Siegen: Umbenennung von drei Straßen – Namensvorschläge

– Antrag (AT 256/2023) der Fraktionen CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und Volt für den Kulturausschuss der Stadt Siegen am 29. März 2023

„Beschlussvorschlag:
1. Der Kulturausschuss beschließt, die in der Ratssitzung vom 19.10.2022 zur Änderung be-
schlossenen Straßennamen wie folgt zu benennen:
a) Hindenburgstraße:
Die Hindenburgstraße wird in „Europastraße“ umbenannt.
b) Bergfriederstraße:
Die Bergfriederstraße wird in „Auf dem Heuper“ umbenannt.
c) Lothar-lrle-Straße:
Die Lothar-lrle-Straße wird in „Am Breitenbach“ umbenannt.
2. Der Kulturausschuss der Universitätsstadt Siegen beschließt, die neu zu bauenden Straßen in den geplanten Baugebieten am Sportplatz Schießberg, am Wellersberg und am Giersberg (Am Wäldchen, Zur dicken Eiche) nach Frauen zu benennen. Dabei soll auf die Vorschlagsliste aus dem Abschlussbericht des Arbeitskreises „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen“ des Rates der Stadt Siegen zurückgegriffen werden. Die Verwaltung wird beauftragt, dem Arbeitskreis „Aufarbeitung der; historischen Hintergründe von Straßennamen“ und dem Kulturausschuss, zu gegebener Zeit einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorzulegen.
Begründung:

Zu 1.a)
Unser Bekenntnis zu einem freien Europa, zu unseren gemeinsamen Grundwerten und zu Frieden und Freiheit sollte in der Stadt Siegen auch im Stadtbild präsent sein. Die Hindenburgstraße ist eine durch ihre Lage in der Innenstadt sehr präsente Straße im Stadtbild von Siegen. Die Würdigung des Begriffes „Europa“ sollte u. E. an entsprechend prominenter Stelle erfolgen.
Zu 1.b)
Der Namensvorschlag geht auf einen Wunsch der betroffenen Anlieger zurück, den wir gerne politisch aufgreifen. Er ist von einer Flurbezeichnung abgeleitet und findet sich bereits in der Heuperstraße in Eisern wieder, von der die Bergfriederstraße abzweigt.
Zu 1.c)
Hier greifen wir ebenfalls einen Vorschlag aus der Bevölkerung auf. Dieser ist darin begründet, dass der „Breitenbach“ verrohrt unter der bisherigen „Lothar-Irle-Straße“ verläuft.
Zu 2.
Politisches Ziel ist es, Frauen der Siegener Stadtgeschichte im Straßenbild unserer Stadt prominenter zu präsentieren, als dies bislang der Fall ist. Ein entsprechender Antrag nach § 24 GO NRW wurde am 17.03.2021 vom HFA einstimmig befürwortet und an den Arbeitskreis „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen“ des Rates der Stadt Siegen verwiesen. Mit dem Abschlussbericht des Arbeitskreises wurde auch eine Liste von Frauen vorgelegt, die sich um die Geschichte der Stadt Siegen verdient gemacht haben und die der Arbeitskreis deswegen für eine Straßenbenennung empfohlen hat. In den drei großen geplanten Neubaugebieten bietet es sich nun an, die neu zu bauenden Straßen nach Frauen zu benennen.“

12 Gedanken zu „Siegen: Umbenennung von drei Straßen – Namensvorschläge

  1. Am 24.3.23 erschien in der Siegener Zeitung der Artikel „So geht Burbach mit belasteten Straßennamen um“. Anlass sind die in Burbach vorhandene Stöckerstraße, die Friedrich-Flick-Straße, die Graf-Luckner-Straße und die Hindenburgstraße.

    • Heute erschien in der Siegener Zeitung der Leserbrief „Ergänzen statt Entfernen“ einer Burbacher Bürgerin, die sich .u. mit der Umbenennung der Lothar-Irle-Str. und der Graf-Luckner-Str. auseinandersetzt.

      • Heute erschienen in der Siegener Zeitung 2 Leserbriefe, die auf diesen Leserbrief Bezug nehmen. Während die „Beste Idee“ ausdrücklich das Anbringen von Erklärschildern mit QR-Codes begrüßt,lehnt „Nicht geeignet“ diese unter besonderem Hinweis auf Graf Luckner ab.

    • Aus dem Protokoll der Sitzung des Rates der Gemeinde Burbach vom 2. Mai 2023: “ ….. Bürgermeister Ewers schlägt vor, zunächst mit den Fraktionsvorsitzenden über den
      Umgang mit den Namen der Straßen zu sprechen, die nach Personen benannt sind, die für antisemitisches Gedankengut bekannt sind (Stöcker-, Friedrich-Flick-, Graf Luckner-
      und Hindenburgstraße). Dabei soll die weitere Vorgehensweise abgestimmt werden …“

  2. In der gestrigen Kulturausschusssitzung wurde folgendes Vorgehen festgelegt:
    Sämtliche Anträge auf Umbenennung müssen :
    1. in den Bezirksausschüssen, dann
    2. im Kulturausschuss und schließlich
    3. im Haupt- und Finanzausschuss (im Dezember)
    behandelt werden.
    Eine Beschleunigung des Verfahres mittels einer Ratsentscheidung – vgl. Luckner/Langner – fand keine Mehrheit.
    So besteht genügend Zeit um über den Antrag der FDP („Straße des Grundgesetzes“/Luba-Brücke) und über die Bitte des TV Jahn, die Diemstraße nach Hermann Diem umzuwidmen, zu beraten.

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  4. Gestern erschien in der Siegener Zeitung leider nur im Print – der Artikel „Straßennamen: Umbenennung könnte doch früher erfolgen“. Städtischerseits beabsichtigt man die Beratung in den Bezirksausschüssen durch Sondersitzungen vorzuziehen.

    • In der kommenden Wochen stehen die Straßenumbenennungen auf den Tagesordnungen des Bezirksausschgussen Siegen-Eiserfeld (24.4.) und Siegen-Mitte (27.4.)

  5. Heute erschien in der Siegener Zeitung der Kommentar „Die Natur als Namensgeber?“. Neben Namen aus Flora und Fauna wird dort auch die Durchnummerierung von Straßen diskutiert.
    Übrigens: Edith Langner war nicht die erste Frau im Siegener Stadtrat. Diese Ehre gebührt Hedwig Heinzerling.

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