Video-Vortrag „Kein deutscher Lawrence.

Die militärischen Expeditionen im Nahen und Mittleren Osten während des Ersten Weltkriegs“
Link zum Video auf dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung

„Der Historiker und Leiter des Politischen Archivs des Auswärtigen Amts, Dr. Martin Kröger, referiert in seinem Vortrag über die deutschen Vorstellung zum Nahen und Mittleren Osten während des Ersten Weltkriegs mit besonderem Blick auf die dort vertretene Revolutionierungsstrategie. Die Strategie, seit Beginn ein zentraler Bestandteil deutscher Kriegsaußenpolitik, habe zum Ziel gehabt, durch die „Aufwiegelung“ des (kolonialen) Hinterlands der deutschen Kriegsgegner diese zu schwächen und durch die Generierung zusätzlicher Fronten signifikante Kräfte der gegenerischen Armeen zu binden. Die Notwendigkeit einer solchen asymmetrischen Kriegsstrategie sei dabei unhinterfragt Konsens deutscher Politiker, Diplomaten und Militärs gewesen – wenn auch das konkrete Wissen über die Situation in den arabischen, kaukasischen und indischen Randregionen der globalen Reiche gering gewesen sei. Der Vortrag beleuchtet exemplarisch verschiedene deutsche militärische wie diplomatische Expeditionen und leitet daraus allgemeine Schlüsse über die deutsche Kriegspolitik ab.“
Kröger ordnet auch die Expedition des Hilchenbachers Fritz Klein ein.

26. Arbeitskreissitzung der Archive im Kreis Siegen-Wittgenstein

Am vergangenen Montag tagte der Arbeitskreis im Siegener Kreishaus. Drei Themen bestimmten den fachlichen Austausch.
Die vielfältigen Auswirkungen der EDV auf die Archivarbeit wurden intensiv diskutiert. Die kommunale Datenzentrale (KDZ) begeleitete zurzeit einige Kommunen im Kreisgebiet bei Pilotprojekten zur Einführung eines Dokumentenmanagementsystems (DMS). Der zuständige Mitarbeiter der KDZ informierte die Archivarinnen und Archivare über den Sachstand. So entstehen elektronische Akten, die zukünftig in ein elektronisches Langzeitarchiv überführt werden müssen.
Diese Aufgabe werden die Kommunen im Kreis wegen der komplexen technischen Anforderungen nicht alleine bewerkstelligen können. Noch in diesem Sommer soll daher das Digitale Archiv NRW (DA NRW), gemeinsames Projekt des Landes NRW und der Kommunen, die Möglichkeit bieten, digitale Unterlagen technisch und archivfachlich sicher und dauerhaft zu archivieren. Weiterlesen

„Schwerste Notzeit, die Deutschland je erlebte“:

Am 18. Dezember 1945 tagte Kreistag erstmals nach dem Krieg
Veröffentlichung der Protokolle des Landkreises Siegen aus den Jahren 1945 und 1946 zum Internationalen Archivtag unter dem Motto „Demokratie“

Es sei die „schwerste Notzeit, die Deutschland je erlebte“, so der ehemalige Landrat des Landkreises Siegen, Otto Schwarz, als er vor genau 60 Jahren vor den Kreistag trat: Am Dienstag, 18. Dezember 2005, fand die erste Sitzung des Kreistages des Landreises Siegen nach Kriegsende statt. Wichtigester Tagesordnungspunkt: Die Verabschiedung der Kreisverfassung. In ihr wurde damals unter anderem die Zusammensetzung und Berufung des Kreistages und des Kreisausschusses, aber auch die Rechtsstellung von Landrat und Oberkreisdirektor und das Zusammenwirken der Organe des Landkreises geregelt. Da es noch keine Kommunalwahlen gab, waren die ersten Kreisverordneten nicht gewählt, sondern von der Militärregierung ausgewählt worden, zwei Drittel auf Vorschlag der zugelassenen Parteien, ein Drittel auf Vorschlag des Landrates. Die Erfahrungen aus der Kriegs- und Vorkriegszeit und die hieraus zu ziehenden Lehren waren die beherrschenden inhaltlichen Themen der Sitzung. „Es muss das politische Ziel aller Deutschen sein, die guten Willens sind, eine politische Entwicklung wie nach dem Kriege 1914/18 zu verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine grundlegende Erziehung des gesamten Volkes und insbesondere der Jugend zu einem wirklich demokratischen Denken erforderlich“, betonte Landrat Schwarz in seiner Eröffnungsrede. Weiterlesen

Stadtspaziergang: »Vergessene Orte« Der Jüdische Friedhof am Lindenberg

Veranstaltungsort Friedhof Lindenberg, Neue Friedhofshalle
So. 14.06.2015 15:30 – 17:00
Teilnahmeentgelt 5,00 EUR
Maximale Teilnehmerzahl 25
Leitung: Klaus Dietermann

Abgeschlossen und für Besucher nicht zugänglich liegt der alte jüdische Friedhof am Lindenberg. Er wurde 1871 eröffnet, nachdem in den 1850er Jahren der Magistrat die Einrichtung eines Friedhofsgeländes mehrfach abgelehnt hatte. Die letzte Beerdigung fand hier 1918 statt. Er diente der jüdische Gemeinde der Stadt Siegen knapp 50 Jahre als letzte Ruhestätte, ehe die Toten dann in der Hermelsbach bestattet wurden. Rund 60 Tote wurden hier auf 500 qm zur letzten Ruhe bestattet. Über Beerdigungsriten im Judentum sowie aus dem Leben der dort Beerdigten wird berichtet werden. Für Interessierte wird die 56-seitige Broschüre „Die jüdischen Friedhöfe im Kreis Siegen-Wittgenstein“ zum Kauf von ebenfalls 5 € bereit gehalten, in der sich die Gräberlisten aller 8 jüdischen Begräbnisstätten im Kreisgebiet befinden.

