Online: „Forum“, Ausgabe 2022, des Bundesarchivs

Beiträge des aktuellen Hefts reflektieren die Rolle der Archive für die Erinnerungskulturen in Europa.

„Wie gehen europäische Nationalarchive mit ihrem kolonialen oder jüdischen Erbe um? Wie gestaltet sich die Erinnerungskultur in einzelnen europäischen Ländern und welche Rolle nehmen Archive dabei ein? Welche erinnerungspolitischen Ansätze verfolgen Archive und wie unabhängig sind sie dabei?

Auf Einladung des Bundesarchivs kamen im August 2022 Repräsentanten verschiedener europäischer Nationalarchive zu einer Konferenz zusammen, um diese Fragen zu diskutieren. Die dort gehaltenen deutsch- und englischsprachigen Vorträge können in der aktuellen Ausgabe des „Forum“ nachgelesen werden. Dabei wird ein weiter Bogen gespannt: vom Zugang zu deutschen Kolonialakten oder zu Unterlagen aus der Franco-Diktatur in Spanien über die Archivierung von Beileidsbekundungen nach den Terroranschlägen von 2011 in Norwegen bis zur aktuellen Lage der Archive in der Ukraine. Vorangestellt sind zwei Beiträge von Prof. Dr. Ulrich Herbert und Prof. Dr. Michael Hollmann zu den Merkmalen und Entwicklungslinien der Erinnerungskultur in Deutschland. …“
Link zum PDF

Quelle: Bundesarchiv, Aktuelles, 19.12.2022

Gymnasium Stift Keppel und außerschulische Lernorte (Museen, Archive)

Projekt mit dem Aktiven Museum Südwestfalen

“ … Die historische Bildung und Erziehung erfolgt jedoch nicht nur im Klassenraum, sondern auch an außerschulischen Lernorten, die fester Bestandteil des Curriculums sind. Schließlich kann somit die Beschäftigung mit ausgewählten Aspekten der Geschichte noch auf andere Art erfolgen, kann fühlbar und erlebbar gemacht werden. Die multiperspektische Auseinandersetzung mit Bildungsinhalten kann zudem im Sinne des freien und selbstgesteuerten Lernens nicht nur zur Orientierung der Schülerinnen und Schüler in ihrer Alltags- und Lebenswelt beitragen, sondern auch die Kompetenz einer selbstständigen Erschließung neuer Inhalte, Medien und Methoden, letztlich auch eigenverantwortliches Handeln sowie gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe fördern. So können etwa mithilfe eines Besuchs der Wendener Hütte die komplexen Zusammenhänge der Industrialisierung erfahren und ihre Auswirkungen im regionalen Kontext, d.h. im unmittelbaren Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler, nachvollzogen werden. Trotz jeweils variierender historischer Kontexte und unterschiedlicher pädagogisch-fachdidaktischer Zielsetzungen gilt Ähnliches auch für Besuche des kulturhistorischen LVR-LandesMuseums Bonn, der Zeche Zollverein im Ruhrgebiet, dem NS-Dokumentationszentrum EL-DE-Haus in Köln oder auch dem Bonner Haus der Geschichte.

