Jagdszene von Ru­bens wie­der­ent­deckt

„Am Samstag, den 27. Januar 2018, öffnet die traditionsreiche Brüsseler Kunst-Messe BRAFA wieder ihre Pforten. Als Highlight gilt in diesem Jahr ein kürzlich wiederentdecktes Meisterwerk von Peter Paul Rubens (1577–1640).Lange galt sie als verschollen: eine Jagdszene mit Diana und Nymphen von Peter Paul Rubens (1577–1640). Jetzt wird sie auf der Brüsseler Kunst-Messe BRAFA (27. Januar bis 4. Februar 2018) präsentiert. Das großformatige Gemälde war der kunsthistorischen Forschung bislang lediglich aus der Dokumentation bekannt und tauchte 2015 bei einer Auktion in Paris auf. ….“
Quelle: Ute Strimmer: „Mei­st­erwerk von Ru­bens wie­der­ent­deckt“, Restauro, 20.1.2018

s. a. BRAFA, Aussteller-Informationen mit folgenden Literaturhinweisen zum Bild:
A. Balis, Hunting Scenes, Corpus Rubenianum, L. Burchard, Vol II, Oxford 1986, cat. n° 17;
J.A. Welu, The collector’s cabinet: Flemish paintings from New England private collections, Worcester 1983, cat. n° 38

Heute vor 196 Jahren: Adolf Kreutz geboren

Am 18. Januar 1822 wurde in Siegen Friedrich Jacob Adolf Kreutz geboren. Kreutz war Unternehmer und gehörte dem Deutschen Reichstag und dem westfälischen Provinziallandtag an. Er gründete mit seinem Bruder Carl die Charlottenhütte in Niederschelden, die nach dem Vornamen seiner Mutter benannt war: Charlotte-Christine Kreutz die Schwester von Adolf Diesterweg aus Siegen. Die Gruft der Familie Kreutz ist eine von mehreren mächtigen Grabstätten Siegener Unternehmer im Gruftenweg des Lindenberg-Friedhofes. Er starb im Juli 1895 in Königswinter.

Vortrag „Siegerländer im Umfeld des Reformators Martin Luther“.

Freitag, 12. Januar, 20 Uhr, Haus der Kirche (Siegen, Burgstr. 21)

Gerhard Moisel spricht zu diesem Thema vor der .Familienkundlichen Arbeitsgemeinschaft im Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein.

Walter-Krämer-Straße in Goslar

Auf einem ehemaligen Fliegerhorst wurde eine Straße nach dem Siegener Walter Krämer benannt. Nach kontroverser Diskussion im Bauausschuss entschied sich der Rat der Stadt Goslar in seiner letzten Sitzung im Jahr 2017 für die Benennung. Einerseits hatte der mit der Erschließung des Gelände beauftragte Projektentwickler BLB, um die Vermeidung eines langwierigen politischen Streits gebeten, andererseits stellt die Benennung eine Anerkennung der Arbeit des ehrenamtlichen Vereins Spurensuche Harzregion dar, der sich um die Erinnerung an Walter Krämer verdient gemacht hatte.

Quelle: Goslarsche Zeitung/Harzer Tageblatt, Ausgabe Goslar/Nordharz, Nr. 299/234. Jg. v. 23.12.2017, S. 18 [Anm.: Ein Blick in das Bürgerinformationssystem der Stadt Goslar erlaubt die politische Diskussion nach zu verfolgen.]

„Verzeichniß der evangelischen Gemeinden und der daran fungirenden Geistlichen in der Provinz Westfalen “ (1884)

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster hat unlängst in ihren digitalen Sammlungen dieses Verzeichnis online verfügbar gemacht. Die Angaben für die Diöcese Siegen befinden sich auf S. 8, für Wittgenstein auf S. 10 des Digitalisates.

Video: Nico Van Hout: „On Bearded Men. Rubens and Handsaws“

Rubens wird oft der Homer der Maler genannt, da er beinahe jedes nur erdenkliche Thema behandelt hat. Wie ein Regisseur oder Produzent setzt er denselben Schauspieler für verschiedene Rollen ein. Rubens bevölkert seine riesigen mythologischen, biblischen und historischen Kompositionen mit Figuren, die auf Kopfstudien, Tronies genannt, basieren. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Studienköpfe zu gesuchten Sammelobjekten, sie wurden verändert, übermalt, zu stark gereinigt oder in mehrere Teile zersägt. Der Vortrag beschäftigt sich mit einigen der Hypothesen, die es zum ursprünglichen Erscheinungsbild einiger dieser Tronies gibt. Nico van Hout ist Kurator für Malerei des 17. Jahrhunderts am Königlichen Museum der Schönen Künste (KMSKA) in Antwerpen, Belgien. Er studierte Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität von Ghent und Restaurierung und Konservierung am National Higher Institute of Fine Arts in Antwerpen. 2005 promovierte er an der Universität von Löwen. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Forschung liegt auf dem künstlerischen Schaffensprozess und material-technischen Aspekten der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts.

