Willy Brandt in den Kreisen Siegen und Wittgenstein

„Kaperfahrt des Herzens“ im Juni 1961.

Sieg-Lahn-Str. in Feudingen, Quelle: A. B. / K. L. B., Bad Laasphe


Am Donnerstag, den 15. Juni 1961, besuchte Willy Brandt als Regierender Bürgermeister von Berlin und Vorsitzender des Deutschen Städtetags im Rahmen einer Informationsreise durch die Bundesrepublik – wohl auch einer Wahlkapmpfreise, da Brandt Gegenkandidat Konrad Adenauers im Bundestagswahlkapmpf 1961 war –  das Siegerland und das Wittgensteiner Land.
Brandt traf morgens in (Siegen-)Niederschelden ein. Nach der Begrüßung durch den dortigen Bürgermeister besuchte er die Siemag-Werke in (Siegen-)Eiserfeld. Es folgte eine Begrüßung auf der Treppe des Siegener Rathauses Der Besuch des Eisenbahnausbesserungswerk in Siegen stand danach auf dem Tagesplan. In der Bismarckhalle in (Siegen-)Weidenau folgte ein Gespräch mit Siegerländer Geistlichen. NAch einem kurzen Imbiss besuchte Willy Brandt anschließend die Stahlwerke in (Siegen-)Geisweid. Über (Kreuztal-)Buschhütten, Kreuztal, (Kreuztal-)Fernsorf, (Hilchenbach-)Dahlbruch und (Hilchenbach-)Grund ging es nach Hilchenbach zu einer Pressekonferenz, die die Eindrücke Brandts vom Siegerland reflektierte. Weiterlesen →

Dieter Bald: Recherchen zu Dr. med. Paul Guder (1855 – 1925)

Wittgensteiner Kreisblatt vom 30.01.1889

Dieter Bald fragte nach weiteren Informationen zu Dr. Paul Guder, der von 1889 bis 1925 Kreisarzt des Kreises Wittgenstein war, an. Sein derzeitiger Forschungsstand darf hier freundlicherweise veröffentlicht werden: Dr. Paul Guder Nachruf 1925 .

In den Beständen des Kreisarchivs selbst fanden sich keine einschlägigen Unterlagen, so daß an die Archive verwiesen werden musste, die sich aus dem bisher Ermittelten ergeben.

„Macht die Emanzipation Frauen zu Terroristinnen?“

Helge Pross „zu Gast“ im Unteren Schloss Siegen

Helge Pross lehrte von 1976 bis 1984 als Professorin an der Universität Siegen und war Vorreiterin der Frauen- und Geschlechterforschung. Die Uni Siegen widmet der Soziologin nun eine Ausstellung in ihrer Teilbibliothek Unteres Schloss.

„Macht die Emanzipation Frauen zu Terroristinnen?“ So lautete im September 1977 die Überschrift zu Helge Pross‘ Kolumne in der Zeitschrift Brigitte. Helge Pross ist zwar bereits 1984 gestorben, aber die Forschung und Ideen der ehemaligen Siegener Professorin sind immer noch aktuell. Deshalb widmet die Uni Siegen der Soziologin und Publizistin seit dem 17. April und bis zum 16. Mai eine Ausstellung in der Teilbibliothek Unteres Schloss. „Wenn man sich die Publikationen der PreisträgerInnen des Helge-Pross-Preises anschaut, fällt auf, dass sich die WissenschaftlerInnen immer noch mit denselben Fragen beschäftigen, wie Helge Pross vor über 40 Jahren“, sagt Jessica Stegemann von der Universitätsbibliothek Siegen, die für die Ausstellung verantwortlich ist. „Aber nicht nur das: Auch die Forderungen, die die WissenschaftlerInnen zur Gleichberechtigung stellen, sind selbst nach vier Jahrzehnten noch fast dieselben.“ Dies führt die Helge Agnes Pross Ausstellung den BesucherInnen vor Augen. Denn die Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit Leben, Forschung und Wirkung der Soziologin, sondern stellt auch die bislang sechs PreisträgerInnen des Helge Pross Preises und deren Forschungen vor. Weiterlesen →

Literaturhinweis: Rosine De Dijn “ …. Warum Peter Paul Rubens in Siegen geboren wurde?“

„Als die Geusen, niederländische Rebellen auf der Flucht vor der Rache des bigotten spanischen Regimes, das „hillige Köln“ ansteuerten, wurden sie von den Rheinländern zunächst als Bettler und Habenichtse abgewiesen. Sie alle erlebten bittere Jahre im Exil. Auch Jan Rubens und Maria Pypelinckx, die Eltern des berühmten Barockmalers. Aber nicht nur die Vertreibung aus dem geliebten Antwerpen, sondern auch die Affäre des Rechtsgelehrten mit der Frau Wilhelm von Oraniens, Anna von Sachsen, stürzte die Familie Rubens in höchste Nöte. Seine Gattin bewahrte ihn mit großem diplomatischem Geschick vor dem Gang zum Schafott. So wurde schließlich in der Bannmeile der Burg Siegen ein kleiner Peter Paul geboren. Anna von Sachsen dagegen bezahlte den vollen Preis für den sogenannten Fehltritt. Bekam die Unglückselige von ihrem Liebhaber Jan Rubens eine Tochter? Wie auch immer. Anna wurde von ihrer Familie verstoßen und starb völlig vereinsamt mit nur 33 Jahren. Die ganze Geschichte wurde über Jahrhunderte totgeschwiegen.“ Weiterlesen →

Willy Brandt Richtung Sieg(en) – aber wo?

