Gemeinsam Haltung zeigen

Zum 77. Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz gedenkt die Sekundarschule Netphen der Opfer, die während der nationalsozialistischen Herrschaft bestialisch umgebracht wurden.


Im Rahmen des Religionsunterrichts beschäftigt sich die Schule zur Zeit mit dem „Jüdischen Leben – Gestern, Heute, Morgen“. In Kooperation mit dem Heimatverein Netpherland und dem VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) entstehen im Unterricht sogenannte Lapbooks, die die bestehende Ausstellung „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ergänzen sollen. Die Ausstellung samt den entstehenden Schülerbeiträgen ist noch bis zum 6. März nach Anmeldung im Heimatmuseum Netphen zu besichtigen. Weiterlesen

Aktive Museum Südwestfalen in Siegen öffnet wieder seine Türen

Nach mehr als zwei Jahren des Umbaus sind ein Wechselausstellungsraum und ein Seminarraum in der ersten Etage des Museums fertiggestellt. Mit einem umfangreichen Programm, zu finden auf der Homepage des Aktiven Museums, sollen die neuen Räume nun wieder Besucher:innen willkommen heißen.

Vom 30. Januar bis zum 27. März 2022 wird die erste Sonderausstellung zu sehen sein. Die Wanderausstellung „Un-er-setz-bar. Begegnung mit Überlebenden“, gestaltet vom Erinnerungsort Topf & Söhne in Erfurt, erzählt die Geschichten von sieben Überlebenden des Holocaust. In Filminterviews berichten diese persönlich von ihrer Kindheit, von Lagererfahrungen und den Schicksalen ihrer Familien. Durch ihr Zeugnis ermöglichen sie nachfolgenden Generationen, einen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus zu finden. Zugleich formulieren sie eine Botschaft: Sie betonen die Wichtigkeit der Solidarität der Menschen untereinander für eine weltoffene Gesellschaft. Die Eröffnung findet am 30. Januar 2022 anlässlich des Tages zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Weiterlesen

„Stolpersteine NRW“: Neues digitales WDR-Angebot gegen das Vergessen

Die rund 15 000 Stolpersteine in Nordrhein-Westfalen stehen im Mittelpunkt des innovativen digitalen WDR-Angebots „Stolpersteine NRW – Gegen das Vergessen“. Der WDR macht die Geschichte der Menschen hinter den Steinen des Künstlers Gunter Demnig jetzt auch digital zugänglich: mit Texten, Fotos, Audios, Illustrationen und Augmented-Reality-Elementen. „Stolpersteine NRW” ist ab sofort als App auf dem Smartphone und am PC/Laptop im Desktop-Browser (stolpersteine.wdr.de) nutzbar.

Stolpersteine im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein, Quelle: WDR, Stolperstein-App

WDR-Intendant Tom Buhrow: „Wir dürfen die Menschen, an deren furchtbares Leid mit den Stolpersteinen erinnert wird, niemals vergessen. ,Stolpersteine NRW‘ regt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Opfern des Nationalsozialismus vor der eigenen Haustür und im ganzen Land an. Mit unserem einzigartigen Angebot ist es erstmals digital möglich, jeden einzelnen Stein in Nordrhein-Westfalen anzusteuern und mehr über die Menschen dahinter zu erfahren. Damit wollen wir vor allem Jüngeren auf ganz neue Art ermöglichen, sich mit dem Lebens- und Leidensweg dieser Menschen auseinanderzusetzen.“

Mit der App erfahren Smartphone-Nutzer:innen zu jedem Stein, vor dem sie stehen, welcher Mensch sich dahinter verbirgt. Auf Basis von Namen oder Adressen lassen sich die Stolpersteine gezielt finden. Auf der Internetseite kann man auch zuhause am PC auf einem größeren Bildschirm ortsunabhängig in der Datenbank recherchieren. Interaktiv nutzbare Filter machen es möglich, die mehr als 15.000 Biografien komfortabel zu durchsuchen.

Umfangreiches Unterrichtsmaterial für Lehrer:innen
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Online: Fachmagazin „Forum“ (2021) des Bundesarchivs

Das aktuelle Heft widmet sich dem Thema „Archive und Erinnerungskulturen – Zwischen Bereitstellung und Geschichtspolitik“. Link zur PDF-Datei

„Wie gestalten wir als Bundesarchiv Erinnerungskultur? Wo und wie wollen wir mehr leisten als Unterlagen bereitzustellen, was betrachten wir als unseren gesellschaftlichen Auftrag? Im aktuellen Heft bieten eine Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen Einblicke in ihre Tätigkeiten, die der Vermittlung und Vertiefung von Archivgut gewidmet sind – darunter Editionen, Ausstellungen, die Arbeit am Gedenkbuch, die Quellenarbeit mit Schülerinnen und Schülern u.a. Weiterlesen

Online-Vortrag: „75 Jahre Justiz NRW – Erinnerungen an den Auschwitz-Prozess am Landgericht Siegen 1986 bis 1991“

Wann: 10. November 2021,17:00 Uhr
Wo: Online übertragen aus dem Schwurgerichtssaal des Landgerichts Siegen

Modell des Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau im Aktiven Museum Südwestfalen e.V. Bildvorlage: Klemens Mehrer.

