Siegener Bündnis für Demokratie gestaltet Ge(h)Denken in Zeiten der Pandemie

Heute „gedenken die Siegener Bürgerinnen und Bürger zum 76. Mal der Bombardierung ihrer Stadt im Jahr 1944. Über 50.000 Bomben wurden abgeworfen, Siegen versank in Schutt und Asche. Hunderte Menschen starben im Bombenhagel.

Das Siegener Bündnis hat den Ge(h)denktag in diesem Jahr unter dem Vorzeichen der Pandemie und den damit verbundenen Schutz- und Hygienemaßnahmen geplant. Seit 2008 gestaltet das Bündnis den Gedenktag mit. Vor 12 Jahren gründete sich das Bündnis aus einer Vielzahl von Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, Jugendverbänden und weiteren gesellschaftlichen Gruppen, als rechtsextreme Gruppierungen versuchten, den Gedenktag für ihre Ideologien zu mißbrauchen.

In diesem Jahr bestehen zwei Möglichkeiten am Ge(h)Denken teilzunehmen: Weiterlesen

„Das Siegerland ist eine Welt für sich“

Dr. Matthias Plaga-Verse sprach über den Siegerländer Pietismus

„Das Siegerland ist eine Welt für sich!“, mit diesem Zitat von Georg Michaelis, dem ehemaligen Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten eröffnete Matthias Plaga-Verse seinen Vortrag zum Siegerländer Pietismus. Über 50 Zuhörer hatten sich kürzlich, noch vor dem Teil-Lockdown, im Evangelischen Gemeindezentrum der Kirchengemeinde Obersdorf-Rödgen eingefunden, um – coronabedingt warm eingepackt – mehr über die Wurzeln der besonderen Frömmigkeit im Siegerland zu erfahren. Eingeladen hatte die Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises Siegen. Sich mit der Geschichte des Pietismus im Siegerland zu befassen, sei nicht nur lohnend für Menschen mit einem heimatgeschichtlichen Interesse, so Heike Dreisbach, Leiterin der Erwachsenenbildung. Immerhin sei die persönliche Glaubenshaltung bei vielen hierzulande nach wie vor von der speziellen Spielart des Siegerländer Pietismus geprägt. Dies sowohl im positiven, als auch im negativen, im Extremfall sogar krankmachenden Sinne. Umso wichtiger sei es, die Hintergründe dieser Frömmigkeitstradition besser verstehen und reflektieren zu können. Weiterlesen

Erinnerung an die Reichspogromnacht und die jüdischen Opfer der NS-Diktatur in Wittgenstein

Trotz Corona-Einschränkungen waren in Erndtebrück, Bad Berleburg und Bad Laasphe überall Jugendliche beteiligt

Im Beisein von Rainer Becker (links) vom örtlichen Christlich-Jüdischen Freundeskreis legte Bürgermeister Dirk Terlinden eine weiße Rose zur Erinnerung an den Stolpersteinen für die Familie Präger ab. Foto: Evangelischer Kirchenkreis Wittgenstein

„Auch wenn die Corona-Pandemie das Pogrom-Gedenken in diesem Jahr deutlich komplizierter als gewohnt machte, fanden in allen drei Wittgensteiner Kommunen am Montag Veranstaltungen statt, um hier vor Ort an die Vorgänge vor 82 Jahren am 9. November 1938 zu erinnern. Der Rahmen war durch die notwendigen Beschränkungen kleiner, aber den Anfang machte wie immer Erndtebrück. Grundschule und Realschule wechseln sich in der Gestaltung des Gedenkens ab, diesmal war die Realschule am Zug. Nicht im großen Klassenverband kamen die Jugendlichen an die Bergstraße zur Gedenktafel für die zehn jüdischen Erndtebrücker, die den Nazis zum Opfer fielen. Die Schüler der 10b hatten sich vorher für den Tag mit dem Thema „Erinnern“ beschäftigt. Nur Schulleiterin und Religionslehrerin Darjana Sorg und Schülersprecherin Julia Schmidt waren vor Ort, sie hatten ein Mobile mit unterschiedlichen Erinnerungs-Gedanken der Schüler und zehn Kerzen in Gläsern mit den Namen der Opfer dabei. Diese sind nun für kurze Zeit, wie es das Wetter zulässt, hier zu sehen, um Vorbeifahrende und Vorbeigehende auf den besonderen Tag hinzuweisen. Mit den Beiden waren Bürgermeister Henning Gronau und Pfarrerin Kerstin Grünert zum Gedenken an der Bergstraße. Die kleine Veranstaltung endete mit dem abgespielten israelischen Volkslied „Hevenu Shalom Alechem“, der Bitte um Frieden für alle. Weiterlesen