Weiterlesen

Bunker Erich – Eintragung in die Denkmalliste der Gemeinde Erndtebrück

Aus der Begründung:
“ …. Umfang des Baudenkmals:
Denkmalwert ist die gesamte Bunkeranlage innerhalb der ursprünglichen äußeren
Umzäunung … . Der Barackenbau, die Feuerwache (L-Förmiges Bereitschafts- und Sozialgebäude)
und das Zugangsgebäude sind in Ihrer Lage denkmalwert, jedoch nicht in der bauli-
chen Substanz. Folglich stellt der Erhalt der Gebäude in Ihrer Anordnung auf dem
Areal, Ihren Proportionen und Gliederungen einen Beitrag zum Verständnis der
Funktion der Bunkeranlage dar, die verwendeten Baumaterialien und rein gestalterische Aspekte sind jedoch nicht denkmalwert.
Besonderer Wert kommt neben dem überdeckten Bunker-Gebäude selbst der darin
erhaltenen maschinellen, elektrischen und elektronischen Ausstattung zu sowie der
wandfesten Ausrüstung. Als Beispiele seien genannt: Splitterschützende Wandbede-
ckungen aus Holz, wandfeste Montage-Werkzeuge oder Hebezeuge, Treppen, Lei-
tern, Türen und Portale, EDV-Technik, die Anlagen zur Stromerzeugung und –Vertei-
lung, sechs Dieselaggregate und fünf Kältemaschinen und die Luftfilteranlage. Auch
die Raumaufteilung und Zuwegung ist bedeutend für den Denkmalwert, vor allem die
Operationszentrale (OPS / „Heilige Halle“). Innerhalb der Operationszentrale ist die
raumhohe, hinterleuchtete Glaswand zu nennen, auf der über Karten und Tabellen
die Situation des Luftraumes abgebildet wird. Weiterlesen

Siegerland 2/2022 erschienen

Inhalt:
Andreas Bingener: Der Abwasserkanal an der Hainstraße und der Grüne Pfuhl – Brauchwasserentsorgung im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Siegen, S. 135
Horst Grafe: Das „Kreuzthaler“ Blechwalzwerk, S. 146
Friedrich Weber: Spuren eines Dombaumeisters: Der Kölner Vincenz Statz und „seine“ Kirchen in unserer Region, S. 161
Patrick Sturm: Von Weidenau nach Hüttental: Die Amtskette des Bürgermeisters im Wandel, S. 173
Wilfried Lerchstein: Die Post in Deuz – Familie Otto prägte in drei Generationen fast 71 Jahre lang die Postgeschichte im Ort, S. 181
Herbert Bäumer: Edith Langner – eine ungewöhnliche Frau der Stadt Siegen, S. 219

Rezensionen, S. 221

Wilnsdorf: Auf historischen Spuren in Gernsdorf

Die Verantwortlichen des Heimat- und Wandervereins 1984 Gernsdorf e. V. und zahlreiche Aktive der »Rentnerband« haben sich zur Eröffnung des »historischen Dorfrundgangs« gemeinsam mit Bürgermeister Hannes Gieseler, der 1. Vorsitzenden des Regionalvereins LEADER-Region 3-Länder-Eck e. V., Roswitha Still, und Regionalmanagerin Stefanie Schmidt am bekannten Gernsdorfer Fachwerkhaus Henneries versammelt. © Regionalverein LEADER-Region 3-Länder-Eck

Gernsdorf kann auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken. Die ist nun dank eines neugeschaffenen historischen Dorfrundganges im Ort sicht- und erlebbar.

Archäologische Funde von Schlacke aus der La-Tène-Zeit um 450 v. Chr. weisen auf Eisenverhüttung und somit auf eine keltische Besiedlung südöstlich des heutigen Ortskerns hin. Um 1300 wurde Gernsdorf erstmals urkundlich mit dem Namen Gernstorff erwähnt. Heutzutage ist vielen Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr bekannt, wo sich die alte Dorfschule oder die beiden Backese (Backhäuser) befanden. Weiterlesen

Hilchenbach: Ehemaliges Denkmal Haus Hüttenhain abgerissen

Das Haus Hüttenhain wird abgerissen. Auf dem Bild ist zu sehen, wie sich ein Bagger durch die Etagen arbeitet. Foto: Stadt Hilchenbach

Das Gebäude ist alt und marode. Schön anzusehen ist es nicht. Vielen ist der Anblick schon seit Langem ein Dorn im Auge. Das Haus Hüttenhain an der Ecke Dammstraße/Ruinener Weg hat häufig den Weg in die Schlagzeilen gefunden, nun ist es Geschichte. Es wird abgerissen. (1)

