Fremde Heimat – szenische Führung zur Zwangsarbeit im Siegerland in der Zeit des Nationalsozialismus

Sonntag, 15. Dezember, 16.00 Uhr, Ort und Dauer werden in der lokalen Presse bekannt gegeben.

Im Jahr 1944 war jeder dritte Arbeitnehmer im Siegerland ein Zwangsarbeiter. Auf den Friedhöfen des Siegerlandes finden sich ihre Spuren – so wurden zwischen 1940 und 1945 ca. 1.000 sogenannte Fremdarbeiter hier begraben – darunter Kleinkinder, Jugendliche, Mütter, Väter, Menschen aus Frankreich, Italien, aber vor allem aus Russland, der Ukraine, aus Polen. Das Jugendensemble von „Junges Theater Siegen“ hat sich nach der Auseinandersetzung mit der Verfolgung jüdischer Siegerländer im Theaterstück „Unheimliche Heimat – Stolpersteine der Erinnerung“ nun zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an die bis zu 12.000 Menschen, die in der Zeit des NS als ZwangsarbeiterInnen aus ganz Europa in unserer Region ausgebeutet wurden, wach zu halten. Dazu wurden Zeitzeugen befragt, Texte gelesen, Friedhöfe besucht und daraus eine szenische Führung erarbeitet, die den Besuchern Einblicke in Sichtweisen und Lebensläufe sowohl von Zwangsarbeitern als auch von Siegerländer Bürgern geben soll.

Gemeinsam mit Junges Theater Siegen e. V.

Quelle: Aktives Museum Südwestfalen, Veranstaltungen

„Ge(h)denken“

Ein Tag des Erinnerns und ein Tag, aufzustehen und Gesicht zu zeigen.
Mo, 16.12.2019 (20:00 Uhr), Apollo-Theater, Siegen

„16. Dezember 1944: Die Stadt Siegen erlebt die schrecklichsten Minuten ihrer Geschichte. Über 50.000 Bomben werden abgeworfen, die Stadt versinkt in Schutt und Asche. Hunderte Menschen sterben im Bombenhagel jenes Krieges, der unerbittlich seinen Weg zurück zum Ursprung findet – nach Deutschland. Als breiter Zusammenschluss der Stadtgesellschaft gestaltet das „Siegener Bündnis für Demokratie“ seit 2008 diesen Gedenktag – auch mit dem Ziel, einen Missbrauch dieses Datums durch rechtsextreme, rechtsradikale und rechtspopulistische Organisationen zu verhindern. 2019 jährt sich dieser erschütternde Tag zum 75. Mal. Die jungen Theater der Stadt – das Bruchwerk Theater, das JAp und das Junge Theater Siegen – greifen dies auf und durchleuchten die Schrecken dieses absurden Krieges mit Textcollagen und Klanginstallationen auf der Apollo-Bühne. Ausgewählte Texte setzen sich natürlich auch mit dem Heute auseinander. Denn: An der Sprache sind sie zu erkennen, die neuen Hetzer und Treiber. Bündnisse für Demokratie sind nötiger denn je. – Wie erschreckend!“
Quelle: Apollo-Theater, Siegen, Veranstaltungen

Exkursion des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins nach Netphen am 23. November 2019

Heinz Stötzel mit der Ersterwähnungsurkunde Netphens vom 9.6.1239

Bei ruhigem Herbstwetter war Netphen, ehemalige Urpfarrei und Zentralort des Kirchspiels Netphen, am 23. November 2019 das Ziel der Exkursion des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins. Nach der Begrüßung durch Wilfried Lerchstein erläuterte Heinz Stötzel auf dem Marktplatz in Obernetphen zunächst die Hintergründe der sog. Schusterschlacht, die hier 1584 stattgefunden hat. Trotz des fehlenden Marktrechts waren hier regelmäßig Märkte durchgeführt worden, die der Siegener Schuhmacherzunft ein Dorn im Auge waren. Die Spannungen eskalierten damals schließlich in einer wilden Keilerei.
Vorbei an der von dem Künstler Bernd Heinemann 2014 fertiggestellten Gerberstatue und dem mittlerweile verschlossenen Eingang zu dem in den Kirchberg getriebenen Stollen ging es anschließend durch das schmiedeeiserne Kirchhoftor hinauf zur ev. Martinikirche. Dort angekommen, legte Heinz Stötzel, der hier 34 Jahre lang Kirchmeister war, anhand des mitgebrachten Nachdrucks der Patronatsurkunde vom 9. Juni 1239 dar, dass darin eine Kirche zu Nepphe und damit der Ort Netphen erstmals urkundlich erwähnt wurde. Graf Heinrich II. von Nassau, genannt der Reiche, hatte seinen Lehensmann Friedrich vom Hain, genannt der Trierer, mit dem vererblichen Patronatsrecht an der Kirche zu Netphen ausgestattet. Friedrich hatte auf seinem Grund und Boden ein Keppel (Capella) genanntes Prämonstratenserinnenkloster gestiftet. Er bat seinen Lehnsherrn, seine Rechte an der Netphener Kirche dem von ihm gegründeten Kloster Keppel zu überschreiben. Dies geschah am 6. Juni 1239 durch die Urkunde des Grafen Heinrich. Deshalb zählten auch der Arnsteiner Abt Theoderich (Dietrich) und der Prior Heinrich von Keppel zu den Zeugen dieser Urkunde. Die Kirche in Netphen verlor den eigenen Pastor und sämtliche Einkünfte und war nun von der wohlwollenden Unterstützung des Klosters abhängig. Es ist gut vorstellbar, dass deswegen zu Beginn des 14. Jh. die Kirche baufällig wurde und das Kirchenschiff abgerissen werden musste. Weiterlesen

