Vortrag: Klemens Mehrer (Siegen): Blick in ein düsteres Kapitel: Erinnerungen an den 1991 beendeten NS-Prozess gegen SS-Rottenführer Ernst-August König in Siegen

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Oberstaatsanwalt i.R. Klemens Mehrer am Donnerstag, den 17. Januar 2019, um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen an das einzige Verfahren vor einem deutschen Strafgericht erinnern, das die Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma durch das Naziregime behandelte.

Modell des Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau im Aktiven Museum Südwestfalen e.V. Bildvorlage: Klemens Mehrer.

Im „Zigeunerlager Auschwitz“ waren zwischen Februar 1943 bis zur Auflösung des Konzentrationslagers am 2. August 1944 mindestens 22.700 Sinti und Roma aus ganz Mitteleuropa inhaftiert. Die Meisten von ihnen starben durch gezielte Unterversorgung (Aushungerung), grausame Schikanen oder wurden durch Vergasungsaktionen ermordet. Nur etwa 4.000 Personen überlebten die Gräuel.
Angeklagt war bei dem Verfahren in Siegen war der ehemalige Blockführer des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und SS-Rottenführer Ernst-August König. Ihm wurde vorgeworfen, aus eigener Initiative sechs Menschen ermordet zu haben und am Tod weiterer Lagerinsassen beteiligt gewesen zu sein. Das Verfahren endete zwar mit einer Verurteilung zu lebenslanger Haftstrafe wegen Tötungsverbrechen in drei Fällen. Der Hauptangeklagte entzog sich durch Suizid am 18. September 1991 jedoch dem Urteil.
Über den Prozessverlauf berichtet Oberstaatsanwalt i.R. Klemens Mehrer, der an dem Verfahren als Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft teilgenommen hatte. Weiterlesen

Fotografische Dokumentation: „Ein Fachwerkhaus auf Wanderschaft“

bis zum 3. März 2019 im Museum 4Fachwerk, Freudenberg
„Kreativ setzt sich die Freudenberger Studentin Sandra Behner mit dem Alten Flecken auseinander. Eigentlich studiert sie an der Siegener Universität „Soziale Arbeit“. Dabei spielt jedoch auch  „Kulturelle Bildung“ eine Rolle und das Thema einer gestellten Aufgabe lautete „Stadt – Raum – Stadt“. Welche soziale Beziehung haben Menschen zu ihrer bebauten Umgebung, stand als Frage im Hintergrund. „Ich selbst und meine Kommilitonen, die von weiter entfernten Orten kommen, sind vom Alten Flecken total begeistert“, erzählt Sandra Behner.
Die kleine Sonderpräsentation im oberen Stockwerk des Mittendrin – Museums eröffnet 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel am Samstag, 15. Dezember 2018 um 16:00 Uhr. Ich freue mich sehr, wenn auf diese Weise jungen Menschen den ‚Alten Flecken‘ in ihrer Heimatstadt tatsächlich entdecken“, freut sich Dieter Siebel. Die Arbeit von Sandra Behner wird nun im Museum durch das Modell sowie beispielhafte Fotografien präsentiert.“

Quelle: Stadt Freudenberg, 15.12.2018

Heute vor 90 Jahren: Heinrich Busch gestorben

Pianist, Organist, Komponist und Regerschüler

Heinrich Johann Wilhelm Busch (* 28. Juni 1900 in Siegen; † 8. Januar 1929 in Duisburg[1])

„ …. Ein jüngerer Bruder Heinrich, der gleichfalls Musiker geworden war, starb sehr früh; er hatte eine Reihe Lieder komponiert, die weniger bedeutend als gefällig waren und in Deutschland viel gesungen wurden. ….“[2] Weiterlesen

„Archäologie in Westfalen und Lippe 2016“ – Regionale open access Beiträge:

Manuel Zeiler, Carolin Johanning: Neue Untersuchungen an den Wallburgen Dotzlar und Alte Burg bei Bad Berleburg, S. 45 – 48
Manuel Zeiler, Gero Steffens, Meinhard Weber: Montanarchäologie auf dem Ratzenscheid und in der Grube Landeskrone bei Wilnsdorf, S. 164 – 168
Manuel Zeiler, Jennifer Garner, Rolf Golze: Neue Forschungen zum frühen Montanwesen im nördlichen Siegerland, S. 179 – 183
Manuel Zeiler, Sidney Sebald, Gisela Grupe: Migration in die eisenzeitliche Montanlandschaft Siegerland, S. 199 – 203
Manuel Zeiler, Rolf Golze: Neugestaltung des bergbauarchäologischen Themenpfades auf dem Altenberg bei Müsen, S. 290 – 293

Hartmut Prange gestorben

“Zeitspuren”-Linktipp: Thomas C. Banfield über das Siegerland (1846, 1848)

Das Forschungsprojekt zur Geschichte des 19. Jahrhunderts im Gebiet des Kreises Siegen-Wittgenstein veröffentlicht auf seiner Homepage auch repräsentative Quellen, wie z. B. die Veröffentlichung von Thomas C. Banfield über das Siegerland 1846 und 1848.
Kommentare, Meinungen, Informationen und Anregungen zu dieser Präsentation können Sie gerne hier abgeben.
Weitere Einträge auf siwiarchiv zum aktuellen „Zeitspuren“-Projekt finden sich unter diesem Link: https://www.siwiarchiv.de/tag/zeitspuren/.

