Linktipp: „Reformation in Westfalen“

Header „Reformation in Westfalen“, (Layout/Gestaltung [
Logo, Entwurf, Realisierung] IStG: Anja Obereisenbuchner B.Sc., Heye Bookmeyer M.A.


Seit Januar 2016 besteht am IStG das Projekt reformation-in-westfalen.de, das durch die LWL-Kulturstiftung gefördert wird. Es handelt sich um ein Informationsportal, das die verschiedenen Orte und Territorien der Reformation in Westfalen erfasst, ihren Verlauf nachzeichnet und die noch heute erkennbaren Spuren dokumentiert.

Projektskizze: Die Vielfalt Westfalens – die Vielfalt der Reformation
Die Landkarte des 16. Jahrhunderts zeigt Westfalen als territorialen Flickenteppich: Geistliche Großterritorien, etwa die Fürstbistümer Münster und Paderborn, kleine Grafschaften [Anm.: Wittgenstein], etwa Lippe, Rietberg, Siegen [Anm.: Die nassauischen Territorien fehlen derzeit noch]und Tecklenburg, Territorien auswärtiger Herren (Ravensberg und Mark, das kurkölnische Sauerland) und eine von wenigen großen, aber auch von vielen kleinen Städten geprägte Städtelandschaft. Diese Vielfalt bedeutet, dass es nicht zu der ‚einen‘ Reformation kam, sondern Westfalen eine spannende, weil in ihren Verläufen unterschiedliche Reformationslandschaft darstellt. Weiterlesen

Ein Lebensbild von Paul-Gerhard Bachmann

Sohn suchte in Bad Berleburg Spuren des Wemlighäuser Pfarrers von 1934 bis 1939

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika besuchte Hans Bachmann im Sommer Bad Berleburg. In seiner Geburtsstadt suchte der pensionierte Pfarrer in Archiven Puzzleteile für ein Lebensbild seines Vaters Paul-Gerhard Bachmann, der von 1934 bis 1939 Pfarrer in der Kirchengemeinde war.

In Zwölferreihen wie auf dem Reichsparteitag in Nürnberg komme man nicht in den Himmel, dorthin gelange man nur als Einzelner – das sagte der evangelische Berleburger Pfarrer Paul-Gerhard Bachmann am ersten Advent 1935 in einer Predigt. Das führte dazu, dass das Konsistorium in Münster Post aus Berlin bekam. Der Reichs- und Preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten schrieb Ende April 1936: „Es ist mir mitgeteilt worden, daß der Pfarrer Bachmann aus Berleburg verschiedene Predigten gehalten hat, die geeignet sind, bei der staatstreu eingestellten Bevölkerung Verärgerung hervorzurufen, und die auch den Eindruck erweckt haben, daß die gesamte SA herabgesetzt werden sollte. Über seine Predigt am 1. Dezember 1935 herrschte unter den Kirchenbesuchern allgemein Empörung, weil sie offensichtlich eine Herabsetzung des Reichsparteitages enthielt. Ich bitte, von dort aus eine Untersuchung einzuleiten und in geeigneter Weise einzugreifen, damit ich nicht gezwungen bin, staatpolizeiliche Maßnahmen zu ergreifen.“ Weiterlesen

Aloys Sonntag (1913 – 1979), Siegener Architekt

für Industrie- und Kirchenbauten nicht nur im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein

Meistermann-Fenster und Orgel-Empore in Freudenerg, Architekturbüro Sonntag (Heinz Welter), Foto: Bernd Brandemann

Aloys Sonntag rückte mit der Beschäftigung der Freudenberg katholischen Kirche in den Blickpunkt des Interesses. Die ersten Rechercheergebnisse zur Biographie und zum Werk Sonntags werden nachfolgend vorgestellt:

  • 26.02.1913 Gelsenkirchen, gest. 6.6.1979 (Verkehrsunfall in der Schweiz)
  • 2 Kinder
  • seit 1938 in Siegen
  • Teilnahme 2. Weltkrieg
  • 1947 Eintritt in das Architekturbüro Born
  • 1948/1951 übernimmt als selbstständiger Architekt das Architekturbüro Born in Siegen Weiterlesen

Vortrag „Kirchenbau im Erzbistum Paderborn in den 50er und 60er Jahren im 20. Jahrhundert

mit besonderer Berücksichtigung der St. Marien Kirche in Freudenberg“

Heute, 19.00 Vortrag von Diözesanbaumeisterin Emanuela Freiin von Branka, St. Marien Freudenberg

