Ein Bericht des Amtlichen Wittgensteiner Kreisblatts vom 23. Oktober 1918:

s. a.
s. a. Zum Beginn der „Spanischen Grippe“ im Altkreis Wittgestein (1)
Zur „Spanischen Grippe“ im Altkreis Wittgenstein (2)
Archiv der Kategorie: Regionalgeschichte
Siegen: Kleiner Schwanenteich wird mit Tonplatten abgedichtet

Der Dr.-Dudziak-Park im Geisweider Wenscht aus der Vogelperspektive, die die derzeitigen Arbeiten am Kleinen Schwanenteich im unteren Teil der Parkanlage sichtbar macht. (Foto: Stadt Siegen)
Im Dr.-Dudziak-Park im Geisweider Wenscht kommen die Arbeiten zur Abdichtung des Kleinen Schwanenteichs derzeit gut voran: Ende vergangener Woche wurde das Teichwasser abgelassen, Schlamm und Bewuchs ausgebaggert.
Voraussichtlich bis Ende April ist der Schwanenteich wieder wasserdicht, bis dahin soll der Teichrand auf mehr als 900 Quadratmetern mit Tonplatten ausgekleidet sein.
„Aktuell bearbeiten die Bagger den Teichrand und bereiten ihn vor, damit die Tragschicht eingebaut werden kann“, sagt Projektplaner Christian Peddinghaus von der Grünflächenabteilung der Stadt Siegen. Diese frostsichere Tragschicht ist notwendig, um darauf die Tonplatten auszulegen. Diese werden dann mit einer Spezialwalze miteinander „verknetet“, um einen gleichmäßig dichten Untergrund zu schaffen. Darauf wird dann eine weitere Auflast aus Schotter und Grobschlag verteilt.
„Bei der derzeitigen stabilen Wetterlage kommen wir mit den Abdichtungsarbeiten gut voran“, sagt Christian Peddinghaus. Auch größere Gehölzarbeiten fanden in der vergangenen Woche im Park statt: Im Bereich des Bolzplatzes im oberen Teil des Parks haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünflächenabteilung rund 60 neue Rhododendren gepflanzt. Die Parkanlage aus den 50er Jahren wird denkmalgerecht saniert und soll ihren früheren Charakter als „Zeugnis der Nachkriegsmoderne“ zurück erhalten. Ziel ist, den Park wieder zu dem attraktiven Erholungs- und Aufenthaltsort zu machen, der er früher war.
Quelle: Stadt Siegen, Pressemitteilung, 27.3.2020
Zur „Spanischen Grippe“ im Altkreis Wittgenstein (2)
Ein Bericht des Amtlichen Wittgensteiner Kreisblatts vom 19. Oktober 1918:

s. a. Zum Beginn der „Spanischen Grippe“ im Altkreis Wittgestein (1)
Nachruf Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Artur Woll
Die Universität Siegen trauert um eine herausragende Persönlichkeit, deren Aufbauarbeit es zu verdanken ist, dass sich Siegen als Hochschulstandort etablieren konnte: Gründungsrektor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Artur Woll ist im Alter von 96 Jahren verstorben.
Die Universität Siegen trauert um ihren Gründungsrektor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Artur Woll, der am 14. März 2020 im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Als Gemeinschaft all derjenigen, die dort lehren, forschen, lernen und arbeiten, verabschiedet sich die Universität von einer herausragenden Persönlichkeit, die den Grundstein für all das gelegt hat, was unsere Hochschule ausmacht. Dem Verstorbenen gilt unsere Hochachtung und tiefe Dankbarkeit. Weiterlesen
Zum Beginn der „Spanischen Grippe“ im Altkreis Wittgestein (1)
Ein Bericht des Amtlichen Wittgensteiner Kreisblatts vom 10. Juli 1918:

Als Erstinformation zu dieser Pandemie s. Seite „Spanische Grippe“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. März 2020, 09:19 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spanische_Grippe&oldid=198058225 (Abgerufen: 24. März 2020, 16:30 UTC)
Grund für diesen Eintrag war dieser Kommentar – und die beiden Antworten darauf – auf siwiarchiv. Drei weitere Artikel werden in den kommenden Tagen folgen.
Online: S. Hering, E. Hüwel: Helge Pross. Wegbereiterin der Frauenforschung [2019]

