Vortrag Zeitspuren in Siegerland und Wittgenstein im preußischen 19. Jahrhundert.

Teil 1: An der Schwelle zur Industrialisierung (1815-1848)
Di., 26.09.2023, 18:30 – 20:30 Uhr, Rathaus Erndtebrück, Ratssaal, 5,00 €, Dieter Pfau

In Kooperation mit dem Heimatbund Siegerland-Wittgenstein e.V.
Der Vortrag führt zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Viele der bis heute bedeutsamen wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Entwicklungen nehmen in dieser Zeit ihren Anfang. Mit Gründung der Kreise Siegen und Wittgenstein 1816 und 1817 beginnt der moderne Verwaltungsaufbau. Vorher unbefestigte Wege werden zu Chausseen ausgebaut, aus denen sich allmählich unser heutiges Straßennetz entwickelt. Die trigonometrische Vermessungsmethode ermöglicht erstmals exakte Kartenaufnahmen, Katasterämter und Steuerbehörden entstehen. Die traditionelle Wirtschaftsweise verliert durch technische Innovationen und den globalen Handel an Bedeutung. Mit Einführung der Gewerbefreiheit und Durchsetzung der kapitalistischen Wirtschaftsweise entsteht das neue Unternehmertum. Die Einführung der revidierten Städteordnung ermöglicht neue, noch an Besitzrechte gebundene Mitspracherechte und erste, teilweise schon demokratische Wahlen. Vor dem Hintergrund einer noch zensierten Presse entsteht in der Stadt Siegen eine politische Öffentlichkeit, die auch in Städte wie Berleburg und Laasphe ausstrahlt.
Bei seiner Interpretation der „Zeitspuren in Siegerland und Wittgenstein“ führt Dieter Pfau die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts mit Hilfe zahlreicher, einzigartiger Karten und Abbildungen auch diesmal wieder sehr anschaulich vor Augen. Der inhaltliche Schwerpunkt der Vorträge liegt auf der Geschichte der jeweiligen Städte und Gemeinden.

Quelle: VHS Siegen-Wittgenstein, Programm

Gespräch über historischen Reisebericht – „Pilgerreise“ von Christian Stahlschmidt (1740-1826)

Über das 1779 in Nürnberg erschienene Buch „Die Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ werden am Donnerstag, 21. September 2023, Pfarrer Thomas Ijewski und Dieter Siebel berichten. Die Veranstaltung findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Historische Wege und Straßen“ des Freudenberger 4Fachwerk-Museums statt.

Bei dem Reisebericht geht es um den jungen Freudenberger Christian Stahlschmidt. Er wurde am 3. März 1740 als Sohn des Landhauptmanns und Notars Johann Stahlschmidt (1711-1871; Besitzer zweier „Stahlfeuer“) und seiner Frau Elisabeth geb. Müller (1714-1781) geboren.
Durch seine Glaubenshaltung entfremdet er sich von seinen Eltern. Als 19-jähriger verlässt Christian nach einem Streit mit seinem Vater heimlich den Flecken. Sein Weg führt ihn über Köln nach Amsterdam. Hier heuert er auf einem Segelschiff an und reiste zweimal nach Südostasien. So kam er nach Südafrika, Indonesien, China, Indien und Ceylon. Viele Abenteuer hatte der Pietist auf diesen Reisen zu bestehen, bevor er 1765 wieder zurückkehrte.
Später, 1770, wanderte Stahlschmidt nach Nordamerika aus und wurde Pastor von sieben Landgemeinden in Pennsylvania. Von diesem Aufenthalt kehrt er 1780 zurück.
1799 wird die „Pilgerreise“ veröffentlicht. Stahlschmidt wirkt im gleichen Jahr er an der Gründung der Elberfelder Missionsgesellschaft mit. Ein Jahr später siedelt er nach Mühlheim an der Ruhr über, wo er am 1. Juni 1826 gestorben ist.
Um diese spannende Lebensgeschichte Christian Stahlschmidts, dem in Freudenberg eine Straße gewidmet ist, geht es an dem Abend um 19:30 Uhr im 4Fachwerk-Museum.

