Vortrag Michael Stojan, Siegen: Der „vergessene“ Tiergarten / Landschaftspark des Fürsten Johann Moritz

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 20.08.2015, um 18.30 Uhr im Gruppenarbeitsraum des Stadtarchivs Siegen, KrönchenCenter, Markt 25, in 57072 Siegen. Der Eintrittspreis beträgt 3,00 Euro.

Auch das Siegener Forum hat die Ferienzeit beendet und beginnt seine beliebte Vortragsreihe zur regionalen Geschichte mit einem landschaftsarchitektonischen Beitrag. Am kommenden Donnerstag stellt Stadtbaurat Michael Stojan im Siegener KrönchenCenter Vergangenheit und Gegenwart des von Johann Moritz Fürst zu Nassau-Siegen angelegten Tiergartens in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

In der kollektiven Erinnerung der Siegener Bürger hat sich das Areal auf dem Wellersberg immer als ehemaliger Tiergarten des Fürsten erhalten. Dass er hier auch seine wegweisenden gestalterischen Maßnahmen zur „Verschönerung der Landschaft“ umgesetzt hat, war in Vergessenheit geraten. Neben der offenen, lichten Pflanzung der Bäume ist es vor allem ein System von Wegeachsen und Blickbeziehungen, die offensichtlich nach seinem Plan angelegt worden sind.
Vergleiche mit seinen Planungen für Kleve, aber auch seine zahlreichen Beratungen für Projekte in Berlin, Potsdam u.v.m. zeigen deutliche Spuren seiner „Handschrift“.
Der Vortrag möchte durch den Vergleich verschiedener Planungen des Fürsten diese „Handschrift“ nachweisen und Möglichkeiten zur Rekonstruktion aufzeigen. Weiterlesen

Vor 50 Jahren: „Triumpffahrt des Altkanzlers“


Am 12.08.1965 besuchte der frühere, damals bereits schon frühere, Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer im Bundestagswahlkampf für seinen Nachfolger Prof. Ludwig Erhard die Stadt Freudenberg. Er war damals bereits 89 Jahre alt.
Rund 4.000 Personen waren in Freudenberg vor der damaligen Amtssparkasse anwesend. Zu dieser Zeit hatte der heutige Stadtteil Freudenberg ca. 5.000 Einwohner.

Der Besuch in Freudenberg war verspätet, da Adenauer in Niederfischbach aus Betzdorf kommend von einer begeisterten Menschenmenge aufgehalten wurde. Danach wurde die Hauptdurchgangsstraße in Niederfischbach zur Konrad-Adenauer-Straße umbenannt.

Dr. Konrad Adenauer verließ Freudenberg in Richtung Olpe.

Wittgenstein Heft 2/2015 erschienen

Inhalt:
wittgenstein215Florentine Goswin-Benfer (†): „Su gett’s“
Friedrich Goebel (†): Geschichte der Stadtschule zu Laasphe-Einführung von Eberhard Bauer
Ernst Imhof: Rhotazismus ee Wittjestäe: „s-r d-r t-r“ – Wos säll dos da häeße?
Hans Friedrich Petry: Der Goetheplatz von Bad Berleburg – eine kleine Historie
Holger Weber: Das Leben einer Laaspherin als Fürstin zu Nassau-Siegen: Sophie Polyxena Concordia zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein hätte sich Austern redlich verdient
Paul Riedesel/Susan Firestone: Vor dem Gesetz
Jochen Karl Mehldau: Girkhäuser Haus-Chroniken (Teil 3)

Rezension:
Heinrich Imhof: Reinhard Gämlich, Beiträge zur Familiengeschichte Hilchenbachs, Folge 27, Haus- und Familiennamen im Kirchspiel Müsen, Dahlbruch […], Hilchenbach 2014

Anm.: Aktualisiert 10.8.2015

Literaturhinweis: Frank M. Bischoff „Der Vergangenheit verpflichtet, die Zukunft im Blick

– Kolloquium des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen anlässlich der Verabschiedung von Prof. Dr. Wilfired Reininghaus“. Veröffentlichung des LAV NRW 54.

FSReininghaus„Prof. Dr. Wilfried Reininghaus ist im April 2013 als Präsident des Landesarchivs NRW in den Ruhestand verabschiedet worden. Reininghaus hat in den vielen Jahren seines Wirkens, vor allem als Leiter des Staatsarchivs Münster (seit 1996) und ab 2004 als Präsident des Landesarchivs NRW, das staatliche Archivwesen Nordrhein-Westfalens geprägt. Als Historiker und Archivar vereint er in seiner Person eine umfassende geschichtswissenschaftliche Bildung mit einem ebenso breiten wie fundierten archivfachlichen Wissen. Das Abschiedskolloquium hat versucht, die vielen Felder, auf denen Wilfried Reininghaus tätig war und ist, in unterschiedlichen Sektionen durch Vorträge langjähriger Kolleginnen und Kollegen sowie von Weggefährten und Freunden abzudecken; dabei wurde auch dem biografischen Rückblick ein angemessener Raum gegeben werden. Die Sektion zu den Archiven im 21. Jahrhundert und die abschließende Podiumsdiskussion trugen der Tatsache Rechnung, dass Wilfried Reininghaus sich stets die Offenheit für aktuelle fachliche Entwicklungen bewahrt und diese Entwicklungen selbst auch maßgeblich gestaltet hat.“
Quelle: Landesarchiv NRW, Aktuelles

