Dorothea Jehmlich: Die Farben Schwarz-Weiß-Rot: Stift Keppel im 1.Weltkrieg

Stift Keppel vom Zeppelin aus

Stift Keppel vom Zeppelin aus

In Stift Keppel – wie überall im Lande – nahmen nach der Jahrhundertwende 1899/1900 übersteigerter Patriotismus und Kriegsbegeisterung immer mehr zu. Die Keppelsche Schule war ganz ein Kind ihrer Zeit. Große Euphorie erweckte in Keppel kurz vor 1914 der Übungsflug eines Zeppelins. Der Pilot, Bruder einer Schülerin, machte Luftaufnahmen vom Stift! Wie war man da begeistert von der Überlegenheit deutscher Technik! Ein Krieg konnte nur siegreich für Deutschland ausgehen und würde sehr bald beendet sein.

Das bedeutete allerdings nicht, dass im Stift bei Kriegsausbruch eine ausländerfeindliche Stimmung geherrscht hätte. Eine junge Französin und eine Engländerin, die zur Unterstützung des Fremdsprachenunterrichts im Stift weilten und sich dort sehr wohl fühlten, weigerten sich, die neue Situation ernst zu nehmen und wollten eigentlich gar nicht abreisen: Sie meinten, sie kämen ja in einigen Wochen wieder – und deponierten ihre Sachen auf Keppels Dachboden. (Ob diese sich noch heute dort befinden, in abgelegenen Kammern?) Weiterlesen

Schul- und Dokumentarfilm über den Siegerländer Hauberg

„Der Hauberg im Siegerland. Nachhaltige Waldbewirtschaftung mit Tradition“

DVDHauberg„Im Februar 2014 hat der „Förderverein Historischer Hauberg Fellinghausen e.V.“ das „Mitmachbuch für junge Hauberg-Experten“ vorgestellt. Als interaktives Schul- aber auch Zuhause-Buch hat es seitdem viele begeisterte Freundinnen und Freunde gefunden. Was lag also näher, als die im Buch beschriebenen Haubergarbeiten in bewegten Bildern mit Schulkindern zu zeigen?

Gesagt, getan! Nach fast genau einem Jahr können wir nun eine Dokumentation über ein abwechslungsreiches Jahr im Hauberg präsentieren, die anhand der Haubergsuhr die anstehenden Haubergsarbeiten im Jahresverlauf zeigt und erklärt. Weiterlesen

Jürgen Bellers: Umfangreiche Spionage an der Uni Siegen für die Stasi

„Die Ergebnisse aus dem von der Stasi-Aufarbeitungsbehörde geförderten Forschungsprojekt zur „Stasi an der Uni Siegen“ liegen nun vor. Aufgearbeitet wurde die allgemeine sozialistische Stimmung damals, als nicht wenige, insbesondere an den Unis, den Kommunismus für das bessere Gesellschaftssystem hielten (obwohl in der DDR-Geschichte mehr als 200.000 Bürger aus politischen Gründen inhaftiert wurden, 10.000 kamen ums Leben). Im einzelnen fand an der Uni Siegen umfangreiche Industriespionage statt, so Prof. Bellers, der Leiter des Projektes. So haben u. a. Mitarbeiter aus dem Forschungsvorhaben „Steinzerfall, Mörtel und Steinergänzungstoffe“ 1988 (BStU MfS HV A/MD/2, SIRA-TDB 11), das vom Bundesforschungsministerium finanziert wurde (BMFT), geheime Informationen an die maroden DDR-Kombinate weitergeleitet, ebenso aus der Facheinheit „Oberflächentechnik im Bauwesen“ 1989 (BStU MfS HV A/M/D/2, SIRA-TDB 11) und aus dem BMFT-Forschungsprojekt „Experimentelle Untersuchung großflächiger Spaltdichtungen aus elastisch gebetteten Keramikplättchen“ 1987 (BStU MfS SIRA-TDB 11). Insgesamt wurde für entsprechende Kombinate in der DDR umfangreich spioniert.
Prof. Bellers: „Wir müssen beide Diktaturen auf deutschem Boden im 20. Jh. gleichermaßen aufarbeiten, auch wenn es da Widerstände gibt. Aber warum soll man nicht auch Pflastersteine für die DDR-Opfer in Siegen klopfen?! Es muß auch einen Kampf gegen links geben, zumal die Linke auch im Rathaus sitzt und über unser Schulwesen z. B. mitentscheiden darf.“

s. a. Siegener Zeitung, 19.2.2015

Findmittel mit Digitalisaten zur Geschichte des Freien Grundes, Sel- und Burbachs online

