Walter Bonin – Siegener Kreisplaner von 1951 – 1955

Nachdem Walter Bonin bereits zweimal mit Bauten der Architektur der Jahre 1960+ hier auf siwiarchiv in Erscheinung getreten ist, hat siwiarchiv erste biographische Daten ermittelt:

Walter Bonin (1951), Quelle: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein Personalakte Walter Bonin

geb 8. Mai 1919 in Mülheim/Main – 5. November 1990 in Siegen
Eltern: Hans Bonin, Buchdrucker, Margarete geb. Graf
evangelisch
verh. seit Juli 1949 mit Mia geb. Stürmer (geb. 29. März 1923), 2 Kinder

Volkssschule
Ostern 1929 Oberrealschule Offenbach/Main
1937 Abitur
anschließend 7 Monate Arbeitsdienst
2 Jahre Militärdienst
Weltkrieg: Feldartillerist, zuletzt Batteriechef

Dezember 1945 – Juni 1950 TH Darmstadt: Dipl. Ing
1950 – 1951: Entwurfsarchitekt bei Dipl. Ing. Richard Horn Architekt BDA , Aalen/Wttbg.:

  • Industriebauplanungen, Siedlungs- und Wohnhausbau, Teilbebauungspläne

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Architektur 1960+, Brutalismus im Kreisgebiet: Erlöserkirche, Siegen-Winchenbach

siwiarchiv sucht Beispiele für die Architektur der 1960er und 1970er Jahre.
Die zwischen 1963 und 1965 erbaute ist Erlöserkirche in der Winchenbach-Siedlung in Siegen ein Beispiel der Sakral-Architektur der 60er und 70er Jahre im Kreisgebiet.

Foto: Hans Martin Lenz

Zur Architektur: “ …. Die Aufgabe, gerade eine reformierte Kirche zu bauen, wurde dem Architekten Walter Bonin besonders lieb und wuchs ihm im Verlauf der Arbeit immer mehr ans Herz. Gestaltungsziel konnte nur eine äußerst vereinfachte, in Form und Material reduzierte und abstrahierte Haltung sein, die auf Nachahmung oder auf Neuschöpfung emanzipierter, um jeden Preis avantgardistischer Beispiele zu verzichten hatte, schrieb der Architekt in der Festschrift zur Einweihung. Schlichtheit, Strenge und Verzicht sind die hervortretenden Merkmale der inneren und äußeren Gestaltung. Gewählt wurde eine Skelettbauweise aus Beton, belgische Handziegeln dienten der Ausfachung. Die große Fensterfront erhielt kein großes Glasgemälde, sondern überwiegend farbloses Glas, das die natürliche Umgebung in den Raum einbezieht. Ein Betonglasband trennt optisch das Innere vom Äußeren. Eine Dornenkrone aus leuchtenden Lichtprismen erinnert an die Marterkrone des Erlösers und damit an den Namen der Kirche. Die Prinzipalstücke wurden aus schweren Schieferplatten und Bronze gestaltet. Der Entwurf der Fenster sowie der Kanzel, des Abendmahlstisches und des Taufbeckens stammen von Wolfgang Kreutter. …..“ (Quelle: Evangelischer Kirchenkreis Siegen, Nachrichten, 2.9.2015)

Link zum ersten Beispiel der Sichtbetonbauweise im Kreisgebiet: Ehem. Hauptschule Freudenberg
Link zum zweiten Beispiel der Sichtbetonbauweise im Kreisgebiet: Landgericht Siegen
Link zum dritten Beispiel der Sichtbetonbauweise im Kreisgebiet: Siegtalbrücke

Architektur 1960+, Brutalismus im Kreisgebiet: Siegtalbrücke


siwiarchiv sucht Beispiele für die Architektur der 1960er und 1970er Jahre.
Die zwischen 1964 und 1969 erbaute Siegtalbrücke ist ein weithin sichtbares Beispiel der Architektur der 60er und 70er Jahre im Kreisgebiet.

