Digitale Veröffentlichung zu Ziegeleien in Westfalen und Lippe

„Ziegeleien überall“ lautete der treffende Titel eines Buches über Ziegeleien im Kreis Minden-Lübbecke. Tatsächlich bestanden 1905 in Westfalen und Lippe mindestens 823 Ziegeleien, seither sinkt die Zahl von Jahr zu Jahr. Seit 1900 gab ein Leipziger Adressbuchverlag zunächst jährlich ein Verzeichnis der Ziegeleien heraus, für das er amtliche Unterlagen verwenden konnte. Später wurden die Abstände zwischen den Ausgaben immer größer, andere Institutionen übernahmen das Werk. Sieben zwischen 1905 und 1953 erschienene Ausgaben konnten für das Verzeichnis ausgewertet, die Einträge nach den heutigen kommunalen Grenzen neu geordnet werden.
Für das Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein verzeichnet die Publikation siebzehn Betriebe (S. 154 ff.) – nur in Bad Berleburg und in Burbach fanden im Untersuchungszeitraum sich keine Ziegeleien.

Burkhard BEYER: Verzeichnis der Ziegeleien in Westfalen und Lippe 1905 bis 1953. Auswertung der Fachadressbücher und Branchenverzeichnisse. 185 Seiten, Online-Publikation (PDF) Münster 2017 (Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Band 13).

Quelle: Historische Kommission für Westfalen, Digitale Schriftenreihe

Literaturhinweis: „Siegen vor und nach der Zerstörung“

Eine fotografische Zeitreisein die Jahre 1943/44 und die ersten Nachkriegsjahre mit Farbaufnahmen von Erich Koch“
Herausgegeben vom Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V. als Band 26 der Reihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Siegen und des Siegerlandes“, Siegen 2017

Foto: Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V.

„Siegen im Sommer 1944. Vom Zweiten Weltkrieg, der nun schon im fünften Jahr über Europa hinwegzieht, ist in der Siegener Altstadt auf dem Siegberg auf den ersten Blick nicht viel zu spüren. Die Leute flanieren im Sonntagsstaat durch die Straßen rund um den Markt und die Kinder nutzen die schulfreien Tage zum spielen vor der Haustür. Der Siegener Erich Koch hat diese Stimmung im Bild festgehalten: das Untere Schloss, die Bürgerhäuser mit ihren reich verzierten Fassaden in der Kölner Straße, am Markt und in der Marburger Straße und die malerischen Winkel hinter der Marienkirche beiderseits der Donzenbachstraße. Weiterlesen

Literatur: Tim Schanetzky: „Regierungsunternehmer Henry J. Kaiser, Friedrich Flick

und die Staatskonjunkturen in den USA und Deutschland“
Reihe: Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts (hg. von Norbert Frei); Bd. 20
420 S., geb., Schutzumschlag, 14,0 x 22,2, ISBN: 978-3-8353-1767-3 (2015)


„Über Opportunismus, Mittäterschaft und moralische Grenzüberschreitungen von Unternehmern im Dritten Reich wird seit Jahrzehnten gestritten: Welches Verhalten findet sich in jeder kapitalistischen Wirtschaft? Was muss als typisch für den Nationalsozialismus gelten? Tim Schanetzky untersucht unternehmerisches Handeln in Demokratie und Diktatur. Er blickt auf die Karrieren zweier Großindustrieller, deren Aufstieg ohne die Staatskonjunkturen unter Hitler und Roosevelt undenkbar gewesen wäre. Henry J. Kaiser war an Bauprojekten wie dem Hoover-Damm beteiligt, stieg zum Werft- und Stahlmagnaten auf und wurde um 1944 als möglicher Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika gehandelt. Ebenso expansiv war Friedrich Flick, dem das Dritte Reich zur Umsetzung seiner Idealvorstellung vom dynastischen Unternehmertum verhalf. Ihr Erfolg zwang beide nach 1945 auf Jahrzehnte hinaus zur Selbstrechtfertigung. Die Vergleichsstudie stellt das Verhalten der Regierungsunternehmer in ihren zeitgenössischen Kontext und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Geschichte Deutschlands und der USA im 20. Jahrhundert.“
Die Einleitung, die als Leseprobe – LeseprobeSchantzky – von Verlagseite angeboten wird, geht übrigens auf die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Friedrich Flick ein.
Quelle: Verlagswerbung

Literaturhinweis zur Annahme fester Familiennamen der Juden in Westfalen (1846/47)

Die 2013 von Eleonora Duplica herausgegebene Sammlung der in den preußischen Amtsblättern veröffentlichten „amtlichen“ jüdischen Familiennamen wurde wegen der bisweilen schwierig zu lesenden Vorlage um eine vollständige Abschrift und ein umfassendes Namensregister ergänzt. Die Nutzung der Quelle über Internet-Suchmaschinen wurde damit deutlich vereinfacht. Bibliographische Angaben:

Eleonora DUPLICA (Hrsg.): Die Annahme fester Familiennamen der Juden in Westfalen. Die 1846/47 publizierten Verzeichnisse der preußischen Amtsblätter. Zweite erweiterte Fassung, 159 Seiten, Online-Publikation Münster 2017 (Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Band 5). Kostenloser Download unter: http://www.lwl.org/hiko-download/HiKo-Materialien_005_(2017).pdf (6,54 MB)

Quzelle: Historische Kommission für Westfalen, Newsletter v. 9.3.2017

Broschüre zum Reformationsjubiläum: „Evangelisch im Siegerland“

Präsentierten die Broschüre „Evangelisch im Siegerland“: Superintendent Peter-Thomas Stuberg (l.) und Pfarrer Dr. Martin Klein, Vorsitzender des theologischen Ausschusses. Foto: Stefanie Bald

Pünktlich zum Reformationsjubiläum ist eine Broschüre erschienen, die kompakt und leicht verständlich die Reformation im Siegerland zum Thema macht: „Reformation – evangelisch im Siegerland“. Seit 2014 hat der theologische Ausschuss des Ev. Kirchenkreises Siegen daran gearbeitet; Pfarrer und Religionswissenschaftler haben die Texte geschrieben. Die Broschüre ist keine umfassend-detaillierte Geschichtslektion – vielmehr wollen die Autoren einen Standort bestimmen und zur Diskussion über Gegenwart und Zukunft anregen.

