Eine Million Euro zusätzlich für Erhalt von schriftlichem Dokumentenerbe: Land und Landschaftsverbände verlängern Kooperation beim Schutz von Archivgut – Ministerin Pfeiffer-Poensgen: Originalerhalt ist unverzichtbar
Akten und andere Archivunterlagen bestehen meist aus säurehaltigem Papier, das sich über die Zeit zersetzt, und sind daher besonders von unwiederbringlichem Zerfall bedroht. Um gefährdetes Archivgut zu bewahren und damit zeithistorisch und kulturell bedeutende Dokumente zu sichern, hat das Land Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit den Landschaftsverbänden Rheinland (LVR) und Westfalen Lippe (LWL) die „Landesinitiative Substanzerhalt“ (LISE) aufgelegt. In diesem Rahmen konnten seit 2006 viele Millionen Unterlagen aus kommunalen und anderen Archiven entsäuert und auf diese Weise die Papiere wieder verfestigt und stabilisiert werden. Die erfolgreiche Kooperation der drei Partner wird nun bis 2023 verlängert und finanziell wie inhaltlich erweitert: Im Rahmen der Stärkungsinitiative Kultur erhöht die Landesregierung bis 2023 ihre Fördermittel von bisher knapp 800.000 Euro auf bis zu 1,8 Millionen Euro.
„Archivunterlagen dokumentieren nicht nur Verwaltungshandeln, sondern bilden einen bedeutenden kulturellen Schatz, der uns Geschichte in all ihren Facetten, aber auch die Kunstfertigkeit in Druck und Gestaltung vermittelt. Auch wenn Bücher und Archivalien zunehmend digitalisiert werden, ist der Erhalt der Originale unverzichtbar, da das verwendete Material, Beigaben wie Siegel oder auch die Größe eines Dokuments sich über ein Digitalisat kaum vermitteln lassen“, sagte Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. „Mit der ‚Landesinitiative Substanzerhalt‘ baut die Landesregierung das bundesweit beachtete Programm zum Erhalt von archivalischem Kulturerbe in Kooperation mit den Landschaftsverbänden künftig weiter aus.“ Weiterlesen →