Stellungnahme zur dauerhafte Archivierung von schriftlichem Kulturgut

Hervorgehoben

Fazit: “…. So bleibt es unverändert dabei: Nur Papiere, welche die DIN EN ISO 9706 erfüllen, sind alterungsbeständig und in allen Bereichen einzusetzen, in denen potentiell dauerhaft aufzubewahrendes Schriftgut entsteht.”

Gemeinsame Stellungnahme des Bestandserhaltungsausschusses der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder, der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag und der Kommission Bestandserhaltung des Deutschen Bibliotheksverbandes.

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“Zeitzeugen auf Zelluloid”: Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft (1971)

Vortrag zur Entstehung des Films mit Ausschnitten
30.10.2019, 19:00, Siegen LYZ

Der seinerzeit von Friedrich Flick zur Imageaufbesserung in Auftrag gegebene Film entwirft ein breit angelegtes Panorama Siegerländer Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Bei dieser Produktion des NDR-Redakteurs Peter Schier-Gribowsky handelt es sich um ein ausgesprochen modernes filmisches Porträt des Kreises Siegen. Der Historiker Dieter Pfau erläutert den Entstehungszusammenhang des Films und lässt anhand ausgewählter Filmsequenzen die Zeit um 1970 wieder lebendig werden.

Veranstalter: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein
Keine nummerierten Plätze! Einlass ab 18:30 Uhr.
Eintritt frei! Um eine Spende für die Erhaltung des regionalen audiovisuellen Archivguts wird gebeten.

Quelle: LYZ, Programm

4Fachwerk-Bildkalender 2020 erhältlich

Historische und neue Ansichten von Straßen, Plätzen und Begebenheiten begleiten durch das kommende Jahr

Orte verändern im Laufe der Zeit ihr Gesicht. Dies dokumentiert erneut ein hochwertiger 4Fachwerk-Bildkalender, der jetzt für das Jahr 2020 zur Verfügung steht. Großformatigen historischen Aufnahmen aus dem alten Freudenberg werden zeitgenössische Fotos gegenübergestellt. Gezeigt werden Straßen, Ansichten und Begebenheiten, die sich im „Zug der Zeit“ verwandelt haben. Das weckt Erinnerungen und ermöglicht den Vergleich zum Aussehen in unseren Tagen.
„Mit dem Kauf eines Kalenders kommt ein Stück Geschichte ins Haus oder bereitet als Geschenk viel Freude. Zugleich wird etwas Gutes getan, denn er fördert ein Stück weit das ehrenamtlich geführte 4Fachwerk-Mittendrin-Museum,“ erklärt Vorsitzender Dieter Siebel.

Der Bildkalender ist ab sofort für 15 Euro im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum selbst (Mittelstraße 4-6), bei der Buchhandlung Flender (Färberstraße 16), Geschenkartikel „Filousophie“ (Bahnhofstraße 20), in der Holzwirtschaft (Marktstraße 15) und bei der Tourist-Information (KulTourBackes, Kölner Str. 1 am Marktplatz) erhältlich.

“Lebensgeschichte aus dem Koffer”

Frauen in Kreuztals Stadtgeschichte – Geschichtswerkstatt rund um die Geschichte der Frauen in Kreuztal


Die Stadt Kreuztal hat vor einiger Zeit Hinweise zu Frauen gesucht, die in früherer Zeit in den Berufsfeldern „Tabakwarengroßhandlung oder Tabakarbeiterin“ tätig gewesen waren.

So ist Erna Steffen im Einwohnerbuch von 1937 in Langenau mit dem Eintrag „Tabakwarengroßhandlung“ genannt. Zudem wurde gefragt, was die Tabakarbeiterinnen in Kreuztal gemacht haben? Eine davon hat in Burgholdinghausen, eine in Littfeld und eine in Eichen gelebt. Gibt es darüber noch Erinnerungen, Dokumente, Bilder?

Ja, und tatsächlich meldete sich vor einigen Wochen Ingrid Stähler, die Enkeltochter von Erna Steffen, um dem Stadtarchiv in Kreuztal einen Koffer voller Erinnerungen zu übergeben. Im Beisein der Archivmitarbeiterinnen Christa Vogel und Ria Siewert konnten Rosemarie Weickenmeier und Monika Molkentin-Syring den inhaltsreichen Koffer öffnen und einen ersten Eindruck gewinnen: Weiterlesen

Musikhinweis: Fritz Busch conducts Brahms Symphonies Nos. 1, 2, 4, Tragic Overture, Nänie, 1942-50

