längeren, kämpferischen Redebeitrag. (Zum Protokoll in der Originalfassung in Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin: https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht… )“
Beide Redenbeiträge finden sich seit kurzem als Transkript in der Dropbox des VVN. 

Quelle: VVN/BdA Siegerland-Wittgenstein via Facebook

Online: „Hannoversche Frauen gegen den Faschismus 1933 – 1945

Lebensberichte. Ein Beitrag zur Stadtgeschichte“. Mit einem Beitrag über Margarete Elisabeth (Liesel) Krämer, geb. Lehmann 6.9.1897–1960 aus Siegen; Kartonagenarbeiterin; 1920/21 Mitglied der KPD, verheiratet seit dem 8.9.1923 mit Walter Krämer

In den Jahren 1981 bis 1983 erschien eine Reihe von fünf Broschüren mit dem Titel „Hannoversche Frauen gegen den Faschismus 1933 – 1945”, die wir hier in elektronischer Form anbieten. Zusätzlich zu den Biographien enthalten die Broschüren einige Artikel allgemeiner Art, die zusätzliche Informationen liefern.
Die einzelnen Beiträge werden über das Verzeichnis in der rechten Spalte aufgerufen.
Die Biographien aus den fünf Broschüren sind inzwischen rekonstruiert, es fehlen noch einige der Zusatzartikel, die bei Gelegenheit ergänzt werden. Weiterlesen →

Ausstellungstipp: „August Sander – Zum 150. Geburtstag“

bis zum 24. Januar 2027, Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, Im Mediapark 7, 50670 Köln

Quelle: Tobias Gerhardus, Herdorf


„Der 150. Geburtstag von August Sander (1876–1964) bietet uns den willkommenen Anlass, sein facettenreiches, über Jahrzehnte gewachsenes Œuvre ausführlich zu würdigen. Seit 1992 befindet sich das August Sander Archiv in der Photographischen Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Nahezu sämtliche Exponate der Ausstellung entstammen dem hauseigenen Bestand. Es handelt sich um den weltweit größten Fundus zum Werk des Photographen, der über berühmte Motive hinaus eine Vielzahl an bislang kaum bekannten Aufnahmen und Themenkomplexen bietet. So umfasst die Ausstellung neben Porträts aus seinem zentralen Kultur- und Gesellschaftswerk Menschen des 20. Jahrhunderts etwa Aufnahmen aus der frühen Schaffenszeit im österreichischen Linz wie auch Auftragsarbeiten aus dem Westerwald aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Weiterlesen →

Vortrag: „Jung-Stilling – Vom Bauernjungen zum Fürstenberater“

Siegerländer Heimatstammtisch: Reinhard Gämlich, Do., 24.09.2026, 18:00 – 19:30 Uhr, Café Klarfeld, Albert-Irle-Straße 1, 57250 Netphen-Deuz

Der Hilchenbacher Stadtarchivar i.R. berichtet über den sozialen Aufstieg von Johann Heinrich Jung-Stilling.

Zu Jung-Stilling sind etliche Einträge auf siwiarchiv vorhanden.

Heute vor 75 Jahren: Fritz Busch (1890-1951)

Wolff, Sophie: Porträt Fritz Busch – Stiftung Stadtmuseum Berlin

Brustbild im Profil. Der Dirigent Fritz Busch während der ersten Probe zu Hindemiths „Cardillac“ in der Dresdner Oper.

Von der Nichte der Bildhauerin, Malerin und Zeichnerin Sophie Wolff (1871-1944) erworben.

Bezeichnet li. u. eigenhändig „Sophie Wolff 25.10.26“. in der Bildmitte handschriftlich als sächsisches Bonmot „B wie Baul“, rückseitig auf dem Unterlagekarton „Sophie Wolff Berlin Halensee Joachim Friedrich Str. 53 / Generalmusikdirektor Fritz Busch, Dresden / I. Probe zu Hindemith’s Cardillac, Dresdner Oper“ mit Feder von Sophie Wolff eigenhändig, darunter später mit Bleistift „Stift. Klösterlein, Annemarie v. Geb. Wolff/ 1975“.

Material/Technik: Kreide auf Papier, auf einen Träger kaschiert.

Maße: Blattgröße: Höhe 39 cm, Breite 32,5 cm
Quelle: Stiftung Stadtmuseum Berlin

Vortrag: Oliver Teufer: »Ein Kartograph an der Zeitenwende –

Leben und Wirken Tilemann Stellas in der Nachschau seines 500. Geburtstages«
Do., 10.09.2026, um 18:30 Uhr, Eintrachtsaal, Siegerlandhalle

Die Verkaufs-Vorschau für den Globus aus dem Jahr 1592 ist der Schlüssel zur Klärung der Herkunft des St. Galler Globus. (Bild: Zentralbibliothek Zürich), Link zur Abbildung in höherer Auflösung: http://dx.doi.org/10.7891/e-manuscripta-34116

Zu den Pionieren und maßgeblichen Wegbereitern der modernen Kartographie zählt Tilemann Stella (1525-1589). Als Tilemann Stolz vor 500 Jahren als Sohn eines Schusters in Siegen geboren, besuchte er die hier von Erasmus Sacerius (1501-1559) begründete Lateinschule. Ab 1559 in den Diensten Herzog Johann Albrechts von Mecklenburg stehend, wirkte er für diesen in Rostock als Mathematiker, Wasserbaumeister und vor allem Kartograph. In letzterer Funktion schuf er eine Vielzahl von Karten und leistete u.a. die Vorarbeiten zum berühmten St. Gallener Globus.
Seiner Heimatstadt Siegen blieb Stella trotz der räumlichen Entfernung verbunden und ließ dem Stadtrat bspw. Abdrucke seiner Werke zukommen.
Im Rahmen des Vortrages sollen verschiedene Aspekte der vielseitigen Vita des Tilemann Stella beleuchtet werden.
Keine Anmeldung erforderlich. Kommen Sie einfach mal vorbei!

Quelle: vhs Siegen, Programm

Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein

Kritische Anmerkungen und drei Ergänzungen

“ …. [Das Personenlexikon] ist …. jederzeit erweiterungs- und korrekturfähig, also in der Lage zu erweitern und zu präzisieren und gegebenfalls nachzukorrigieren. Damit handelt es sich um ein Projekt zum Mitmachen, das vor allem natürlich bei den Angaben für das Personnenverzeichnis ….“
aus: Ulrich Friedrich Opfermann: Im Netz: Zwei Personenverzeichnisse zur regionalen Zeitgeschichte, in: Siegener Beiträge 20 (2015), S. S. 235 – 237, hier: S. 235

Für siwiarchiv ist das Personenlexikon eine unverzichtbare Recherchehilfe und oft genug erste Anlaufstelle für eigene Forschungen – erinnert sei bspw. an Erich Moning oder Dr. Anton Beischl.

Zunächst gilt es einige allgemeine Bemerkungen zu machen. Aus nachvollziehbaren Gründen ist ein direktes Einpflegen neuer Einträge oder Ergänzugen von Dritten nicht möglich; so entfällt eine aufwändige Redaktion. Dies nimmt allerdings dem Aufruf zur Mitarbeit, ebenso wie die fehlende Kommentarfunktion, ein wenig den Schwung. Weiterlesen →