Aus dem Fazit: “ ….. Als Hans Carl von Carlowitz 1713 die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder forderte, wurde diese in den nassauischen Territorien schon seit über 200 Jahren angestrebt. Auf dem Hintergrund, dass die Forstordnungen stetig aktualisiert wurden, zeichnet sich zwar eine Kluft zwischen juristischer Theorie und gelebter Praxis ab, doch auch Carlowitz‘ Ansinnen lässt die Frage nach Erfolg zunächst unbeantwortet. Besonders die genannten Strafen und Repressalien zeigen, wie wichtig den Herrschaften die Begründung neuer Waldbestände war. Das oft vorherrschende Bild des totalen Raubbaus, das rücksichtslose Aufbrauchen aller Holzreserven ist zumindest für die Frühe Neuzeit falsch. Richtiger ist: Sowohl der Bedarf an Holz als auch die Bemühungen um zukünftige Verfügbarkeit stiegen an – ein Aspekt, der sich in den Forstordnungen deutschlandweit widerspiegelt.“
Link zur Aufsatz (PDF): Poggel Nachhaltigkeit vor Carlowitz

Nachhaltigkeit vor Carlowitz – Das Begründen von Waldbeständen im Siegerland der Frühen Neuzeit von Thomas Poggel: ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
Kategoriearchiv: Wirtschaftsgeschichte
Findbuch Domänenrentamt Siegen online
Nach der Säkularisation ging das ehemals geistliche Eigentum zu Beginn des 19. Jahrhunderts in staatlichen Besitz über. Dies betraf auch die landwirtschaftlichen Besitzungen und die Bauern, deren neuer Grundherr in Westfalen der preußische Staat wurde. Zugleich setzte in der nachnapoleonischen Zeit ein Vorgang ein, der unter dem Begriff „Bauernbefreiung“ einen oft Jahrzehnte währenden Prozess umreisst, in dem die Bauern sich aus den Bindungen der alten Leib- und Grundherrschaften lösten. Diese Ablösungen wurden von staatlicher Seite von den Domänenrentämtern betreut.
Link: Findbuch B 481 Si Domänenrentamt Siegen: http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp?archivNr=1&id=2903&tektId=1369
Literaturhinweis: „Westfalen in der Eisenzeit“
Für Westfalen ist die Eisenzeit eine der bedeutendsten Epochen der Geschichte, da sie außer dem neuen Metall zahlreiche weitere Veränderungen brachte. Erstmals wird der Mittelgebirgsraum umfassend besiedelt, es entstehen hochspezialisierte Produktionszentren mit überregionaler Strahlkraft und es wird eine gegliederte Gesellschaft fassbar. Zudem ist Westfalen in diesem Zeitraum von etwa 800 v. Chr. bis zur Zeitenwende Teil einer der wichtigsten kulturellen Grenzregionen Mitteleuropas, der zwischen Kelten und Germanen.
Eine Gesamtdarstellung dieser Epoche fehlte für die Region bislang, sodass mit dem vorliegenden Band auch eine wichtige Forschungslücke geschlossen wurde. Reich bebildert und allgemein verständlich stellen 49 Fachwissenschaftler die zahlreichen neuen Ergebnisse der letzten Jahre vor, präsentieren aber auch bislang unpublizierte ältere Ausgrabungen oder Funde und ein neu erarbeitetes Chronologieschema. Behandelt werden alle Aspekte der eisenzeitlichen Archäologie wie Siedlungsweise, Ernährung, Religion, Technologie oder Handel. Das Inhaltsverzeichnis weist einschlägige Artikel für das Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein auf: WestfalenEisenzeit
Jürgen Gaffrey / Eva Cichy / Manuel Zeiler: Westfalen in der Eisenzeit
264 Seiten, mit 355 Abb., 21 x 29,5 cm, Broschur
ISBN 978-3-8053-4918-5, € 17,50
Quelle: Verlagswerbung
Schul- und Dokumentarfilm über den Siegerländer Hauberg
„Der Hauberg im Siegerland. Nachhaltige Waldbewirtschaftung mit Tradition“
„Im Februar 2014 hat der „Förderverein Historischer Hauberg Fellinghausen e.V.“ das „Mitmachbuch für junge Hauberg-Experten“ vorgestellt. Als interaktives Schul- aber auch Zuhause-Buch hat es seitdem viele begeisterte Freundinnen und Freunde gefunden. Was lag also näher, als die im Buch beschriebenen Haubergarbeiten in bewegten Bildern mit Schulkindern zu zeigen?
Gesagt, getan! Nach fast genau einem Jahr können wir nun eine Dokumentation über ein abwechslungsreiches Jahr im Hauberg präsentieren, die anhand der Haubergsuhr die anstehenden Haubergsarbeiten im Jahresverlauf zeigt und erklärt. Weiterlesen
Findmittel mit Digitalisaten zur Geschichte des Freien Grundes, Sel- und Burbachs online
Seit dem 12. Februar stehen zwei weitere Findbücher mit Nassau-Betreffen zusammen mit den Digitalisaten der Archivalien online:
Freier Grund Sel- und Burbach:
http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp?archivNr=1&id=2886&tektId=800
Herzogtum Nassau, Landesbehörden betreffend den Freien Grund Sel- und Burbach
http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp?archivNr=1&id=2859&tektId=856
Literaturhinweis: Karl Kiem (Hrsg.): „Nobilitierte Hauslandschaft

