Mosaiksteine runden Geschichte Siegens ab

ZEIT.RAUM Siegen: Neues Veranstaltungsformat der Mittwochsakademie trifft auf positive Resonanz und wird im Wintersemester fortgesetzt.

Während eines Stadtrundgangs erkundeten die ZEIT.RAUM Siegen-Teilnehmer das interaktive Stadtmodell im Oberen Schloss. Foto: Katja Knoche


„Vor allem die wöchentlichen Einheiten ,Erinnerungsorte‘ fand ich richtig gut. Meine Erinnerung an einen Ort war teilweise eine andere als die einiger Teilnehmer. Dies ließ mich auf Spurensuche gehen: Besuch im Stadtarchiv, im Museum, in der Museumsverwaltung…“. Rosemarie Harth ist Teilnehmerin des Citizen-Science-Projekts der Mittwochsakademie „ZEIT.RAUM Siegen: Regionale Geschichte und Erinnerungsorte mit Bürgerinnen und Bürgern erforschen“. Erstmals besteht für Besucherinnen und Besucher der Mittwochsakademie die Möglichkeit, gemeinsam mit den Geschichtswissenschaftlern Dr. Jens Aspelmeier und Matthias Opitz an einem Forschungsprojekt teilzuhaben. Aspelmeier: „Was wir uns versprochen haben, dass wir über die Region ins Gespräch kommen, hat funktioniert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzen sich mit ihrem eigenen Dasein in Siegen auseinander. Sie möchten dabei Expertenwissen vermittelt bekommen, aber auch mitdiskutieren und sich mit ihren Erinnerungen einbringen.“ Weiterlesen

Kooperation zwischen der Universität Siegen und dem Archiv des Liberalismus

Die Büste des in Siegen geborenen liberalen Pädagogen Adolph Diesterweg (1790-1866) ziert den Campus der Universität Siegen, an der Ewald Grothe gestern eine neue Kooperation vereinbarte. In einem konstruktiven Gespräch mit der dortigen Historikerin Prof. Dr. Angela Schwarz verabredete er für die Zukunft Besuche des Siegener Lehrenden und Studierenden in Gummersbach ebenso wie Vorträge der Gummersbacher Historiker an der Universität Siegen. Nach Aachen, Bonn, Gießen, Hagen, Köln, Marburg und Wuppertal wird damit die achte Hochschule seit 2011 mit dem ADL zusammenarbeiten.

Quelle: Archiv des Liberalismus, Facebook-Eintrag v. 9.5.2017

Ausstellung „Papyrus, Pergament, Papier.

Von schmutzigen Lumpen und prachtvollen Büchern“. Eine Ausstellung von Studierenden der Universität Siegen in der Passage der Teilbibliothek Unteres Schloss (US), 21. März – 10. April 2017

Ein Buch zu besitzen, ist heute nichts Besonderes mehr – in vielen Haushalten finden sich bunt bebilderte Kinderbücher, alte Bibeln, Romane oder Sachtexte.
Für die Menschen im Mittelalter war solch ein Reichtum noch undenkbar, war doch, bevor Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert den Buchdruck erfand, jedes Schriftstück ein kostbares, handgefertigtes Unikat. Bereits die Herstellung der Beschreibstoffe war langwierig und teuer: das schon im Alten Ägypten aus Pflanzenstreifen zusammengepresste Papyrus und das aus getrockneten Tierhäuten bestehende Pergament wurden erst ab dem 13. Jahrhundert allmählich durch das günstigere, aus einem Faserbrei aus alten Lumpen geschöpfte Papier ersetzt. Tinten und Farben wurden aufwendig aus Pflanzenteilen, gemahlenem Gestein oder tierischen Sekreten erzeugt. Meist waren es Mönche, die die Texte in speziellen Schreibstuben sorgfältig von Hand anfertigten und zuweilen innen wie außen prachtvoll gestalteten. Weiterlesen

Diskussionsveranstaltung „Populismus in Europa und den USA“

Der Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte lädt herzlich zu einer Diskussionsveranstaltung einladen, die am

Mittwoch, den 18. Januar um 18:00 Uhr im Universität Siegen, (Adolf-Reichwein-Campus), Raum AR-B 2104/05

stattfindet.

