Video „Die Wassersäulenmaschine der Grube Guldenhardt bei Herdorf“


Im Jahr 1840 wurde auf der Grube Guldenhardt eine sich selbst regulierende Wassersäulenmaschine in Betrieb genommen, entworfen von dem „technischen Universalgenie“ Carl Ludwig Althans. Sie erreichte einen Wirkungsgrad von 76,7% und gewährleistete 30 Jahre lang die Wasserhaltung des Bergwerks bis 50 m unter der Talsohle.
Diese Computeranimation wurde im Jahr 2011 auf der Grundlage vorhandener Pläne erstellt.
Die Begleitpublikation ist im Buchhandel erhältlich (Books on demand):
Carsten Trojan: Die Wassersäulenmaschine der Grube Guldenhardt
ISBN 978-3-8423-7821-6

Museumsverein sucht Hinweise zum Asdorfer Weiher und zu Freudenberger Uhrmachern

Der Asdorfer-Weiher in Freudenberg, einst an der Bahnlinie Kirchen-Freudenberg-Olpe gelegen.

Einen Schwerpunkt setzt das Freudenberger 4Fachwerk-Museum in der geschichtlichen Arbeit. Zuletzt wurde hier die große Ausstellung zum Stadtbrand vor 350 Jahren initiiert.

Zwei neue Themen haben sich die 4Fachwerker jetzt vorgenommen: Erinnert werden soll an den Bau des Asdorfer Weihers, dessen Anlage auf das Jahr 1489 zurückgeht, der 2019 dann vor 550 Jahren errichtet wurde, und zu dieser Zeit als größte angelegte Talsperre galt.

Der Verein fragt zur Vorbereitung einer Ausstellung nach alten Fotos, Plänen, Nachrichten oder Darstellungen vom Asdorfer Weiher selbst, aber auch nach Informationen zum Fischereiwesen dort oder der Elektro-Energiegewinnung. Ebenso interessieren die dahinterliegenden Produktionsstätten (Eisenhammer, Getreidemühle, Pulvermühle).
Ansprechpartner ist Gottfried Theis, der über Telefon (02734/3728) oder Mail (GottfriedTheis@gmx.de) erreichbar ist. Weiterlesen

Unbekanntes Gemälde von Ludwig Heupel-Siegen im Stadtarchiv

Im Rahmen einer Schenkung erhielt jetzt das Stadtarchiv Siegen ein Portrait des Siegener Kaufmanns Hermann Kippenberger. Das Gemälde aus dem Jahre 1927 stammt von dem heimischen Maler Ludwig Heupel-Siegen, ist aber im Werksverzeichnis von Alexander Wollschläger (1970) nicht aufgeführt.
Hermann Kippenberger war ein Sohn des Kaufmanns Peter Kippenberger, dessen Eisenwarenhandlung er nach dessen Tod übernahm. Auf dem Gemälde wird er war als mit Orden ausgezeichneter Teilnehmer des Ersten Weltkrieges dargestellt. Anhand zahlreicher Todesanzeigen ist nachzuvollziehen, dass er sich in verschiedenen Vereinen engagierte.
Sein Vater Peter Kippenberger (1820-1890) stammte wie auch sein Bruder Jean (1816-1898) aus Osthofen bei Worms, beide ließen sich in Siegen nieder.
Peter gründete einen Eisenwarenhandel mit Sitz zunächst in der Löhrstraße, später in der Poststraße.
Auch Jean betätigte sich als Kaufmann und gründete eine Wein- und Eisengroßhandlung. 1844 erweiterte er diese dann um ein Bankhaus, das sich seit mindestens 1887 am Löhrtor befand. Die Provinzbank machte sich unter ihresgleichen in Deutschland bald einen Namen. Zusammen mit der Siegener Bank für Handel und Gewerbe, welche 1905 den Vorgängerbau der heutigen Filiale der Deutschen Bank an der Koblenzer Straße errichten ließ und 1925 mit dieser fusionierte, bildete sie die Basis für die Deutsche Bank in Siegen. Das Bankhaus Kippenberger hingegen schloss sich 1917 dem Schaaffhausen´schen Bankverein an, der 1929 durch die Discontogesellschaft übernommen wurde, im gleichen Jahr aber ebenfalls in der Deutschen Bank aufging.

Das Portrait von Hermann Kippenberger kann bis auf Weiteres im Lesesaal des Stadtarchivs Siegen besichtigt werden.

Quellen:

  • Dokumentation Jean Kippenberger (Bestand Stadtarchiv Siegen)
  • Dokumentation Hermann und Peter Kippenberger (Bestand Stadtarchiv Siegen)
  • Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974
  • „Siegener Bankunternehmen mit 130jähriger Tradition- Bemerkenswerte Entwicklung
    der Deutsche Bank AG Filiale Siegen“, in: Siegerländer Heimatkalender, 1974

Text: Sonja Schäfer, Praktikantin im Stadtarchiv

Digitale Veröffentlichung zu Ziegeleien in Westfalen und Lippe

„Ziegeleien überall“ lautete der treffende Titel eines Buches über Ziegeleien im Kreis Minden-Lübbecke. Tatsächlich bestanden 1905 in Westfalen und Lippe mindestens 823 Ziegeleien, seither sinkt die Zahl von Jahr zu Jahr. Seit 1900 gab ein Leipziger Adressbuchverlag zunächst jährlich ein Verzeichnis der Ziegeleien heraus, für das er amtliche Unterlagen verwenden konnte. Später wurden die Abstände zwischen den Ausgaben immer größer, andere Institutionen übernahmen das Werk. Sieben zwischen 1905 und 1953 erschienene Ausgaben konnten für das Verzeichnis ausgewertet, die Einträge nach den heutigen kommunalen Grenzen neu geordnet werden.
Für das Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein verzeichnet die Publikation siebzehn Betriebe (S. 154 ff.) – nur in Bad Berleburg und in Burbach fanden im Untersuchungszeitraum sich keine Ziegeleien.