Ausstellung „Vom Bauhaus zum AppHaus – kreative Spielräume gestern und morgen“

Zum Bauhaus-Jubiläum zeigt die SAP bis 28. Mai 2020 mit der Kunstausstellung „Vom Bauhaus zum AppHaus – kreative Spielräume gestern und morgen“, wie eine vor 100 Jahren geschaffene Kreativitätskultur Einfluss bis in unsere heutige Arbeitswelt nimmt.

Das Bauhaus, 1919 in Weimar gegründet um in der Zusammenführung von Kunst, Architektur und Handwerk eine neue Formensprache zu entwickeln, gilt als die einflussreichste Kunst- und Designschule des 20. Jahrhunderts. Bis heute inspiriert das Bauhaus in großem Umfang nicht nur diese drei Disziplinen sondern auch die Art und Weise, wie diese Disziplinen unterrichtet werden. Die pädagogische Lehre am Bauhaus stellt eine Schlüsselstelle für die Entwicklung einer neuen modernen Vision der Kunst- und Wissensvermittlung dar. Die Bauhaus-Meister Walter Gropius und Johannes Itten regten bei ihren Schülern das tief verankerte Bedürfnis des Menschen nach kreativem Ausdruck an und erkannten das weitreichende soziale und gestalterische Potentials des Spiels. Weiterlesen

„Siegener Beiträge“ 24 erschienen

Die “Siegener Beiträge” sind mit ihrem 24. Band erschienen. Das neue Jahrbuch der Geschichtswerkstatt Siegen e.V. widmet sich schwerpunktmäßig dem zeitgeschichtlichen Thema “1968” in Siegen. Dabei steht die Zahl lediglich als Chiffre für vielfältige Entwicklungen der 1960er Jahre in Politik und Gesellschaft, wie beispielsweise der Protest gegen den Vietnam-Krieg, die antiautoritäre Bewegung, die sexueller Befreiung oder der Kampf gegen die Notstandsgesetze. Inwieweit der “Geist” von 1968 auch durch Siegen wehte, versucht das Jahrbuch durch drei Artikel von Zeitzeugen einzufangen. Damit soll ein erster Anstoß gegeben werden, ein bislang unbeachtetes Thema der lokalen jüngeren Zeitgeschichte aufzuarbeiten. Weiterlesen

„kinder sollen einen raum haben, in dem sie das sein können, was sie wollen“

Vortrag zu Alma Siedhoff-Buschers Entwürfen für das Kinderzimmer im Haus am Horn
8.12.2019, 16:00, Museum für angewandte Kunst Köln

Das Schachspiel von Josef Hartwig, der „Farbenmischer“-Kreisel von Ludwig Hirschfeld-Mack und das „Schiff-Bauspiel“ von Alma Siedhoff-Buscher mit seinen glatten, bunten Holzbauklötzchen sind heute Spielzeugklassiker, die am Bauhaus entworfen wurden und teils heute wieder im Handel zu finden sind. Der Vortrag stellt von Bauhäuslerinnen und Bauhäuslern gestaltetes Kinderspielzeug vor und beleuchtet dabei allen voran das Werk Alma Siedhoff-Buschers. Es wird den Fragen nachgegangen, wie diese Spielzeuge entstanden, was sich über ihre zeitgenössische Popularität und Rezeption sagen lässt, und womit Kinder in den 1920er und 1930er Jahren überhaupt gespielt haben.

Vortrag von Anna Lienert M.A., Oberhausen
Eintritt: € 3,-, Eintritt frei für Studierende und Overstolzen Foto: © Anna Lienert
Für: Erwachsene | Von: Museum für Angewandte Kunst |Treffpunkt: Overstolzensaal | Preis: € 3,00 | Rahmenprogramm zu: „2 von 14. Zwei Kölnerinnen am Bauhaus“, 12.04.2019 – 11.08.2019

Informationen zur Referentin: Weiterlesen

Ausstellung „Honoré Daumier – Die menschliche Komödie“.