Der Spaziergang dauert voraussichtlich 90 Minuten.
Treffpunkt: Friedhof Lindenberg, Neue Friedhofshalle
Männer bringen bitte eine Kopfbedeckung mit.
Quelle: VHS Siegen, Kursprogramm „Politische Bildung“

Günter Dick (St. Augustin): Luftschiff LZ 37 über Gent zerstört

LZ 37-Denkmal auf dem Genter Westfriedhof. Hinter der Grab-Bodenplatte von Obltn. Otto van der Haegen (Inschrift eingraviert auf der Bodenplatte) steht der Enkel des ehemaligen  LZ 37-Maschinisten Carl Clauss, dessen Grab damals 1956 mit allen anderen deutschen Soldatengräbern aus WW I und WW II auf den deutschen Soldatenfriedhof in Vladslo umgebettet wurde.  Enkel Gert-Rücker (74) besuchte  gemeinsam mit  Autor Günter Dick aus Sankt Augustin im September 2010 das Erinnerungsdenkmal. Hierbei wurde auch die Idee für eine dort notwendige Informations-Tafel angeregt. Die Grabplatte von Kurt Ackermann-Berlin liegt verdeckt hinter dem Spitz-Buchsbaum. Foto: © Günter Dick

LZ 37-Denkmal auf dem Genter Westfriedhof.
Hinter der Grab-Bodenplatte von Obltn. Otto van der Haegen (Inschrift eingraviert auf der Bodenplatte) steht der Enkel des ehemaligen LZ 37-Maschinisten Carl Clauss, dessen Grab damals 1956 mit allen anderen deutschen Soldatengräbern aus WW I und WW II auf den deutschen Soldatenfriedhof in Vladslo umgebettet wurde.
Enkel Gert-Rücker (74) besuchte gemeinsam mit Autor Günter Dick aus Sankt Augustin im September 2010 das Erinnerungsdenkmal. Hierbei wurde auch die Idee für eine dort notwendige Informations-Tafel angeregt.
Die Grabplatte von Kurt Ackermann-Berlin liegt verdeckt hinter dem Spitz-Buchsbaum. Foto: © Günter Dick

Vor 100 Jahren, in der Nacht des 7. Juni 1915 um 2. 30 Uhr wurde das Heeres-Luftschiff LZ 37 über dem Genter Ortsteil Sint Amandsberg vom brit. Piloten Warneford (23) mit Brandbomben vernichtet. Dies war im Ersten Weltkrieg das erste Mal und ist auch in dieser Art nie mehr so vorgekommen, dass ein Luftschiff in voller Fahrt von oben von einem Flieger abgebombt wurde.
Der Siegerländer Luftschiffkommandant Otto van der Haegen (*1887 in Kreuztal )und sieben weitere Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.
Lediglich dem Höhensteuermann Alfred Mühler widerfuhr eine wundersame Rettung, weil er beim Aufschlag der Führergondel auf das Dach eines Klosters herausgeschleudert wurde und im leeren Bett einer Nonne landete. Weiterlesen

Literaturhinweis: „Uwe Kröll: Die Geschichte Nordrhein-Westfalens“

kröllnrw„Das Land Nordrhein-Westfalen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg als eine Schöpfung der britischen Besatzungsmacht. Für die Zeit seit 1946 darf man daher eine eigenständige Geschichte des bevölkerungsreichsten Bundeslandes nachzeichnen.

Zur festen Erinnerung der Region im Westen Deutschlands gehört die Geburt und rasante Entwicklung der Montanindustrie des Ruhrgebiets, das sich zur größten zusammenhängenden Städtelandschaft Europas entwickelte und wesentlich den Aufstieg des Wilhelminischen Kaiserreichs zu einer modernen Industrienation ermöglichte. Auch der Erste und der Zweite Weltkrieg sowie die Zeit des Nationalsozialismus bilden Teile der regionalen Erinnerungskultur.
Und davor? Weiterlesen

Tagung „Die Bedeutung lokaler Bergbaubezirke im südlichen Siegerland und im bergisch/märkischen Grenzgebiet“

Ausrichter der Veranstaltung waren die Arbeitsgemeinschaft aus Heimatbund Märkisches Sauerland e.V., der Naturwissenschaftlichen Vereinigung Lüdenscheid e.V., des Heimat- und Geschichtsvereins Siegerland e.V. und des Vereins für Siegerländer Bergbau e.V.
Dies ist eine Fortsetzung der in 2014 begonnenen Reihe zu Lagerstätten und montanhistorischen Themen (Bergbau, Verhüttung usw.) im rechtsrheinischen Bergland. Hierbei wird die von Prof. Wilfried Reininghaus und Reinhard Köhne begonnene Tradition des ehemaligen Arbeitskreises Bergbau im Sauerland fortgesetzt. Nach der guten Resonanz zur Auftaktveranstaltung 2014 im Bergbaugebiet Engelskirchen-Kaltenbach, an der Vertreter verschiedenster Institutionen und Regionen aus Rheinland, Ruhrgebiet und Südwestfalen teilnahmen, geht es jetzt im Siegerland weiter. Weiterlesen

Adolf Diesterwegs Wegweiser zur Bildung für deutsche Lehrer (1904) online

diesterweg1904In den digitalen Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek Münster ist diese Schrift des aus Siegen stammenden Adolf Diesterwegs nun online einsehbar.

Herausgeber Karl Wacker hat dem Text eine 58 Seiten umfassende Biographie Diesterwegs vorangestellt. Adolfs Diesterwegs Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 225. Mal.