Unter dem Titel „Wir müssen reden!“ möchten wir Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität zu aktuellen politischen Themen miteinander ins Gespräch bringen und kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf diese Themen ermöglichen.

Die erste Veranstaltung der Reihe ist dem Thema Populismus in Europa und den USA gewidmet. Der Wahlsieg Donald Trumps, die rechtskonservative PiS-Regierung in Polen, eine drohende französische Präsidentin Le Pen, der Fast-Sieg Norbert Hofers in Österreich – in Anbetracht dieser politischen Ereignisse möchten wir am 18. Januar fragen, wie es möglich ist, dass rechtsnationale Populisten derzeit in so vielen Gesellschaften erfolgreich sind.

Den Auftakt der Diskussion übernehmen Christian Lahusen, Daniel Stein und Claudia Kraft.

Siegerländer Erinnerungskultur im Schulunterricht

Tage der Bildungsforschung in Siegen

Foto: Prof. Dr. Anna Maria Hintz (Fak. II) (v.l), Prof. Dr. Bärbel Kuhn (Fak. I), Preisträger Matthias Opitz, Prof. Dr. Ingo Witzke (Fak. IV), Prof. Dr. Martin Rothland (Fak. II, ZLB) und Prof. Dr. Gesa Siebert-Ott (Fak. I).


“ …. Ein auch für die Region Siegen-Wittgenstein bedeutender Höhepunkt bildete die Verleihung des Waxmann-Preises an Matthias Opitz. Der Lehramt-Absolvent hat den Preis für seine geschichtsdidaktische Staatsarbeit „Regionale Erinnerungskultur als konjunktiver Erfahrungsraum? Eine empirische Untersuchung zu Siegerländer Erinnerungskulturen“ erhalten. Opitz hat untersucht, welche Symbole, Personen oder Ereignisse Siegerländer Erinnerungsorte kennzeichnen und hierzu Gruppendiskussionen mit Personen unterschiedlicher Altersgruppen durchgeführt. Prof. Dr. Ingo Witzke (Fakultät IV) hob in seiner Laudatio vor allem den Mehrwert der Arbeit für den schulischen Geschichtsunterricht hervor. Die Arbeit könne „Jugendliche motivieren, sich mit ihrer Region und der Geschichte auseinanderzusetzen“, so Witzke. ….“
Quelle: Uni Siegen, Aktuelles, 15.12.2016

Vollständige Erfassung deutscher Handschriften des Mittelalters

Neues Akademieprojekt an der Universität Siegen und Philipps-Universität Marburg wird mit 6,5 Millionen Euro gefördert.

Dr. Nathanael Busch

In den kommenden 20 Jahren wird im Rahmen des von Bund und Ländern getragenen Akademien-Programms das Projekt Handschriftencensus (HSC) zur vollständigen Erfassung der deutschsprachigen Handschriften des Mittelalters finanziert. Ziel ist es, der internationalen Forschungsgemeinschaft einen Bestand von rund 26.000 Manuskripten und Fragmenten, die sich weltweit in mehr als 1.500 Bibliotheken, Archiven, Museen und in Privatbesitz befinden, in einer kostenlos abrufbaren Online-Fachdatenbank zugänglich zu machen. Das Fördervolumen beträgt insgesamt 6,5 Millionen Euro. Projektverantwortliche im Handschriftencensus sind die Mittelalter-Philologen Dr. Nathanael Busch von der Universität Siegenund Prof. Dr. Jürgen Wolf, Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters der Philipps-Universität Marburg. Das Projekt, das unlängst von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK)bewilligt wurde, wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz getragen. Durchgeführt wird das Vorhaben in Marburg. Weiterlesen