„FLECKER ZWITSCHER-RALLYE bis 30. November 2020“


„Aufgepasst! Ab sofort heißt es: Den Alten Flecken entdecken mit schönen Geschichten!

In der Marktstraße, der Mittelstraße, der Unterstraße und der Poststraße im Alten Flecken gibt es nun zwölf neue „Bewohner“ in Form von knallbunten Nistkästen, gebaut von einem echten Flecker und bestückt mit ganz besonderem Inhalt: Die FRids-Aktiven haben recherchiert und alte Flecker interviewt, die so einiges zum Leben im Alten Flecken zu erzählen hatten. So entstand eine Sammlung interessanter und lustiger Geschichten, die nun in den Zwitscher-Kästen nachzulesen sind und zusätzlich anschaulich gemacht werden durch alte Fotos und Mini-Requisiten. Für Erwachsene wie auch für (größere) Kinder sind die Geschichten gleichermaßen lohnenswert!

Bis zum 30.11.2020 hat jeder die Möglichkeit zu jeder Zeit, kostenfrei und „auf Abstand“ (allein oder mit der Familie) diese besondere Rallye für sich zu entdecken. Dazu hat man zwei Möglichkeiten:

Man kann einfach nur die Nistkästen aufsuchen und die Geschichten lesen oder:
Man startet an einem der 3 blauen „Info“-Kästen, nimmt eine Karte mit, sucht alle Zwitscherkästen, liest die

Geschichten, beantwortet die Fragen, trägt die Lösungsbuchstaben auf der Karte ein und steckt sie in den FRids-Briefkasten in Höhe der „Fleckerei“ in der Marktstraße.

Eine kleine Belohnung und vielleicht wieder neu entdecktes Wissen über unseren „Alten Flecken“ sind Euch garantiert.

Wichtig: Jeder, der die Rallye machen möchte, sollte möglichst einen eigenen Stift mitbringen!

Wir freuen uns auf viele Guck-Loch-Leser!

Das Projekt Zwitscher-Rallye ist ein Geschenk an alle Besucher des Alten Fleckens!

Realisiert wurde sie mit der Spende der dm-Sozialaktion „HelferHerzen 2020“
Quelle: Frids e.V., Veranstaltungen

Neue Informationen zur Gedenkstunde am „Platz der Synagoge“

„In Anbetracht der stark steigenden Infektionszahlen haben wir uns dazu entschieden auf eine große Präsenzveranstaltung, wie in der sonst üblichen Form, zu verzichten. Natürlich bedauern wir diesen Schritt zutiefst, aber Ihre und unsere Gesundheit ist uns sehr wichtig. Wir bitten Sie daher in diesem Jahr am Dienstag, 10.11.20, 16 Uhr nicht zum Platz der Synagoge zu kommen!

Natürlich werden wir auf keinen Fall auf das Gedenken verzichten und haben uns deshalb eine Alternative überlegt:

Wir werden die Gedenkstunde, mit wenigen Beteiligten, vor Ort halten und den Ablauf aufzeichnen. Das Ergebnis können Sie sich dann über einen Link auf unserer Homepage (www.cjz-siegen.de) und auch auf unserer Facebookseite (CJZ Siegen) anschauen.
Damit das Gedenken ein bisschen persönlicher werden kann, möchten wir Sie bitten (natürlich nur, wenn Sie möchten) im Laufe des Tages (am besten bis 16 Uhr), z.B. eine Rose auf dem Podest, wo normalerweise das Rednerpult steht, abzulegen. Weiterlesen

Gedenkstunde am Platz der Synagoge in Siegen

Dienstag, 10.11., 16 Uhr, Obergraben 10, Siegen s. neue Informationen zur Veranstaltung

Ansprache: Mehmet Daimagüler
Kaddisch: Alon Sander
Schule: FCS Kaan-Marienborn
Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e. V.
Mitveranstalter: Aktives Museum Südwestfalen e. V.
Das Mitbringen von Fahnen ist nicht erlaubt!
Anmeldefrei!

