Literaturhinweis: Katharina Diez: „Editha“ – eine Neuaflage

Covergestaltung, Kathrin Klotzki-Progri

„Der Roman aus der Feder der ersten Siegerländer Schriftstellerin Katharina Diez (1809-1882) ist eindrucksvoller Beweis der inneren Wandlungsfähigkeit der in Netphen am Markt 2 geborenen Dichterin. Roman und Lyrik von Katharina Diez bewegen sich wie die Literatur anderer Frauen dieser Zeit in einer ungelösten Spannung zwischen Wirklichkeit und Imagination, Sehnsucht nach Geborgenheit und Ausbruchsphantasien, Heimeligkeit und Heimatlosigkeit. ….

Da der Roman weit über die Identitätssuche einer Künstlerin im 19. Jh. hinausgeht, ist er für Frauen in unserer Zeit immer noch hochaktuell: Dem Künstlerinnenideal wird das Ideal des „glücklichen Lebens“ gegenübergestellt: „Wenn man glücklich ist, dann schreibt man nicht, dann lebt man“, schreibt K. Diez. Die Romanfiguren Editha und ihre Schwester Hedwiga verkörpern einen bis in unser Jahrhundert reichenden, widersprüchlichen Glücksbegriff der „alten“ und der „neuen“ Zeit. ….“ Weiterlesen

„Juhubiläum“ – LWL-Freilichtmuseum Detmold feiert 50 Jahre Eröffnung

Eine Höhepunkt: Eröffnung des Hauses Stöcker aus Burgholdinghausen im Juli

Das Haus Stöcker zeigt ab Ende Juli das Wohnen in den 1950er/1960er Jahren im Siegerländer Weiler.
Foto: LWL/Michels


Runde Geburtstage sind immer etwas Besonderes. Vor 50 Jahren hat das LWL-Freilichtmuseum in Detmold (Kreis Lippe) zum ersten Mal seine Tore geöffnet. Nun feiert das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die ganze Saison mit der größten Geländeausstellung in der Museumsgeschichte und zahlreichen Programmen „Juhubiläum“, auch wenn aufgrund der aktuellen Corona-Situation noch nicht klar ist, wann das Museum in das Themenjahr starten kann.

„Am 7. Juli 1971 eröffnet, ist das Museum heute das größte Freilichtmuseum Deutschlands und eines der bedeutendsten in Europa. Die 10,6 Millionen Besucher:innen, die in den vergangenen 50 Jahren ins LWL-Freilichtmuseum Detmold gekommen sind, sind der beste Beweis dafür, dass hier erstklassige Museumsarbeit geleistet wird“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Donnerstag, den 22.4., in Detmold.

„Der Besucher und die Besucherin kann hier seit 50 Jahren durch ein spannendes, reich bebildertes Geschichtsbuch spazieren gehen. Es dreht sich darin aber nicht um Feldherrn oder Königinnen wie sonst in Geschichtsbüchern, sondern um Bauern und Bürgerinnen aus westfälischen und lippischen Dörfern – um ihre Höfe, um ihre Häuser und ihre Tiere, kurz: um ihren Alltag auf dem Land in den vergangenen fünf Jahrhunderten.“ Weiterlesen

Freudenberg: Kirchensanierung aktuell: Geheimnisvolle Nische gefunden.

Dr. Roland Pieper aus Münster, einer der beiden Bauhistoriker, erläutert einem WDR-Reporter die Bedeutung des Fundes.

Pastor Ijewski: „Ich bin begeistert über diese Entdeckung. Sie ist eine kleine historische Sensation, weil von diesen Raum voher niemand etwas wusste. Die Nische ist ideal für Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst oder Empfänge nach Konzerten oder Ausstellungen. Die Entdeckung war ein kleiner Zufall, der Nutzen für unsere Gemeindearbeit ist richtig groß!

Natürlich bedeutet die Herrichtung der Nische auch Mehrkosten, ich vermute in einer Höhe von 10.000 €. Deshalb bin ich für Spenden sehr dankbar!“ Weiterlesen

Literaturhinweis: Marco Rasch: „Das Staatsarchiv Marburg als Central Collcting Point“

„Im April 1945, nur wenige Tage nach der amerikanischen Besetzung inspizierte der US-Kunstschutzoffizier Walker Hancock die hessische Universitätsstadt Marburg. Er gehörte zu den „Monuments Men“, die der amerikanischen Frontlinie gefolgt waren. Ihre Aufgabe war es, bedeutende Kunst- und Kulturgüter zu schützen sowie die von Deutschland aus den besetzten Ländern geraubten Stücke zusammenzutragen und ihren ursprünglichen Besitzern zurückzugeben.
Hancock gehörte der „Monuments, Fine Arts, and Archives Section“ der US-Armee an. In Marburg stieß er im dortigen Staatsarchiv auf große freien Raumreserven, die im sehr gelegen kamen. Denn kurz zuvor waren bei Siegen und in Mitteldeutschland große Kulturgüterdepots entdeckt worden. Diese Kunstschätze sollten in einer geeigneten Sammelstelle gesichert werden.
Der Marburger „Central Collecting Point“ bestand von Mai 1945 bis August 1946 und war Vorbild für weitere in Wiesbaden und München. In Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität und des Bildarchivs Foto Marburg wurden im Marburger CCP die Kunstgegenstände katalogisiert, ggf. restauriert und fotografiert – und es wurden Aufsehen erregende Ausstellungen zusammengestellt. Sie sollten die universelle Bedeutung der Kunst vermitteln und dem Ansehen der US-Armee dienen.“