Zum Beginn einer Zusammenarbeit des Max-Reger-Instituts mit dem Label Pristine Audio erschien eine Sammlung mit fast sämtlichen Aufnahmen von Werken Johannes Brahms’ unter dem Dirigenten Fritz Busch. Busch dirigiert die New Yorker Philharmoniker, das Dänisches Rundfunksinfonieorchester & Chor und die Wiener Symphoniker.
Fritz Busch war ein Schüler des als Brahms- wie als Reger-Dirigent profilierten Fritz Steinbach und selber auch ein bedeutender Exponent der Musik Regers (zusammen mit dem Komponisten spielte er bei dessen letzten Konzert am 4. April 1916 in Aachen u.a. dessen Mozart- und Beethoven-Variationen auf zwei Klavieren).
Quellen:
1) Max-Reger Institut, Aktuelles
2) Pristine Audio

Bilder des LYZ 15 – Aus den Beständen des Aktiven Museums Südwestfalen

Inge Frank (vordere Reihe 3. v.l. [mit Handtasche]) im Winter 1937/Frühjahr 1938 (?) mit ihren Klassenkameradinnen am Staatlichen Mädchengymnasium, Quelle: Archiv Aktives Museum Südwestfalen


” … Die Lage der jüdischinnen Schülerinnen am Lyzeum verschlechterte sich im Laufe der Jahre zusehends. In einem Artikel in der Siegerländer National-Zeitung wurde über eine eigene jüdische Schule spekuliert. Hintergrund dafür war eine Schulreform auf rassischer Grundlage. Die Ausführungen des nationalsozialistischen Erzeihungsministers waren eindeutig:
“Der rassefremde Schüler bildet daher in der Klassengemeinschaft der arischen Schüler und Lehrer einen Fremdkörper, der sich als außerordentliches Hindernis im deutschbewußten nationalsozialistischen Unterricht bemerkbar macht. Derartige Zustände sind für die Durchführung eines ordnungsgemäßen Unterrichts unhaltbar.”
Der Erlass sah vor, dass für Juden eine eigene Schule einzurichten sei, wenn die Mindestzahl von 20 Schülern erreicht werde. Da dies in Siegen und Umgebung nicht der Fall war, durften jüdische Kinder weiter am Unterricht teilnehmen. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde der Schulbesuch verboten. ….” (Quelle: Gerhardus, Tobias: “Die zeitgemäße Ausbildung des weiblichen Geschlechts” Zur Geschichte des Siegener Mädchengymnasiums, Siegen 2015, S. 103 – 104)

Biographische Informationen zu Inge Frank finden sich im Aktiven Gedenkbuch.
Weitere LYZ-Bilder

“Siegens wilde Mädchen – Eine Revue”. 50 Jahre Schülerinnenstreik im Lÿz(eum)

Freitag | 25.10.19 | 20 Uhr, Siegen, Lÿz

“1969 tat sich in Siegen Unglaubliches: Es begann am 21. Oktober und wurde eine Woche, die Geschichte schrieb, es in die großen Medien schaffte und die Meinungen spaltete. Im Lÿz(eum) startete der erste deutsche Schülerinnenstreik: Die Oberprimanerinnen und ihre Unterstützer lehnten sich gegen ein reaktionäres Gymnasium und die Direktorin Erfurt auf. Unterrichtsinhalte und Methoden wurden infrage gestellt. Das Herumforschen im Privatleben von Schülerinnen und der Schulverweis einer schwangeren Schülerin heizten den Unmut an: Streik, Randale, Protestzüge, Polizeieinsatz und eine Woche kein Unterricht. Der Geist der 68er Proteste schwappte mitten ins Mädchengymnasium!

Eine unterhaltsame Show mit Spielszenen, Musik der 60er und 70er, mit Bildern und Zeitzeugen lässt die Ereignisse rund um den 25. Oktober wiederaufleben. Es treten auf: Der ‘schöne‘ Studienrat, die Schülersprecherin, die Verwiesene, die Direktorin und natürlich die Schülerinnen. Konzept und Moderation: Cornelia Sauer und Wolfgang Suttner”

VVK: 12,- € / AK: 14,- € / erm.: 10,- € /
Quelle: Lÿz, Programm

Wo im oberen Siegtal ist das? Wer ist zu erkennen?

Für die am vergangenen Sonntag im Heimatmuseum Netpherland eröffnete Ausstellung “Das Postwesen im Netpherland” wurde auch das beigefügte Foto vom April 1961 ausgesucht. Es stammt von der Familie des verstorbenen Postzustellers Werner Kleikamp. Dieser war vom Postamt Deuz aus für die Landzustellung in Nenkersdorf und Walpersdorf zuständig. Auch der Lahnhof gehörte zu seinem Zustellbezirk, in dem er mit dem Postfahrrad unterwegs war. Jetzt ist die Frage aufgetaucht, wo im oberen Siegtal das Foto entstanden ist und ob außer dem Postboten noch jemand auf dem Foto identifiziert werden kann.

