„Zeitzeugen auf Zelluloid“ mit Bergbauthemen

Mittwoch, 29.03.17, 19 Uhr, Siegen, LYZ

Auf dem Programm der Reihe „Zeitzeugen auf Zelluloid“ stehen diesmal zwei aus Privatbesitz stammende Filme, die sich dem Erzbergbau widmen. Den Beginn macht ein 1952 entstandener Stummfilm, der den Erzbergbau unter Tage in der Grube „Eisenzecher Zug“ in Siegen-Eiserfeld zeigt.
Das Arbeitsministerium Nordrhein-Westfalen hat 1957 einen Schulungsfilm zur „Silikose“ in Auftrag gegeben. Entstehung, Folgen und Bekämpfung dieser Staublungenkrankheit, die auch im hiesigen Revier zahlreiche Opfer gefordert hat, sind Inhalt des zweiten Films.

Auftaktveranstaltung „Bergwerksrealität und Phantasien aus der Welt unter Tage“

Kooperation des Gymnasiums Stift Keppel mit der Ruhr-Universität Bochum und der Robert Bosch Stiftung geht ins zweite Jahr

Am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum geht am 14. Februar ein großangelegtes Lehrprojekt in die zweite Runde, an dem mehrere Bochumer Professuren sowie Partnerinstitutionen beteiligt sind. Größtenteils von der Robert Bosch Stiftung finanziert und Teil des renommierten „Denkwerk“-Programms, zielt das Projekt „Unter Tage“ darauf ab, SchülerInnen und LehrerInnen einen Einblick in aktuelle geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung zu geben. Bereits 2016 wurde das Projekt mit großem Erfolg durchgeführt.

Auch im zweiten Projektjahr wird unter Leitung von Professor Dr. Sebastian Susteck vom Arbeitsbereich germanistische Literaturdidaktik an der Erforschung von historischer Bergwerksrealität und Bergwerksphantasien in Kunst und Alltagskultur gearbeitet. In diesem Jahr lautet der Schwerpunkt „Kampfplatz Bergbau“ und berührt Fragen von Existenzkampf, Arbeitskampf aber auch den Wandel von der Industrie- zur wiederbegrünten Landschaft und das Bemühen um eine neue Regionalidentität der ehemaligen Bergbauregionen. Für SchülerInnen wird damit ein weiteres Mal ein Schlüsselthema zum Verständnis des Ruhrgebiets wie weiterer Bergwerksregionen geöffnet. Sie gehen dabei Fragen nach, wie die Welt unter Tage literarisch, dokumentarisch und künstlerisch erfasst wurde. Welche Phantasien sind aus ihr hervorgegangen und haben von Romanen über Filme und Fotografien bis hin zu Bildbänden und Werbebroschüren des Fremdenverkehrs eine ganze (Text-Bild-)Kultur geprägt? Weiterlesen

Historische Quellen aus vier Jahrhunderten

Jubiläumsband zum 75jährigen Bestehen des Westfälischen Wirtschaftsarchivs präsentiert verborgene Schätze zur Westfälischen Wirtschaftsgeschichte

Aus Anlass seines 75-jährigen Bestehens im Jahr 2016 hat das Westfälische Wirtschaftsarchiv (WWA) eine Quellenedition zur westfälischen Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte erarbeitet. Zehn Kapitel mit 352 Quellen auf 811 Seiten: Das sind die äußeren Fakten zu einem Buch, das eindrucksvoll auf die Vielfalt der Bestände des Archivs aufmerksam macht. Die älteste Quelle, ein Geschäftsbuch des Handelshauses Harkort, stammt aus dem Jahr 1674. Von hier aus spannt sich der Bogen bis zum Bau des Kernreaktors THTR-300 in Hamm-Uentrop, der 1983 den Testbetrieb aufnahm. Systematisch behandelt werden neben ausgewählten Persönlichkeiten der westfälischen Wirtschaft die Themen Kapital und Finanzmarkt, Technik und Produktion, Arbeit und soziale Lage, Märkte und Marktkommunikation, Handel und Versicherungen, Wirtschaft und Politik, Energie und Umwelt sowie Verkehr und Transport. Die Kapitel werden jeweils von ausgewiesenen Fachkennern befreundeter Universitäten eingeleitet, mit denen das WWA eng kooperiert. Weiterlesen

Kreuztal: NRW-Stiftung fördert Instandsetzung der Schmiede Krämer mit 32.000 Euro

Förderzusage an den Heimatverein Littfeld-Burgholdinghausen

Gute Nachrichten aus Düsseldorf: Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützt den Heimatverein Littfeld-Burgholdinghausen mit einer Förderung in Höhe von 32.000 Euro. Das beschloss am 09.02.2017 der Vorstand der NRW-Stiftung unter dem Vorsitz von Harry K. Voigtsberger in Düsseldorf. Mit dem Zuschuss der NRW-Stiftung und mit Spendengeldern soll die Schmiede Krämer denkmalgerecht instandgesetzt werden.
Der Verein möchte den letzten von vormals fünf Schmiedebetrieben wieder beleben. Das nötige Inventar, also Esse, Ambosse und Werkzeuge, sind noch erhalten. Die Schmiede braucht jedoch ein neues Dach, neue Wände und Türen. Nach seiner Restaurierung wird dieser kleine regionaltypische Handwerksbetrieb wieder der Öffentlichkeit zugänglich: Zukünftig wird die Schmiede Krämer für Schmiedevorführungen und Workshops mit Kindern und Jugendlichen genutzt werden können.
Die Schmiede Krämer steht beispielhaft für die Arbeitsverhältnisse des 19. Und 20. Jahrhunderts. Die NRW-Stiftung fördere dieses Projekt auch, da es heimatliche Geschichte am historischen Ort wieder lebendig mache, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung. Der Heimatverein Littfeld-Burgholdinghausen sei zudem ein äußerst engagierter Verein, der schon seit vielen Jahren durch sein vielfältiges Engagement das kulturelle Leben Littfelds bereichere.
Quelle: NRW-Stiftung, Pressemitteilung, 10.2.2017

