Einzigartige Jugendherbergs-Sammlung jetzt in Altena

Kreisarchiv des Märkischen Kreises übernimmt die Sammlung Hans Ermert


Die Übernahme von Akten gehört zum Tagesgeschäft im Kreisarchiv des Märkischen Kreises in Altena. Angesichts von 30 Kubikmetern Ansichtskarten, Fotos, Wanderführern, Sammelalben und Gegenständen, die Kreisarchivleiterin Dr. Christiane Todrowski jetzt in Empfang nahm, musste sie aber tief durchatmen. „Eine Sammlung dieser Größe und Qualität einzulagern, zu inventarisieren und zu erforschen wird in meinem Berufsleben wohl ein einmaliges Erlebnis bleiben“, kommentiert die Fachfrau den Zuwachs.

Bei der Sammlung handelt es sich um das Lebenswerk von Hans Ermert aus Herdorf (Rheinland-Pfalz). In dessen Einfamilienhaus hatte der eingefleischte Jugendherbergsbesucher und passionierte Sammler mehr als 60 Jahre lang Objekte und Dokumente zur Geschichte des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) zusammen getragen. Wann immer eine Herberge ihre Ausstattung modernisierte oder ihre Pforten schließen musste, war Ermert zur Stelle, um das historische Inventar vor der Vernichtung zu retten. So entstand im Verlauf der Zeit das größte Privatmuseum mit Objekten zum Thema Jugendherbergen und lockte Fans aus dem In- und Ausland nach Herdorf. Ob metallene Doppelstockbetten oder enge Spinde, ob klobiges Koch- und Essgeschirr, Essensmarkenautomaten oder kratzige Wolldecken nebst Hinweisschild zum korrekten Falten – nirgendwo sonst auf der Welt gab es so viele Erinnerungsstücke aus einer Zeit zu bestaunen, in der der Komfort in Jugendherbergen nur einfachsten Ansprüchen genügen musste. Weiterlesen →

Wittgenstein 3/2015 erschienen

Inhalt:
wittg315Florentine Goswin-Benfer (†): „Chräsdkindche, kumm e inse Haus“
Fritz Weber/ Fritz Walter Dörr: Die Backhäuser auf der Laaspherhütte
Holger Weber: Ein kleines Stück Mauer, ein großes Stück Geschichte
Friedrich Opes: Die Genealogie der Trapp-Brüder in Langewiese. Alte und neue Erkenntnisse zu Johannes, Anton und Johann Henrich Trapp.
Hans Friedrich Petry: Märkte in der Stadt Berleburg
Jochen Karl Mehldau: Girkhäuser Haus-Chroniken (Teil 4)
Hans Wied: Erinnerung an einen grausamen Mord und Selbstmord in Laasphe (Teil 2)
Vorstand des WHV: Mitteilungen zur Satzung ab 2016, Einladung zur JHV 2016, Veranstaltungshinweise für das Jahr 2016
Erika Birkelbach/Bernd Stremmel: Ernesto Frederico Scheffel (†) Weiterlesen →

Literaturhinweis: Katharina Diez „In einem großen dunklen Wald…“

Am Mittwoch, 25.11.2015, fand im Gasthaus Klein, Netphen-Deuz, eine kleine Feierstunde statt, zu der das Kulturforum Netphen aus Anlass der Vorstellung des neu erschienenen Katharina Diez-Bandes „In einem großen dunklen Wald…“ eingeladen hatte. Bei dem Titel handelt es sich um die ersten Worte des Märchens „Das Moosprinzeßchen“, das in dem Buch neben drei weiteren Märchen und einer Erzählung der Katharina Diez zu finden sind. Weiterlesen →

Vortrag „Tillmann Güthing, Eiserfeld (1806-1875) –

– Kaufmann, Gewerke und Lokalpolitiker“

Die Identifikationsmuster „der“ Siegerländer Bevölkerung orientieren sich beinahe stereotyp an Chiffren wie Bergbau, Hauberg oder Montanindustrie. Aber gibt es „den“ Siegerländer überhaupt? Ausnahmen scheinen auch hier die Regel zu bestätigen, wie der Historiker Dr. Bernd D. Plaum in seinem Vortrag am 3. Dezember 2015, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter, ausführen wird.

