Siegerländer Haubergswirtschaft im Landesinventar immatrielles Kulturerbe aufgenommen

Das Land ermittelt und dokumentiert das kulturelle Erbe auf seinem Gebiet. Eine Jury hat jetzt fünf weitere Traditionen aus verschiedenen Regionen ausgewählt, die einen Eintrag im Landesinventar des immateriellen Kulturerbes erhalten. Die Neuaufnahmen reichen von mündlichen Traditionen über darstellende Künste und Bräuchen bis hin zu Wissen über Natur und das Universum und traditionellen Handwerkstechniken.

Die Landesjury für das Immaterielle Kulturerbe hat folgende fünf Traditionen aus 14 eingegangenen Bewerbungen empfohlen
Martinstradition: Bei der Martinstradition handelt es sich um Bräuche mit Laternenumzug, Martinsliedern, Martinsfeuer, Darstellung der Mantelszene, Verteilung von Süßigkeiten an Kinder und der moralischen Botschaft zur Nächstenliebe.
Anlage und Pflege von Flechthecken: Das Flechten und die Erhaltung von lebenden Zäunen für land- und forstwirtschaftliche Zwecke sowie die besondere Technik des Knotens gehören zur Anlage und Pflege von Flechthecken.
Bolzplatzkultur: Eine jugendkulturelle Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, die ihren Ursprung in den städtischen Milieus der 1920iger Jahre hat.
Brieftaubenwesen: Es umfasst die Brieftaubenhaltung und Zucht sowie Wettbewerbe im Hinblick auf Distanzflug und Schönheit.
Haubergswirtschaft im Siegerland und in angrenzenden Regionen: eine nachhaltige gemeinschaftliche Form der Waldbewirtschaftung, die seit Jahrhunderten im Siegerland ausgeübt wird. Weiterlesen

Willy Brandt Richtung Sieg(en) – aber wo?

Im Sommer 1969 startete Willy Brandt als Kanzlerkandidat der SPD mit seinen ersten öffentlichen Wahlkundgebungen in den Bundestagswahlkampf. Ein Foto, das ihn wortwörtlich siegesgewiss an einem Bundesstraßen-Wegweiser Richtung Siegen zeigt, diente in den folgenden Jahr(zehnt)en gelegentlich dazu, die Aufbruchstimmung der ersten sozialliberalen Regierungskoalition zu illustrieren und hat seitdem eine gewisse ikonographische Bedeutung erlangt – obwohl oder gerade weil das genaue Datum im Laufe der Zeit verloren ging.

Im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung haben wir uns nun gefragt: wann genau entstand das Foto und wo stand der Wegweiser?

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Vom Zahnarzt zur Paläographie

Vergangenen Mittwoch fand im repräsentativen Terassensaal der Weißen Villa in Kreuztal der Infoaband zum Lesekurs für die Schriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts statt.

Kurz wurde der Ablauf der 3 Folgetermine vorgestellt und das Ziel definiert. An nachfolgendem Text sollen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Ablauf des Kurses herantrauen können. Das Beispiel wurde dem Kreisarchiv im Vorfeld der Veranstaltung zugesandt. Wer sich schon jetzt heranwagen will, der kann einen Blick in diese PDF wagen: Lesekurs2018Bsp .

Der Infoabend diente auch dazu die Motivation für den Lesekurs abzufragen. Immer häufiger sind es die aufgefundenen Familienpapiere (Feldpostbriefe etc. ….), die zur Teilnehme am Lesekurs führen. Es gibt aber auch immer wieder überraschende Geschichten. So berichtete am Mittwoch ein Teilnehmer des Infoabends, dass ihm ein Zahnarztbesuch zur Beschäftigung mit alten Schriften veranlasst habe. Im Wartezimmer des Zahnarztes las er in einer dort ausliegenden Schrift, dass sein Heimatort in Kürze ein ansehnliches Jubiläum feiern kann. Im Ort selbst war dies eher unbekannt und so schlug er entsprechende Aktivitäten vor. Er selbst machte sich zudem auf, die Geschichte des Ortes zu erforschen. So stieß er zwangsläufig auf die „alten Schriften“.