Link zum ersten Beispiel der Sichtbetonbauweise im Kreisgebiet: Ehem. Hauptschule Freudenberg
Link zum ersten Beispiel der Sichtbetonbauweise im Kreisgebiet: Landgericht Siegen

s. a. Aus dem Fotoarchiv des Kreisarchivs: Fotokunst

Architektur 1960+, Brutalismus im Kreisgebiet: Landgericht Siegen


siwiarchiv sucht Beispiele für die Architektur der 1960er und 1970er Jahre.
Die im Mai 1976 der Öffentlichkeit übergebenen Gebäude des Land-, Amtsgerichtes und der Siegener Staatsanwaltschaft waren die ersten Bauten nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik, in denen „die erste und die zweite Instanz einschließlich der Staatsanwaltschaft unter einem Dach untergebracht“ waren. In einem Architektenwettbewerb hatten sich das Düsseldorfer Büro Prof. Fritz Eller, Dipl. Ing. Erich Moser und Dipl. Ing. Robert Walter und das Siegener Dipl. Ing. Walter Bonin durchgesetzt. Für die Kunst am Bau schuf der Schweizer Karl Gerstner die Werkgruppe „Color-Sound-Relief“.
Zitat “ …. Das Staatshochbauamt und insbesondere die Architekten wollten, der „Bauhaus“-Idee folgend, der Material- und Werktreue den Vorzug geben. Das bedeutete, daß die Wartehallen und die Flure im Eingangsbereich und vieles andere sich in rohem Beton dargestellt hätten. Aber die Dienstkräfte des neuen Hauses wollten nicht in einer Bunkeratmosphäre arbeiten, so daß schließlich doch noch Farbe für die Verschönerung der Wände usw. verwendet wurde.“

Quelle: Günter Schnell: Vom Unteren Schloß zur Berliner Straße, in: „Recht im südlichen Westfalen. Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Landgerichts Siegen, Siegen 1983, S. 46 – 47
Link zum ersten Beispiel der Sichtbetonbauweise im Kreisgebiet

Ausstellung „Siegen im Postkartenformat“

Siegen Siegbruecke 1850 Jacob Scheiner

Historische Ansicht der Stadt auf dem Siegberg, gesehen von Westen, im Zustand von etwa 1850. Aquarell des Landschaftsmalers Jakob Scheiner von 1899. Diese Perspektive des Malers ist in Siegen als „Scheinerblick“ bekannt und wurde als Postkartenmotiv genutzt. In der Bildmitte der „Dicke Turm“ und das Untere Schloss (beide mit ockerfarbenem Verputz) sowie die weiß verputzte Martinikirche. Im Vordergrund der Fluss Sieg mit Siegbrücke. Im Bildvordergrund der Fluss Sieg mit historischer Siegbrücke. Dahinter, auf dem westlichen Sporn des Siegbergs, die evangelische Martinikirche (weiße Fassade) sowie das Untere Schloss mit „Dickem Turm“ (gelbe Fassaden). Von Jakob Scheiner [Public domain], via Wikimedia Commons.

Siegerlandmuseum, 22.7. – 9.9.2018

„Das Siegerlandmuseum verfügt über zahlreiche Postkarten mit Motiven aus Siegen und Umgebung. Sie zeigen die Entwicklung der Stadt in den vergangenen ca. 150 Jahren nach. Während die Postkarte das meist fotografisch wiedergegebene Bild der Stadt zeigt, haben Siegener Künstler ihre jeweils eigene Perspektive auf verschiedene Aspekte und Sehenswürdigkeiten der Stadt gerichtet. Die Konfrontation beider Sichtweisen ergibt ein drittes, wiederum neues Bild auf Siegen und Umgebung.“
Quelle: Siegerlandmuseum

Architektur 1960+, Brutalismus im Kreisgebiet: Ehem. Hauptschule Freudenberg

Foto: © Bernd Brandemann

siwiarchiv sucht Beispiele für die Architektur der 1960er und 1970er Jahre. Bernd Brandemann wies nun auf die ehemalige Hauptschule in Freudenberg hin. Bei dem Schulgebäude in der oberen Schulstraße in Freudenberg handelt es sich um ein 1967 errichteten Betonsichtbau, der bis zum 1. August 1988 als Schulgebäude genutzt wurde. Der Abbruch erfolgte ab Dezember 2012.: Weiterlesen

Architektur 1960+, Brutalismus – gibt es das im Kreisgebiet? Hinweise und Fotos gesucht