Heimatverbunden in die Welt: Eiserfeld als Geburts- und Wohnort von Tillman Güthing. Ansichtskarte aus der Zeit um 1900. (Vorlage: Dr. Bernd D. Plaum)

Heimatverbunden in die Welt: Eiserfeld als Geburts- und Wohnort von Tillman
Güthing. Ansichtskarte aus der Zeit um 1900. (Vorlage: Dr. Bernd D. Plaum)

Im Vordergrund seiner Untersuchung steht der Eiserfelder Kaufmann, Gewerke und
Kommunalpolitiker Tillmann Güthing
(1806-1875), dessen bruchstückhaft überlieferter Werdegang und Wirkungskreis im Lichte geschichtswissenschaftlicher Themen neu
vermessen und bewertet wird. Die Person Güthings verdeutlicht auf anschauliche Weise, dass Wirtschaftsinteressen und gesellschaftspolitisches Engagement nicht nur regional verankert sind, sondern bereits im 19. Jahrhundert ebenso in nationalen und globalen Dimensionen gedacht wurde. Denn Tillmann Güthings Netzwerk erstreckte sich über Eiserfeld und das Siegerland weit hinaus auch auf den westfälischen Raum. Wie Dr. Plaum herausfand, deckte Güthings Kommunikationsraum sogar Europa und Nordamerika mit ab – ganz untypisch für die landläufige Vorstellung von der (geografischen) Abgeschiedenheit „der“ Siegerländer Bevölkerung. Weiterlesen →

Architektur als „Gesicht“ der Region

logoihkIm vergangenen Jahr hatte die IHK Siegen zur Vorstellung des Buchs „Das Siegerland. Eine Montanregion im Wandel“ von Prof. Manfred Rasch eingeladen. Die Veranstaltung erfuhr eine große Resonanz. Dieses erfreuliche Interesse an der geschichtlichen Dimension von Wirtschaft hat überrascht. Deshalb werden weitere Veranstaltungen mit historischen Bezügen folgen.
Die Region hat eine unverwechselbare Wirtschaftsgeschichte, deren letzte Jahrzehnte in der Architektur und auch in Bildern gut dokumentiert sind. Immer wieder gibt es Berührungspunkte von Architektur, Wirtschaft und Geschichte – sei es bei Firmenjubiläen, sei es in Form einer Um- oder Neugestaltung von Wirtschaftsgebäuden. Die wirtschaftliche Entwicklung prägt auch immer das Stadtbild. Als Vertretung und Fürsprecher der Wirtschaft ist auch die IHK Siegen Teil dieses Geschehens und Gestaltens.

Die IHK Siegen lädt herzlich ein, zur Neueröffnung des Bernhard-Weiss-Saals nach einer umfassenden Sanierung regionale Architektur aus Vergangenheit und Gegenwart zu erleben. Die Veranstaltung findet statt am
Mittwoch, 2. Dezember 2015 um 17:30 Uhr im Bernhard-Weiss-Saal der IHK Siegen.
Bitte melden Sie sich (und Ihre Begleitung) bis zum 27.11.2015 telefonisch
bei Sabine Bechheim (Tel. 0271-3302-305), per Fax (0271-3302-700) oder unter
www.ihkumfrage.de/baugeschichte an.

Programm: Weiterlesen →

Vortrag „Stahlschmidt’s eigene Nachkommen,

die von ihnen ausgebildeten Uhrmacher sowie Siegerländer Mitbewerber in Hilchenbach, Siegen und Deuz“
Ian D. Fowlwer, 25.11.2015, 19:30, Museum 4Fachwerk Freudenberg

In dem Eckhaus in der Oranienstraße 7, heute Nr. 5, Parfümerie Münker, befand sich einst das Uhrengeschäft von Ewald Krämer, einem Nachfahren von Johann Peter Stahlschmidt, mit einer aufwendigen Schaufenstergestaltung. Diese Krämer-Linie wurde im Flecker Volksmund „Tick-Tacks“ genannt. Vor der Haustüre schauen die Kinder Walter, Artur und Emmi Krämer den Photographen an.

In dem Eckhaus in der Oranienstraße 7, heute Nr. 5, Parfümerie Münker, befand sich einst das Uhrengeschäft von Ewald Krämer, einem Nachfahren von Johann Peter Stahlschmidt, mit einer aufwendigen Schaufenstergestaltung. Diese Krämer-Linie wurde im Flecker Volksmund „Tick-Tacks“ genannt. Vor der Haustüre schauen die Kinder Walter, Artur und Emmi Krämer den Photographen an.


