siwiarchiv-Adventskalender 2018/1

45 Jahre Kreisgeschichte auf Pergament: Das Goldene Buch des Kreises hat eine stolze Geschichte

Angela Merkel, Johannes Rau, Sylvia Neid, Dr. Wolfgang Schäuble – Sie alle waren bereits in Siegen-Wittgenstein zu Gast und haben ihre persönliche Unterschrift dagelassen – im Goldenen Buch des Kreises Siegen-Wittgenstein. Rund 700 Seiten zählt das historische Werk, das seinen ersten Eintrag am 8. August 1973 bekam. Los ging es mit einer Chronik der Städte und Gemeinden des Altkreises Siegen. „Über sektorenhafte Verwaltungsbezogenheiten hinweg und unter Verzicht auf amtliche und statistische Akribie sucht diese ‚Chronik von Kultur, Wirtschaft und Gemeinwesen‘ das historisch gewachsene Profil einer Kulturlandschaft zu zeichnen, die in besonderer Weise von einer ihr eigentümlichen gewerblichen Wirtschaft geprägt ist“, heißt es im Vorwort des damaligen Landrates Hermann Schmidt und Oberkreisdirektors Karlheinz Forster. Weiterlesen →

Literaturempfehlung: Helge Kleifeld: „Archive und Demokratie.

Demokratische Defizite der öffentlichen Archive im politischen System der Bundesrepublik Deutschland.
302 Seiten, 210 x 297 cm, ISBN 978-3- 939413-55-4, Essen 2018, Link zum Verlag.

Fazit aus der Rezension von Jens Heckl in der aktuelle Archivpflege für Westfalen und Lippe, S. 71: “ …. Insgesamt bietet die Arbeit eine Betrachtung der demokratischen
Aufgaben von Archiven aus politikwissenschaftlicher Sicht, wie sie im Archivwesen Deutschlands bisher nicht zu finden war. Darüber hinaus liefert sie interessante Denkanstöße und jede Menge Ansätze für Diskussionen. Hierbei sollten nicht nur Fragen der Rechtsfähigkeit und der durchaus problematischen Anbindung der Archive an die exekutiven Verwaltungen im Vordergrund stehen, sondern auch mögliche Spannungsfelder in der alltäglichen Archivarbeit unter den zum Teil konträr erscheinenden Einflüssen
aus der Informationsfreiheitsgesetzgebung (Recht auf Information) und EU-Datenschutz-Grundverordnung (Recht auf Vergessenwerden [durch Vernichtung von Information]). Man darf gespannt sein, was Kleifelds methodisch und didaktisch gut verständliche, jede Menge „Zündstoff“ bietende Dissertation für einen Disput in der Archivlandschaft entfachen dürfte.“

Zum Ansatz Kleifelds s. a. Archivalia v. 10.11.2011

Literaturhinweis: Christian Keitel: „Zwölf Wege ins Archiv

Umrisse einer offenen und praktischen Archivwissenschaft“, Stuttgart 2018.
285 S., 20 s/w Abb., 9 farb. Abb. Kartoniert
ISBN 978-3-515-12156-9

„In der heutigen Informationsgesellschaft sind wir mehr denn je auf die langfristige Verfügbarkeit von Wissen angewiesen. Den­ noch sind praktisch alle digital gespeicherten Informationen und fast alle seit 1840 erstellten Papierdokumente gefährdet. Zugleich gibt es keinen offenen und interdisziplinären Diskurs zu den relevanten Erhaltungsfragen. Ausgehend von diesem Befund beschreibt Christian Keitel zentrale Fragestellungen und Methoden einer künftigen Archivwissenschaft: Versteht man alle auf Erhaltung spezialisierten Einrichtungen als Archive, können Ansätze der klassischen Archivwissenschaft (Archival Science), der täglichen Praxis in den klassischen Gedächtnis­institutionen (Bibliotheken, Archive, Museen) und in der freien Wirtschaft, des Records Managements, der Digital Curation und der Informatik zusammengeführt und weiterentwickelt werden. Dafür liefert Keitel mit diesem Band wichtige Impulse: In zwölf Kapiteln diskutiert er die aktuellen Fragen der Archive zu Be­wertung, Erschließung, Archivierungsstrategien sowie Nutzung und verortet sie in ihrem historischen Kontext. Weiterlesen →

siwiarchiv-Statistik: 10.11. – 22.11.2018


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Der 13.11. war ein vielbesuchter Tag. Warum? An diesem Tag hat siwiarchiv in den sozialen Medien Facebook und Twitter auf einen älteren Eintrag zur Geschichte der Lahntalsperre verwiesen, da der Kreis Siegen-Wittgenstein tags zuvor den Einstieg in die Planungen zur Errichtung einer weiteren Talsperre verkündet hatte.

Wohin mit den regionalen Künstlernachlässen?