Uraufführung von Emma Goslars „Erika“ 1908 in Siegen

Eine Episode der Siegener Theatergeschichte in 2 Berichten der Siegener Zeitung:

Siegen, 4. Juni 1908:

„Am Freitag wird im Kaisergartentheater Wildes „Salome“ wiederholt. Vorher geht die Erstaufführung eines Dramas in 1 Akt von Frau Emma Goslar, Siegen, „Erika“ betitelt, das das Lebensschicksal einer jungen Waise behandelt, die an der zu dem verheirateten Bruder ihrer Freundin gefaßten leidenschaftlichen Liebe zugrunde geht. Der Schluss des Dramas soll von erschütternder Wirkung sein. Frau Goslar ist durch ihre Gedichte in den weitesten Kreisen bekannt und beliebt geworden und es ist anzunehmen, daß auch dieser ihr erster Bühnenversuch weitgehendes Interesse erwecken wird, zumal der Sohn der Dichterin Herr Julio Goslar zwei stimmungsvolle Lieder, ein Notturno und einen Walzer zu dem Drama komponiert hat. ….“

Siegen, 6. Juni 1908: Weiterlesen

Oscar Robert Achenbach – ein Lebenslauf aus dem Januar 1938.

Quelle: Bundesarchiv Berlin, R 9361-V (Sammlung ehem. Berlin Document Center, Reichskulturkammer) Nr. 12335

Ansichtskarte "Gruß aus Siegen "( Kunstverlag Ma Siebel, Siegen, 1905), Quelle: Stadtarchiv Siegen, Best. Ansichtskartensammlung.

Ansichtskarte „Gruß aus Siegen “ (Kunstverlag Max Siebel, Siegen, 1905), Quelle: Stadtarchiv Siegen, Best. Ansichtskartensammlung.

Oscar Robert Achenbach war bereits Thema hier auf siwiarchiv. Die bis dahin ermittelten Daten ließen jedoch nur eine dürftige biographische Skizze zu. Die weiteren Recherchen förderten nun diesen maschinenschriftlichen Lebenslauf zu Tage, der nicht nur einige „weiße Flecken“ in der Biographie Achenbachs ausfüllt, sondern auch Auskunft über den politischen, nationalsozialistischen Werdegang Achenbachs gibt.
Der Lebenslauf war als Anlage einem „Fragebogen zur Bearbeitung des Aufnahmeantrages für die Reichsschrifttumkammer“, der auch als Antrag auf Beitragsbefreiung verwendet wurde, beigegeben. Der ausgefüllte Antrag enthält präzisere und weitergehende Angaben Achenbachs, die als Kommentare ergänzt wurden. Rechtschreibung, Zeichensetzung sowie Textgestaltung wurden beibehalten:

„Lebenslauf[1] Weiterlesen

Otto Krasa im Gosenbacher Gemeinderat

– ein Protokollauszug vom 23. Mai 1947
StA Siegen Protokollbuch der Gemeinde Gosenbach 23.05.1947 Teil 2Der Gosenbacher Gemeinderat verhandelte in dieser Sitzung u. a. die Wiedereinstellung Krasas in die Gosenbacher Volksschule. Mit deutlicher Mehrheit wurde dies abgelehnt. Ein weiterer Beleg für die stufenweise erfolgte Entnazifizierung des Lehrers und „Spatenforschers“! Den vollständiger Verlauf der politischen Diskussion kann dieser Datei entnommen werden: ottokrasagosenbach1947 (PDF).
Kürzlich hatte das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein anlässlich des 125. Geburtstages von Otto Krasa die dort vorhandenen Akten zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Krasa hier im Blog veröffentlicht. Beide Publikationen stellen Archivunterlagen vor, die in den biographischen Forschungen zu Otto Krasa bisher noch nicht hinreichend gewürdigt wurden.

Ausstellung „Rudolf Fehling (1905-1989) – Eine Schenkung ans Siegerlandmuseum im Oberen Schloss“

Rudolf Fehling (1905-1989), "Segelboote", Tempera auf Papier (undatiert) , © Siegerlandmuseum im Oberen Schloss).

Rudolf Fehling (1905-1989), „Segelboote“, Tempera auf Papier (undatiert) , © Siegerlandmuseum im Oberen Schloss).

12. Juli bis 09. August 2015
Siegerlandmuseum im Oberen Schloss, Siegen

Aus dem Nachlass von Erna Fehling und Susanne Volland erhielt das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss im Februar 2015 über 80 Arbeiten aus dem Werk von Rudolf Fehling. Geboren in Stadtlohn, wurde er von einem künstlerischen Elternhaus geprägt. Nach dem Abitur besuchte er die Kunstgewerbeschule in Kassel. Weitere Stationen waren die Werkschule in Köln und das Studium der Kunstgeschichte und Psychologie an der Universität Köln. Fehling gab dem Kulturleben der Stadt Siegen in den Nachkriegsjahren zahlreiche Impulse. 1948 war er zusammen mit Theo Meier-Lippe Mitbegründer der Malfachschule und arbeitete im künstlerisch-gestalterischen Bereich der Beruflichen Schule für Technik des Kreises Siegen-Wittgenstein. Die Schenkung umfasst Zeichnungen, Gemälde und Plastiken aus den unterschiedlichen Schaffensperioden des vielseitigen Künstlers.