„Denkmalpflege und die Moderne 1960+“

LWL-Denkmalpfleger blickten auf das bauliche Erbe der jüngeren Vergangenheit

Der Rathauskomplex in Marl mit Sitzungstrakt und zwei Bürotürmen wurde von den holländischen Architekten H. van den Broek und J. B. Bakema von 1960 bis 1967 errichtet. Er veranschaulicht die optimistische Stimmung eines wirtschaftlichen Aufschwungs in den Formen der Architektur. Foto: LWL/Schmidt

Der Rathauskomplex in Marl mit Sitzungstrakt und zwei Bürotürmen wurde von den holländischen Architekten H. van den Broek und J. B. Bakema von 1960 bis 1967 errichtet. Er veranschaulicht die optimistische Stimmung eines wirtschaftlichen Aufschwungs in den Formen der Architektur.
Foto: LWL/Schmidt

Als Neubauten wurden öffentliche Gebäude in den 1960-er und 1970-Jahre oft als innovativ gepriesen, heute gelten sie in der Bevölkerung bisweilen als „hässlich“ oder gar als „unmenschlich“. Außerdem sind viele dieser Rathäuser oder Schulen mittlerweile sanierungsbedürftig und genügen den Ansprüchen an eine zeitgemäße Nutzung nicht mehr. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat mit dem 7. Westfälischen Tag für Denkmalpflege, der am Donnerstag und Freitag (19./20.5.) in der Scharounschule in Marl stattfand, einen Beitrag zur denkmalpflegerischen Auseinandersetzung mit der Architektur der 1960er- und 1970er-Jahre geleistet. Rund 170 Teilnehmer aus Politik, Denkmalpflege, Stadtplanung, Kultur und Architektur haben die Vielfalt der Architektur der 1960er- und 1970er-Jahre diskutiert und sich über denkmalpflegerische Fragestellungen zur Erhaltung und Pflege von Bauten dieser Zeit ausgetauscht.

„Die Frage nach der Zukunft von Gebäuden und Anlagen der 1960-er und 1970er-Jahre ist in vielen Städten derzeit aktuell“, erläuterte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale die Themenwahl. „Wir möchten zeigen, dass es sich lohnt, sie als Zeugnisse einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels und Umbruchs zu erhalten, zu pflegen und zu nutzen.“ LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens: „Unser Tagungsort, die Scharounschule, ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie es gelingen kann, dass Denkmalpfleger, Architektinnen, Stadtplaner und Stadtbewohnerinnen gemeinsam eine zukunftsfähige Lösung für ein Baudenkmal der 1960er-Jahre erarbeiten und umsetzen.“

Axel Großer, stellvertretender Bürgermeister von Marl, bekräftigte die Aktualität des Themas für die Stadt: „Das Thema Denkmalpflege ist derzeit für uns so aktuell wie nie. Unser Rathauskomplex aus den 1960er-Jahren ist seit einem halben Jahr als Baudenkmal eingetragen und stark sanierungsbedürftig. Dieses Projekt wird uns im Rahmen eines umfassenden Erneuerungsprogramms für das Stadtzentrum in naher Zukunft intensiv beschäftigen. Daher freut es mich sehr, dass die LWL-Denkmalpfleger mit diesem Thema nach Marl gekommen sind.“

Den Auftakt der zweitägigen Veranstaltung bildete das Abendprogramm am Donnerstag mit einem Vortrag von Dr. Ulrich Krings. Unter dem Titel „Bausünde wird Baudenkmal. Karrieresprünge in der Denkmalpflege“ erläuterte der Kölner Stadtkonservator a. D., wie sich der Blick auf Architektur mit wachsender zeitlicher Distanz verändert. So könne ein und dasselbe Gebäude bei seiner Entstehung als visionäre Architektur gefeiert, wenige Jahre später als Bausünde verurteilt und wiederum einige Jahre später als Baudenkmal gewürdigt werden.

Vorträge zur Architektur der 1960er- und 1970er-Jahre
Im Rahmen der Tagung am Freitag Vormittag stellten die LWL-Fachleute unterschiedliche Bauten der 1960er- und 1970er-Jahre vor. Anschließend erläuterten sie anhand von konkreten Beispielen denkmalflegerische Fragestellungen im Umgang mit Baudenkmälern dieser Epoche.