Historikerpreis 2016 der Dirlmeier Stiftung an Paul Lukas Hähnel


Anm.: Dr. Hähnel präsentiert seine Arbeit ab 0:48 des Videos

“ …. Traditioneller Weise werden beim Jahresempfang [2016 der Universität Siegen] herausragende Absolventen und Studierende der Universität ausgezeichnet. ….
Dr. Paul Lukas Hähnel erhielt den Historikerpreis der Dirlmeier Stiftung. Seine Dissertation trägt den Titel „Föderale Interessenvermittlung im Deutschen Kaiserreich (1871-1914). Koordination, Kooperation und Verflechtung im Politikfeld der Nahrungsmittelregulierung“ und liefert neue Erkenntnisse über die Grundlagen der föderalen Konstruktion des Kaiserreichs. ….“
Quelle: Universität Siegen, 15.11.16

Souvenir aus dem Schloss-Gefängnis

souvenirjvasiDie Ausstellung „Souvenir“ in der Art Galerie Siegen zeigt Fotos aus dem ehemaligen Siegener Gefängnis im Unteren Schloss. Elisabeth Müller und Oliver Seiler haben die Aufnahmen im Rahmen ihres Master-Studiums an der Uni Siegen gemacht.

Es gibt kaum Licht. Es ist feucht, kalt – und vor allem sehr still. Das ehemalige Siegener Gefängnis im Unteren Schloss steht seit vielen Monaten leer: Die Gefangenen sind weg, ihre Tische, Stühle und Betten auch. Elisabeth Müller und Oliver Seiler sind allein in dem Gebäude. Im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Uni Siegen möchten sie die verlassene Gefängnisanlage dokumentieren. Fünf, sechs Stunden lang streifen die Studierenden mit ihren Kameras durch die Zellen, Gänge und Gemeinschaftsräume. „Das war ein ziemlich schräges, atmosphärisches Erlebnis“, erinnert sich Oliver Seiler. „Unheimlich“, ergänzt Elisabeth Müller, „aber auch eine einmalige Gelegenheit. Wir haben einfach Eindrücke gesammelt.“ Vier Jahre später sind diese Eindrücke öffentlich zu sehen: „Souvenir“ heißt die Ausstellung in der Art Galerie Siegen, die gerade eröffnet worden ist und bis Anfang Januar läuft. Weiterlesen

Dissertation zum „Hilfsverein der deutschen Juden“ – online

burkhardpromoEdmund Burkard ist der älteste Promovend der Uni Siegen. Seine Doktorarbeit schrieb er über das Thema „Der Hilfsverein der Deutschen Juden“.

Egal ob 18 oder 80 Jahre, egal ob es die erste oder die letzte ist: Prüfungen machen nervös. „Es war nicht einfach“, sagt Edmund Burkard nachdenklich. Jahrzehntelang fühlte er als Lehrer seinen Schülern auf den Zahn. Nun, mit 80 Jahren, muss der Mann aus dem Münsterland noch einmal die Rolle des Prüflings übernehmen. Nach zwei Stunden ist es geschafft. Edmund Burkard hat seinen Doktortitel in Erziehungswissenschaften. Er ist damit der derzeit älteste Promovend der Universität Siegen. Burkard ist selbst überrascht: „Ich bin der Älteste? Wirklich?“

Seine Doktorarbeit schrieb er über das Thema „Der Hilfsverein der Deutschen Juden. Überwindung von Armut durch Bildung“. „Ich wollte eigentlich gar nicht promovieren. Andere wollten das“, schmunzelt Burkard. Das Thema begleitete ihn schon seit seiner Staatsexamensarbeit und ließ ihn nicht mehr los. Er wurde zum Experten, hielt Vorträge und hatte engen Kontakt zu anderen Wissenschaftlern. Irgendwann traf er Prof. Dr. Sabine Hering, die bis 2012 an der Universität Siegen lehrte und zum Vorstand des Arbeitskreises Jüdische Wohlfahrt am Salomon Ludwig Steinheim Institut der Universität Duisburg/Essen gehört. „Sie meinte, ich solle doch promovieren“, erzählt Burkard. Weiterlesen