Im Sommer 1969 startete Willy Brandt als Kanzlerkandidat der SPD mit seinen ersten öffentlichen Wahlkundgebungen in den Bundestagswahlkampf. Ein Foto, das ihn wortwörtlich siegesgewiss an einem Bundesstraßen-Wegweiser Richtung Siegen zeigt, diente in den folgenden Jahr(zehnt)en gelegentlich dazu, die Aufbruchstimmung der ersten sozialliberalen Regierungskoalition zu illustrieren und hat seitdem eine gewisse ikonographische Bedeutung erlangt – obwohl oder gerade weil das genaue Datum im Laufe der Zeit verloren ging.

Im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung haben wir uns nun gefragt: wann genau entstand das Foto und wo stand der Wegweiser?

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Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist neue Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen beim LWL

Der bisherige Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen Prof. Dr. Wilfried Reininghaus und seine Nachfolgerin Dr. Mechthild Black-Veldtrup.
Foto: LWL/Beyer

Die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragene Historische Kommission für Westfalen hat eine neue erste Vorsitzende: Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist von der Mitgliederversammlung der Kommission heute in Beckum zur Nachfolgerin von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus gewählt worden. Reininghaus hatte nach 15 Jahren an der Spitze der Kommission nicht wieder für den Vorsitz kandidiert. Der zweite Vorsitzende, Prof. Dr. Werner Freitag, wurde in seinem Amt bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Dr. Thomas Tippach, Dr. Stefan Pätzold und Dr. Andreas Neuwöhner.

Traditionell arbeitet die Kommission eng mit den beiden Abteilungen des „Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalen“ und dem Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen (früher Staatsarchiv Münster) zusammen. In beiden Bereichen ist die neue Vorsitzende sehr erfahren: Seit 2004 ist sie Leiterin des Landesarchivs NRW in Münster, seit 2008 zudem Vorsitzende des Altertumsvereins (Abteilung Münster). Black-Veldtrup ist seit der Gründung der Kommission 1896 die erste Frau an der Spitze der Historischen Kommission. Die 1960 in Freiburg im Breisgau geborene Historikerin studierte in Freiburg, Münster und Canterbury Geschichte, Anglistik, Politologie und Pädagogik. 1993 wurde sie in Münster bei Joachim Wollasch promoviert, anschließend besuchte sie die Archivschule in Marburg. 1998 trat sie ihren Archivdienst im damaligen Staatsarchiv in Düsseldorf an, 2002 wechselte sie nach Münster. Weiterlesen →

Vortrag: Dr. Ulrich F. Opfermann / Torsten Thomas: „Widerspruch und Widerstand im Nationalsozialismus“

Protestkundgebung in Holzhausen am 12. August 1932 während der Beisetzung des ersten Opfers des nationalsozialistischen Terrors im Siegerland. Der Sozialdemokrat Siegfried Betz war am 25. Juli 1932 von der SA angeschossen worden und erlag am 8. August 1932 seinen Verletzungen (Vorlage: Heimatverein Holzhausen).

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 19. April 2018, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Dr. Ulrich F. Opfermann wird dann zusammen mit Torsten Thomas ein Internetprojekt vorstellen, das die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Siegerland-Wittgenstein erstellt hat. Der Vortrag widmet sich in zum Teil sehr detaillierten Kurzbiografien den Frauen und Männern in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Widerspruch und/oder im Widerstand zum Nationalsozialismus standen. Viele von ihnen waren Verfolgung, Misshandlung und Haft ausgesetzt. Die Verfolgung konnte im Tod enden. Jede Biografie wird durch präzise Quellenangaben ergänzt. Im Vortrag werden das Projekt als Ganzes und einige Biografien exemplarisch vorgestellt. Weiterlesen →

Literaturhinweis: Jean-Yves Mariotte: „Philipp der Großmütige von Hessen (1504-1567).

Fürstlicher Reformator und Landgraf.“ Übersetzung: Sabine Albrecht. 301 S. zahlr. farb. Abb., Marburg 2018, ISBN 978-3-942225-40-3.

Eng an den Quellen orientiert schildert der Autor das Leben des fürstlichen Reformators Philipp von Hessen. Sein Werk ist weder reine Faktensammlung noch bloße chronikalische Aneinanderreihung der Ereignisse, sondern eine historische Biographe im besten Sinne. Die Lektüre lässt die kraftvolle und zugleich vielschichtige und ambivalente Persönlichkeit Philipps als Kind seiner Zeit lebendig werden, einer Zeit des dramatischen Umbruchs und des Aufbruchs.
Die Beziehungen Philipps zu seinen Wittgensteiner und Nassauer Nachbarn lassen die Biographie auch hier lesenswert erscheinen.

Quelle: Historische Kommission für Hessen