Foto: Verlagswerbung
Zur Architektur der von Bernd und Hilla Becher fotografierten Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebiets“
Dresden 2015, 156 S., zahlreiche s/w Abbildungen
978-3-945363-14-0
„Die Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebiets haben durch die Fotos von Bernd und Hilla Becher internationale Berühmtheit erlangt. Die Gebäude stammen überwiegend aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert und dienten hauptsächlich den in der Siegener Eisenerzgewinnung und -Verarbeitung beschäftigten Arbeitern als Wohnhäuser. Während aber Bernd und Hilla Bechers Fotos weltweit zu den Sammlungen renommierter Galerien und Museen gehören, ist über die Entwicklung und Verbreitung der Fachwerkhäuser selbst wenig bekannt. Diesem Desiderat gehen in dem hier vorliegenden Band Autoren und Autorinnen aus den Bereichen Baugeschichte, Denkmalpflege, Kunstgeschichte, Architekturtheorie, Museumswesen und Politik nach. Der Bezugsrahmen reicht von bautypologischen, historischen, politischen, ästhetischen und religiösen bis hin zu biographischen und mentalitätsbezogenen Perspektiven. Es zeigt sich, dass die Siegener Fachwerkhäuser mit ihrer riegellosen Konstruktion nicht nur einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Fachwerkbauweise darstellen, sondern darüber hinaus auch ein Kulturgut von überragender Bedeutung sind.“
Quelle: Deutsche Nationalbibliothek
s. a. weitere siwiarchiv-Einträge zu Bernd und Hilla Becher
Heimische Fachwerkbauten sind individuell

Dekanin Prof. Dr.-Ing. Hildegard Schröteler-von Brandt eröffnete das Master-Symposium.
Master-Symposium des Departments Architektur der Univerrsität Siegen beschäftigte sich mit dem Thema „Häuser wiederholt. Serie als Lust oder Last“.
Häuser sind Lebensmittelpunkte, geben Geborgenheit, sind Wertanlage und vielfach auch Ausdruck individuellen Geschmacks. Das Individuelle und das Serielle standen im Mittelpunkt des Master-Symposiums des Departments Architektur an der Universität Siegen. „Häuser wiederholt. Serie als Last oder Lust“ lautete der Titel der Veranstaltung im Schaber-Hörsal, zu der sich mehr als 80 Gäste angemeldet hatten. „Wir stellen auf dem Symposium neue Forschungsergebnisse vor und vernetzen uns auch international mit der Forschungsgemeinde“, skizzierte Prof. Dr. Dr. Karl Kiem, der gemeinsam mit Prof. Dr. Petra Lohmann das Symposium organisierte.
Im Jahr 1967 ging Wend Fischer, der seinerzeitige Direktor der neuen Sammlung München, mit der Behauptung an die Öffentlichkeit, Siegerländer Fachwerkhäuser seien seriell hergestellt. Zu seiner These kam der Münchener anhand von Fotos von Bernd und Hilla Becher. Kiem: „Wenn man etwas von Architektur versteht und auf die Häuser schaut, stellt sich die Frage, ob das sein kann. Die Tendenz für eine Antwort lautet ,eher nein‘.“ Die Bachelor-Arbeit von Tobias Hundhausen, der Laser-Scans von Maßen der Fachwerkhäuser fertigte, sowie andere Forschungsarbeiten haben nachgeweisen, „dass die Häuser individuell geplant und hergestellt wurden“. Die Längen der Stiele, die Breite der Häuser, die Höhenfassaden, die Fensteranordnung sprächen eine eindeutige Sprache. Kiem: „Das waren keine Häuser von der Stange.“ Hinzu komme das Fehlen serieller Produktionsstätten. Solche seien in Deutschland erst nach dem 1. Weltkrieg entstanden. Weiterlesen
Linktipp: Online-Findbuch zum Landesverkehrsverband Westfalen e.V.

75 Jahre Landesverkehrsverband Westfalen 1907-1982“ (LWL-Archivamt für Westfalen, Archiv LWL, Best. 807/316)
Quelle: archivamtblog
Das archivamtblog weist auf das im Internet recherchierbare Findbuch zum Landesverkehrsverband Westfalen hin. Somit können nun auch Quellen zur Geschichte des Fremdenverkehrs bzw. Tourismus in Siegerland und Wittgenstein ermittelt werden.
Zum Thema s. a. folgende Einträge auf siwiarchiv
Zur Geschichte des Landesstraßenbauamtes in Siegen. Ein Flohmarktfund.
Die hier vorgelegte Broschüre – lsba1988 (PDF) – stellt erste Informationen zu den Gebäuden, den leitenden Persönlichkeiten sowie sowie zu den Aufgaben des Landesstraßenbauamtes zusammen. Die Broschüre war ein Fund des Kreisarchivaren auf einem Flohmarkt im Siegener Stadtgebiet.
Linktipp: Dillenburger Intelligenz-Nachrichten
Torsten Thomas weist auf die vollständig digital vorliegenden Dillenburger Intelligenz-Nachrichten (1773 – 1809) beim Göttinger Digitalisierungszentrum hin. Diese Zeitung enthielt Verordnungen, Edikte, Reskripte, Patente, Ausschreiben, und allgemeine Bescheide für die nassauischen Gebiete sowie Wirtschaftsnachrichten.
Vielen Dank für diesen Hinweis!

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