Vom Fossil bis zum Kriegsgefangenenlager:

Neue Publikation präsentiert Forschungsergebnisse der LWL-Archäologie in Westfalen

„Der älteste Nachweis von Bienenwachs, ein rauchender Verhüttungsofen aus der Eisenzeit, zwei römische Helme und ein mittelalterlicher Kamm aus Elfenbein – das Jahr 2017 bot eine Fülle herausragender Funde, Ausgrabungen und Experimente. Das alles zeigt die neue Publikation „Archäologie in Westfalen-Lippe 2017“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). In 74 Beiträgen informieren 97 Autoren über die aktuellen Forschungsergebnisse aus Archäologie und Paläontologie und Ausstellungen Westfalens im Jahr 2017.

Auf 312 Seiten laden die LWL-Archäologie für Westfalen und die Altertumskommission für Westfalen zu einer Reise an die verschiedensten Fundplätze in der Region ein. Die Spanne reicht von paläontologischen Fossilienfunden im Sauerland bis zu den Zeugnissen der jüngsten Vergangenheit. Vieles wird hier zum ersten Mal präsentiert, aber auch Altbekanntes in neuem Licht betrachtet. „Wir erleben nun schon seit einiger Zeit einen enormen Bauboom“, erläutert Prof. Dr. Michael Rind, Chefarchäologe des LWL. „Noch nie gab es so viele Ausgrabungen in Westfalen-Lippe wie 2017. Sie tragen dazu bei, das Bild von unserer Vergangenheit immer weiter zu verdichten.“

„Archäologie ist weit mehr als das einfache Freilegen von Objekten“, erläutert Dr. Aurelia Dickers, Vorsitzende der Altertumskommission. „Ob mit Magnetometer-Messungen, Laservermessungstechnik oder dem Blick aus der Luft: Erst die Zusammenarbeit mit hochspezialisierten Wissenschaftlern und Einrichtungen ermöglicht es, die archäologischen Funde in einen größeren Kontext zu stellen und damit Geschichte zu rekonstruieren. ….“

Beiträge mit regionalem Bezug:
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Sonderführung durch die Ausstellung „Kunst und Kultur im Bergbau“

Bergbau beendet – Tradition der spezifischen Kultur bleibt


„Hier geht ein Stück deutscher Geschichte zu Ende,“ sagte Frank-Walter Steinmeier, als es am 21. Dezember für das letzte Bergwerk im Ruhrgebiet „Schicht für immer“ hieß. Man nehme Abschied von einer Epoche, so der Bundespräsident.
In der Erinnerung wird vieles aus der Bergbau-Tradition lebendig bleiben: Die besondere Verbundenheit der Kumpel untereinander, die sich auf Gedeih und Verderb, auf Leben und Tod, auf den anderen verlassen können mussten. Daraus, und aus der Last eines schweren Lebens und eines harten Alltags erwuchsen ganz eigene Traditionen, die auch die Kunst und Kultur im Bergbau prägten.
Eine Ausstellung, die sich genau diesem Thema widmet, ist derzeit im Freudenberger 4Fachwerk-Mittendrin-Museum zu sehen. Über 180 Exponate aus fünf Jahrhunderten hat Kurator Gottfried Theis für diese einmalige Präsentation zusammengetragen. Er zeigt Kunstobjekte wie Gebrauchsgegenstände; sakrale und profane Ausstellungsstücke wechseln sich ab.
Gottfried Theis befasst sich schon seit Jahren mit der Bergbaukultur, ihren Sitten und Bräuchen. Insofern weiß er zu den einzelnen Exponaten wie zu den besonderen Ausdrucksformen detailreich zu berichten. Die Gelegenheit, von seinem Wissen zu hören, bietet sich am Sonntag, 6. Januar 2019, um 15:30 Uhr: Das Museum lädt zu einer Sonderführung mit dem „Ausstellungsmacher“ ein.
Der Eintritt beträgt 3 Euro. Die Ausstellung in der Freudenberger Altstadt ist noch bis zum 14. Januar 2019 zu sehen.

Quelle: 4Fachwerk, Mitteilung an die Medien, 27. Dezember 2018

Literaturhinweis: „Andreas Schreiber: Familienbuch Schreiber.

Eine Zusammenstellung der Nachkommen des Hen Schreiber und des Enders Schreiber aus Ferndorf (Siegerländer Familienarchiv Band 2, im Auftrag des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins hrsg. von Gerhard Moisel), Possendorf: Selbstverlag 2018, geb., 473 Seiten, 41,00 Euro (plus evtl. Porto).

Nach vielen Jahren Forschung ist es nun geschafft und das Familienbuch
Schreiber liegt im Druck vor. Durch die intensive Auswertung der Siegerländer Kirchenbücher ist es gelungen, viele Zweige der großen Familie Schreiber bis zu ihrem Ursprung in Ferndorf zurückzuführen.

Als Stammväter konnten Hen Schreiber (+ Ferndorf vor 1588) und Enders (Andreas) Schreiber (+ Ferndorf vor 1617) nachgewiesen werden. Von ihnen stammen zahlreiche Nachkommen im nördlichen Siegerland ab, aber auch in den Kirchspielen Oberfischbach, Oberholzklau und Freudenberg. Ähnliches gilt für die Namensträger in Müsen und Wilnsdorf. Seit dem Ende des 19. Jhs. hat sich die Familie auch außerhalb des Siegerlandes stark verbreitet. Viele Familienzweige konnten bis in die neueste Zeit berücksichtigt werden – sofern dies mit der neuen Datenschutzgrundverordnung vereinbar ist.

Das Familienbuch Schreiber ist im Selbstverlag des Verfassers erschienen. Es kostet 41,00 Euro (plus Porto) und kann direkt bei ihm bestellt werden, Andreas Schreiber, Tel. 035206/23541 oder apg.schreiber@t-online.de. Es kann auch (nach telefonischer Rücksprache, 0271/5004-281) bei Gerhard Moisel im Kreiskirchenamt Siegen, Burgstr. 21, 57072 Siegen) abgeholt werden.“

Quelle: Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein, Aktuelles, 21.12.2018