Ein Vortrag widmete der Scharounschule, in der die Tagung stattfand. Sie wurden in den Jahren 1964 bis 1970 nach den Plänen des Berliner Architekten Hans Scharoun errichtet und im Jahr 2004 in die Denkmalliste der Stadt Marl eingetragen. Dennoch galt die Zukunft des Baudenkmals zunächst als unsicher. Dem Engagement von Denkmalschützern, Architekten, Stadtplanern und Stadtbewohnern ist es zu verdanken, dass die Schule von 2009 bis 2015 denkmalgerecht saniert werden konnte und heute von der städtischen Musikschule und der katholischen Aloysius-Grundschule gemeinsam genutzt wird.
Quelle: LWL, Pressemitteilung v. 20.5.2016

Mobile private Krankenfürsorge im 1. Weltkrieg

Vortrag zum Vereinslazarettzug T 3 der Städte und Kreise Iserlohn, Altena, Olpe und Siegen

SF19516

Christian Brachthäuser, Stadtarchiv Siegen, stellte die Geschichte des Vereinslazarettzuges T3 dar. Sein Vortrag am vergangenen Donnerstag widmete sich folgenden Bereichen:
1) Die Dienstbezeichnung: Wie kam der T 3 zu seinem Namen?
2) Ausstattungsmerkmale und Einsatzgebiete des Lazarettzuges
3) Probelmfelder und Konfliktsituationen.

Sonderführung durch die Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918:

Weltkriegsalltag in der Provinz“ zum Internationalen Museumstag am 22. Mai 2016 um 13 Uhr

Anlässlich des 22. Internationalen Museumstags am kommenden Sonntag, den 22. Mai 2016, und nicht zuletzt aufgrund der positiven Resonanz auf die derzeit laufende Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss bieten die Organisatoren eine Sonderführung an. Auf besonderen Wunsch vieler interessierter Bürgerinnen und Bürger laden Geschichtswerkstatt Siegen e.V. und Stadtarchiv Siegen zur Halbzeit ihrer sehenswerten Ausstellung zu einer öffentlichen Sonderführung ein. Wer sich neben Kunst und Kultur an diesem speziellen Tag auch über die vielfältigen Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das öffentliche Leben in unserer Region informieren möchte, ist herzlich eingeladen, am 22. Mai 2016 um 13.00 Uhr das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss in Siegen zu besuchen. Dort geben die Ausstellungsmacher gerne einen informativen Einblick in das Leben an der Siegerländer „Heimatfront“ unter dem Eindruck der globalen „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Eine Anmeldung für die Teilnahme an einer öffentlichen Sonderführung ist übrigens nicht erforderlich! Neben dem regulären Eintrittspreis an der Museumskasse wird kein weiteres Entgelt erhoben.

Wanderung entlang der Berleburger Kohlenstraße

 Quelle: Geschäftsstelle des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein e.V.


Quelle: Geschäftsstelle des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein e.V.

Etwa drei Jahrhunderte lang wurde auf der Berleburger Kohlenstraße Holzkohle aus den fürstlichen Wäldern des Berleburger Oberlandes mit einachsigen Kohlenkarren zu den Abnehmern im Siegerland transportiert.

Der Heimatbund Siegerland-Wittgenstein lädt am Samstag, 21. Mai, ab 13:00 Uhr unter dem Titel „Historische Wege“ zu einer Wanderung auf der Kohlenstraße ein. Treffpunkt ist in der Ortsmitte von Berghausen (Berghäuser Straße 34). Der ursprüngliche Termin für die Veranstaltung im letzten Jahr musste aufgrund des Wetters verschoben werden.

Im Rahmen der Exkursion erwandern die Teilnehmer unter der Leitung von Bernd Stremmel einen circa zwölf Kilometer langen Abschnitt der Kohlenstraße von Kühhude bis Berghausen. Vom Weiler Kühhude, wo der Rothaarsteig den Waldskulpturenweg kreuzt, verläuft die Strecke bis Berghausen in der Regel bergab. Im Streckenverlauf warten verschiedene Hohlwege als Zeugen der Berleburger Kohlenstraße. Weiterlesen

Deutschen Mühlentag 2016 in Nenkersdorf und Niederdielfen

mühlentag16Am Pfingstmontag, 16. Mai 2016 veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V. zusammen mit ihren Lan-des- und Regionalverbänden den 23. Deutschen Mühlentag.

Veranstaltungen im Kreisgebiet:

1) Wassermühle Niederdielfen
Der Heimatverein Niederdielfen führt zwischen 11:00 Uhr und 18:00 Uhr durch die original erhaltenen technischen Einrichtungen der Wassermühle und zeigt, wie dort in der Vergangenheit Getreide gemahlen wurde. Natürlich wird auch für das leibliche Wohl gesorgt sein.

