Heute: Archivgesetz NRW – Beratung und Abstimmung im Kulturausschuss des Landes


Heute berät der Ausschuss für Kultur und Medien abschließend den Entwurf zur Änderung des Archivgesetzes und stimmt dann über die Entwurf ab – s. Tagesordnung, TOP 8. Denkbar wäre somit eine 2. Lesung des Gesetzes vor der Sommerpause – in der Plenarsitzung am 15. oder 16. Juli.

Zum Archivgesetz bisher auf siwiarchiv:
1) Sachstand: Evaluierung des Archivgesetzes NRW (2018 – 2026)
2) Archivvgesetz NRW: Unerwartete Wende
3) Archivgesetz NRW – ja, ist denn schon Weihnachten?
4) Heute: 1. Lesung des Gesetzes zur Änderung des Archivgesetzes NRW
5) Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man von zügig sprechen.
6) Heute (live): Expertenanhörung zum NRW-Archivgesetz

„Denkmalpflege ist in Umbruchszeiten unverzichtbar“

Interview mit LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens zur „Leipziger Erklärung“

Dr. Holger Mertens, Chefdenkmalpfleger des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
Foto: LWL/Thorsten Arendt

Die Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern (VDL) hat auf ihrer Jahrestagung vom 8. bis 10. Juni in Leipzig eine Erklärung zur Zukunft der Denkmalpflege in Deutschland verabschiedet. Über 420 Teilnehmende setzten damit ein deutliches Signal an Politik und Gesellschaft. LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens ordnet die „Leipziger Erklärung“ ein.

Was sind die Kernbestandteile der Erklärung?
Mertens: Zunächst möchte ich die Leipziger Erklärung zitieren. Dort heißt es: „Denkmalpflege und Denkmalschutz sind unverzichtbare Zukunftsaufgaben“. Zudem wird deutlich gemacht, dass Bau- und Kulturdenkmäler weit mehr als Zeugnisse vergangener Zeiten sind, da sie Identitäten schaffen, Lebensqualität sichern und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Wir Denkmalfachämter rufen die politischen Entscheidungsträger auf, Denkmalpflege und Denkmalschutz als wesentlichen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umbaukultur anzuerkennen, welche eine wesentliche Zielsetzung für das gesamte aktuelle Baugeschehen sind bzw. sein sollten.
Zudem sollen wissenschaftlich fundierte und objektiv nachvollziehbare Entscheidungen im Bereich der Denkmalpflege sichergestellt werden. Die fachliche Unabhängigkeit von uns Denkmalfachämtern muss daher bewahrt werden. Und dazu gehört, dass diese Fachbehörden personell sowie finanziell ausreichend ausgestattet werden.
Auch wir sind selbstverständlich dafür, Verwaltungsabläufe zu optimieren und wenn nötig zu modernisieren – jedoch bitte gemeinsam mit uns.
Und „gemeinsam“ ist ein weiteres wichtiges Stichwort. Für eine gelingende Denkmalpflege ist das Partnerumfeld unverzichtbar und muss gestärkt werden: Dazu gehören Handwerk, Restaurierung, Forschung und alle, die sich zivilgesellschaftlich engagieren. Weiterlesen

Mehrsprachige und verständliche digitale Erläuterungstexte zu historischen Informationstafeln und QR-Codes in Siegen

Antrag gemäß §9 der Geschäftsordnung des Rates der Universitätsstadt Siegen zur Sitzung des Kulturauschusses am 16.06.2025 der CDU, Grüne, Volt, FDP, UWG,Linke

„Die Stadt Siegen verfügt bereits über ein wertvolles Angebot zur Vermittlung ihrer
Stadtgeschichte. Auf den städtischen Internetseiten zum Historischen Stadtrundgang und zu den Orten der Stadtgeschichte werden wichtige historische Orte vorgestellt. An verschiedenen Stellen ergänzen Informationstafeln im Stadtraum dieses Angebot.
Teilweise führen QR-Codes zu weiterführenden digitalen Texten.
Dieses Angebot ist grundsätzlich sehr sinnvoll. Es bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten zurück, wenn die digitalen Informationen teilweise nur in längerer Textform oder
ausschließlich in wenigen Stichpunkten verfügbar sind. Für Besucherinnen und Besucher, die den QR-Code vor Ort mit dem Handy scannen, sollte die wichtigste Information schnell, verständlich und in einer passenden Sprache erreichbar sein. Weiterlesen

Linktipp: Markus Beckedahl: „Wer archiviert, gestaltet die Zukunft“

Link zur Keynote Beckedahls auf der Tagung „Offene Archive 2026 – Transparenz, Beteiligung, Vielfalt – Bürger*innenarchive in demokratischen Gesellschaften“ in Köln