4Fachwerk Freudenberg e.V.
Museum Mittelstraße 4-6
57258 Freudenberg
www.4fachwerk.de
Vorsitzender Dieter Siebel, dieter.siebel@web.de

s. a. :
Johann Christian Stahlschmidt (1740-1826) und seine „Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ (1799)
Tagung: „Reisen und Religion im (langen) 18. Jahrhundert“

Online: Jahresberichte über den rheinisch-westfälischen Kuxenmarkt (1904 – 1913)

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster hat unlängst Jahresberichte über den rheinisch-westfälischen Kuxenmarkt (1904 – 1913) online verfügbar gemacht
1) Der Rheinisch-westfälische Kuxen-Markt im Jahre … : Jahresbericht der Kuxen-Abteilung des Bankhauses Hermann Schüler, Bochum , 9 (1904) [?]-14 (1909) [?], Link
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:6:1-446678

2) Der Rheinisch-westfälische Kuxenmarkt im Jahre … : Jahresbericht von Gebrüder Stern, Dortmund 1905 [?]-1913 [?], Link

Video: „200 Jahre Siegener Zeitung – der Unternehmensfilm“

„Im Jahr 2023 feiert die Siegener Zeitung ihr 200-jähriges Firmenbestehen. Zum Jubiläum gibt es einen neuen Unternehmensfilm, der die Zeitung zu einer Person werden lässt. Diese lernt der Zuschauer auch direkt zu Beginn des Films kennen und fliegt mit ihr per Zeitreise zurück in das Jahr 1823, wo beide vor dem ersten Verlagsgebäude landen. Von hier aus arbeitet sich die Siegener Zeitung in ihren Erinnerungen bis in die Gegenwart durch und erlebt dabei gemeinsam mit dem Zuschauer noch mal alle neuralgischen Punkte, die für sie, die Region oder die Welt insgesamt in den 200 Jahren wichtig waren.“

Frauen im goldenen Buch des Kreises Siegen-Wittgenstein

Eine Auswertung

Grete Brun und Edna Alperovic sind die erste zwei Frauen, die im goldenen Buch erwähnt werden. Sie kamen mit der israelitischen Delegation vom Kreis Emek Hefer, Israel, am 8. August 1973 zu Besuch.

Cirka 1% (insgesamt 16 Personen) der aufgezeichneten Personen im goldenen Buch sind Frauen.

Ab 1996 nimmt die Anzahl an Frauen zu. Zwischen 1973 und 1995 werden drei Frauen erwähnt, und zwischen 1996 und 2010 werden 13 Frauen erwähnt.

Am Mosaik der Stadtgeschichte mitbauen bei „Unser Siegen“

„Stadtgeschichte können am besten die erzählen, die mittendrin sind, die ihre Stadt erleben und erfahren, die sie prägen und von ihr geprägt werden. Diesem Konzept folgt „Unser Siegen“, das Zeitzeugenportal des Siegerlandmuseums im Internet: Auf www.unser-siegen.com erzählen Menschen aller Altersgruppen und Couleur das persönliche Mosaiksteinchen der Siegener Stadt- oder Dorfgeschichte, das ihnen besonders am Herzen liegt.
Dem Erzählen vor laufender Kamera oder auch in Schriftform gehen jedoch immer interessante, teils spannende Vorgespräche mit dem oder der Zeitzeugin voraus. Diese Gespräche führen unsere „Geschichtensammler“. Das sind teils hauptamtliche, teils ehrenamtliche Team-Mitglieder von „Unser Siegen“. Vom Fach ist Julia Montanus, Journalistin aus Siegen. Sie koordiniert die Themenauswahl und gibt professionelle Tipps zur Interviewführung. Kameraführung, Bild- und Website-Bearbeitung übernimmt Marco Bussi, von Beruf Mediengestalter. Seit 2022 werden die beiden Teamleiter von vier Damen und einem Herrn unterstützt, die sich auf einen öffentlichen Aufruf hin meldeten und an einigen Abenden in die Arbeit von „Unser Siegen“ einführen ließen. Inzwischen machen diese ehrenamtliche Akteure eigene Beiträge, die auf der Homepage www.unser-siegen.de veröffentlicht werden.
Wer mehr erfahren will über den Einstieg in das „Unser Siegen“-Team hat dazu am Dienstag, 12. September, ab 19 Uhr die Gelegenheit. Dann informieren Julia Montanus und Marco Bussi, unterstützt vom bestehenden ehrenamtlichen Team, über ihre Arbeit und die Schulung, die zu absolvieren ist. Ort der Informationsveranstaltung ist das KrönchenCenter Siegen, Markt 25, Raum 2.13. Weiterlesen

Online: Edertal-Zeitung (1931)

Ein Band der seit 1931 in Bad Berleburg gedruckten Edertal-Zeitung ist mittlerweile online verfügbar. Das Hauptverbreitungsgebeit waren die hessischen Orte Hatzfeld, wo sich auch die Geschäftsstelle der Zeitung befand, Battenberg und Allendorf. Dennoch finden sich auch Artkel aus dem Gebiet des Altkreises Wittgenstein. Die im Stadtarchiv Bad Berleburg vorhandenen Ausgaben mussten vor der Digitaliserung aufwändig – mit finanzieller Unterstützung des Kreisarchivs Siegen-Wittgenstein – durch die Restaurierungswerkstatt des LWL-Archivamtes in Münster behandelt werden und stehen nun im NRW-Zeitungsportal zeit.punkt NRW zur Verfügung.

