Literaturtipp: „Unsichtbar. Vietnamesisch-Deutsche Wirklichkeiten“

„Die Geschichte der Boatpeople, die Ende der 1970er Jahre vorwiegend aus dem Süden Vietnams in die alte Bundesrepublik flüchteten, sowie die der „Vertragsarbeiter_innen“, die aus dem Norden Vietnams stammen und ab 1980 in der ehemaligen DDR arbeiteten, sind wenig bekannt.
Auch das rassistische Pogrom von Rostock-Lichtenhagen vor 25 Jahren ist nahezu in Vergessenheit geraten. Inzwischen werden die Vietnames_innen in der deutschen Öffentlichkeit als die „Lieblingsmigrant_innen“ wahrgenommen, gelten sie doch als „fleißig“, „erfolgreich“ und „integriert“.
Trotz oder gerade wegen ihres positiven Images bleiben ihre vielfältigen Schicksale und Geschichten jedoch oft unsichtbar. Weiterlesen

Vortrag „Orte-Personen-Themen: 200 Jahre Geschichte des Altkreises Siegen“

Terrassensaaal der Weißen Villa in Dreslers Park, Kreuztal, Hagener Str. 22, 04.05.2017, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Der Vortrag rückt am Beispiel ausgewählter Themen die Wirkungsstätten der Kreisverwaltung und ihre leitenden Personen (Landräte) in den Blickpunkt des Jubliläums „200 Jahre Kreise Siegen und Wittgenstein“. Der Historiker Dr. Bernd Plaum skizziert damit nicht nur ein Geschichte der Kreisverwaltung, sondern zugleich auch eine Geschichte des Altkreises Siegen.

Buchvorstellung „Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe

– Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg“

Die Historische Kommission für Westfalen und die Stadt Bad Berleburg laden alle Interessierten zur Vorstellung des abschließenden Teilbandes „Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe – Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg“ für Mittwoch, den 3. Mai 2017, um 19.00 Uhr, in die Stadtbücherei im Alten Landratsamt, Poststraße 42, 57319 Bad Berleburg sehr herzlich ein.

Anlässlich der Buchvorstellung und der Projektpräsentation durch Prof. Dr. Wilfried Reininghaus gibt es zwei interessante Vorträge zum jüdischen Leben in Wittgenstein. Zunächst berichtet Dr. Johannes Burkardt über „Jüdische Gemeinschaften in Wittgenstein“ und anschließend widmet sich Prof. Dr. Wilfried Reininghaus dem Thema: „Die Anleihen Wittgensteiner Grafen bei Juden“. Beide Vorträge geben auf anschauliche Weise Einblicke in das jüdische Leben in Wittgenstein. Weiterlesen

Kulturausschuss berät heute die Archivarbeit in der Gemeinde Neunkirchen

Auf den Antrag der SPD-Fraktion vom 15.11.2016 berät heute ab 17:30 Uhr der Schul- und Kulturausschuss der Gemeinde Neunkirchen über die Einrichtung eines Archivs. Die umfangreiche Sitzungsvorlage enthält folgenden begrüßenswerten Beschlussvorschlag: „Der Rat beschließt grundsätzlich die Einrichtung eines Gemeindearchivs im Jahr 2018 und beauftragt die Verwaltung, ein Konzept für die Implementierung eines Archives zu erarbeiten.“

s.a. Westfälische Rundschau, 22.4.2017

„Revolution! Umwälzung! Umbruch!“

Link zum Findmittel mit Digitalisaten über den Systemwechsel 1918/1919

Über 2.000 Archiveinheiten und viele Digitalisate zu Revolution und Systemwechsel 1918/1919 werden seit kurzem über das o.g. Findmittel, ein sog. Sachthematische Inventar, online präsentiert. Wir hoffen, dass wir mit diesem Projekt, in dem Archivalien aus allen drei Regionalabteilungen (Westfalen, Ostwestfalen-Lippe, Rheinland) vereint worden sind, zur Erforschung der damaligen gesellschaftlichen und politischen Prozesse beitragen können.

Aus der Einleitung: “ ….. Das Augenmerk bei der Auswahl der Quellen liegt auf den beiden Jahren 1918/1919, und nur selten wird über diesen Zeitpunkt hinausgegangen. Einige der Aktenbände sind Serien, bei denen dann auch nur diejenigen Bände aufgenommen wurden, die weitestgehend in die zwei Jahre 1918 und 1919 fallen.

Die Zusammenstellung der Archivalien beruht überwiegend auf Findbuchrecherchen und zeigt die maßgeblichen Findbücher und Bestände aus den drei Regionalabteilungen des Landesarchivs auf. Die Aktentitel aus den Findbüchern wurden im Rahmen dieses Projektes nicht bzw. nur an wenigen Stellen verändert.

Das Inventar versteht sich vor allem als „Anregung zum Weiterforschen“ (vgl. hierzu auch: Wilfried Reininghaus, Die Revolution 1918/19 in Westfalen und Lippe als Forschungsproblem. Quellen und offene Fragen. Mit einer Dokumentation zu den Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräten, Münster 2016 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, NF 33), in gekürzter Fassung online unter http://www.lwl.org/hiko-download/HiKo-Materialien_011_(2016-01).pdf.), erschließt durch die Digitalisate aber auch eine Vielzahl von bisher unpublizierten Quellen, die durch Verknüpfung mit den Findbucheinträgen Benutzern auf bequemem Wege zugänglich gemacht werden. Weiterlesen

Stadtarchiv Siegen übernimmt das Vereinsarchiv des Männergesangverein „Union“ Trupbach

Siegens Stadtarchivar Ludwig Burwitz (links) mit dem Vereinsvorstand des MGV Union Trupbach.