Foto: Bernd Brandemann

Foto: Bernd Brandemann

s. a. Meistermann-Fenster in der Marienkirche

Meistermann-Meisterwerk in Freudenberg

Matinee vermittelte Wissen um Künstler und Kunstwerk

Mit einer Matinee zu den Meistermann-Fenstern in der St. Marien-Kirche lenkte jetzt der Arbeitskreis Stadt- und Baugeschichte des 4Fachwerk-Museumsvereins die Aufmerksamkeit auf dieses bedeutende Künstler- und Architekturprojekt in Freudenberg. Hausherr Pfarrer Reinhard Lenz freute sich, dass diese Betrachtung so gut in die Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Weihe der Kirche vor 50 Jahren passe. 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel zeigte sich bei der Begrüßung angetan von dem großen Besucherinteresse an den Vorträgen.

Gottfried Theis bei der Vorbereitung in der St. Marien Kirche Freudenberg (Foto Bernd Brandemann)

Gottfried Theis bei der Vorbereitung in der St. Marien Kirche Freudenberg (Foto Bernd Brandemann)

Dass sich in Freudenberg so ein bedeutendes Werk des international renommierten Künstlers Prof. Georg Meistermann befindet, ist eigentlich einem Zufall geschuldet. 4Fachwerker Gottfried Theis ging in seiner „Spurensuche“ ausführlich auf die Begebenheit ein: Der Bruder des damaligen Freudenberger Pfarrers Theo Korte, der Psychoanalytiker Bernhard Korte, stand in freundschaftlicher Verbindung mit der Familie Meistermann, insbesondere mit der Berufskollegin Edeltrud Meistermann. Dort berichtete er von dem Kirchenbau in Freudenberg und stellte den ersten Kontakt her. Theo Korte legte in einem Brief die besondere Situation als Diasporagemeinde dar und sprach die Frage der Gestaltung an: „Bei unserem Kirchbau haben die Fenster wegen ihrer Größe und weil sie fast den gesamten Kirchenraum umfassen, eine entscheidende Bedeutung. Mit dem Gelingen der Fenster steht und fällt das Gelingen des Raumes überhaupt. Hier liegt unsere große Sorge.“ Weiterlesen

Adel und Frömmigkeit im 18. Jahrhundert in Wittgenstein

Vortrag von Dr. Ulf Lückel (Marburg) in der Reihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“ am 20. Oktober 2016
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In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird am 20. Oktober 2016 um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter die Entwicklung des radikalen Pietismus in der Nordgrafschaft Wittgensteins beleuchtet. Dr. Ulf Lückel stellt dann die vielfältigen Faktoren vor, die zu einer einzigartigen Konstellation in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Wittgensteiner Raum führten, als das gräfliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg mit großem Engagement die neue religiöse Bewegung unterstützte. Besonders Gräfin Hedwig Sophie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1669-1738) und ihr Sohn Graf Casimir (1687-1741) galten als Garanten für die Toleranz gegenüber dem Pietismus in ihrem Territorium. Graf Casimir übernahm etwa vieles von den „Halleschen Reformen“ des Pädagogen, Theologen und Pietisten August Hermann Francke (1663-1727). Auf diese Weise schuf er, wie der Referent ausführlich erörtern wird, in seinen Territorien ein „Klein Halle an der Odeborn“. Weiterlesen

Johann Christian Stahlschmidt (1740-1826) und seine „Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ (1799)

Vortrag von Thomas Ijewski (Freudenberg) am 15. September 2016

09 Pressebild Ijewski

Titelseite der Originalausgabe von Stahlschmidts Reisebericht von 1799 (Vorlage: Thomas Ijewski)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich der Freudenberger Pastor Thomas Ijewski mit der Pilgerreise eines Siegerländer Pietisten nach Asien beschäftigen. Vor rund 275 Jahren, am 3. März 1740, wurde der Freudenberger Johann Christian Stahlschmidt geboren. Er hatte Kontakt zu frommen Kreisen, die sich von der Kirche entfernt hatten. Darüber kam es zum Streit mit seinem Vater, und der 19jährige floh aus seinem Elternhaus. In Amsterdam heuerte er auf einem Segelschiff an und reiste nach Südostasien, Indien und China. Dort ritt er auf Elefanten, beobachtete Hindu-Prozessionen und überlebte Stürme und sogar eine Meuterei. Später lebte er als Prediger in Nordamerika. Zwischenzeitlich knüpfte er enge Kontakte zu dem Mystiker und Kirchenlieddichter Gerhard Tersteegen (1697-1769), baute Webstühle und Globen und gründete mit anderen die Elberfelder Missionsgesellschaft. Sein 1799 erschienenes Buch „Die Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ wurde zu einem europäischen Bestseller der Erweckungsbewegung, mit Ausgaben auf Niederländisch und Englisch. Weiterlesen