[Der in Rede stehende traufenständige, zweigeschossige, voll unterkellerte Fachwerkbau in Hanglage auf einem Sandsteinsockel] Dammstr. 2 ist [war?] bedeutend für die Stadt Hilchenbach. Es wurde 1821 erbaut von dem Sattler und Kaufmann Johannes Knipp (1759–1852) für seine Tochter Katharina Knipp,(4-803-1858) und seinen Schwiegersohn Rotgerber Friedrich Hüttenhain (1801–1849). Deren Hochzeit erfolgte 1824. 1890 beantragte der Sohn des Paares, Ferdinand Hüttenhain, den Einbau des Schaufensters im Haus Nr. 2, das heute noch links neben der Haustür vorhanden ist. Weiterlesen

Archivar 4 (2022) online


„Die Ausgabe widmet sich schwerpunktmäßig den Archiven von Kirchen und Religionsgemeinschaften in Deutschland. Neben Fachbeiträgen über die katholischen und evangelischen Archive werden unter anderem das jüdische Archivwesen sowie die dänische Kirchengemeinde in Südschleswig vorgestellt.“

Quelle: Verband deutscher Archivarinnen und Archivare, Aktuelles, 29.11.22

Link zur PDF-Datei

Literaturhinweis: Diagonal 43 (2022) mit dem Schwerpunkt „Erinnerung“

„Erinnerung prägt das tägliche Handeln von Individuen, Gruppen und ganzen Gesellschaften. Wie essenziell der Blick zurück ist, lässt sich erahnen, wenn man die Folgen sieht, die ihr Wegfall etwa infolge von Demenzkrankheiten auslöst. In Erinnerung gerufen werden alltägliche Dinge ebenso wie vergangene Ereignisse, deren Aktivierung im Gedächtnis zur Selbstvergewisserung, Identitätsstabilisierung und Verortung in der Zeit dient. Was erinnert wird oder nicht erinnert werden soll, steht in Gruppen nie ein für alle Mal fest, sondern wird stets aufs Neue verhandelt, bevor es in vielfältige Strukturen des Gedenkens überführt wird. DIAGONAL 2022 ruft »Erinnerung« als Thema unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen auf.“

Quelle: Verlagswerbung

Bund beteiligt sich mit 378.419 Euro an dem Projekt „Alte Synagoge“ in Bad Laasphe

Pünktlich zu Weihnachten kommt nun die erfreuliche Mitteilung aus dem grünen Kulturstaatsministerium von Claudia Roth, dass für die alte Synagoge in Bad Laasphe erhebliche Bundesfördermittel aus dem Förderbereich „Zuschüsse des Bundes für national bedeutsame Kulturinvestitionen“ bewilligt werden können.

So werden zum Jahresende 378.419 Euro nach Bad Laasphe fließen, freut sich die Bad Laaspher Bundestagsabgeordnete Luiza Licina-Bode (SPD).
„Ich begleite die Planungen des Bad Laaspher Freundeskreises für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. für die Erinnerungsstätte in der Alten Synagoge seit längerer Zeit und setze mich in Berlin an vielen Stellen engagiert für dessen Umsetzung ein“, so Licina-Bode. „Ich erhoffe mir dadurch nicht nur einen wertvollen historischen Lernort, sondern auch eine Aufwertung der historischen Altstadt in Bad Laasphe.“

„Dies ist ein wichtiges Projekt, von dessen Inhalten ich mich bereits vor einiger Zeit vor Ort überzeugen konnte. Leider erleben wir in unserer Gesellschaft nach wie vor Antisemitismus. Umso wichtiger ist die Unterstützung von Projekten wie der „Alten Synagoge“, die als Ort der Begegnung das Miteinander im Blick hat und fördert. Ich bin froh, dass wir die Förderung heute im Haushaltsausschuss beschließen konnten und 378.419 Euro nach Bad Laasphe fließen“, zeigt sich Volkmar Klein (CDU) zufrieden.
Die nun doch noch erfolgte Bundesförderung bringt den Freundeskreis ein großes Stück näher an die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne.
Spenden sind weiter willkommen und erforderlich. Weiterlesen