Erinnerung an die Reichspogromnacht und die jüdischen Opfer der NS-Diktatur in Wittgenstein

Trotz Corona-Einschränkungen waren in Erndtebrück, Bad Berleburg und Bad Laasphe überall Jugendliche beteiligt

Im Beisein von Rainer Becker (links) vom örtlichen Christlich-Jüdischen Freundeskreis legte Bürgermeister Dirk Terlinden eine weiße Rose zur Erinnerung an den Stolpersteinen für die Familie Präger ab. Foto: Evangelischer Kirchenkreis Wittgenstein

„Auch wenn die Corona-Pandemie das Pogrom-Gedenken in diesem Jahr deutlich komplizierter als gewohnt machte, fanden in allen drei Wittgensteiner Kommunen am Montag Veranstaltungen statt, um hier vor Ort an die Vorgänge vor 82 Jahren am 9. November 1938 zu erinnern. Der Rahmen war durch die notwendigen Beschränkungen kleiner, aber den Anfang machte wie immer Erndtebrück. Grundschule und Realschule wechseln sich in der Gestaltung des Gedenkens ab, diesmal war die Realschule am Zug. Nicht im großen Klassenverband kamen die Jugendlichen an die Bergstraße zur Gedenktafel für die zehn jüdischen Erndtebrücker, die den Nazis zum Opfer fielen. Die Schüler der 10b hatten sich vorher für den Tag mit dem Thema „Erinnern“ beschäftigt. Nur Schulleiterin und Religionslehrerin Darjana Sorg und Schülersprecherin Julia Schmidt waren vor Ort, sie hatten ein Mobile mit unterschiedlichen Erinnerungs-Gedanken der Schüler und zehn Kerzen in Gläsern mit den Namen der Opfer dabei. Diese sind nun für kurze Zeit, wie es das Wetter zulässt, hier zu sehen, um Vorbeifahrende und Vorbeigehende auf den besonderen Tag hinzuweisen. Mit den Beiden waren Bürgermeister Henning Gronau und Pfarrerin Kerstin Grünert zum Gedenken an der Bergstraße. Die kleine Veranstaltung endete mit dem abgespielten israelischen Volkslied „Hevenu Shalom Alechem“, der Bitte um Frieden für alle. Weiterlesen

Musiktipp: Fritz Buschs Wiener Beethoven-und Haydn-Aufnahmen 1950

Im Oktober 1950 ging Fritz Busch nicht nur ins Schallplattenstudio für das heute vergessene Label Remington, um Beethoven und Haydn einzuspielen; mit den Wiener Symphonikern konzertierte er auch mit Beethovens Siebter Sinfonie. Als weiterer Beitrag zum Beethoven-Jahr werden nun diese Einspielungen in neuer Restaurierung bei Pristine Audio vorgelegt.

„FLECKER ZWITSCHER-RALLYE bis 30. November 2020“


„Aufgepasst! Ab sofort heißt es: Den Alten Flecken entdecken mit schönen Geschichten!

In der Marktstraße, der Mittelstraße, der Unterstraße und der Poststraße im Alten Flecken gibt es nun zwölf neue „Bewohner“ in Form von knallbunten Nistkästen, gebaut von einem echten Flecker und bestückt mit ganz besonderem Inhalt: Die FRids-Aktiven haben recherchiert und alte Flecker interviewt, die so einiges zum Leben im Alten Flecken zu erzählen hatten. So entstand eine Sammlung interessanter und lustiger Geschichten, die nun in den Zwitscher-Kästen nachzulesen sind und zusätzlich anschaulich gemacht werden durch alte Fotos und Mini-Requisiten. Für Erwachsene wie auch für (größere) Kinder sind die Geschichten gleichermaßen lohnenswert!

Bis zum 30.11.2020 hat jeder die Möglichkeit zu jeder Zeit, kostenfrei und „auf Abstand“ (allein oder mit der Familie) diese besondere Rallye für sich zu entdecken. Dazu hat man zwei Möglichkeiten:

Man kann einfach nur die Nistkästen aufsuchen und die Geschichten lesen oder:
Man startet an einem der 3 blauen „Info“-Kästen, nimmt eine Karte mit, sucht alle Zwitscherkästen, liest die

Geschichten, beantwortet die Fragen, trägt die Lösungsbuchstaben auf der Karte ein und steckt sie in den FRids-Briefkasten in Höhe der „Fleckerei“ in der Marktstraße.

Eine kleine Belohnung und vielleicht wieder neu entdecktes Wissen über unseren „Alten Flecken“ sind Euch garantiert.

Wichtig: Jeder, der die Rallye machen möchte, sollte möglichst einen eigenen Stift mitbringen!

Wir freuen uns auf viele Guck-Loch-Leser!

Das Projekt Zwitscher-Rallye ist ein Geschenk an alle Besucher des Alten Fleckens!