Wanderung zum mittelalterlichen Verhüttungsplatz in der Zinsenbach, Netphen – fällt aus

Waldschmiede

  © Museum Haus Pithan

Im Siegerland gibt es mehrere Walzengießereien. Es wird eine Menge Trapezblech produziert. Viele Maschinenfabriken schaffen Produkte für den Weltmarkt. Warum ist das so, obwohl hier seit über 50 Jahren kein Eisenerz mehr gefördert wird? Ein Teil der Antwort liegt sicher in unserer langen Tradition des Eisengewerbes. Um diese Tradition in Erinnerung zu halten, ist die Industriegeschichte ein Schwerpunkt des Museums im Haus Pithan in Dreis-Tiefenbach. Nun ist die Eisentradition hier schon über 2000 Jahre alt und es gibt aus früheren Zeiten keine spektakulären Fundstücke. Aber Spuren der Tätigkeit unserer Vorfahren finden sich noch im Gelände. Steht man an einem solchen Ort, spürt man eine Art von Verbundenheit mit den frühen Eisenleuten und fragt sich, wie sie wohl gelebt haben und was sie angetrieben hat.

Der Spatenforscher Krasa hat in Dreis-Tiefenbach etliche Verhüttungsplätze aus früheren Zeiten gefunden. Der Heimatverein Dreis-Tiefenbach macht eine Wanderung zu Schlackenfunden an einem mittelalterlichen Verhüttungsplatz in der Zinsenbach. Weiterlesen

Filmabend „Historisches Siegerland“: »Notizen zu einer Stadt« – wird verlegt

Fr. 06.11.2020, 19:00, 5.2.2021, KrönchenCenter, Vortragsraum, Markt 25, 57072 Siegen, Eintritt frei

»Siegen – Notizen zu einer Stadt« entstand im Jahr 1965 als Fernsehessay. Regie führte der aus Siegen stammende Journalist Heinrich Vormweg. Der zeitkritische Film von Filmemacher Walter Krüttner widmet sich unter anderem der Mentalität der Menschen im Siegerland. Diese wurde stark geprägt von calvinistisch-pietistisch ausgelegter Religiosität und dem damit verbundenen oft einseitigen Kulturverständnis. Aber auch auf die infrastrukturellen Probleme der Region – die A 45 gab es damals noch nicht – geht der Film ein. Ausgestrahlt wurde der Film am 17.06.1966 im WDR-Fernsehen. Dieser Film ist schonungslos und spannend. Doch trotz aller Kritik versöhnt er mit einmaligen Ansichten der Stadt Siegen, wie es sie heute nicht mehr gibt. (Texte: mundus.tv)

Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich

Quelle: VHS Siegen, Programm

Nachbetrachtungen zu den „Zeitzeugen auf Zelluloid“

Ein Veranstaltung des Kreisarchivs unter Corona-Beschränkungen


Bereits seit acht Jahren veranstaltet das Kreisarchiv jährlich mindestens einmal im kreiseigenen Kulturhaus LYZ diese Archivkino-Veranstaltung. Wegen des Lockdowns im Frühjahr dieses Jahres musste die im März vorgesehene Veranstaltung  ausfallen.

Gestern konnte der Film jedoch gezeigt werden – unter Beachtung der Corona-Vorgaben für ein Gebiet der Gefährungsstufe 2. Alleine die Sicherstellung der Hygiene- und Abstandsregeln hätten die personellen Ressourcen des Kreisarchivs überfordert, so dass der Film nur mit Hilfe der Koleg*innen aus dem Kulturbereich präsentiert werden konnte. Bedauerlich war – und  ist:  anstelle der ca. 280 möglichen Besuchenenden waren nur ca. 55 genehmigt. Vor dem Hintergrund der steigenden Infizierten-Zahlen im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein war dennoch erfreulich, dass 20 Besucherinnen und Besucher den Weg in das LYZ fanden. Weiterlesen