Text: Wilfried Lerchstein

7. „Lechtstonn“ im 4Fachwerk-Museum

Am 24. Oktober 2019 geht es um Flecker Spitznamen

Spitznamen beschreiben oft in lustiger Weise die Charaktereigenschaft eines Mitmenschen. Da Spitznamen ganz bewusst vergeben werden, sind Wesenszüge, typische Verhaltensweisen oder Äußerlichkeiten zumeist kurz und prägnant auf den Punkt gebracht. Oft sorgen die zugegebenen Namen, die bestimmte Eigenschaften beschreiben, für Erheiterung, gelten also als harmlos.
Daneben können Spitznamen ebenso auf wenig schmeichelhafte Charaktere hinweisen, Vorurteile befördern oder auch ausgrenzen.

Eine weitere Form von Spitznamen stellen Hausnamen dar, die Bezug auf eine spezifische Wohnstätte nehmen und so eine Unterscheidung für Mitbewohner mit gleichem Nachnamen sorgen. In Freudenberg dürften die vielen „Siebels“ oder „Schneiders“ dafür Paradebeispiele sein: Die Familien konnten nur mit Namensergänzungen auseinandergehalten werden.
Bei der „7. Lechtstonn“ geht es insbesondere um die Spitznamen, die gerade jene „Flecker“ beschreiben, mit denen heitere Begebenheiten verbunden sind. Dieter Siebel, unterstützt von „Sachkundigen“, hat die Namen und Geschichten gesammelt, um sie als „Verzährlcher vom Rollsack on vom Botzenfrerrer“ zum Besten zu geben.

Der 4Fachwerk-Verein lädt also zur nächsten „Lechtstonn“ ein für
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 17:30 Uhr, Mittelstraße 4-6.
Eintritt 3 Euro.

Die „Lechtstonn“, die Zeit nach der getanen Arbeit, wurde im Flecken gerne genutzt, um sich zu treffen, über Neuigkeiten auszutauschen und Geschichten zu erzählen. Diese Tradition greift das Freudenberger 4Fachwerk-Mittendrin-Museum mit seiner Veranstaltungsreihe auf.

Literaturhinweis: Chr. Hausknecht / M. Heinz (Hrsg.): 675 Jahre Frohnhausen. Ein Lesebuch zum Jubiläum [2019]


Frohnhausen feiert im Jahr 2019 das 675-jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung. Im Bickener Mannbuch von 1344 wird es zusammen mit zahlreichen weiteren Dörfern erstmals urkundlich genannt, doch bereits lange zuvor haben Menschen hier gesiedelt.

Die erste Hofstätte wird bereits um ca. 900 n. Chr. gegründet worden sein. Die alten Höfe waren bis ins frühe 19. Jahrhundert teils zu den Grafen von Nassau, teils zum Kloster Stift Keppel abgabenpflichtig. Das kleine Dorf hatte noch 1940 nur 27 Häuser. Lange Zeit haben die Menschen in Frohnhausen von der Landwirtschaft und vor allem vom Wald gelebt. Köhlerei und Lohe haben das notwendige Geld ins Dorf gebracht. Bergbau ist ebenfalls versucht worden. Das soziale Leben ist lange durch die Trennung der Konfessionen beeinflusst worden. Zu ersten Vereinsgründungen kam es ab 1969. Seit dieser Zeit wächst auch die Zahl der Häuser und der Bewohner, sowohl von innen wie auch von außen. Die nahe Hochschule, die mobile Gesellschaft und die Bevölkerungswanderungen haben Frohnhausen zu einem beliebten Pendlerwohnort in reizvoller Landschaft werden lassen.
In vielen, reich bebilderten Beiträgen wird die Geschichte und Gegenwart von Frohnhausen erfahrbar. Bekanntes, Vergessenes, Unterhaltsames und Nachdenkliches lassen den Charakter des Dorfes und seiner Menschen lebendig werden.”

Christian Hausknecht, Manfred Heinz (Hrsg.)
675 Jahre Frohnhausen. Ein Lesebuch zum Jubiläum
Siegen: universi 2019, 193 S., Din A4, farbig
ISBN 978-3-96182-048-1
Preis: 19,50 Euro

Quelle: Universitätsverlag Siegen, Publikationen