Die auf siwiarchiv bereits vorgestellte Schrift ist nun auch online verfügbar.
Linktipp: Bernd D. Plaum: „Die Grippe im Siegerland 1918/20“
Auf der Homepage der Siegener Geschichtswerkstatt werden unter der Rubrik „Texte“ seit kurzem Beiträge publiziert. Den Anfang macht ein Beitrag des Siegerländer Regionalhistorikers Bernd D. Plaum zur „spanischen Grippe“ im Siegerland“. Diskutiert und kommentiert werden kann der Artikel auf der Seite der Geschichtswerkstatt.
Aufruf: Dokumentation der Corona-Pandemie im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein
Das Corona-Virus verändert zur Zeit das Leben von uns allen. Bewohnerinnen und Bewohner des Kreisgebietes Siegen-Wittgenstein, die über ihr aktuelles Leben analog oder digital Tagebuch führen, oder die Auswirkungen der Pandemie auf andere Art und Weise dokumentieren (Film, Foto , ….) möchten wir bitten, diese dem Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein nach der Krise zur Verfügung zu stellen. Wir würden die wertvollen Quellen zu einer Ausnahmesituation sehr gerne archivieren.
Kontakt: t.wolf@siegen-wittgenstein.de
Gerhard Dapprich (1909 – 1988) – Bergrat und Bundesrichter aus Siegen
Ein Literaturfund und eine Einladung zum Weiterforschen.
Dr. jur. Ludwig Moritz Gerhard Dapprich
- * 3. Dezember 1909 in Siegen, ev., Vater: Otto Arnold Dapprich, Kaufmann
- 1916 – 1920 Besuch der Obenstruth-Schule in Siegen
- 1920 – 1926 Realgymnasium in Siegen
- 1926 – 1927 Höhere Handelsschule in Siegen
- 1927 – 1928 kaufmännische Ausbildung bei I.G Reichswald in Siegen
- 1928 – 1931 Oberrealschule Weidenau/Sieg, Abitur
„Seuchen schüren gewaltige Ängste, weil sie jeden treffen können“
LWL-Historiker erklärt, warum Infektionskrankheiten wie das Corona-Virus ein Seismograf des Sozialen sind
Das neuartige Corona-Virus „SARS-CoV-2“ breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Es werden immer mehr Schutzmaßnahmen ergriffen. Veranstaltungsabsagen, die Schließung von Schulen, Kitas und Museen, Hamsterkäufe in Supermärkten: Das öffentliche Leben kommt mehr und mehr zum Erliegen. Die Unruhe in der Bevölkerung nimmt zu. Prof. Dr. Malte Thießen, Historiker und Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, erklärt im Interview, woher die Angst vor Seuchen kommt, welche historischen Beispiele es gibt und warum Seuchen ein Seismograf des Sozialen sind.
Herr Thießen, worin begründet sich die Angst vor Seuchen in der Gesellschaft?
Seuchen sind die sozialsten aller Krankheiten: Sie schüren gewaltige Ängste, weil sie jeden treffen können. Mitmenschen mutieren auf einmal zu Bedrohungen, Familie und Freunde hingegen zu schutzlosen Opfern. Die Seuche – das sind immer die Anderen. Bei der aktuellen Pandemie sind die Ängste umso größer, weil das Virus neu ist. Neue Krankheiten wirken immer bedrohlicher als bekannte. Der zurzeit gängige Vergleich mit der saisonalen Influenza bietet dafür ein Beispiel. So zynisch es klingen mag: Wir haben im Grunde gelernt, mit den Toten der Grippe zu leben – obwohl es gegen diese Krankheit Impfungen gibt.
Warum ist die Angst gerade vor dem Corona-Virus so groß?
Das Neuartige befördert außerdem die Verbreitung von Vermutungen und Verschwörungstheorien, die im digitalen Zeitalter schnell „viral gehen“. Menschen möchten das Unbekannte einordnen, um Sicherheit zu gewinnen und ihr Leben planen zu können – ein ganz natürlicher Prozess. Leider greifen wir dabei mitunter auf Stereotype und Deutungen zurück, die wenig mit der medizinischen Lage, sondern mehr mit unseren Weltbildern zu tun haben. Sorgen vor Migranten oder „Randgruppen“, vor gewinnsüchtigen Pharmaunternehmen, vor einem allmächtigen oder vor einem hilflosen Staat befördern die Ängste. Diese Ängste sind dann mitunter ebenso gefährlich wie die Seuche selbst, wie die gegenwärtigen Hamsterkäufe von Sterilisationsmitteln und Schutzmasken zeigen.
Welche historischen Beispiele für Seuchenausbrüche gibt es?
