LWL verleiht seinen Karl-Zuhorn-Preis an Dr. Stephanie Menic

für ihre Arbeiten zur Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren

Der LWL verleiht seinen Karl-Zuhorn-Preis an Dr. Stephanie Menic für ihre Arbeiten zur Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren.
Foto: privat

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verleiht seinen mit 5.000 Euro dotierten Karl-Zuhorn-Preis für westfälische Landesforschung an Dr. Stephanie Menic. Die Nachwuchswissenschaftlerin, die aus Herten (Kreis Recklinghausen) stammt und heute in Bochum lebt und arbeitet, erhält den alle drei Jahre verliehenen Preis für ihre Arbeiten zur westfälischen Landeskunde über die Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren. LWL-Direktor Matthias Löb wird den Preis voraussichtlich im Sommer in Münster überreichen. Weiterlesen

Filmabend: Historisches Siegerland. Teil II

16.3.2018, 19:00
Siegen, KrönchenCenter (Markt 25), Vortragsraum

Geschichte am laufenden Band. Das ist das Ergebnis einer thematischen Zusammenstellung von historischen Dokumentarfilmen über das Siegerland. Die Siegener Filmproduktion Mundus-TV hat es sich zur Aufgabe gemacht, historische Filmproduktionen über das Siegerland zu recherchieren und restauriert als DVD interessierten Bürgern wieder zugänglich zu machen. Herausgekommen ist eine zur Wirtschaftsgeschichte des Siegerlandes passende Edition bestehend aus drei Filmen.
Die VHS zeigt diese Zeitreise – drei starke Siegerlandfilme aufgeteilt an zwei aufeinanderfolgenden Freitagabenden:

»Revier hinter den Bergen« (Teil 2) »Siegen Wittgenstein – Wo Tradition modern ist«

Von den Anfängen der Eisengewinnung bis hin zu modernen Industrieunternehmen. Die A 45 befindet sich gerade erst im Bau und die für das Siegerland, ja, den Siegerländer arttypische Eigenbrötelei sind den Filmemachern auch nicht verborgen geblieben. Ein sehenswertes Stück Zeitgeschichte.
Mit Siebenmeilenstiefeln kündigt sich die der dritte Dokumentarfilm an und macht einen großen Sprung in das Jahr 2010. Die Dokumentation Siegen-Wittgenstein zeichnet ein Bild der Region in den Bereichen Geschichte, Wirtschaft und Tourismus.
Quelle: Volkshochschule der Stadt Siegen

Heute vor 75 Jahren: Deportation Wittgensteiner „Zigeuner“ nach Auschwitz

Am 9. März 1943 wurden folgende „Zigeuner“ – so wurden die wittgensteinischen Nachfahren der vormaligen Sinti von den Nationalsozialisten diffamiert – aus (Bad) Berleburg und (Bad) Laasphe in das KZ Auschwitz deportiert:

Arthur Dickel, Katharina Dickel geb. Lagerin, Wihelm Dickel gen. Lagerin,
Alexander Freiwald, Alexander Freiwald jun., Elisabeth („Elise“) Freiwald, Elisabeth Freiwald, Luise Freiwald, Richard Freiwald, Weiterlesen

Auswirkungen des Wissenschaftsurheberrecht in Kommunalarchiven

Links zu 2 Blogeinträgen

Nachdem das Stadtarchiv Darmstadt seine Vorgehensweise in Anbetracht des neuen Urheberrechts dargelegt hat, erfuhr dieser Eintrag eine scharfe Zurückweisung durch Archivalia. Beide Einträge verdeutlichen die komplexen archiv- bzw. urheberrechtlichen Herausforderungen an die meist kleinen Kommunalarchive im Kreisgebiet.

Rubens-Frühwerk im Siegerlandmuseum

Leihgabe mit freundlicher Unterstützung des Auktionshauses Lempertz, Brüssel

Die-kreuzabnahme-rubens
Kreuzabnahme um 1600, Öl/Leinwand, von Peter Paul RubensEigenes Werk
Originaltext: Eigenes Foto, Gemeinfrei, Link