Die Bauforschung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) widmet sich in einem Projekt der Erforschung und Inventarisierung der Architektur der 1960er und 1970er Jahre. Neben repräsentativen Gebäuden – Kreisgebiet sind dies z. B. die Universität oder auch Kirchenbauten – sind neue Materialien wie der Sichtbeton (béton brut), die Verwendung besonderer Formen (z. B. sechs- bzw achteckige Grundrisse) und eine neue Farbigkeit (Orange, Gelb, Apfelgrün) Kennzeichen der Architektur dieser Jahre.
Auffällig zeigt sich die Architektur dieser Jahre in den genannten Großbauten im Kreisgebiet. Aber auch kleinere Bauten (Wohnhäuser, Siedlungen, Wirtschaftsgebäude, ….) aus den Jahren wurden mit den oben genannten architektonischen Stilmitteln geschaffen. Beispiele solcher Bauten sucht nun siwiarchiv. Alle Hinweise auf Gebäude können als Kommentare zu diesem Beitrag gepostet werden. Falls Fotos gepostet werden, bitte an folgende Adresse: siwiarchiv@googlemail.com . Die Bilder werden, falls eine entsprechende Erlaubnis vorliegt, vom siwiarchiv-Administrator ebenfalls als Kommentar zu diesem Artikel eingestellt werden.

Weitere Informationen zum Vorhaben des LWL finden sich auf dieser Interentseite:
https://www.lwl.org/dlbw/service/projekte/moderne-1960-plus

Haus Stöcker aus Burgholdinghausen

Neues Bauprojekt des LWL-Freilichtmuseums Detmold

Wenn der Bagger im LWL-Freilichtmuseum Detmold anrollt, dann deutet dies meistens auf ein neues Bauprojekt hin: Das „Haus Stöcker“ aus dem Jahr 1797 wird künftig mit seinen zeittypischen Renovierungen aus den 1960er Jahren die Baugruppe des Siegerländer Weilers erweitern. Es ist damit das zweite Gebäude, das die 1960er Jahre im Gelände repräsentiert. Die historische Tankstelle aus Siegen-Niederschelden aus dem Jahr 1951, die im Zustand der 1960er Jahre zu sehen ist, war das erste Gebäude aus diesem Jahrzehnt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) 2013 in seinem Freilichtmuseum eröffnet hat.

Der Bagger ist angerollt, die Erdarbeiten für das Fundament am Haus Stöcker im LWL-Freilichtmuseum Detmold starten. Zum ersten Spatenstich kamen Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen, Baureferatsleiter Dr. Hubertus Michels und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.
Foto: LWL/Jähne

Noch ist das Fachwerkhaus nur anhand der Absteckungen auf der Wiese zu erahnen, doch schon bald wird hier das Haus der Familie Stöcker für Besucher zugänglich sein und seine Geschichte erzählen. Am Montag (11.6.) fanden der erste „Spatenstich“ und damit auch der offizielle Baubeginn statt. „Das Haus Stöcker ist eine große Bereicherung für das Gelände des Freilichtmuseums Detmold und schlägt eine Brücke zur Alltagskultur der 1960er Jahre“, so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Weiterlesen

Museumskoffer zum Thema „Siegerländer Fachwerkhäuser“ für die Grundschule

Das Museum bietet jetzt einen Materialkoffer zum Thema „Siegerländer Fachwerkhäuser“ an. Der Koffer zum Ausleihen enthält praktische Unterrichtsmaterialien zum Experimentieren. In einer Fortbildung wird der Koffer vorgestellt.

Die „Entdeckungsreise im Museum“, bei der Grundschüler auf spielerische Art und Weise das Museum kennenlernen, ist bereits ein Klassiker. Jetzt kommt ein weiteres Angebot hinzu: der Materialkoffer. In ihm werden praktische Unterrichtsmaterialien für den fächerübergreifenden Deutsch-/ Kunst-/ und Sachunterricht der Grundschule zur Verfügung gestellr. Er kann demnächst ausgeliehen werden. Heute wird der Koffer in einer kostenlosen Fortbildung vorgestellt.

Das Unterrichtsmaterial schlägt eine Brücke zwischen den Siegerländer Fachwerkhäusen mit den Fotografien des international bekannten Künstlerpaares Bernd und Hilla Becher und dem Thema „Konstruktives Bauen“.

Der Koffer enthält neben Unterrichtsmodulen auch Materialien zum Experimentieren:

– Diverse Holzelemente, mit denen die Kinder Fachwerkhäuser zusammensetzen können
– Materialien zur Brückenkonstruktion (Holzklötze, Arbeitsfolie,Verbindungselemente)
– Großformatige Fotos von Siegerländer Fachwerkhäusern
– Unterrichtsvorschläge und Arbeitsblätter zum Kopieren zum Thema „Haus/Raum“

Der Koffer kann gegen eine Gebühr ausgeliehen werden.
Quelle: Museum für Gegenwartskunst Siegen, 29.5.2018