Besonders beliebt sind momentan Bezüge auf die Pestpandemien der 1340er Jahre oder auf die Spanische Grippe von 1918/19. Diese Liste des Grauens lässt sich aber problemlos auch für die jüngere Zeit fortsetzen. So forderten Kinderlähmung und Diphtherie bis in die 1960er Jahre tausende Opfer, vor allem unter Kindern. Noch in den 1970er Jahren wurden immer wieder die Pocken in die Bundesrepublik eingeschleppt, der Ausbruch von AIDS/HIV in den 1980er Jahren wiederum forderte ebenfalls unzählige Tote.
Was lässt sich aus dieser Geschichte für die Gegenwart lernen?
Die Seuchengeschichte macht die Gefahren von Stereotypen sichtbar. Während der Pestepidemien gerieten beispielsweise immer wieder die jüdischen Einwohner von Städten ins Visier. Sie wurden als Pestbringer ausgegrenzt und sogar ermordet. Es wäre aber zu einfach, solche Ausgrenzungen nur auf ein „finsteres Mittelalter“ zu reduzieren. Die Ausgrenzungen von Schwulen in den 1980er Jahren, in denen AIDS als Homosexuellen-Seuche Schlagzeilen machte, sind ein nicht minder abschreckendes Beispiel für ganz reale Bedrohungen, die von Stereotypen ausgehen. Wir sollten also vorsichtig sein mit vorschnellen Zuschreibungen und Stereotypen und uns bewusstmachen, dass Menschen noch heute ausgesprochen mittelalterlich reagieren können.
Was für Bekämpfungsstrategien stehen damals wie heute im Fokus? Wie sollte die Politik reagieren?
Isolation und Quarantäne sind seit Jahrhunderten das beliebteste Mittel der Seuchenbekämpfung. Bereits während der Pestzüge wurden ganz Städte und Landstriche abgeriegelt. Allerdings gibt es aus historischer Perspektive auch Schwierigkeiten mit dieser Strategie. Schon für das 13. und 14. Jahrhundert finden wir Belege, dass sich Bevölkerungskreise aus der Isolation freikauften oder Waren- und Menschenströme nicht konsequent kontrolliert wurden. In der Moderne ist der Erfolg von Isolations- und Quarantänemaßnahmen fragwürdiger denn je. Selbst in China, das heute wegen seiner rigiden Maßnahmen gegen Corona oft als Vorbild gepriesen wird, griffen die Isolationsmaßnahmen nach Ansicht vieler Virologen zu spät. Eine schnelle Isolation lokal klar eingrenzbarer Seuchenherde ist selbstverständlich sinnvoll. Im globalen Zeitalter sind derart klar eingrenzbare Seuchenherde aber eine seltene Ausnahmeerscheinung.
Gibt es denn noch andere Bekämpfungsstrategien?
Sinnvollere politische Maßnahme sind daher eine offensive Aufklärungsarbeit und die Verstärkung gesundheitspolitischer Strukturen. Den Kampf gegen eine Pandemie müssen wir alle führen. Der Erfolg der Seuchenbekämpfung hängt ganz wesentlich von unserem alltäglichen Verhalten ab. Dafür müssen wir gut informiert sein und Handlungsmöglichkeiten kennen. Die Verstärkung gesundheitspolitischer Strukturen ist selbstverständlich jederzeit wichtig, in Seuchenzeiten aber besonders gefragt.
In Ihren wissenschaftlichen Studien beschreiben Sie „Seuchen als Seismograf des Sozialen“. Wie sozial ist der aktuelle Umgang mit dem Corona-Virus?
Tatsächlich halte ich Seuchen für einen Seismografen des Sozialen, der Erschütterungen der Gesellschaft sichtbar macht. Seuchen sind ein Stresstest für die Gesellschaft. Sie legen soziale Bindekräfte, Verwerfungen und Konflikte offen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hinterlässt dieser Stresstest einen zwiespältigen Eindruck: Einerseits sind krude Verschwörungstheorien, Hetze gegen Minderheiten als Seuchenherde, aber auch die Hamsterkäufe medizinischer Ressourcen ein Signal für Gefährdungen gesellschaftlichen Zusammenhalts. Andererseits sehen wir gerade im sozialen Nahbereich viele Formen solidarischen und verantwortungsvollen Verhaltens, das uns Mut machen und Vorbild sein sollte: Das Einkaufen für ältere Menschen im Nachbarhaus, die Unterstützung von Pflegekräften und Ärzten oder die umsichtige Selbstisolation potenziell Erkrankter zeigt dann vielleicht doch, dass wir aus der Seuchengeschichte gelernt haben.
Hörfassung des Interviews:
Quelle: LWL, Pressemitteilung, 18.3.2020

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