Neues (?) zur „Archivarbeit“ in der Gemeinde Neunkirchen

“ ….. Im Rahmen der Beratungen zur Weiterentwicklung der Ortsmitte und der verkehrlichen Erschließung des Rathausumfeldes wurden Gedankenspiele zur Unterbringung eines Archivs eingebracht, die in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses vorgetragen wurden. Ein Fortgang der Entwicklung ist noch nicht zu verzeichnen. Weitere Unterbringungsmöglichkeiten für ein Archiv könnten sich in der Grundschule Neunkirchen durch Veränderungen in der Grundschullandschaft ergeben. Die entsprechenden Beratungen lassen momentan noch keine konkretere Planung zu.
Haushaltsmittel für ein Archiv stehen in 2018 nicht zur Verfügung.
Für die nächste Sitzung des Schul- und Kulturausschusses am 21.06.2018 wird die Verwaltung mit der Gemeinde Burbach einen Termin für die Besichtigung des dortigen Archivs vereinbaren.“ (Auszug aus der Vorlage „Archivarbeit der Gemeinde Neunkirchen“ (SCHK 5/2018) für die Sitzung des Schul- und Kulturausschusses der Gemeinde Neunkirchen vom 15.03.2018)
In der Niederschrift zu dieser Sitzung heißt: “ ….Es wird vereinbart, dass das Archiv der Gemeinde Burbach in einem separaten Termin außerhalb der Ausschusssitzungen besichtigt werden soll.“
siwiarchiv hatte zuletzt im Juli des vergangenen Jahres berichtet. Viel getan hat sich seither leider nicht. Man verbleibt fast 30 Jahre nach dem Erlass des Archivgesetzes NRW, das den Kommunen die Pflege ihres Archivgutes als Aufgabe zuschreibt, weiterhin im Konjunktiv…..

„Lechtstonn“ über alte Flurnamen

Erzählabend am 19. April, 18:00 Uhr, im Museum 4Fachwerk

Die „Leechtston“ war im Flecken die gängige Bezeichnung für die Abenddämmerung. Diese Zeit nach der Arbeit wurde gerne genutzt, sich zu treffen, um sich über die Neuigkeiten des Tages auszutauschen oder einfach Geschichten zu erzählen.
Nun verschiebt die aktuelle Sommerzeit die „Dämmerstunde“ zwar in den späteren Abend, doch Dieter Siebel und Bodo Hoffmann laden am 19. April 2018 wieder um 18:00 Uhr zu einer „Lechtstonn“ ins Freudenberger 4Fachwerk-Mittendrin-Museum ein. Die Gäste des letzten Erzählabends hatten sich die baldige Fortsetzung ausdrücklich gewünscht.
Diesmal sollen alte Flurnamen im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. „..on wer hörlt de Knütze usem Paffensiefen“ heißt es entsprechend im „Flecker Platt“ einführend in der Einladung.

Bevor im perfekten Verwaltungshandeln jede Bereich des Ortes eine präzise Flurbezeichnung eben durch Nummern erhielt, bezeichneten die Bewohner entsprechende Grundstücke mit teils sehr blumigen und bildhaften Bezeichnungen, die oft Hinweise auf ursprüngliche Nutzungen, Begebenheiten oder geschichtliche Ereignisse vermitteln. Daher sind die alten Flurnamen für die Regionalgeschichte durchaus von besonderer Bedeutung. Bei der „Lechtstonn“ werden sie in Erinnerung gerufen mit lustigen Anekdoten oder kleinen Geschichten, die oft mit den Orten verbunden sind. Dieter Siebel und Bodo Hoffmann, beide mit Flecker Geschichte(n) gut vertraut, werden den Abend gestalten.

Der Eintritt beträgt 3 Euro, zugleich kann die aktuelle Piet-Mondrian-Ausstellung im Museum (Mittelstraße 4-6, im Alten Flecken) besichtigt werden.

Quelle: 4Fachwerk-Pressemitteilung

Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist neue Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen beim LWL

Der bisherige Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen Prof. Dr. Wilfried Reininghaus und seine Nachfolgerin Dr. Mechthild Black-Veldtrup.
Foto: LWL/Beyer

Die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragene Historische Kommission für Westfalen hat eine neue erste Vorsitzende: Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist von der Mitgliederversammlung der Kommission heute in Beckum zur Nachfolgerin von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus gewählt worden. Reininghaus hatte nach 15 Jahren an der Spitze der Kommission nicht wieder für den Vorsitz kandidiert. Der zweite Vorsitzende, Prof. Dr. Werner Freitag, wurde in seinem Amt bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Dr. Thomas Tippach, Dr. Stefan Pätzold und Dr. Andreas Neuwöhner.