Honoré Daumier, Robert Macaire als Arzt, 1836, Handkolorierte Lithografie © Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Noch bis zum 5. Januar 2010 zeigt das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss in Kooperation mit der Sparkasse Siegen und dem Picasso Museum Münster die Ausstellung „Honoré Daumier – Die menschliche Komödie“.

Honoré Daumier (1808-1879) gilt als der humorvollste Chronist des modernen Massenzeitalters. Mit spitzer Feder beschreibt der Karikaturist Charaktere und ihre menschlichen Schwächen, die auch heute noch sehr aktuell sind. Der berühmte französische Schriftsteller Honoré Balzac gab ihm deshalb den ehrenvollen Beinamen „Michelangelo der Karikatur“. Weiterlesen

Ausstellung des Kreuztaler Gymnasiums in der Stadtbibliothek

„Die anlässlich der beiden Festabende des Gymnasiums in der Turn- und Festhalle Buschhütten erarbeitete Ausstellung zu „50 Jahre Gymnasium in Kreuztal“ ist in die Stadtbibliothek Kreuztal gewandert. Im Foyer der Bibliothek werden auf 17 Tafeln Personen, Ereignisse und Entwicklungen aus der Schulgeschichte illustriert. Das Themenspektrum reicht von „Der Weg hin zur Errichtung der Schule 1969“, „Abitur 1978 und 2019 im Vergleich“, „Theaterwochen am FFG und SGK“, „Wandmalereien der Abiturjahrgänge“, „Schulfeste“, „Erfolge bei Wettbewerben“, „Soziales Engagement“ u.a.m. Eine Tafel beschäftigt sich auch mit der Debatte um den Schulnamen und der Umbenennung im November 2008″ [Anm. des Admin: von Friedrich-Flick-Gymnasium in Städtisches Gymnasium].
Die Ausstellung wird bis zum 10. Januar 2020 in der Stadtbibliothek zu sehen sein.
Quelle: Städtisches Gymnasium Kreuztal, Aktuelles, 21.11.2019

Siegener Forum: Schwanger oder nicht?

Das aktive Eingreifen des Herzogtums Westfalen zur Bestätigung der vermuteten Schwangerschaft der Fürstin Leopoldine von Nassau-Siegen im Jahr 1735

Nordostansicht auf das Obere Schloss im Jahr 1913. Stadtarchiv Siegen, Bestand 702, Fo 266.

In der kommenden Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 5. Dezember 2019 um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen wird sich die Bochumer Historikerin Christina Schröder M.A. mit einem handfesten Skandal beschäftigen, der sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Oberen Schloss zutrug und die Justiz des Heiligen Römischen Reiches beschäftigte. Die Rede ist von der fingierten Schwangerschaft der verwitweten Fürstin Leopoldine Ernestine zu Nassau-Siegen, die wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes Franz Hugo Fürst zu Nassau-Siegen im März 1735 behauptete, schwanger zu sein und daraufhin den Wiener Reichshofrat wissen ließ, dass die Erbfolge im katholischen Teil von Nassau-Siegen gesichert sei. Da die Ehe der beiden katholischen Hochadligen bislang kinderlos geblieben war, drohte ihr Landesteil nach dem Tod Leopoldines an die reformierte Linie des Fürstentums Nassau-Siegen zu fallen, während er durch die Geburt eines männlichen Nachkommens in katholischem Besitz geblieben wäre. Der delikate Fall erregte großes Aufsehen. Ende Oktober 1735 besetzte sogar ein Militärkontingent das Obere Schloss, um das Umfeld Leopoldines kontrollieren zu können. Ein besonderer Fokus des Vortrags an diesem Abend soll auf die Beziehungen zwischen dem katholischen Fürstentum Nassau-Siegen und dem Herzogtum Westfalen gelegt werden. Das im Norden an Nassau-Siegen grenzende, hauptsächlich katholische Westfalen hoffte nämlich auf eine Bestätigung des Schwangerschaftsverdachts und unterstützte aktiv und auf vielfältige Weise die Interessen der katholischen Dynastie.

Christina Schröder M.A. (geboren 1991) absolvierte von 2013 bis 2016 ihr Masterstudium der Geschichtswissenschaft und der Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Seit April 2017 betätigt sie sich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit & Geschlechtergeschichte und arbeitet als Promotionsstudentin der RUB Research School an ihrem Dissertationsprojekt „Der weibliche Körper als Objekt politisch-dynastischer Verhandlungen – Perspektiven auf angebliche und tatsächliche Schwangerschaften hochadeliger Witwen im 17. und 18. Jahrhundert“. Weiterlesen

Ringvorlesung: Historische Perspektiven: Von der Frauen- zur Geschlechtergeschichte

27.11.2019, 14 – 16 Uhr, Universität Siegen, AR B 2104/05

In der diesjährigen Ringvorlesung „Genderforschung spannt den Fächer auf“ der Gender Studies an der Universität Siegen stellt Prof´in Bärbel Kuhn die historische Entwicklung der gender studies vor.