Seit dem 12. Februar stehen zwei weitere Findbücher mit Nassau-Betreffen zusammen mit den Digitalisaten der Archivalien online:

Freier Grund Sel- und Burbach:
http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp?archivNr=1&id=2886&tektId=800

Herzogtum Nassau, Landesbehörden betreffend den Freien Grund Sel- und Burbach
http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp?archivNr=1&id=2859&tektId=856

Herbert Krämer (1931 – 2015)

Siegener Kreisdirektor in „stürmischer Zeit“ (1964-1969)

Herbert Krämer, August 1960 (Quelle: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein Personalakte)

Herbert Krämer, August 1960 (Quelle: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein Personalakte)

Herbert Krämer ist am 26. August 1931 als ältester Sohn des Bauunternehmers Paul Krämer und dessen aus Duisburg-Meiderich stammenden Ehefrau Margarete, geb. Böcking, in Freudenberg geboren.

Von April 1938 bis Ostern 1942 besuchte er die Volksschule in Freudenberg und von April 1942 bis Kriegsende die Oberschule für Jungen in Betzdorf/Sieg.

Nach Kriegsende wechselte er die Schule und besuchte von Januar 1946 bis März 1952 das Löhrtor-Gymnasium in Siegen. Dort bestand er am 10. März 1952 die Reifeprüfung. Vom Sommersemester 1952 an studierte er an der Universität in Bonn Rechts- und Staatswissenschaften. Die Rechtsgebiete Staats-, Verwaltungs- und Strafrecht interessierten ihn besonders. Während der Semesterferien war er bis zum Beginn des sechsten Semesters verschiedentlich als Werkstudent tätig; so arbeitete er zunächst als Hilfsarbeiter in einem großen Siegerländer Walzwerk, dann in der Hauptverwaltung der Schreib- und Büromaschinenfabrik „Siemag“ in Siegen-Eiserfeld und schließlich beim Finanzamt in Siegen. Nach dem vierten Semester war er zwei Monate lang zur informatorischen Beschäftigung beim Amtsgericht in Siegen. Weiterlesen

Literaturhinweis: Karl Kiem (Hrsg.): „Nobilitierte Hauslandschaft

Foto: Verlagswerbung

Foto: Verlagswerbung

Zur Architektur der von Bernd und Hilla Becher fotografierten Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebiets“
Dresden 2015, 156 S., zahlreiche s/w Abbildungen
978-3-945363-14-0

„Die Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebiets haben durch die Fotos von Bernd und Hilla Becher internationale Berühmtheit erlangt. Die Gebäude stammen überwiegend aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert und dienten hauptsächlich den in der Siegener Eisenerzgewinnung und -Verarbeitung beschäftigten Arbeitern als Wohnhäuser. Während aber Bernd und Hilla Bechers Fotos weltweit zu den Sammlungen renommierter Galerien und Museen gehören, ist über die Entwicklung und Verbreitung der Fachwerkhäuser selbst wenig bekannt. Diesem Desiderat gehen in dem hier vorliegenden Band Autoren und Autorinnen aus den Bereichen Baugeschichte, Denkmalpflege, Kunstgeschichte, Architekturtheorie, Museumswesen und Politik nach. Der Bezugsrahmen reicht von bautypologischen, historischen, politischen, ästhetischen und religiösen bis hin zu biographischen und mentalitätsbezogenen Perspektiven. Es zeigt sich, dass die Siegener Fachwerkhäuser mit ihrer riegellosen Konstruktion nicht nur einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Fachwerkbauweise darstellen, sondern darüber hinaus auch ein Kulturgut von überragender Bedeutung sind.“

Quelle: Deutsche Nationalbibliothek
s. a. weitere siwiarchiv-Einträge zu Bernd und Hilla Becher

Heimische Fachwerkbauten sind individuell

Dekanin Prof. Dr.-Ing. Hildegard Schröteler-von Brandt eröffnete das Master-Symposium.