Siegerländer Spezialitäten
Die Broschüre ist in drei Teile gegliedert. Teil eins heißt „Schlaglichter aus 500 Jahren“. Er zeigt an ausgewählten Beispielen, warum das Siegerland so wurde, wie es ist: Wie kam die Reformation hierher? Warum liegen mitten in einer evangelisch geprägten Region einige überwiegend katholische Orte? Warum gibt es neben der evangelischen Kirche so viele Gemeinschaften, Versammlungen und freie Gemeinden? Weiterlesen

Wittgenstein 1 (2017) erschienen

Aus dem Inhalt:

Luise Hildebrand: „De Scholzeit“
Efriede Graffmann/Annelene Krüger: „Schlebbe und Brennnessel“ — Ein Essen im Frühjahr
Friedr. Wilhelm Winckel (†)/Ulf Lückel: Unser Berleburger Kirchhof – ein unbekannter Artikel aus der Feder des ehemaligen Berleburger Superintendenten Friedrich Wilhelm Winckel
Peter Schneider: Auf der Reichsautobahn von Erndtebrück nach Wunderthausen. Planungen für eine Autobahn durch das Rothaargebirge
Hans Friedrich Petry: Der Bau der Provinzialstraße durch Berleburg in den Jahren 1846-1848
Wilhelm Schmidt: Erlebt und überlebt am 10. März 1945. Zwei Pferde und ein Fuhrmann in Erndtebrück
Heinrich Imhof: Die Rückkehr einer Bibel nach über 200 Jahren
Paul Riedesel: Aus Wunderthausen: Dieser Kroh flog zweimal weg

Quelle: Wittgensteiner Heimatverein

Gemeinsames Hören: „Jenseits der Zentren. Radio in Wittgenstein und im Hinterland“ in Bad Laasphe

Ende 2016 sendete Radio Siegen auf seinem Bürgerfunk-Sendeplatz die Collage „Jenseits der Zentren. Radio in Wittgenstein und im Hinterland“. Die 55-minütige Sendung entstand unter der Leitung des Hamburger Medienwissenschaftlers Dr. Hans-Jürgen Krug in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Radiomuseum in Bad Laasphe, der Servicestelle Bürgerfunk Siegen-Wittgenstein (Kreuztal) und der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf.
Die Sendung erzählt erstmals die Geschichte des Radios in der Region. In Wittgenstein und im Hinterland. „Eine spannende Zeitreise durch 90 Jahre Radio“ schrieb Patrick Friedland in der „Westfalenpost“. Und der Fachdienst epd medien empfahl: „Wer Gelegenheit hat, Krugs Feature zu hören, sollte es tun“. Nach Radio Siegen haben auch Tide 96.0 (Hamburg) und Radio Unerhört Marburg die Sendung ausgestrahlt.
Das Internationale Radiomuseum wird die außergewöhliche akustische Heimatgeschichte am Freitag, dem 10. März 2017 (19 Uhr) öffentlich aufführen – und lädt Sie herzlich zum gemeinsamen Hören (und Erinnern) ins Radiomuseum ein. Weiterlesen

Stadtarchiv Siegen seit 10 Jahren im KrönchenCenter

Jubiläumsprogramm 10. und 11. März 2017

„1928 wurde das spätere Kaufhof-Gebäude im Herzen der Siegener Oberstadt vom damaligen Kölner Warenhauskonzern Leonhard Tietz AG erbaut und war von da an ein stadtbildprägender Anziehungspunkt für Bürgerinnen und Bürger wie auch Besucher Siegens. 1999 endete die Nutzung des Gebäudes als Kaufhaus und hinterließ eine schmerzliche Lücke. Nicht baulich, sondern inhaltlich verlor die Oberstadt ein Stück Stadtleben.

Das änderte sich 2007, als Wirklichkeit wurde, was viele Städte sich wünschen: ein Medien- und Kommunikationszentrum im Herzen der Stadt. Volkshochschule, Stadtbibliothek und Stadtarchiv zogen zusammen mit der Brüder-Busch-Gedenkstätte in ein gemeinsames Haus. Der Bau des KrönchenCenters war ein städtebaulicher Meilenstein und ein gelungenes Beispiel für die positive  Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Investoren. Die Bürgerinnen und Bürger Siegens gaben dem Haus seinen Namen, das Land bezuschusste die Umsetzung.
10 Jahre ist es nun her und seitdem ist es seiner Bestimmung, nämlich ein zielgruppengerechtes und generationenübergreifendes Kulturzentrum zu sein, mehr als gerecht geworden. Täglich nutzen rund 1.800 Besucher die Angebote im KrönchenCenter und tragen auch in erheblicher Weise zur Belebung der gesamten Oberstadt bei.
Diese 10-jährige Erfolgsgeschichte werden wir mit einem informativen
und unterhaltsamen Programm …..feiern.“ (Queele: Grußwort Steffen Mues, Bürgermeister der Stadt Siegen)

Programmpunkte des Stadtarchivs: Weiterlesen