SAMSTAG 12.10.24 · 19 UHR, LYZ Siegen
Lesung, Musik & Party zum Jubiläum

Die Buchhandlung Bücherkiste wurde am 18. Juli 1974 gegründet und hat in den letzten Jahrzehnten hunderte Menschen aus Siegen, der Region und viele, die nach Siegen kamen, in ihrer politischen Sozialisation begleitet.
Heute gehört die Bücherkiste zu den ganz wenigen Buchhandlungen in Deutschland, die sich immer noch als Buchladen für Politik und Kultur verstehen. Und nach wie vor wird die Bücherkiste nicht nach ökonomischen Kriterien der Profitmaximierung geführt, sondern verfolgt die ldee, die Diversität linker Politik und Kultur sowie anspruchsvoller Literatur mit den angebotenen Büchern zu präsentieren.
Im Sommer 2024 wird die Bücherkiste 50 Jahre. Eigentlich unvorstellbar! Umso mehr gilt es, das zu feiern. Zum Jubiläum erscheint ein rund 250-seitiges Buch mit Beiträgen von rund 100 Freundinnen und Freunden der Bücherkiste. An diesem Abend erwartet das Publikum eine Lesung von zehn bekannten und unbekannten Persönlichkeiten, für die die Bücherkiste mehr als nur eine Buchhandlung war und ist. Begleitet werden die vorgetragenen Texte mit Musikbeiträgen, von Klassik bis Punk, eben passend zur Geschichte der Bücherkiste, und anschließend gibt es natürlich die große Jubiläums-Party!
Veranstalter: Freunde der Bücherkiste
VVK+AK: 15,- € | erm.: 10,- €
Tickets: https://www.lyz.de/3085

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„Kaum ein nationalsozialistisches Konzentrationslager hat nach 1945 eine derart vielfältige Literatur hervorgebracht wie Buchenwald. Zu ihr gehören ideologisch bis heute umstrittene Bücher wie der antifaschistische Beststeller Nackt unter Wölfen, die hochkanonischen Romane wie Semprúns oder Kertész, weniger bekannte Romane wie Adlers Das Panorama oder Ferdinand Peroutkas Wolke und Walzer, eine Flut vergessener ‚grauer‘ Bericht-Literatur, frühe Versuche einer soziologischen, politischen oder psychologischen Deutung des Lagers. Ebenso wie das Konzentrationslager Buchenwald selbst ist diese Literatur international. Buchenwald versammelte Menschen aus fast allen Ländern Europas. Viele von ihnen wurden aus politischen oder rassischen Gründen deportiert, die nationale Grenzen überschritten. Die Literatur, die aus dem Lager hervorging, entstand also einerseits in nationalliterarischen Kontexten, bezog sich aber andererseits auf ein transnationales Ereignis, das sich mit transnationalen Fragen verband. Die Literatur des Lagers Buchenwald lässt sich daher nicht einfach nationalliterarisch einhegen. Trotzdem wies die Forschung in den letzten Jahren einen starken Zug zur nationalliterarischen Segmentierung auf, was auch dazu führte, dass sich die Wahrnehmung darüber hinaus nur auf sehr wenige kanonische Werke beschränkte. Der vorliegende Band versammelt Beiträge über die Literaturen, die an der europäischen Textgeschichte des Konzentrationslagers Buchenwald mitgeschrieben haben. “