Ein Beispeil für einen Fund aus dem Altkreis Wittgenstein: Weiterlesen

Heute vor 125 Jahren: Geburt des Siegener Künstlers Adolf Küthe (1898-1930)

Quelle: Berliner Volks-Zeitung (Beilage Berliner-Familien-Zeitung Nr. 141), 21. Juni 1926

1926 verfasste Adolf Küthe folgendes „Manifest“ für eine Ausstellung im New Yorker Brooklyn Museum. Das maschinenschriftliche Original befindet sich im Archiv Katherine S. Dreier in der Yale University (Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Sig. YCAL MSS 101, b. 106, f. 2581):

„Am 6.9. 98 in Siegen geboren. Ich konnte malen, als ich mich entschloss, zu leben, ohne jene Schutzwände, mit denen eine verlogene Menschheit sich umgibt, um sich nicht selbst zu sehen. Im Sturm fand ich die Vertretung einer Lebensauffassung, der Leben Sein um des Seins willen, Selbstzweck bedeutet. Im März 1925 stellte Der Sturm zum ersten Male öffentlich meine Werke aus.“

Die bislang ausführlichste Biographie befindet sich im regionalen Portal „Widerspruch und Widerstand – Opposition gegen den Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein“.

Verzeichnis bekannter Werke: Weiterlesen

NRW: Entnazifizierungsakten online

Hugo Stinnes vor dem Sonderausschuss des Entnazifizierungshauptausschusses des Regierungsbezirks Düsseldorf, Quelle: LAV NRW R, RWB, Nr. 1290 / Carl August Stachelscheid

Seit Kurzem sind die Digitalisate der nicht gesperrten Entnazifizierungsakten online auf der Seite des Landesarchivs NRW recherchier- und einsehbar. Dabei ist die Überlieferung der Ausschüsse der Regierungsbezirke Düsseldorf und Münster bereits komplett und die des Regierungsbezirks Köln zum großen Teil verfügbar.
Nutzen Sie für Ihre Recherche die Schlagwortsuche auf der Startseite. Benötigt werden der Nachname und das Geburtsdatum (Format TT.MM.JJJJ) der gesuchten Person, um eine eindeutige Abfrage durchführen zu können. Weitere Hinweise zur Recherche finden Sie weiter unten. Bitte beachten Sie, dass zu einigen Personen mehrere Entnazifizierungsakten vorhanden sein können, die sich darüber hinaus in verschiedenen Ausschüssen befinden können. Da noch nicht alle Bestände digitalisiert und online gestellt sind, kann die Suche auf dieser Seite keine vollwertige Recherche, wie sie etwa durch ArchivarInnen des Landesarchivs vorgenommen wird, ersetzen. Dies liegt auch daran, dass aktuell nur nach Unterlagen von Personen bis zum Jahrgang 1922 gesucht werden kann. Die jüngeren Jahrgänge sind noch gesperrt und können ausschließlich im Lesesaal des Landesarchivs recherchiert und mit einer gesonderten Zugangsberechtigung eingesehen werden.

Für das Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein kann der Bestand NW 1127 (Berufungsausschuss Siegen in Kreuztal) nun bereits digital benutzt werden.

Hinweise für die Recherche in den Entnazifizierungsakten: Weiterlesen

Besuch des alten jüdischen Friedhofs am Lindenberg

So., 10.09.2023, 15:00 Uhr, Kursgebühr 5,00 €, Kursleitung : Traute Fries
SI Lindenberg Juedischer Friedhof 02
Frank Behnsen, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

„Der plötzliche Tod eines jüdischen Reisenden im Siegener Bahnhof war der Anlass für den kurzfristigen Erwerb des Begräbnisplatzes auf dem Lindenberg durch den Handelsmann David Berg. Die Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg erfolgte zum 1. Mai 1871. 1886 verkaufte Berg das Grundstück an die jüdische Gemeinde, die 1887 eine zusätzliche Parzelle erwarb. Es wird von etwa 60 Bestattungen ausgegangen. 1912 erhielt die jüdische Gemeinde ein Gräberfeld auf dem kommunalen Friedhof in der Hermelsbach.

Männer bringen bitte eine Kopfbedeckung mit.

Anmeldung erwünscht! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich.“
Quelle: Programm VHS Siegen