2) Wassermühle Nenkersdorf, 10:00 Weiterlesen

Vortrag: Chr. Brachthäuser: Fronterlebnis und Krankenfürsorge: Der Vereinslazarettzug T3

Stadt und Kreis Iserlohn, Altena, Olpe und Siegen im Ersten Weltkrieg“

Der Vereinslazarettzug T3 auf einer Postkarte von 1916. (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Der Vereinslazarettzug T3 auf einer Postkarte von 1916. (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen am Donnerstag, den 19. Mai 2016, über die Versorgung schwer verwundeter Kriegsteilnehmer in der Etappe und an der „Heimatfront“ in Stadt und Land Siegen vor einhundert Jahren referieren. Im Vordergrund seines Multimedia-Vortrags, der parallel zu der momentanen Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss stattfindet, stehen Problemfelder und Konfliktsituationen an Bord von Lazarettzügen, wie die rollenden Hospitäler im Heeressanitätsdienst bezeichnet wurden. Denn: „Es waren Lazarettzüge wie der T3, die den Schrecken der vermeintlich weit entfernten Schlachtfelder direkt auch in unsere Region brachten und der Bevölkerung schonungslos den Ersten Weltkrieg vor Augen hielten. Die schweren Verwundungen, Verstümmelungen und Erkrankungen der nach Siegen gebrachten Soldaten werden auch vielen Zivilisten nicht entgangen sein“, wie Christian Brachthäuser erklärt. Weiterlesen

August Sander Ausstellung – „Der Westerwald im Spiegel der Zeit“

2333_894_1_gEine Ausstellung im Kreishaus Altenkirchen von Kreis und Sparkasse Westerwald-Sieg in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln

Immer wieder führte es den gebürtigen Herdorfer Photographen August Sander (1876-1964) in den Westerwald zurück, in ein Stück seiner Heimat, das er mit besonderer Hingabe zu portraitieren wusste. Seit 1911 in Köln ansässig und schon zu dieser Zeit zu hohem Ansehen in der Welt der Kunst und Photographie gelangt, unternahm er viele Kurzreisenin die dörflichen Gemeinden um Altenkirchen. Dort traf er auf zahlreiche Familien, die seine photographische Arbeit besonders schätzten und für die Sander Portraitaufnahmen fertigte. Aber auch viele typische Orts- und Landschaftsaufnahmen sind in seinem heute so berühmten Werk zu finden, die eindrückliche Ansichten aus der jüngsten Vergangenheit liefern.

Mit rund einhudertdreißig Ausstellungstücken wird anlässlich des zweihundertjährigen Kreisjubiläums im Kreishaus Altenkirchen eine Präsentation zu Ehren des Photographen ausgerichtet. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Bildband.

Öffnungszeiten: Weiterlesen

Exkursion über die historische »Mainzer Straße«

Heimatvereine Burbach und Wahlbach laden ein

Am 14. Mai laden die Heimatvereine Wahlbach und Burbach sowie die Biologische Station Siegen-Wittgenstein zur Wanderung über einen Abschnitt des historischen Streckenverlaufs der „Mainzer Straße“ und die Wacholderheide Gambach bei Burbach ein.
Durch die Gemeinde Burbach führt die alte Bundesstraße 54. Von Siegen bis Mainz verläuft sie in vielen Abschnitten parallel der vermutlich mittelalterlichen „Mainzer Straße“, deren Spuren auch heute noch als z.T. tief eingeschnittene Hohlwege in der Wacholderheide zu erkennen sind. Diese alte Mainzer Straße war eine wichtige Verbindung zwischen dem Siegerländer Raum mit seiner Eisenerzförderung und Eisenverarbeitung mit dem Handelsplatz Mainz. Bis heute trägt die B 54 in diesem Abschnitt noch an einigen Stellen den Namen „Mainzer Straße“. Weiterlesen

„Enthüllt“ in Spandau

Ein Ausflugstipp zum Vatertag oder später in die Partnerstadt Siegen-Wittgensteins

Fotos: Zitadelle Berlin, Ausstellungsseite, Friedhelm Hoffmann

Foto: Zitadelle Berlin, Ausstellungsseite, Friedhelm Hoffmann

Im April 2016 wurde im ehemaligen Proviantmagazin der Zitadelle die Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ eröffnet. Die kulturhistorische Ausstellung zeigt politische Denkmäler, die einst das Berliner Stadtbild prägten, aber später daraus verschwunden sind. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken gehören das 1898 bis 1901 errichtete Denkmalensemble der Siegesallee mit seinen brandenburgisch-preußischen Herrschern, der nationalsozialistisch geprägte „Zehnkämpfer“ von Arno Breker und der Kopf des monumentalen, 1970 am heutigen Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain enthüllten Lenin-Denkmals.

Was sonst im Museum nicht möglich ist: Hier ist Berühren in den meisten Fällen erlaubt.

Begleitend sind in der Alten Kaserne eine vertiefende Ausstellung und die Kunstausstellung „Enthüllt. Eine andere Sicht auf Denkmäler“ vom 1. Mai bis zum 30. Oktober 2016 zu sehen.
Quelle: Zitadelle Spandau, Ausstellungsseite via Archivalia
s. a. Berliner Zeitung, 27.4.2016und Welt, 29.4.2016