Der Name Johann Peter Stahlschmidt steht als Synonym für die bekannte Freudenberger Uhrentradition. Der aus Plittershagen stammende Stahlschmidt (1751-1833) hatte in der Werkstatt des Siegener Uhrmachers Johann Georg Spieß seine Ausbildung absolviert, begab sich dann auf die für Handwerker übliche Wanderschaft und kehrte im Juni 1781 nach Freudenberg zurück. Hier in der Oranienstraße gründete er seine eigene Werkstätte.
Nach mehr als vier Jahrzehnten eigenem Tun übergibt er im Jahr 1827 das Geschäft an seinen zweit-jüngsten Sohn Tillmann Stahlschmidt. Und so setzt sich die Uhrentradition fort: Eines der vier Kinder von Tillmanns Tochter Maria Clara (1835-1868), Ewald (1863 – 1938), ist weiter als Uhrmacher in Freudenberg tätig. Entsprechend wird diese Krämer-Linie in jener Zeit „Tick-Tack“ genannt. Weiterlesen →

Vortrag „Eine Dynastie zwischen den Extremen

Das Haus Nassau-Siegen.“

Der Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein lädt für Freitag, den 20.11.2015 ab 18:00 Uhr im Museum Wilnsdorf zum Vortrag von Herrn Prof. Gerhard Menk, Marburg ein.
Der Vortrag zum Thema: „Das Haus Nassau-Siegen. Eine Dynastie zwischen den  Extremen“ hat folgende Inhalte:

– Johann der Mittlere als Gründer der Dynastie und seine Rolle im Umfeld der Staatstheorie des Johannes Althusius und seines Rates Dr. Hermann Schildt .
– Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen, der mit seinem „Qua patet Orbis“ in der Mitte der transatlantischen Geschichte in der frühen Neuzeit steht.
Professor Menk greift für diesen Vortrag auf umfangreiche und bisher unveröffentlichte Funde im Königlichen Hausarchiv Den Haag zurück. Die Texte sind in deutscher Sprache gefasst.

Gerhard Menk, geboren am 17. März 1946 in Bad Marienberg lehrt an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er war lange Jahre Archivar am Hessischen Staatsarchiv Marburg. 1975 promovierte er mit der Arbeit „Die Hohe Schule Herborn in ihrer Frühzeit 1584–1660“ an der Universität Frankfurt am Mai. Die Dissertation ist 1981 bei der Historischen Kommission für Nassau gedruckt erschienen. Seine letzte größere Publikation „Zwischen Kanzel und Katheder“ stellt eine Aufsatzsammlung dar, die auch die Jugend Johanns VII. von Nassau-Siegen beleuchtet.
Der Eintrittspreis beträgt 3,00 €.

Vortrag „Diesterwegs Popularisierung –

 – Zum 225. Geburtstag des Siegener Pädagogen“ (Prof. Dr. Gabriele Weiß, Universität Siegen

Porträt von F.W.A. Diesterweg (1890-1866). Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Porträt von F.W.A. Diesterweg (1890-1866). Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Einem wenig beachteten Jubiläum des laufenden Jahres widmet sich das Siegener Forum in der nächsten Ausgabe seiner Vortragsreihe am kommenden Donnerstag, den 19. November 2015, um 18.30 Uhr im KrönchenCenter. Am 29. Oktober 1790 – also vor 225 Jahren – wurde Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg in Siegen geboren. Aus diesem Anlass wird Frau Professor Dr. Gabriele Weiß sich mit der Popularisierung Diesterwegs in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen.
Dabei meint Popularisierung eine Verbreitung und Vergrößerung des Bekanntheits- und Beliebtheitsgrades in der Bevölkerung. Auf drei Ebenen soll Diesterwegs Popularisierung thematisiert werden:

  1. Diejenige Popularisierung, welche Diesterweg selbst betrieben hat. Dabei liegt der Fokus auf seinen Einsatz für den Unterricht der „Realien“ für alle Menschen und die entsprechende volkstümliche Einführung in Naturwissenschaften und Astronomie.
  2. Wann wurde Diesterweg selbst popularisiert, von wem und warum? Er wurde nach seinem Tode von den von ihm selbst initiierten Lehrervereinen zum Patron der Lehrerbildung. Und
  3. Ist die Frage: Wie eine heutige Popularisierung Diesterwegs aussehen könnte?

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