„Derzeit gilt für Testamente und andere Erbnachweise eine Aufbewahrungsfrist von 100 Jahren. Aus Sicht des VDEE ist diese Frist deutlich zu kurz bemessen und führt zu schwerwiegenden Rechtsnachteilen insbesondere für testamentarische Erben. Sie stellt zugleich einen Verstoß gegen das im Grundgesetz garantierte Erbrecht gem. Art. 14 Abs. 1 GG dar. Ältere Verfügungen von Todes wegen haben unabhängig von ihrem Alter Bedeutung für Erben zum Nachweis des Erbrechts. Sehr häufig betrifft dies Fälle in den neuen Bundesländern, bei denen Grundbücher kriegs- und teilungsbedingt über Jahrzehnte unberichtigt geblieben sind. Diesem Personenkreis ist der Nachweis der Erbfolge nicht mehr möglich, wenn die Verfügungen von Todes wegen nicht mehr über einen längeren Zeitraum als 100 Jahre aufbewahrt werden. Auch die Übernahme der Akten in die Landesarchive ist nach gegenwärtiger Rechtslage nicht gewährleistet. Archive können aktuell selbst entscheiden, ob sie die Gerichtsakten für archivwürdig halten oder nicht. Weiterlesen
Heute vor 9 Jahren: Einsturz des Kölner Stadtarchivs
Bild: Claudia Seifried via Facebook
Zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs s.
1) die Einträge auf Archivalia zum Thema
2) die Einträge auf siwiarchiv zum Thema
3) die Facebook-Seite „Für die zügige, fachgerechte Planung von KMB und Stadtarchiv Köln“
„Public Hearing 1933“ im Internationale Radiomuseum Hans Necker
Freitag, dem 9. März 2018, 19 Uhr, in Bad Laasphe (Bahnhofstraße 33), Eintritt frei
Bürgermeister Pränger war nicht begeistert, stimmte aber schließlich doch zu – und so wurde am 10. Februar 1933 auf dem Wilhelmsplatz [in Laasphe] ein Lautsprecher aufgestellt. Adolf Hitlers Rede im Berliner Sportpalast, die live von allen deutschen Radiosendern übertragen wurde, konnte nun auch in Laasphe öffentlich mitgehört werden. Eine „Menschenmenge“ (Wittgensteiner Zeitung) hat es auch getan.
Hitlers Sportpalastrede war der Auftakt des ersten Radiowahlkampfes in Deutschland und führte zu einem bisher ungekannten medialen „Trommelfeuer“. Nicht nur in Wittgenstein.
Auch im Hinterland wurden Lautsprecher aufgestellt, um die Region per Radio mit Berlin gleichzuschalten. Am 1. Mai 1933 versammelten sich – „mustergültig aufgestellt“ (Hinterländer Anzeiger) – 6000 Menschen auf dem Marktplatz in Biedenkopf, um die Kundgebung in der Hauptstadt zu hören. Am Erntedanktag marschierten mehr als 10000 Personen aus Laasphe, Banfe, Erndtebrück, Feudingen zum legendären Stünzel, um Hitler über Funk live mitzuerleben. Auch in den Dörfern wurde gemeinsam gehört: in Schulen, Fabriken, Gaststätten und auf Dorfplätzen.
Den hochspannenden, weitgehend unbekannten (Radio)Ereignissen in der Heimatregion widmet das „Internationale Radiomuseum Hans Necker“ eine eigene Veranstaltung.
Referent ist erneut der renommierte Hamburger Medienwissenschaftler Dr. Hans-Jürgen Krug. Dr. Krug ist Autor der Bücher „Kleine Geschichte des Hörspiels“, „Radio“ und „Rapider Wandel“. 2016 realisierte er in Bad Laasphe die Bürgerfunk-Sendung „Jenseits der Zentren“. Sein Essay über die Anfänge des Hörfunks in der Region erschien im „Jahrbuch für den Kreis Marburg-Biedenkopf“ (2018 ).
Filmabend: Historisches Siegerland Teil 1
9.3.19:00, Siegen, KrönchenCenter (Markt 25), Vortragsraum
Geschichte am laufenden Band. Das ist das Ergebnis einer thematischen Zusammenstellung von historischen Dokumentarfilmen über das Siegerland. Die Siegener Filmproduktion Mundus-TV hat es sich zur Aufgabe gemacht, historische Filmproduktionen über das Siegerland zu recherchieren und restauriert als DVD interessierten Bürgern wieder zugänglich zu machen. Herausgekommen ist eine zur Wirtschaftsgeschichte des Siegerlandes passende Edition bestehend aus drei Filmen.
Die VHS zeigt diese Zeitreise – drei starke Siegerlandfilme aufgeteilt an zwei aufeinanderfolgenden Freitagabenden:
»Streifzüge durch das Siegerland« – »Revier hinter den Bergen« (Teil 1).