Video: Nils Büttner „Peter Paul Rubens. Sinnbildkunst und Voyeurismus“

Peter Paul Rubens verkehrte mit den Reichen und Mächtigen der Welt und bewegte sich auf der politischen Bühne wie auf dem diplomatischen Parkett seiner Zeit. Er brachte es zu Reichtum und Ehren, pflegte einen aristokratischen Lebensstil, sammelte Antiquitäten und Kunst. Seine Zeitgenossen priesen ihn als »Gott der Maler«. Später nannte man ihn Malerfürst und suchte in Biografien auch jenem polyglotten Rubens gerecht zu werden, der gleichsam als Musterbeispiel des pictor doctus, des gebildeten Malers, mit den Intellektuellen seiner Zeit über antiquarische und philologische Fragen korrespondierte. Das ist in der allgemeinen Wahrnehmung hinter der anhaltenden Bewunderung der sinnlichen Bilder zurückgetreten. Damit einhergehend hat sich auch der Begriff der »Rubensfigur« verselbständigt. In historischer Perspektive drängt sich die Frage auf, was man über die zeitgenössische Wahrnehmung der Bilder weiß. Vor diesem Hintergrund ist der Vortrag der Rubensdeutung zwischen Sinnbildkunst und Voyeurismus gewidmet. Nils Büttner lehrt seit 2008 als Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte in der Fachgruppe Kunstwissenschaften-Restaurierung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind die deutsche und niederländische Kunst- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit sowie die Geschichte von Grafik und Buchillustration.

Neuerscheinungen zur Siegerländer Familienkunde:

Siegfried W. Neh: Johann Daniel Nöhe aus Weidenau (Siegerland)als Stammvater der ostpreußischen Familie Neh, Beiträge zur Siegerländer Familienkunde, Heft 13, Siegen 2017 (Selbstverlag des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins, Schriftleitung: Gerhard Moisel, Andreas Bingener

Ausgehend von wenigen Familienpapieren der bis 1945 in Insterburg (Ostpreußen) und Umgebung ansässigen Familie konnte der Verfasser trotz eingeschränkter Forschungsmöglichkeiten seine Stammreihe zurückführen auf Johannes Neh/Nöh/Nöhe und seinen Sohn Johann Daniel, die seit spätestens März 1715 in Brakupönen (Kirchspiel Gumbinnen) nachweisbar sind. Brakupönen, ursprünglich ein von Schweizern besiedeltes Kolonistendorf, erhielt Zuwachs durch eine große Gruppe von Siegerländer Auswanderern, deren Geschichte von Dr. Walter Kolb bereits im Jahr 2000 in dieser Schriftenreihe (Heft 8) veröffentlicht wurde. Neh greift Kolbs Ergebnisse auf und ergänzt sie durch umfangreiche Schilderungen der Lebensverhältnisse seiner Vorfahren Nöh, die als Hammerschmiede und Reidemeister eine herausragende Rolle vor der Hardt und in den benachbarten Hüttenorten spielten. Das Heft kann zum Preis von 8,50 Euro bei der Geschäftsstelle bezogen werden.
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Heute vor 70 Jahren: Die Verurteilung von Friedrich Flick vor den Nürnberger Prozessen am 22.12.1947

Von Dr. Oliver Hirsch

Friedrich Flick wurde am 13.Juni 1945 verhaftet. Flick unterhielt beste Kontakte zu den Oberen der Nazihierarchie, zu den Ministerien, Militärs und Sonderbeauftragten. Dies brachte ihn auf die Fahndungsliste, die von der Geheimdienstdirektion des US-Hauptquartiers herausgegeben wurde. Im Vorwort dieser Fahndungsliste ist zu lesen, dass die Industriellen „nichtsdestoweniger genau so gefährlich wie der deutsche Militarist, der SS-Mann und der Parteiführer der NSDAP“ waren (Jung, 1992, S.9).

Am 26.10.1946 wurde Telford Taylor zum Hauptankläger der Nachfolgeprozesse bestimmt. Im November 1946 konnte die Anklagebehörde mit der Vorbereitung des Falles Nr. 5 (Flick- Prozess) beginnen. Die Ermittlungen wurden jedoch immer häufiger von den Offizieren der eigenen Armee mit der Bemerkung behindert, es handele sich um radikale Aktionen gegen gute Industrielle und Bankiers, die dringend gebraucht würden, nämlich für den neuen antikommunistischen Kurs der USA.

Die Mitglieder des Gerichts im Fall 5 wurden vom Militärgouverneur bestimmt. Es waren der vorsitzende Richter Charles B. Sears, die beisitzenden Richter Frank N. Richmond und William C. Christianson, sowie das stellvertretende Mitglied Richard D. Dickson, die sämtlich Berufsrichter waren. Ihnen fehlten jedoch europa- und speziell deutschlandspezifische Kenntnisse, welches sich im weiteren Verlauf des Prozesses zum Teil in grotesk anmutenden Informationslücken offenbarte. Dr. Rudolf Dix fungierte als Verteidiger von Friedrich Flick, später trat Otto Kranzbühler für ihn in Erscheinung, der eigentlich den Mitangeklagten Odilo Burkhart vertrat. Flick war im weiteren Verlauf mit Dix zunehmend unzufrieden. Weitere Angeklagte waren Otto Steinbrinck, Konrad Kaletsch, Bernhard Weiß und Hermann Terberger.

Am 15.03. 1947 begann der Prozess mit der Verlesung der Anklageschrift. Er dauerte bis zum 22.12. 1947. Weiterlesen