Was: Der Vortrag beleuchtet das auch heute noch bedeutsame Strafverfahren gegen Ernst August König, der wegen einer Vielzahl von Tötungsdelikten in den Jahren 1943/44 im damals sog. „Zigeunerlager“ des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Siegen angeklagt war. Dieser Mammut-Prozess vor dem Landgericht fand von Mai 1987 bis Januar 1991 an insgesamt 179 Verhandlungstagen, 38 davon an auswärtigen Gerichtsorten, statt. 123 Zeugen wurden vernommen. Der Angeklagte wurde schließlich wegen Mordes in drei Fällen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, im Übrigen wegen weiterer Mordvorwürfe freigesprochen. Im Laufe des von ihm angestrengten Revisionsverfahrens beging der Angeklagte Selbstmord.
Referenten: Vorsitzender Richter am Landgericht a.D. Wolfgang Münker – damals beisitzender Richter und Berichterstatter der Schwurgerichtskammer
Oberstaatsanwalt a.D. Klemens Mehrer – damals Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft Köln
Um Anmeldung per E-Mail an 75JahreNRW@lg-siegen.nrw.de wird gebeten; ein Betreff oder ein sonstiger Inhalt sind nicht erforderlich. Der Teilnahmelink zur Online-Veranstaltung wird interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern anschließend automatisch zugesandt. Es wird darauf hingewiesen, dass die Teilnehmerzahl aus technischen Gründen begrenzt ist.
Quelle: Veranstaltungsflyer

s. auch folgende Einträge auf siwiarchiv:
1) Heute vor 28 Jahren: Urteil im Prozess gegen Ernst August König
2) Vortrag: Klemens Mehrer (Siegen): Blick in ein düsteres Kapitel: Erinnerungen an den 1991 beendeten NS-Prozess gegen SS-Rottenführer Ernst-August König in Siegen

Goslar: Einweihung einer Gedenkplatte in Erinnerung an Walter Krämer im Fliegerhorst

Quelle: ITS Arolsen, 1.1.5.3/KRAI KRANS/00127507/0005, Archivnummer 9999)


Der Verein Spurensuche Harzregion und die Stadt Goslar laden ein zur Einweihung einer Gedenkplatte in Erinnerung an den Widerstandskämpfer Walter Krämer, dessen Ermordung im Außenlager Goslar des KZ Buchenwald sich am 6. November 2021 zum 80. Mal jährt.

Als Mitglied der KPD blieb der gelernte Schlosser nach dem Reichstagsbrand 1933 bis zu seinem Tod ein Gefangener des NS-Staats. Seit 1937 war Krämer Insasse des Konzentrationslagers Buchenwald. Hier eignete er sich im Selbststudium medizinische Kenntnisse und Fähigkeiten an und rettete im Häftlingskrankenbau zahlreichen Gefangenen das Leben. Im November 1941 wurde er in das Außenlager Goslar verlegt und bei Hahndorf am 6.11.1941 von einem Wachposten ermordet.

Krämer wurde im Jahr 2000 posthum durch den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ für die Rettung von Juden durch die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem geehrt.

In Erinnerung an Walter Krämer und den am gleichen Tag ermordeten Karl Peix sind im neuen Stadtteil Fliegerhorst inzwischen die Walter-Krämer-Straße und der Karl-Peix-Weg benannt worden.

An der Einweihung der Gedenkplatte werden seitens der Stadt Goslar Bürgermeisterin Renate Lucksch und Erster Stadtrat Burkhard Siebert teilnehmen sowie der Verein Spurensuche Harzregion und Schülerinnen und Schüler des Christian-von-Dohm-Gymnasiums. Die Beteiligung der interessierten öffentlichkeit ist erwünscht.

Quelle: Spurensuche Harzregion e.V., Michael Ohse

Link- und Hörtipp: „29 Orte gegen das Vergessen. NS-Erinnerung in NRW“ – ein Gedenkstätten-Podcast

Welche Geschichten erzählen die Orte, die Verfolgten und die Täter:innen? Was können wir daraus für die Gegenwart, Zukunft und für uns als Gesellschaft lernen? Welche Bedeutung haben Gedenkstätten und NS-Erinnerung heute noch? Die Podcasterinnen Nina Höhne und Pauline von Moll reisen in den kommenden anderthalb Jahren durch NRWs Gedenkstätten und an Orte der Erinnerungskultur.

Die einzelnen Podcast-Folgen gibt es hier: https://linktr.ee/Der_Gedenkstaettenpodcast