1598 beendete Peter Paul Rubens seine Ausbildung zum Maler. Damit war er befugt, eine eigene Werkstatt zu eröffnen. Den gerade 21jährigen zog es jedoch nach Italien, dem Land, in dem sein Vater Jan Rubens studiert hatte und in dem sein älterer Bruder Philipp derzeit lebte. Die Beschaffung der notwendigen Papiere und Gesundheitszeugnisse verzögerte sich, so dass Rubens erst Anfang Mai 1600 aufbrechen konnte. Sein erstes Ziel war Venedig, wo man gerade den alljährlichen Karneval feierte und wo sich auf Grund dieser Festivitäten viele Reiche und Prominente aus ganz Europa aufhielten. Durch die Vermittlung eines Freundes begegnete Peter Paul in der Dogenstadt dem Herzog von Mantua. Vincenzo Gonzaga hatte 1599 Antwerpen besucht und der angehende Maler war ihm wahrscheinlich schon dort vorgestellt worden. Ausschlaggebend war dabei die Verbindung der Familie Rubens zur Familie van der Neesen. Schon die Eltern, Denis van der Neesen und seine Gemahlin waren mit Jan Rubens und Maria Pypelincks befreundet gewesen. Ggf. war es Denis, der Maria in den Jahren der Gefangensetzung des Gatten in Dillenburg und der schweren Zeit in Siegen beratend zur Seite stand. Später freundeten sich auch die Kinder untereinander an. Johann oder Jean van der Neesen war etwa im Alter von Philipp Rubens und bestens bekannt mit Peter Paul. Nun war er seit geraumer Zeit der Sekretär des Herzogs von Mantua. Wo auch immer dieser hinreiste, Johann begleitete ihn und war nicht selten für die Logistik der Unternehmungen zuständig. Durch seine Intervention wurde Rubens binnen weniger Tage Hofmaler des kunstbeflissenen Gonzaga, ein Unterfangen, das unter normalen Umständen oft Jahre in Anspruch nahm. Als Intimus der Familie des Herzogs wusste van der Neesen auch, das sich die Herzogin von Gonzaga, Eleonore geborene Medici, für ihre Privatkapelle im Palazzo Ducale ein Altarbild mit der Darstellung einer „Kreuzabnahme“ wünschte, auch weil die Hofkapelle dem Heiligen Kreuz geweiht war. Rubens wurde mit der Ausführung beauftragt. Man weiß, dass er verschiedene Gemälde in seinem Reisegepäck von Antwerpen nach Italien mit sich führte, allerdings kennt man weder die Anzahl noch die Motive. Es ist jedoch anzunehmen, dass van der Neesen Rubens auf die Wünsche der Herzogin hinwies, dass der geschäftstüchtige Maler eine Kreuzabnahme vorbereitete und diese dann bereits mit nach Italien nahm, um dort nur noch kleine Veränderungen und Anpassungen vorzunehmen. Weiterlesen

Nur wenig Archivisches im Koalitionsvertrag:

Auch Kritik der Initiative „Filmerbe in Gefahr“ an der Großen Koalition

1) „Im Deutschen Digitalen Frauenarchiv wird derzeit die Geschichte der deutschen Frauenbewegung digitalisiert und verfügbar gemacht. Dies wollen wir verlässlich absichern.“
2) “Das immaterielle und materielle Erbe, welches in unseren Museen, Bibliotheken und Archiven bewahrt wird, ist bedeutsam für die integrierende Kraft der Kultur sowie Ausdruck unserer Identität. Dies ist auch über das Europäische Kulturerbejahr 2018 hinaus Motivation, es für nachkommende Generationen zu erhalten.“
3) „Wir wollen die Aufgabe der Sicherung der schriftlichen Überlieferung der Bundesrepublik für Wissenschaft, Forschung und Öffentlichkeit durch das Bundesarchiv fördern, indem wir, wo erforderlich, in Bundesgesetzen mit Löschungsvorschriften eine Anbietungspflicht für Unterlagen prüfen. “
Quelle: https://www.cdu.de/koalitionsvertrag-2018 via Archive 2.0

Die Kritik der Filmerbeintiative – via Archivalia – ist sehr deutlich: Weiterlesen

Verband Deutscher Erbenermittler (VDEE®) gegen die Vernichtung von Erbnachweisen und Testamenten

„Derzeit gilt für Testamente und andere Erbnachweise eine Aufbewahrungsfrist von 100 Jahren. Aus Sicht des VDEE ist diese Frist deutlich zu kurz bemessen und führt zu schwerwiegenden Rechtsnachteilen insbesondere für testamentarische Erben. Sie stellt zugleich einen Verstoß gegen das im Grundgesetz garantierte Erbrecht gem. Art. 14 Abs. 1 GG dar. Ältere Verfügungen von Todes wegen haben unabhängig von ihrem Alter Bedeutung für Erben zum Nachweis des Erbrechts. Sehr häufig betrifft dies Fälle in den neuen Bundesländern, bei denen Grundbücher kriegs- und teilungsbedingt über Jahrzehnte unberichtigt geblieben sind. Diesem Personenkreis ist der Nachweis der Erbfolge nicht mehr möglich, wenn die Verfügungen von Todes wegen nicht mehr über einen längeren Zeitraum als 100 Jahre aufbewahrt werden. Auch die Übernahme der Akten in die Landesarchive ist nach gegenwärtiger Rechtslage nicht gewährleistet. Archive können aktuell selbst entscheiden, ob sie die Gerichtsakten für archivwürdig halten oder nicht. Weiterlesen