Naturkatastrophen im Juli 2021. Schwere Schäden bei Archiveinrichtungen

Notfallvorsorge und Notfallbewältigung waren in den vergangenen Jahren Themen, mit denen sich der VdA als Fachverband und das Archivwesen intensiv auseinandersetzten. Der „Worst Case“ ist nun eingetreten. In diesen Tagen verfolgt der VdA mit großer Sorge und Bestürzung die Auswirkungen der jüngsten Naturkatastrophen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen und gedenkt der vielen Todesopfer.

Unsere Gedanken sind aber auch bei den Angehörigen und allen, die ihr Hab und Gut verloren haben. Viele Sachgüter sind sicherlich ersetzbar, aber nicht alles! Für viele BürgerInnen sind auch Dinge unwiederbringlich verlorengegangen, die bisher zu Ihrem Leben gehörten und zu denen eine emotionale Bindung bestand: Fotos, Filme und persönliche Dokumente gehören zu jeder Biographie und sind meist nicht ersetzbar Weiterlesen

Online: „National-Zeitung“ (Wittgensteiner Ausgabe) von 1935 bis 1944

Die „National-Zeitung : amtliches Blatt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei : amtliches Kreisblatt für den Kreis Wittgenstein / Wittgensteiner Ausgabe“ mit den Jahrgängen 1935-1944 ins Netz gestellt worden
Die Darstellung der Zeitung im Portal ist korrigiert worden. Tatsächlich handelt es sich bei der „Wittgensteiner Nationalzeitung“ sowie der „National-Zeitung“ um Fortsetzungen des „Wittgensteiner Kreisblatts“, das mindestens seit 1852 in Wittgenstein erschien, also um ein Zeitungsunternehmen mit sehr langer Laufzeit.
Die Nationalzeitung spiegelt natürlich als NS-Blatt die Propaganda und Ideologie des Regimes wider.
Im Portal ist die Zeitung hier zu finden:
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/titleinfo/13385721
Quelle: zeit.punktNRW, Facebook-Eintrag v. 10.7.2021

Literaturhinweis: „Koloniale Welten in Westfalen“

Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte, Band: 89, HerausgeberInnen Sebastian Bischoff, Barbara Frey, und Andreas Neuwöhner, 2021

„Nicht nur in den kolonialen Macht- und Handelszentren, auch in der Provinz prägte die Wahrnehmung des Kolonialen den Alltag. So hat die deutsche Kolonialzeit auch in Westfalen und Lippe Spuren hinterlassen: Denkmäler und Straßen ehren koloniale Akteure ,ethnographische Objekte in Museen erzählen von „exotischen“ Welten. Doch zwischen kolonialer und regionaler Geschichte gibt es noch viele weitere, bislang wenig beachtete Bezüge. Die Autorinnen und Autoren dieses mit zahlreichen Illustrationen versehenen Bandes stellen Aus- und Rückwirkungen des Kolonialismus auf das Leben in der westfälischen und lippischen Provinz vor: Die Verflechtungen westfälischer Städte mit dem kolonialen Handel, eine kritische Aufarbeitung von Biographien und Netzwerken kolonialer Akteure, die exotisierende und rassifizierende Zurschaustellung von Menschen sowie den Umgang mit Erinnerungsorten und Sammlungen.“

Regionale Zeitung vor der Digitalisierung

Ausschnitt aus der Startseite des Projektes (Screenshot)

zeit.punktNRW konzentiert sich zurzeit auf die Digitalisierung von Mikrofilmen. Weder in Münster noch in Brauweiler besteht die Möglichkeit, Zeitungen zu digitalisieren, die auf Mikrofiche verfilmt sind. Deshalb wurde jetzt auf einen Auftrag zur Digitalisierung von Mikrofiches an einen Dienstleister vergeben. Es handelt sich um über 12.000 Fiches aus neun nordrhein-westfälische Archiven:

  • Kreisarchiv Euskirchen
  • Stadtarchiv Geseke
  • Stadtarchiv Gladbeck
  • Stadtarchiv Gütersloh
  • Stadtarchiv Hilchenbach: Hilchenbacher Zeitung von 1897 – 1949, ca. 8.100 Seiten
  • Stadtarchiv Lengerich
  • Stadtarchiv Lippstadt
  • Stadtarchiv Minden-Lübbecke
  • Stadtarchiv Viersen

zeit.punktNRW rechnet damit, dass durch diese Digitalisierungsaktion ca. 1.000.000 Seiten zusätzlich in das Portal kommen.

Quelle: zeit.punktNRW, Facebook-Eintrag v. 107.2021

Literaturhinweis: Handkommentar zum Bundesarchivgesetz

Herausgegeben von RA Dr. Christoph J. Partsch, LL.M. (Duke)
Nomos, 2. Auflage 2021, 635 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-8487-6931-5

„Archivgesetze regeln die Anbietungspflicht staatlicher Unterlagen an öffentliche Archive, den Bewertungsauftrag der Archive und die Nutzung von Archivgut durch die Allgemeinheit.

Der Handkommentar zum Bundesarchivgesetz
erklärt exakt, wer welche Unterlagen von welchem Archiv erhalten kann und hat eine Informationslücke an der Schnittmenge von Informationsfreiheitsrechten, Daten- und Geheimhaltungsschutz geschlossen.

Die aktuelle Neuauflage
vertieft diese Konzeption und berücksichtigt bereits die Reform zur Eingliederung des Stasi-Unterlagen-Archivs in die Zuständigkeit des Bundesarchivs. Weiterlesen

Online: Wittgensteiner Nationalzeitung von August 1933 bis Juni 1934

„…. Die „Wittgensteiner Nationalszeitung“ ist eine Fortsetzung des „Wittgensteiner Kreisblatts“, das bereits im Portal verfügbar ist. Es erscheint nun als „Amtliches Kreisblatt für den Kreis Wittengenstein – Parteiamtliche Tageszeitung der NSDAP“. Die Jahrgangszählung wird aber beibehalen. 1933 erscheint als 82. Jahrgang, so dass die Kontiuität zum „Wittgensteiner Kreisblatt“ gewährleistet ist.
Verfügbar sind Ausgaben vom 2. August 1933 bis zum 30. Juni 1934. …..
In zeit.punktNRW findet Ihr die Zeitung hier:

Digitale Akten für die Ewigkeit

32 westfälische Kommunalarchive nutzen LWL-Lösung für die elektronische Langzeitarchivierung

Die Kundenkarte DiPS Kommunal ,Stand 2020/2021.
Foto: LWL-Archivamt

Von rein elektronisch geführten Bauakten bis zu digitalen Geburten- und Sterberegister: In immer mehr Arbeitsbereichen der Verwaltungen halten elektronische Verfahren Einzug – und müssen archiviert werden. Seit 2015 bietet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den Kommunen in Westfalen-Lippe dafür im Rahmen des „Digitalen Archivs NRW“ (DA NRW) die elektronische Langzeitarchivierung an. Der Service läuft unter dem Namen „DiPS.kommunal“ (DiPS = Digital Preservation Solution), der Lösung zur digitalen Bestandserhaltung. Jetzt haben die LWL-Abgeordneten den weiteren Ausbau beschlossen.

„Die Kooperation bei der Langzeitarchivierung findet bei unseren Mitgliedern, den 18 Kreisen und neun kreisfreien Städten, großen Anklang“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Freitag (25.6.) im Landschaftsausschuss in Münster. „Gerade auf einer langen Strecke darf man keine Kraft verschwenden. Die Städte und Kreise sparen durch die Zusammenarbeit bares Geld.“ Weiterlesen