Burkhard BEYER: Verzeichnis der Ziegeleien in Westfalen und Lippe 1905 bis 1953. Auswertung der Fachadressbücher und Branchenverzeichnisse. 185 Seiten, Online-Publikation (PDF) Münster 2017 (Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Band 13).

Quelle: Historische Kommission für Westfalen, Digitale Schriftenreihe

Linktipp: Projekt der LWL-Archäologie zur eisenzeitlichen Metallurgie im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Seit dem 27. März 2017 führen die LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe, das Deutschen Bergbau-Museum Bochum, die Ruhr-Universität Bochum sowie das LWL-Freilichtmuseum Hagen ein archäologisches Experiment durch, das die die Produktionsmenge der keltischen Verhüttungsöfen, wie sie im Siegerland aufgefunden wurden, klären soll.
Das Blog der LWL-Archäologie begleitet dieses Experiment. Ein erster, reich bebilderter Eintrag ist am 3. April erschienen.

„Zeitzeugen auf Zelluloid“ mit Bergbauthemen

Mittwoch, 29.03.17, 19 Uhr, Siegen, LYZ

Auf dem Programm der Reihe „Zeitzeugen auf Zelluloid“ stehen diesmal zwei aus Privatbesitz stammende Filme, die sich dem Erzbergbau widmen. Den Beginn macht ein 1952 entstandener Stummfilm, der den Erzbergbau unter Tage in der Grube „Eisenzecher Zug“ in Siegen-Eiserfeld zeigt.
Das Arbeitsministerium Nordrhein-Westfalen hat 1957 einen Schulungsfilm zur „Silikose“ in Auftrag gegeben. Entstehung, Folgen und Bekämpfung dieser Staublungenkrankheit, die auch im hiesigen Revier zahlreiche Opfer gefordert hat, sind Inhalt des zweiten Films.

Auftaktveranstaltung „Bergwerksrealität und Phantasien aus der Welt unter Tage“

Kooperation des Gymnasiums Stift Keppel mit der Ruhr-Universität Bochum und der Robert Bosch Stiftung geht ins zweite Jahr

Am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum geht am 14. Februar ein großangelegtes Lehrprojekt in die zweite Runde, an dem mehrere Bochumer Professuren sowie Partnerinstitutionen beteiligt sind. Größtenteils von der Robert Bosch Stiftung finanziert und Teil des renommierten „Denkwerk“-Programms, zielt das Projekt „Unter Tage“ darauf ab, SchülerInnen und LehrerInnen einen Einblick in aktuelle geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung zu geben. Bereits 2016 wurde das Projekt mit großem Erfolg durchgeführt.

Auch im zweiten Projektjahr wird unter Leitung von Professor Dr. Sebastian Susteck vom Arbeitsbereich germanistische Literaturdidaktik an der Erforschung von historischer Bergwerksrealität und Bergwerksphantasien in Kunst und Alltagskultur gearbeitet. In diesem Jahr lautet der Schwerpunkt „Kampfplatz Bergbau“ und berührt Fragen von Existenzkampf, Arbeitskampf aber auch den Wandel von der Industrie- zur wiederbegrünten Landschaft und das Bemühen um eine neue Regionalidentität der ehemaligen Bergbauregionen. Für SchülerInnen wird damit ein weiteres Mal ein Schlüsselthema zum Verständnis des Ruhrgebiets wie weiterer Bergwerksregionen geöffnet. Sie gehen dabei Fragen nach, wie die Welt unter Tage literarisch, dokumentarisch und künstlerisch erfasst wurde. Welche Phantasien sind aus ihr hervorgegangen und haben von Romanen über Filme und Fotografien bis hin zu Bildbänden und Werbebroschüren des Fremdenverkehrs eine ganze (Text-Bild-)Kultur geprägt? Weiterlesen

Historische Quellen aus vier Jahrhunderten

Jubiläumsband zum 75jährigen Bestehen des Westfälischen Wirtschaftsarchivs präsentiert verborgene Schätze zur Westfälischen Wirtschaftsgeschichte

Aus Anlass seines 75-jährigen Bestehens im Jahr 2016 hat das Westfälische Wirtschaftsarchiv (WWA) eine Quellenedition zur westfälischen Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte erarbeitet. Zehn Kapitel mit 352 Quellen auf 811 Seiten: Das sind die äußeren Fakten zu einem Buch, das eindrucksvoll auf die Vielfalt der Bestände des Archivs aufmerksam macht. Die älteste Quelle, ein Geschäftsbuch des Handelshauses Harkort, stammt aus dem Jahr 1674. Von hier aus spannt sich der Bogen bis zum Bau des Kernreaktors THTR-300 in Hamm-Uentrop, der 1983 den Testbetrieb aufnahm. Systematisch behandelt werden neben ausgewählten Persönlichkeiten der westfälischen Wirtschaft die Themen Kapital und Finanzmarkt, Technik und Produktion, Arbeit und soziale Lage, Märkte und Marktkommunikation, Handel und Versicherungen, Wirtschaft und Politik, Energie und Umwelt sowie Verkehr und Transport. Die Kapitel werden jeweils von ausgewiesenen Fachkennern befreundeter Universitäten eingeleitet, mit denen das WWA eng kooperiert. Weiterlesen