Einer von vielen – und doch ganz speziell

Das Geschäftshaus Melchior in der Siegener Oberstadt (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Stadtarchiv widmet sich der Geschichte der Siegener Feinkosthandlung Melchior

In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Archivstücke in den Sammlungsbeständen sollen dadurch vorgestellt werden. Nach den erfolgreichen Dokumentationen zur Geschichte des „Rheinischen Kaufhauses“ (RHEIKA) oder zu zwei Großtankstellen im vergangenen Jahr soll auch die neue Ausgabe des „Klicks in die Vergangenheit“ ein Stück Siegener Geschäftsphilosophie und Unternehmenskultur näher bringen. Weiterlesen

Burbacher Erzählcafé „Landwirtschaft und Hauberg in Burbach“

Montag, 27.02.2017, 15.00 Uhr, Ort: Haus Herbig

Holztransport in den 50er Jahren (Foto: Johannes Mudersbach)

Landwirtschaft und Hauberg stehen im Mittelpunkt des letzten Erzählcafés der Reihe „Damals – Geschichten von Land und Leuten“. Beide Bereiche prägten den Alltag der Bürgerinnen und Bürger und den Ablauf eines jeden Jahres. Welche Arbeiten waren z.B. vom Setzen der Knollen bis zur Kartoffelernte zu verrichten? Was wurde eingemacht? Welche Nutztiere hielt man zu Hause und wie sah deren Versorgung aus? Wie lief eine Hausschlachtung ab? Wie sah die Bewirtschaftung vom Hauberg aus? Welche Aufgaben fielen hierbei Kindern zu, welche Erwachsenen? Weiterlesen

Karl Schmeißer (1855 – 1924) – Siegerland, Südafrika, Australien, Oberschlesien

Skizze einer Bergbaukarriere (zusammengestellt von Victoria Wolf)

• geboren am 16. Oktober 1855 in Siegen, gestorben am 02.April 1924 in Berlin-Dahlem
• Eltern: Dr. med. Christian Schmeißer und Marianne Schmeißer (geb. Dresler)
• Elternhaus: Löhrstaße 11, Siegen

Ausbildung, Schule, Studium:

• Zunächst besuchte er das Siegener Realgymnasium (heute: Gymnasium am Löhrtor), welches er mit der Reife/Abitur abschloss
• Studiert hat Schmeißer Geologie (bzw. Bergbau- und Hüttenkunde) an den Universitäten bzw. Bergakademien in Berlin, Bonn und Clausthal
• Praktische Kenntnisse erwarb er in seiner Heimat – zum einen auf der „Eisenzeche“ in Siegen-Eiserfeld und im Müsener „Stahlberg“ in Hilchenbach Weiterlesen

Historische Dokumente aus dem Kammerbezirk Siegen zum Lohnkampf in der Metallindustrie

Autor: Netzwerk Westfälische Wirtschaftsgeschichte (Westfälische Wirtschaftsarchiv (WWA) und die Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte e.V. (GWWG))

Bericht über den Lohnkampf von 1963 in „Die Lünette“, der Werkszeitschrift der Maschinenfabrik Herkules in Kaan-Marienborn:

„Die Nacht vom 6. zum 7. Mai 1963 war der dramatische Höhepunkt der schärfsten Auseinandersetzung zwischen den Tarifpartnern der Metallindustrie, die in der Nachkriegszeit stattgefunden hat. Nach zwölf Stunden ununterbrochener Besprechungen einigten sich die streitenden Parteien um 4 Uhr früh auf 5 Prozent Lohnerhöhung vom 1. April 1963 bis zum 31.März 1964 und anschließend auf eine weitere Anhebung der Tariflöhne um 2 Prozent bis zum 30. September 1964. Außerdem wurden weitere 3 Prozent Lohnerhöhung durch die Arbeitszeitverkürzung von 42 1/2 auf 41 1/4 Stunden ab 1. Januar 1964 beibehalten. Als Gesamtlaufzeit des neuen Tarifvertrages wurden 18 Monate vereinbart. Dieser Tarifstreit war jedoch weit mehr als einer der früheren Lohnkämpfe, deren unmittelbare Auswirkungen auf den betroffenen Industriezweig beschränkt blieben. Diesmal stand die Zukunft unserer gesamten Wirtschaft auf dem Spiel, die ja in der Metallindustrie ihre stärkste Stütze hat. Weiterlesen

Rudolf Biermann – Landesverdienstorden NRW für „historische Verantwortung“

Foto: Land NRW / R. Sondermann

Neben seinem umfangreichen ehrenamtlichen Engagement würdigte gestern Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auch den Politiker Rudolf Biermann: „Wir sind wieder im Kreis Siegen-Wittgenstein, sogar wieder in Kreuztal. Rudolf Biermann ist ein außerordentlich engagierter Kreuztaler, der seit Jahrzehnten in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv ist. 10 Jahre, von 1999 bis 2009, war Rudolf Biermann gewählter hauptamtlicher Bürgermeister seiner Stadt. Und er hat dieses Amt auch in schwierigen Zeiten stets mit Sorgfalt und Mut ausgefüllt. Und das gilt besonders in der Debatte um die kontroverse Umbenennung des „Städtischen Gymnasiums Kreuztal“. In diesem Konflikt sind Sie, lieber Herr Biermann, auch einer historischen Verantwortung Ihrer Kommune gerecht geworden. …..“ Weiterlesen