Der Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung ist erhältlich im Buchhandel
oder beim
Hessischen Staatsarchiv Marburg (poststelle@stama.hessen.de, Tel. 06421/9250-0) oder der Historischen Kommission für Hessen (hiko-marburg@web.de)

Fotoalben gesucht

LWL-Kommission erforscht die bäuerliche und ländliche Foto-Überlieferung

Nicht nur der Inhalt, auch das Äußere der einzelnen Fotoalben ist sehr unterschiedlich.
Foto: LWL/Jahnke

Die Alltagskulturforscher:innen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sind auf der Suche nach Fotoalben aus dem ländlichen Raum. Damit wollen sie die bäuerliche fotografische Überlieferung erforschen. Denn bisher hatte die Wissenschaft meist das bürgerliche und städtische Milieu im Blick, bäuerlich-ländlichen Familienfotoalben hat sie nur wenig Aufmerksamkeit als Quelle für die Alltagsgeschichte geschenkt. Dies will die LWL-Kommission Alltagskulturforschung für Westfalen mit dem aktuellen Forschungsprojekt ändern.

„Sobald ich ein Fotoalbum aufschlage, bin ich mittendrin in der Geschichte einer Familie. Alben sind Träger einer familiären Überlieferung“, so Dorothee Jahnke von der LWL-Kommission. „Für mich als Kulturwissenschaftlerin ist das ungemein spannend. Die Inhalte der Alben umspannen teilweise nicht nur Jahrzehnte, sondern sogar mehrere Generationen.“ Jahnke erforscht bäuerliche und ländliche Familienfotoalben aus dem 20. Jahrhundert und bittet die Bevölkerung um weiteres Quellenmaterial. Weiterlesen

Literaturhinweis: Uwe von Seltmann: „Wir sind da!

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Vorworte von Linda Rachel Sabiers und Matthias Schreiber

„Im Jahr 321, vor 1700 Jahren, wurden zum ersten Mal Juden auf deutschen Territorien urkundlich erwähnt. Das Buch zum Jubiläumsjahr 2021 zeigt die Vielfältigkeit des gegenwärtigen jüdischen Lebens und erzählt die reichhaltige Geschichte des deutschen Judentums von den Anfängen im Mittelalter über den langen Kampf um Gleichberechtigung und den schwierigen Neuanfang nach der Schoah bis heute. Unter dem Motto »Wir sind da« – entnommen einem Liedtext des jiddischen Dichters Leyb Rozenthal – will es Antworten auf die aktuellen Fragen der jüdischen Community anbieten: Wer sind wir? Woher kommen wir? In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Gibt es eine deutsch-jüdische Kultur? Kann es ein »normales jüdisches Leben« in einem Land geben, das sechs Millionen ermordete Jüdinnen und Juden auf dem Gewissen hat und bis heute nicht frei von Antisemitismus ist?

Zahlreiche Abbildungen und biografische Porträts jüdischer Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Epochen illustrieren den Reichtum der 1700-jährigen Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland.“

ISBN 978-3-946120-81-0

Quelle: Verlagswerbung
Link zum Wikipedia-Eintrag des Autors

Online-Seminar: „Totenzettel in der Familienforschung“

7. Online-Mittwochstreffen der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung e.V. (WGGF) vom 14.04.2021
Referenten: Norbert Mende und Johannes Kohlstedt


„In vielen Gebetbüchern finden sich Totenzettel – kleine Drucke mit einem Gebet oder Heiligenbild, die aber auch die wichtigsten Lebensdaten eines Verstorbenen nennen. Meistens wurden sie im Rahmen des Requiems an die Trauernden verteilt und anschließend in privaten Gesang- oder Andachtsbüchern aufbewahrt. Heute geschieht es leider oft, dass diese Bücher mitsamt den Totenzetteln bei Haushaltsauflösungen unbeachtet entsorgt werden. Doch für Genealogen bieten die Daten der Totenzettel manchmal noch wertvolle Informationen. Bereits in den 1990er Jahren haben Johannes Kohlstedt und Norbert Mende eine Sammlung aufgebaut, diese in eine Datenbank aufgenommen und auswertbar dargestellt. Mittlerweile ist der Bestand auf fast 60.000 Totenzettel angestiegen.“

Linktipp: Denkmalschutz-Bündnis NRW

Das „Denkmalschutz-Bündnis NRW“ lehnt die geplante Neufassung des Denkmalschutzgesetzes NRW 2021 ab. Die nordrhein-westfälische Landes­regierung hatte den 2020 vorgelegten Entwurf zur Neufassung des Denkmal­schutz­gesetzes nach dem Eingang einer Vielzahl kritischer Stellungnahmen vollständig neu gefasst und im März 2021 eine neue Vorlage veröffentlicht. Im Rahmen der Verbände­anhörung zu dieser Neufassung des Denkmal­schutz­gesetzes NRW wurden u.a. folgende Stellungnahmen veröffentlicht. Für Fragen zu den Inhalten der Stellung­nahmen kontaktieren Sie die teilnehmenden Organisationen und Gruppen.