Einen bedeutenden Neuzugang für seinen Sammlungsbestand kann das Stadtarchiv Siegen vermelden. Der Vorstand des 1882 gegründeten Männergesangvereins (MGV) „Union“ Trupbach, der sich zum Ende des Jahres 2016 aus Gründen des Nachwuchsmangels aufgelöst hat, übergab vor wenigen Tagen dem Stadtarchiv sein gesamtes Vereinsarchiv zur dauernden Aufbewahrung. Bei der Unterzeichnung des Depositalvertrages betonten die Vorstandsmitglieder Karl- Heinz Brüll und Hans Dieter Fey ihr Anliegen, die historischen Dokumente des Vereins, der über Jahrzehnte das Dorfleben mitgestaltet hat, langfristig zu sichern. Stadtarchivar Ludwig Burwitz unterstrich die Bedeutung nicht nur von Vereinsarchivalien als Kulturgut: „Insbesondere die Überlieferung von Dokumenten aus dem privaten Bereich stellen eine ideale Ergänzung zu unserer Kernaufgabe dar, der Bewahrung des kommunalen Schriftguts. Hier erschließt sich in ganz besonderer Weise, wie die Menschen früherer Generationen gelebt und gedacht haben, was sie bewegt hat und wie sie ihren Alltag gestaltet haben.“ Das Stadtarchiv sei daher immer an privaten Dokumenten wie Briefen, Vereins- bzw. Geschäftsunterlagen oder auch Fotoalben interessiert. Zu den überlassenen Materialien gehört neben den Urkunden und Auszeichnungen bei Sängerfesten auch die Vereinsfahne, die am 21. März 1897 (verbunden mit der Feier zum hundertjährigen Geburtstag Kaiser Wilhelms I.) unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Siegener Marktplatz geweiht worden war. Weiterlesen

Fotoarchiv des Heimatvereins Salchendorf

Der Heimatverein Neunkirchen-Salchendorf verfügt über eine beachtliche Sammlung von Fotos, Dias und Filmaufnahmen, die dankenswerter Weise zu einem großen Teil aus der Bevölkerung dem Verein zu Eigentum oder zum Gebrauch überlassen wurden.

Das Arbeitszimmer des Arbeitskreises im Haus Henrichs, Foto: Heimatverein Salchendorf

Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Jürgen Uhr arbeitete seit Jahren daran, die bisher in Kartons, Kisten und Ordnern aufbewahrten Medien zu sichten, sortieren, beschriften und sachgerecht zu archivieren. Diese Arbeiten, die sich mehr und mehr als „Mammutprojekt“ herausstellten, sind nun weitgehend abgeschlossen. Die vorhandenen Medien werden derzeit in einem weiteren Arbeitsschritt unter neuer Leitung digitalisiert.

Mittel- und langfristig ist geplant, das Archiv der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Weiterlesen

LISE in Berleburg

Foto: LWL-Archivamt

Ende Februar waren die Mitarbeitenden der Landesinitiative Substanzerhalt (LISE) des LWL-Archivamtes in Bad Berleburg. Hier konnten 202 kg, in diesem Fall 46 Archivschachteln, abgeholt werden. Gleichzeitig wurden die Akten aus der Entsäuerung 2016 zurückgebracht (58 Archivschachteln also ca. 158 kg).

Das Stadtarchiv Bad Berleburg unter der Leitung von Frau Riedesel nimmt seit 2008 an dem Landesprojekt teil.

Quelle: LWL-Archivamt, Facebook, 29.3.2017

Vor 70 Jahren: Erste Landtagswahlen in der Britischen Besatzungszone

Unser Bundesland feiert dieses Jahr seinen 70. Geburtstag und die nächsten Landtagswahlen stehen vor der Tür. Grund genug, an die ersten Landtagswahlen im Jahre 1947 zu erinnern und einen kurzen Blick auf deren Ablauf in Wittgenstein zu werfen.
Nordrhein-Westfalen war im August 1946 gegründet worden und mit der Angliederung des Landes Lippe am 21. Januar 1947 erreichte es seine bis heute bekannte Form. Eine erste Erfahrung mit Wahlen und somit der Demokratie, hatte man schon im Herbst 1946 mit der Durchführung der Kommunalwahlen machen können.
Am 5. März wurde das Landeswahlgesetz verabschiedet und die ursprünglich für den 30. März angesetzten Wahlen fanden, in Abstimmung mit der alliierten Militärregierung, am 20. April statt.
Damals sah man noch eine dreijährige Wahlperiode vor, und die Liste der Voraussetzungen, die zu einem Ausschluss von der Wahlberechtigung führte, war lang. Wer etwa Mitglied der Gestapo oder der SS gewesen war (es sei den man war zur Waffen- SS eingezogen worden) oder schon vor dem 1. März 1933 Mitglied der NSDAP oder der Hitlerjugend geworden war, durfte seine Stimme nicht abgeben. Im Amt Berleburg z.B. waren von dieser Art von Regelungen 211 Personen betroffen, im Amt Laasphe 133 und im Amt Erndtebrück 45.
In Wittgenstein zeigte sich zumindest Landrat Hans Sandkuhl wenig begeistert darüber, dass der Kreis zusammen mit Meschede einen Wahlkreis bilden sollte. Er vertrat die Meinung, dass Wittgenstein mit seinen 42.000 Einwohnern ein „selbständiger Wahlkreis mit eigenem Kandidaten“ sein sollte. Er protestierte „aufs Schärfste“ beim Ministerpräsidenten, fand aber kein Gehör. Der Wahlkreis Meschede- Wittgenstein bestand fort bis zur Neueinteilung der Wahlkreise 1980. Weiterlesen