Traditionell arbeitet die Kommission eng mit den beiden Abteilungen des „Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalen“ und dem Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen (früher Staatsarchiv Münster) zusammen. In beiden Bereichen ist die neue Vorsitzende sehr erfahren: Seit 2004 ist sie Leiterin des Landesarchivs NRW in Münster, seit 2008 zudem Vorsitzende des Altertumsvereins (Abteilung Münster). Black-Veldtrup ist seit der Gründung der Kommission 1896 die erste Frau an der Spitze der Historischen Kommission. Die 1960 in Freiburg im Breisgau geborene Historikerin studierte in Freiburg, Münster und Canterbury Geschichte, Anglistik, Politologie und Pädagogik. 1993 wurde sie in Münster bei Joachim Wollasch promoviert, anschließend besuchte sie die Archivschule in Marburg. 1998 trat sie ihren Archivdienst im damaligen Staatsarchiv in Düsseldorf an, 2002 wechselte sie nach Münster. Weiterlesen

Vortrag: Jens Christian Schmidt „Ärzte im Nationalsozialismus –

wie die Medizin ihre Unschuld verlor und Ärzte zu Tätern und Opfern wurden
Dienstag, 17. April, 19 Uhr
Ort: Büro der CJZ, Häutebachweg 6, Siegen

Jens Christian Schmidt, Facharzt für Radiologie, beschäftigt sich seit langem mit der Zeit des Nationalsozialismus und den Verbrechen im Zusammenhang mit Holocaust und Euthanasie-Programm, wo Ärzte maßgeblich involviert waren. Mit seinem Vortrag möchte er aufzeigen, wie die Medizin vom Aufschwung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Deutschland zu einem menschenverachtenden und menschenvernichtenden Instrument des Hitler-Regimes verkam und wie die damit verbundenen Greueltaten bis heute Einfluss auf das Wirken der Mediziner haben. Hierbei werden sowohl Opfer als auch Täter in den Reihen der Mediziner vorgestellt und deren Schicksal beleuchtet.
Quelle: CJZ, Rundbrief April/Mai 2018

Vortrag: Dr. Ulrich F. Opfermann / Torsten Thomas: „Widerspruch und Widerstand im Nationalsozialismus“

Protestkundgebung in Holzhausen am 12. August 1932 während der Beisetzung des ersten Opfers des nationalsozialistischen Terrors im Siegerland. Der Sozialdemokrat Siegfried Betz war am 25. Juli 1932 von der SA angeschossen worden und erlag am 8. August 1932 seinen Verletzungen (Vorlage: Heimatverein Holzhausen).

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 19. April 2018, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Dr. Ulrich F. Opfermann wird dann zusammen mit Torsten Thomas ein Internetprojekt vorstellen, das die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Siegerland-Wittgenstein erstellt hat. Der Vortrag widmet sich in zum Teil sehr detaillierten Kurzbiografien den Frauen und Männern in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Widerspruch und/oder im Widerstand zum Nationalsozialismus standen. Viele von ihnen waren Verfolgung, Misshandlung und Haft ausgesetzt. Die Verfolgung konnte im Tod enden. Jede Biografie wird durch präzise Quellenangaben ergänzt. Im Vortrag werden das Projekt als Ganzes und einige Biografien exemplarisch vorgestellt. Weiterlesen

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) begründet neue Publikationsreihe

Im Arbeitsalltag des LVR-AFZ, im Rahmen der archivischen Fachausbildung sowie in Kooperationsprojekten mit verschiedenen Partnern entstehen immer wieder kleinere Abhandlungen, Qualifikations- und Projektarbeiten, die als Beiträge zu aktuellen Themen archivischer Arbeit auch für einen breiteren Kreis von Rezipientinnen und Rezipienten von Interesse sind. Um solche Arbeiten adäquat publizieren und präsentieren zu können, hat die Archivberatung eine neue Reihe begründet: „Archivistik digital“.
Als elektronische Publikationen sind die Bände von „Archivistik digital“ ab sofort das Medium der Wahl, um zeitnah Arbeitsergebnisse zu präsentieren, die an Umfang und Bedeutung über einfache Handreichungen, Mitteilungen oder Empfehlungen hinausgehen. Die Reihe tritt ergänzend neben die Archivhefte, in denen das LVR-AFZ weiterhin Tagungsdokumentationen und monographische Arbeiten präsentieren wird.
Der erste Band präsentiert einen Leitfaden zum Urheberrecht, den die Juristin Alexandra Zilles im Rahmen des LVR-Trainee-Programms für das Archiv des LVR erarbeitet hat. Beim zweiten Band handelt es sich um ein von Riccarda Henkel, Angelika Neugebauer, Gregor Patt und Peter K. Weber, LVR-AFZ, erstelltes Dokumentationsprofil zum Umgang mit Schulunterlagen.
Quelle: LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ), Aktuelles