Die Dokumentation »Streifzüge durch das Siegerland« wurde im Jahr 1961 im WDR Fernsehen ausgestrahlt. Sie präsentiert das Siegerland in der Wirtschaftswunderzeit. Besonderes Augenmerk legten die Filmemacher auf die jahrhunderte alten und traditionellen Gewerke wie der Eisenerzabbau sowie auf die Eisengewinnung und Verarbeitung. Nur vier Jahre später bereiste der WDR das Siegerland erneut. Wir schreiben das Jahr 1965. Das deutsche Wirtschaftswunder läuft auf vollen Touren und sorgt nicht nur im Siegerland für Wohlstand und Aufbruchstimmung.
Der Film »Revier hinter den Bergen« schaut hinter die Kulissen der Siegerländer Industrie und geht auch auf die Mentalität und Lebensart der Siegerländer ein die maßgeblichen Einfluss auf die industrielle Entwicklung dieser Region genommen haben.
Quelle: Volkshochschule der Stadt Siegen
Fernsehtipp: Stadtarchiv Hilchenbach morgen im WDR
Anlässlich des „Tages der Archive“ am 3./4. März 2018 war am 27. Februar 2018 ein Team des WDR im Hilchenbacher Stadtarchiv in der Wilhelmsburg, um für den Tag der Archive eine Reportage zu gestalten.
Die Ausstrahlung erfolgt voraussichtlich beim WDR in der Lokalzeit Südwestfalen am 2. März 2018 zwischen 19.30 Uhr und 20.00 Uhr.
siwiarchiv-Monatsstatistik Februar 2018
Vortrag: „Nationalsozialismus & Holocaust in der Siegener Erinnerungskultur“
Eine Bestandsaufnahme
08.03.2018 \ 19.00 Uhr \ Kundenzentrum Morleystraße der Sparkasse Siegen, Morleystraße 2, 57072 Siegen
Referent:Dieter Pfau, Historiker
Veranstalter: Aktives Museum Südwestfalen und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.
Die Frage nach dem angemessenen Umgang mit der nationalsozialistischen
Vergangenheit und dem Holocaust stellt sich nun bereits für die dritte und vierte Generation Siegener Bürgerinnen und Bürger. Diese Erinnerungskultur hat sich in mehr als sechzig Jahren grundlegend gewandelt.
Erläutert wird der Entwicklungsprozess von der Errichtung des ersten Gedenksteins für die jüdischen Opfer auf dem Hermelsbacher Friedhof 1951 bis zur Erweiterung des Aktiven Museums Südwestfalen 2017.
Quelle: Begleitprogramm zur Ausstellung „Deine Anne“
Linktipp: „Ein Autogramm aus der Vergangenheit.
9A [der Gesamtschule Eiserfeld] trifft Traute Fries und Dieter Pfau im Stadtarchiv“
Ein Erfahrungsbericht über einen Besuch im Siegener Stadtarchiv aus Schulsicht. Die App des Volksbundes deutscher Kriegsgrtäberfürsorge zum Ersten Weltkrieg war neben der Magazinführung weiterer Programmpunkt des Besuches.
Heute vor 75 Jahren: Deportation Siegener und Wittgensteiner Juden nach Auschwitz
Am 27./28. Februar 1943 wurden folgende Jüdinnen und Juden aus den Kreisen Siegen und Wittgenstein von Siegen über Dortmund nach Ausschwitz deportiert:
Rolf Leo Goldschmidt,
Arno Alfred Holländer,
Elisabetha („Gerti“) Holländer geb. Sonnheim,
Lothar Holländer,
Willi Holländer,
Bertha Lennhoff geb. Hony,
Heinz Lennhoff,
Julius Lennhoff,
Fred Meier,
Minna Meier geb. Hony,
Siegfried Meier,
Herbert Präger [Laasphe, überlebt]
Fanni Rosenthal geb. Hochmann,
Arthur Winter,
Kurt Winter,
Luise Winter geb. Moses,
Ruth Winter.
Quelle: Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein
s.a. Beitrag „Ein Zug in die Vergangenheit. 1943 Dritte Deportation von Menschen jüdischen Glaubens vom Siegener Bahnhof aus“, in: Siegener Zeitung, Heimatland, vom 24.2.2018 (Print)
Literaturhinweis: Michael Ferger „Hochöfen an Lahn, Dill und in Oberhessen
Von der Waldschmiede zum Global Player“
21 x 29 cm, 208 Seiten, 196 Farb- und 29 S/W-Abbildungen, Hardcover, Schutzumschlag
ISBN 978-3-7319-0592-9
Der Band schildert die Geschichte des uralten Gewerbes der Eisenerzeugung im Lahn-Dill-Gebiet und in Teilen Oberhessens, den Werdegang von 35 Hochofenwerken, ihren Unternehmern und ihren Mitarbeitern, die der kargen Gegend einen gewissen Wohlstand bescherten. Der Bergbau, das Hüttenwesen und die Metallverarbeitung reichen im Lahn-Dill-Gebiet bis in die vorrömische Eisenzeit zurück. Grundlage waren vor allem das große Vorkommen von Eisenerzen.
Regional werden die Amalienhütte in Bad Laasphe-Niederlaasphe und die Friedrichshütte in Bad Laasphe in diesem Band vorgestellt. Weiterlesen

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