Warum es sich lohnt den Text ganz zu lesen:
“ …. Antifaschistische Archivarbeit …. Diese Arbeit verlangt keine bestimmte Parteizugehörigkeit. Sie verlangt keine geteilte private Meinung. Sie verlangt nur, dass man den eigenen Beruf ernst nimmt: Vollständigkeit, Integrität, Zugänglichkeit, Schutz. Genau deshalb können sich auch Menschen darauf verständigen, die politisch sonst wenig teilen. Es ist Berufsethik und keine Gesinnung. …. Archivarbeit ist nicht antifaschistisch, weil Archivarinnen privat die richtigen Meinungen haben. Sie ist antifaschistisch, wenn sie verhindert, dass Macht die Vergangenheit säubert. Sie ist antifaschistisch, wenn sie marginalisierte Perspektiven nicht wieder aus der Überlieferung fallen lässt. Sie ist antifaschistisch, wenn sie Gewalt dokumentiert. Sie ist antifaschistisch, wenn sie Löschung nicht mit Aktualisierung verwechselt. Sie ist antifaschistisch, wenn sie sagt: Nein, das verschwindet nicht einfach.
Archive werden die Demokratie nicht allein retten. Das wäre eine Überforderung. Aber ohne Archive wird es sehr viel leichter, Demokratie umzuschreiben. ….“ Weiterlesen

Landesarchiv NRW: Fragen und Anworten zur Entnazifizierung

Hugo Stinnes vor dem Sonderausschuss des Entnazifizierungshauptausschusses des Regierungsbezirks Düsseldorf, Quelle: LAV NRW R, RWB, Nr. 1290 / Carl August Stachelscheid

Für den ersten Einstieg in die Recherche nach Entnazifizierungsakten gibt es seit kurzem eine neue Anlaufstelle. Auf „Fragen und Antworten zur Entnazifizierung“ finden Sie Anhaltspunkte für die Suche nach Ihren Vorfahren. Mehr Informationen zu den Entnazifizierungsakten und dem Vorgang der Entnazifizierung sind auf der Seite „Entnazifizierungsakten“ gebündelt.

Quelle: Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, 22. Mai 2026

s. a. https://www.siwiarchiv.de/nrw-entnazifizierungsakten-online/

Online: Wikidata in Museen, Archiven und Bibliotheken

Digitalisierte Sammlungen entfalten ihr volles Potenzial für Forschung, Vermittlung und Partizipation erst in der Vernetzung untereinander, als verknüpfte offene Kulturdaten. Die offene Wissensdatenbank Wikidata ist hier ein wichtiger Knotenpunkt. Zum Beispiel sind weltweit über eine Million Gemälde in Wikidata erfasst. Weiterlesen

Konferenz Offene Archive 2026: „Transparenz, Beteiligung, Vielfalt – Bürger*innenarchive in demokratischen Gesellschaften“

Reblog von Archive 2.0, Veranstaltungsseite

Archive building Eifelwall. Home of the Historical Archive of the City of Cologne and the Rhenish Picture Archive.
Archivgebäude Eifelwall, Historisches Archiv der Stadt Köln und Rheinisches Bildarchiv. Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=109605245

„Die nächste Konferenz “Offene Archive” ist vom 9. bis 11. Juni 2026 in Köln geplant. Sie findet in Kooperation mit dem Historischen Archiv mit dem Rheinischem Bildarchiv statt.

Diese Seite bietet eine Übersicht der aktuellen Informationen. Anmeldung, Programm und Kooperationen – von hier aus kommt ihr zu allen relevanten Infos.

Unterhaltet euch gerne jetzt schon über die anstehende Veranstaltung in den Sozialen Medien mit den Hashtags #OffeneArchive26 und #ArchivCamp26.

Alle Blogbeiträge zur Veranstaltung findet ihr hier zusammengefasst: Schlagwort “Offene Archive 2026“. Weiterlesen

VHS-Exkursion: Archäologisches Schaufenster oberes Edertal – Teil 3

So., 17.05.2026, 14:00 – 18:00 Uhr
Schützenheim Hemschlar, Am Rundweg 10 A, Bad Berleburg
Hans-Günter Radenbach

Exkursion und Diskussion zu hessisch-westfälischen Höhepunkten der archäologischen Forschung. Dabei werden auch bodendenkmalpflegerische Aspekte angesprochen.
Aufgrund der großen Resonanz bei den Exkursionen 1 und 2 wird die Reihe mit ständig wechselnden Örtlichkeiten in Wittgenstein fortgesetzt. Das Besondere: Es werden stets Original-Schauplätze unserer Geschichte aufgesucht. Ein Höhepunkt dieser Exkursion ist die sog. „Römische Kaiserzeit“. Weiterlesen

Seltene griechische Münze in Berlin-Spandau entdeckt


Eine seltene antike griechische Münze ist auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche in Berlin-Spandau entdeckt worden. Das rund 12 Millimeter große Bronzestück ist der erste bekannte Fund aus der griechischen Antike im heutigen Berliner Stadtgebiet. Die Münze wird im PETRI Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Münze entstand zwischen 281 und 261 v. Chr. in Ilion, dem antiken Troja in der heutigen Türkei. Sie zeigt auf der Vorderseite den Kopf der Göttin Athena mit Helm, während auf der Rückseite Athena Ilias mit Speer und Spindel dargestellt ist. Weiterlesen