Podcast: Angeklagte in der zweiten Reihe – Die Nürnberger Nachfolgeprozesse digital

Mitarbeiterinnen im Dokumentenraum des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg, 2. Oktober 1946. © Stadtarchiv Nürnberg, A65-II-RA-121-D/Ray D’Addario

„Direkt im Anschluss an den Hauptkriegsverbrecherprozess gegen bekannte Größen des Nationalsozialismus wie Hermann Göring oder Rudolf Heß folgten ab 1946 zwölf weitere Prozesse in Nürnberg. Diesmal gegen bestimmte Funktionseliten wie Ärzte, Juristen oder Wirtschaftsunternehmen gerichtet. Ein neues Projekt an der Bayrischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) digitalisiert das Archivmaterial zu den Prozessen im Staatsarchiv Nürnberg nun zum ersten Mal vollständig, auch mit Hilfe von KI-Methoden, und macht es weltweit zugänglich. Eine Hördoku im Rahmen des Podcastformats der BAdW „nachgehakt“.

Weitere Informationen und Links: https://badw.de/die-akademie/presse/podcast/podcast-details/detail/angeklagte-in-der-zweiten-reihe-die-nuernberger-nachfolgeprozesse-digital.html

Im Nachfolgeprozess gegen Wirtschaftsunternehmen waren auch die aus der Region stammenden Friedrich Flick und Bernhard Weiß angeklagt.

Danke an Archivalia für den Hinweis!

Feuer, Hilfe, Fortschritt – der Wiederaufbau der Stadt Drolshagen

Quelle: Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, K 335/Kreis Olpe, Nr. 122

„Am 10. Mai 1838 wurde die Stadt Drolshagen im Kreis Olpe, die von mittelalterlicher Bausubstanz geprägt war, durch ein Feuer vollständig zerstört. Der verheerende Brand vernichtete etwa 100 Gebäude und Gewerbebetriebe, nur die steinerne Kirche blieb verschont. Zwar gab es keine menschlichen Verluste zu beklagen, aber die etwa 500 Einwohner innerhalb der Stadtmauern verloren ihr gesamtes Hab und Gut.

Nur wenige Stunden nach dem Brand trafen Sachspenden aus Olpe und Attendorn ein, und am 13. Mai, drei Tage später, [tätigte] der Magistrat der Stadt Siegen eine erste Zahlung zur Unterstützung der Betroffenen und den Wiederaufbau der Stadt [Anm.: Amn.: Am 17. Mai spendete der Bürgermeister der Stadt Hilchenbach ein erstes Mal]. Vor allem Bürgermeister und Geistliche aus Westfalen organisierten Spenden in ihren Städten und Gemeinden, aber auch Kaufleute und sogar ein Gastwirt aus Amsterdam gehörten zu den Geldgebern. Die eingehenden Gelder wurden detailliert in einem Journal festgehalten.

Die genaue Kenntnis der zur Verfügung stehenden Mittel trug sicherlich dazu bei, dass die Stadtverwaltung innerhalb eines Monats einen Plan für den Wiederaufbau erstellen konnte. Schon wenige Jahre später war der Neuaufbau abgeschlossen. Anstelle der engen Gassen wies unter anderem ein rechteckiges Straßenraster mit Bürgersteigen und festgelegten Straßenbreiten den Weg in die Zukunft.“
Quelle: Landesarchiv NRW via Facebook am 4.8.2025

Online: ARCHIV. theorie & praxis 01/2025

Das Heft widmete sich schwerpunktmßig dem Thema „KI und Archive“. Ferner sei auf zwei weitere Beiträge hingewiesen:

• P. Quadflieg: Das „Wiesbadener Modell“ zur Untersuchung historisch belasteter
Straßennamen. Ein Zwischenfazit aus archivischer Sicht
• W. H. Stein: Ein neues Urteil zum Verhältnis von Wissenschaftsfreiheit versus postmortalem Persönlichkeitsschutz

Online: Andreas Heinemann: Der Wiesenbau im Siegerlande

mit 14 Tafeln „Wiesenbauformen“, 2 Wiesenverbandskarten und 28 Abbildungen verschiedener Wehre und Schleusen

Diese Schrift findet sich in der Digitalis Sammlung (960 digitalisierte Bände aus der ehemaligen Bibliothek des Seminars für Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte) der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln.

s. a.
Findbuch zu den Handakten des Siegener Wiesenbaumeister Andreas Heinemann online
Lebenslauf des „königlichen Wiesenbaumeisters“ Andreas Heinemann

Video: Liselotte (Lilo) Herrmann, eine junge Stuttgarterin im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Link zum Video


„Die Ingenieurstochter Liselotte Herrmann gehört zu den bekanntesten, auch gewerkschaftlich engagierten Frauen, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten und dies mit dem Leben bezahlen mussten. Sie studierte von 1929 bis 1931 an der Technischen Hochschule in Stuttgart Chemie und ab 1931 Biologie in Berlin. 1928 trat sie in den KJVD ein, wurde Mitglied des „Roten Studentenbundes“ und im November 1931 auch KPD-Mitglied. Wegen ihrer politischen Tätigkeit wurde sie im Juli 1933 von der Universität verwiesen. Sie war in jener Zeit bereits Mitarbeiterin des geheimen militärischen Apparates der KPD. Nach der Geburt ihres Sohnes Walter kehrte sie im September 1934 nach Stuttgart zurück und arbeitete dort weiter in der illegalen KPD mit. Am 7. Dezember 1935 wurde sie verhaftet und am 12. Juni 1937 vom Volksgerichtshof wegen „Landesverrats und Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Obwohl sich viele Menschen aus verschiedenen Ländern für die junge Frau und Mutter eingesetzt haben, wurde sie am 20. Juni 1938 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Gudrun Greth, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in Stuttgart für die Erinnerungskultur engagiert, stellte ihre Biographie am 22. Juli im Staatsarchiv Ludwigsburg vor.

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Zentrale Stelle.“

Zum regionalen Bezug s. https://widerspruch-und-widerstand-im-ns-in-siegen-und-wittgenstein.de/verzeichnis/biografische-skizzen#herrmann. Der Bestand P 416 (Staatliches neusprachliches Mädchengymnasium, Siegen) im Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen könnte de Besuch Herrmanns im Siegener „Lyzeum“ belegen.

s.a. Bundesarchiv: „100. Geburtstag von Lilo Herrmann“, Link, (Dort Verweise auf die Archivbestände von Lilo Herrmann).