Realisiert wurde sie mit der Spende der dm-Sozialaktion „HelferHerzen 2020“
Quelle: Frids e.V., Veranstaltungen

Wikipedia-Eintrag zu Ferdinand Christian Coridon (1736 – 1819)


Haus Coridon in Bad Berleburg; Dieter Bald, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Dieter Bald verfasste bereits im vergangenen Herbst einen Wikipedia-Eintrag zu Ferdinand Christian Coridon, der als Kind afrikanischer Sklaven nach Holland verschleppt wurde und später als Fruchtschreiber und Bauverwalter eine erstaunliche Karriere am gräflichen Hof der Residenzstadt Berleburg machte.

s. Bald, Dieter: Caspar und Coridon – Erinnerung an zwei „Mohren“ der Residenzstadt Berleburg im 18. Jahrhundert. Wittgenstein, Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins,Jg. 107, Aug. 2019, Bd. 83, H. 2

„Netpher Kalender“ 2021: „Netphen . . . bedeutende Unternehmen, so wie die früher waren.“


„Hier wurden viele alte Bilder von Industrie und Unternehmen im Netpherland zusammengetragen. Viele Bilder und die Texte stammen aus der Doktorarbeit von Dr. Peter Vitt, der diesbezüglich ein umfassendes Fachwissen hat.

Im Kalender findet man auch einige Firmen und Standorte die heute in Vergessenheit geraten sind. Als Beispiel die Grube Schnellenberg in Netphen-Beienbach, wo schon 1715 Erz gefördert wurde. Aber auch Unternehmen die von der Schmiede zum Großunternehmen herangewachsen sind, wie die Firma Flender Flux, in Netphen Deuz, die auf eine über 250-jährige Firmengeschichte zurückblicken kann. Weiterlesen

Heute vor 79 Jahren: Ermordung Walter Krämers

Quelle: ITS Arolsen, 1.1.5.3/KRAI KRANS/00127507/0005, Archivnummer 9999)

Zur Beantwortung von Recherchen zur Biographie Walter Krämers, der vor drei Jahren zur bedeutendsten Persönlichkeit des Kreises Siegen-Wittgenstein gewählt wurde, hat das Kreisarchiv bereits  einige Jahre eine Dokumentation zuvor erarbeitet, die ab heute als PDF eingesehen werden kann: WalterKrämer

Literaturhinweis: Monographie zur Montanarchäologie des Siegerlandes erschienen

Umfangreicher Fundstellenkatalog und Darstellung des Forschungsstandes

Bereits seit 18 Jahren erforscht das Deutsche Bergbau-Museum Bochum zusammen der LWL-Archäologie für Westfalen sowie der Ruhr-Universität Bochum die eisenzeitliche Montanlandschaft im Siegerland, im südlichen Westfalen und im nordöstlichen Rheinland-Pfalz. Spätestens ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. – vermutlich aber bereits ab dem 5. Jahrhundert – bis zur Zeitenwende entwickelte sich eine auf Eisengewinnung spezialisierte Montanregion heraus.

Über 100 Jahre archäologische Forschungen erbrachten neben hunderten montanarchäologischen Fundstellen herausragende Aspekte, wie beispielsweise den Nachweis der größten Rennöfen ihrer Epoche in Europa oder eine zunehmend differenzierte Produktionslandschaft. Durch das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell geförderte Projekt „Latènezeitliche Eisenwirtschaft im Siegerland: Interdisziplinäre Forschungen zur Wirtschaftsarchäologie“ konnten großflächige Prospektionen durchgeführt, zahlreiche Ausgrabungen realisiert sowie mit weiteren Forschungskooperationspartnern interdisziplinär verschiedenste Aspekte der frühen Montanlandschaft sowie der Produktionskette vom Erz zum Eisen erforscht werden. Weiterlesen

Neue Informationen zur Gedenkstunde am „Platz der Synagoge“

„In Anbetracht der stark steigenden Infektionszahlen haben wir uns dazu entschieden auf eine große Präsenzveranstaltung, wie in der sonst üblichen Form, zu verzichten. Natürlich bedauern wir diesen Schritt zutiefst, aber Ihre und unsere Gesundheit ist uns sehr wichtig. Wir bitten Sie daher in diesem Jahr am Dienstag, 10.11.20, 16 Uhr nicht zum Platz der Synagoge zu kommen!

Natürlich werden wir auf keinen Fall auf das Gedenken verzichten und haben uns deshalb eine Alternative überlegt:

Wir werden die Gedenkstunde, mit wenigen Beteiligten, vor Ort halten und den Ablauf aufzeichnen. Das Ergebnis können Sie sich dann über einen Link auf unserer Homepage (www.cjz-siegen.de) und auch auf unserer Facebookseite (CJZ Siegen) anschauen.
Damit das Gedenken ein bisschen persönlicher werden kann, möchten wir Sie bitten (natürlich nur, wenn Sie möchten) im Laufe des Tages (am besten bis 16 Uhr), z.B. eine Rose auf dem Podest, wo normalerweise das Rednerpult steht, abzulegen. Weiterlesen

Wilhelm Hyazinth von Nassau-Siegen – Zeugenverhör aus dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Eine Podcastfolge des Hessischen Landesarchivs

„Als Fürst Wilhelm Hyazinth von Nassau-Siegen nach vielen Jahren 1740 aus Spanien nach Deutschland zurückkehrte, wurde er alten Männern seines Fürstentums gegenübergestellt, die ihn identifzieren sollten. In diesem Hörspiel bringen wir einen Ausschnitt aus dem Zeugenverhör. Es sprechen Mitarbeiter des Hessischen Landesarchivs. Link zum Digitalisat der Akte: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3360806

s. a. Stadtarchiv Siegen, Blick in die Bestände, Siegel des Wilhelm Hyazinth Fürst zu Oranien und Nassau-Siegen
s. a. siwiarchiv-Eintrag: „Die Karten auf den Tisch… Kurioser Aktenfund“