»Religion macht Geschichte« – Start des 25. Geschichtswettbewerbs

koerber2016Bundespräsident Joachim Gauck ruft zur Teilnahme auf

»Gott und die Welt. Religion macht Geschichte« ist das Thema der 25. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. Vom 1. September 2016 bis zum 28. Februar 2017 sind alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter 21 Jahren aufgerufen, auf historische Spurensuche zu gehen. Ausrichter des Wettbewerbs ist die Körber-Stiftung, die 550 Geldpreise auf Landes- und Bundesebene auslobt.

Glaube zwischen Friedensstiftung und Konflikten
»Das Thema zielt mitten hinein in das, was viele Menschen aktuell bewegt«, sagt Bundespräsident Gauck. »Es trifft auf eine lebhafte Debatte über den Umgang der Religionen miteinander, über ihre Bedeutung und ihren Einfluss auf unser Zusammenleben.« Vom Ablasshandel im Mittelalter über buddhistische Vereine im Kaiserreich bis zum interreligiösen Gottesdienst in der jüngeren Zeit – ein breites Themenspektrum gilt es zu erforschen. Denn Glaube und Religion haben vielfältige Spuren in der Geschichte hinterlassen. Oft hatten sie eine friedensstiftende Wirkung, doch kommt es bis heute aufgrund von Glaubensfragen auch immer wieder zu Gewalt und Konflikten. Junge Leute sind aufgerufen, sich ein eigenes Bild an ihrem Schulort, in ihrer Region oder in ihrer Familiengeschichte zu machen und die Ergebnisse zu dokumentieren.

Regionale Archive und Quellen Weiterlesen

Heute vor 480 Jahren: Caspar Olevian, Wittgensteiner Reformator, geboren

Caspar-OlevianTheodor de Bry [Public domain], via Wikimedia Commons

Olevian (1536 – 1587) “ …. fand 1577 Aufnahme am Hofe des Grafen Ludwig I. von Wittgenstein in Berleburg, wo er die Erziehung der Söhne des Grafen leitete. Von Berleburg aus nahm er Einfluss auf den Fortgang der Reformation in der Grafschaft wie in den nahegelegenen nassauischen Fürstentümern …. . So verfasste er in jenen Jahren einen auf die Bedürfnisse des Landvolks abgestimmten „Bauernkatechismus“ und beteiligte sich engagiert an Versammlungen und Synoden. ….. 1584 berief ihn Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg in sein Territorium und vertraute ihm die Gründung der Hohen Schule in Herborn an, die noch im selben Jahr entstand. Caspar Olevian wurde ihr erster Rektor und war, neben Johannes Piscator, ihr führender Theologe. Ein letzter Höhepunkt im Leben von Caspar Olevian war die Herborner Generalsynode 1586, die er leitete und auf der die reformierten Kirchen von Nassau-Dillenburg, Wittgenstein, Solms-Braunfels und Wied-Runkel vertreten waren. ….“ [Quelle: Seite „Caspar Olevian“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Dezember 2015, 23:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Caspar_Olevian&oldid=148726028 (Abgerufen: 10. August 2016, 17:07 UTC)]

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Historischer Abendmahlsteller aus dem 17. Jahrhundert wieder aufgetaucht


Thomas Ijewski, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Freudenberg, staunte nicht schlecht, als am Mittwoch, den 23. März dieses Jahres Christine Kretschmer an der Türe des Pfarrhauses klingelte und einen alten Teller in Händen hielt. Beide kannten sich von der Vorbereitung der Beerdigung von Hermann Bäumer, aus dessen Nachlass der Teller stammte. Der alte Teller rückte ins Interesse des historisch interessierten Freudenberger Pfarrers.

In einem Pressegespräch in den Räumen des Freudenberger Stadtmuseums 4Fachwerk, im berühmten Alten Flecken mit den historischen Fachwerkhäusern gelegen, erzählten jetzt Thomas Ijewski und Christine Kretschmer die interessante Geschichte des verschwundenen und wieder aufgetauchten alten Zinntellers. Weiterlesen