Dekanin Prof. Dr.-Ing. Hildegard Schröteler-von Brandt eröffnete das Master-Symposium.

Master-Symposium des Departments Architektur der Univerrsität Siegen beschäftigte sich mit dem Thema „Häuser wiederholt. Serie als Lust oder Last“.

Häuser sind Lebensmittelpunkte, geben Geborgenheit, sind Wertanlage und vielfach auch Ausdruck individuellen Geschmacks. Das Individuelle und das Serielle standen im Mittelpunkt des Master-Symposiums des Departments Architektur an der Universität Siegen. „Häuser wiederholt. Serie als Last oder Lust“ lautete der Titel der Veranstaltung im Schaber-Hörsal, zu der sich mehr als 80 Gäste angemeldet hatten. „Wir stellen auf dem Symposium neue Forschungsergebnisse vor und vernetzen uns auch international mit der Forschungsgemeinde“, skizzierte Prof. Dr. Dr. Karl Kiem, der gemeinsam mit Prof. Dr. Petra Lohmann das Symposium organisierte.
Im Jahr 1967 ging Wend Fischer, der seinerzeitige Direktor der neuen Sammlung München, mit der Behauptung an die Öffentlichkeit, Siegerländer Fachwerkhäuser seien seriell hergestellt. Zu seiner These kam der Münchener anhand von Fotos von Bernd und Hilla Becher. Kiem: „Wenn man etwas von Architektur versteht und auf die Häuser schaut, stellt sich die Frage, ob das sein kann. Die Tendenz für eine Antwort lautet ,eher nein‘.“ Die Bachelor-Arbeit von Tobias Hundhausen, der Laser-Scans von Maßen der Fachwerkhäuser fertigte, sowie andere Forschungsarbeiten haben nachgeweisen, „dass die Häuser individuell geplant und hergestellt wurden“. Die Längen der Stiele, die Breite der Häuser, die Höhenfassaden, die Fensteranordnung sprächen eine eindeutige Sprache. Kiem: „Das waren keine Häuser von der Stange.“ Hinzu komme das Fehlen serieller Produktionsstätten. Solche seien in Deutschland erst nach dem 1. Weltkrieg entstanden. Weiterlesen

Klaus Dietermann referiert über Walter Krämer

Vortragsreihe Siegener Forum mit geändertem Beginn!

Vom 25. Januar bis 8. März ist im Aktiven Museum Südwestfalen in Siegen am Obergraben 10 die Dokumentation „Walter Krämer – Arzt von Buchenwald“ zu sehen. Als Begleitveranstaltung zur Ausstellung findet im Rahmen der Reihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, 19.02.2015, im Gruppenarbeitsraum des Stadtarchivs im KrönchenCenter eine Vortrag zum Leben Walter Krämers statt. Auf Wunsch zahlreicher Stammbesucher der Veranstaltungsreihe wurde der Beginn um eine Stunde vorverlegt, sodass Klaus Dietermann, Vorsitzender des Aktiven Museums Südwestfalen, bereits um 18.30 Uhr referieren wird.
In seinem Vortrag über den in Siegen geborenen Abgeordneten des Preußischen Landtags zeichnet Klaus Dietermann ein Bild vom Leben und Wirken des kommunistischen Funktionärs der 20er und 30er Jahre. Darüber hinaus geht er ausführlich auf die Jahre Krämers als Gefangener der Nazis in Gefängnissen und Konzentrationslagern seit dem Reichstagsbrand bis zu seiner Ermordung am 6. November 1941 ein. Den Abschluss bilden die zahlreichen Ehrungen Krämers in vielen deutschen Städten. So wurde erst im Dezember der Walter-Krämer-Platz in Siegen mit einem Denkmal eingeweiht.
Im Rahmen der Ausstellung finden sonntags jeweils ab 15.30 Uhr kostenlose Führungen im Aktiven Museum statt. Gleichzeitig zur Ausstellung erschien die 248-seitige Schrift von Klaus Dietermann und Karl Prümm „WALTER KRÄMER Schlosser – Politiker – Arzt von Buchenwald“. Weiterlesen