Ein Nachbericht

Dr. Karin Lingl vom Archiv für Künstlernachlässe sprach beim Kunstverein. Wolfgang Suttner moderierte. Foto: Eike Jungheim

‚Wohin mit der Kunst, bevor ich nicht mehr da bin? Wohin mit der Kunst, die ich geerbt habe?’ Fragen, die sich stellen, wenn es um Vor- bzw. Nachlässe geht, Künstlername und –werk bekannt, aber nicht so bedeutend sind, dass beide zwangsläufig im Museum landen oder sich mit Leichtigkeit auf dem Kunstmarkt behaupten. Es geht also um den Raum zwischen Atelier und Museum. Zum Thema „Das letzte Hemd hat keine Taschen – Wohin mit den Künstlernachlässen ?“ sprach auf Einladung des Kunstvereins Siegen im Rahmen der Reihe ‚Abends in der Galerie’ (Kooperation KulturSiegen & Kunstverein) Frau Dr. Karin Lingl vor ca. 50 Künstlern, Sammlern und Kunstinteressierten. Als Geschäftsführerin der Stiftung Kunstfonds zur Förderung der zeitgenössischen bildenden Kunst in Bonn leitet sie das Archiv für Künstlernachlässe im Kloster Brauweiler. Den regen Austausch von Fragen und Antworten zur Auswahl, Aufbewahrung, Vernichtung, Ausleihe, Weiterverkauf, Besteuerung und mehr moderierte Wolfgang Suttner, Sprecher des Deutschen Kunstrats in Berlin. Die Vorstellung der hervorragenden Einrichtung des Archivs, die ständig wächst, aber dennoch nur begrenzt gestiftete Nachlässe aufnehmen kann, diente letztlich dazu, ein bestens funktionierendes Modell als Vorbild auch für eine regionale Lösung schmackhaft zu machen. Den Besuchern war nämlich schnell klar, dass die Chance für die Auswahl eines Nachlasses zur Aufnahme ins Archiv der Stiftung nur ganz gering sein kann. Es lag folgerichtig auf der Hand, dass die Forderung nach einer regionalen Lösung geäußert wurde. Möglicherweise wird der Informationsabend zum Anlass genommen werden, eine Initiative auf die politische Schiene zu bringen.

Quelle: Kunstverein Siegen, Pressemitteilung

Novemberrevolution in der Amtsverwaltung Weidenau

“ …. Nach der Revolution vom 9.11.1918 bildete sich auch beim Amt ein Arbeiter- und Soldatenrat. Dieser riß die Polizeigewalt an sich und kontrollierte durch seinen Vorsitzenden Gustav Schultheis, Klafeld, alle Posteingänge und -ausgänge der Verwaltung und versah sie mit seinem Sichtvermerk. Er beanspruchte sogar das Recht, die amtlichen Schriftstücke zu unterschreiben. Dem Arbeiter- und Soldatenrat gehörten u. a. auch die späteren Polizeibeamten Forneberg, Dirlenbach und Jüngst an. Mit dem Aufruf des Rates der Volksbeauftragten vom 12.11.1918 an das deutsche Volk, der den Belagerungszustand aufhob und Freiheit für öffentliche Versammlungen, Meinungsäußerung, Religionsausübung usw. brachte, setzte die Gesetzgebung wieder ein. Durch die Verordnung über das Finanzgebahren der Arbeiter- und Soldatenräte vom 13.1.1919 mußten diese über alle vereinbarten Gelder genaue Rechnung legen. …..“
Quelle: Verwaltungsbericht des Amtes Weidenau vom Rechnungsjahre 1951 (1. April 1951 bis 31.3.1952), Weidenau 1953, S. 7

Zur Aktenkunde der Novemberrevolution im Allgemeinen s. Holger Berwinkel, 1918: Die Revolution im Geschäftsgang, in: Aktenkunde, 9. September 2018, https://aktenkunde.hypotheses.org/1071.

Errichtung eines Archivs der Sozialdemokratie für den Kreis Siegen-Wittgenstein

Antrag der SPD Neunkirchen/Siegerland für den SPD-Unterbezirksparteitag am 10.11.2018:

„Der erweiterte Vorstand des SPD-Gemeindeverbandes Neunkirchen hat in seiner Sitzung am 8. Oktober 2018 einstimmig beschlossen, den folgenden Antrag an des SPD-Parteitag zu stellen:
Der Parteitag des SPD-Unterbezirk Siegen Wittgenstein beauftragt den Unterbezirks-Vorstand, die SPD-Kreistagsfraktion und den SGK-Kreisvorstand, sich zeitnah für die Erstellung eines Archivs einzusetzen, in dem u.a. Dokumentationen, Aktionen, Veranstaltungen, Broschüren u.a.m. der SPD-Ortsvereine und Stadtverbände, des Unterbezirks, der Kreistagsfraktion und des SGK-Kreisverbandes gesammelt und aufbewahrt wird.
Begründung:
Bei der Erstellung einer Chronik des SPD-Gemeindeverbandes Neunkirchen aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des damaligen Gemeindeverbandes „Freier Grund“ ist uns und unseren Vorstandsmitgliedern nochmals bewusst geworden, dass viele SPD-Aktionen, Veranstaltungen, Dokumentationen u.v.a.m. unserer Orts- und Stadtverbände sowie des Unterbezirks drohen in Vergessenheitzu geraten. Weiterlesen →