„4Fachwerk“: Vom Stadtmuseum Freudenberg zum Mittendrin-Museum

stadtmuseumfreudenbergAm ersten Adventswochenende erwartet die Freudenberger Weihnachtsmarkt-Besucher ein zusätzliches Angebot: Neben der „Puppen-Ausstellung“ im Stadtmuseum gibt es dort bei Kaffee und Gebäck vielfältige Informationen, wie es mit dem Haus in Zukunft weitergehen könnte.
Die „Museumsfreunde“ präsentieren dabei auch erstmals ihr Logo, das den jetzt zu gründenden Trägerverein begleiten soll. „4FACHWERK“ wird die Initiative heißen. „Wir wollen, dass in unserer Fachwerk-Altstadt ein kultureller Anker bestehen bleibt, der ein ganz lebendiger Treffpunkt werden soll“, so Ingrid Leopold.
Und Dieter Siebel erklärt weiter zum Namen: „In der Mittelstraße 4, auf 4 Etagen erhalten die 4 Schwerpunkte Kunst, Ortsgeschichte, Museumspädagogik und Alte Uhren (‚Zeit zum Genießen’) ihren Platz. Das Mittendrin-Museum ergibt sich aus der Lage im historischen Stadtkern Alter Flecken “. Weiterlesen

Ausstellung zur deutschen Auswanderung nach Amerika im Kreishaus in Siegen

„Hausaufgabe“ des Landrats
DanielHiesterRüdiger Lentz, Festredner und der Direktor des Aspen-Instituts hat ein „Hausaufgabe“ von seinem Besuch in Siegen mitgenommen. Denn Landrat Paul Breuer war beim Gang durch die Ausstellung eine Ungereimtheit aufgefallen: An einer Stelle ist von Daniel Hiester aus Schlesien die Rede, der dem ersten US-Kongress angehörte. Landrat Paul Breuer ist sich aber sicher, dass Hiester aus Bad Berleburg-Elsoff stammt, was erste Recherchen des Kreisarchivs (s. u.) auch bestätigen. Lentz versprach, dem auf den Grund zu gehen – und falls der Landrat richtig liege, könne er den Eintrag auf der Schautafel gerne überkleben.
Die wohl unrichtige Formulierung, dass Daniel Hiester aus Schlesien emigriert sei (findet sich so auch im englischsprachigen Wikipedia-Eintrag), beruht auf einem Missverständnis: Henry Melchior Muhlenberg Richards widmete sich 1907 in einer biographischen Studie dem Gouverneur Joseph Hiester auch der Familiengeschichte der Hiester. Auf Seite 3 dieser Studie erwähnt er, dass der Stammvater der Hiesters im 14. Jahrhundert in Schlesien auszumachen ist und die Familie(n) von dort aus im Laufe der Jahrhunderte weiterwanderte(n). Auf Seite 4 dieser Studie stellt der Autor allerdings korrekt die Auswanderung des Vaters von Daniel Hiester von Elsoff nach Amerika dar. Die Studie kann auch online eingesehen werden.

Zur Familiengeschichte Daniel Hiesters s. a. Isaac Hiester, The Hiester homestead in Germany (1907); ergänzend sei auf die Berichtigung Wilhelm Hartnacks: „Die Herkunft der in Amerika berühmt gewordenen Hüsters“ In: Wittgenstein. Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins e.V., Bd. 41/ 1977/ H.1/ S. 24-26, hingewiesen.

Rüdiger Lentz: „Aktuelle Ereignisse dürfen tiefe Bindungen zwischen beiden Ländern nicht überschatten“ Weiterlesen

Literaturhinweis: „Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften, Generaliaband“

HbJuedGemDer dritte Teilband des umfangreichen Standardwerkes ist erschienen. Er fasst die Ergebnisse des Forschungsvorhabens zusammen und zeigt Perspektiven für die künftige Forschung auf.
Das „Historische Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe“ ist die umfassende Dokumentation und Bestandsaufnahme unseres Wissens über die Geschichte des jüdischen Lebens in unserer Region. Das insgesamt vierbändige Werk besteht aus drei Regionalbänden, in denen jeder einzelne Ort mit einer jüdischen Gemeinschaft nach einem einheitlichen Gliederungsschema genau beschrieben wird, und einem Grundlagenband, der das Projekt bilanziert. Nach den Regionalbänden zu den Orten und Territorien in den heutigen Regierungsbezirken Münster und Detmold folgt nun bereits der Grundlagenband. Der noch folgende Regionalband Arnsberg wird damit den Abschluss des Vorhabens bilden. Weiterlesen

LWL-Archäologen: Frühe Siegerländer waren nur „Saisongäste“


Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben herausgefunden, dass die frühen Siegerländer keine Siedler sondern nur Saisongäste waren. Die Fundstelle in der Region bei Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein) mit Spuren von Menschen aus dem mittleren Neolithikum (Jungsteinzeit) vor 6.500 Jahren belegt, dass die Menschen die Region nur zeitweise aufsuchten, wie jetzt Untersuchungen an Steingeräten und Bodenuntersuchungen ergaben. Die Steinzeit-Menschen siedelten hier nicht, sondern weideten ihr Vieh, gingen vielleicht auf die Jagd und suchten wahrscheinlich nach dem Mineral Hämatit. Weiterlesen

Lothar Irle und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Teil 2.

Eine Aktenauswertung.

Im September wurde hier auf siwiarchiv über die beabsichtigte Verleihung des Verdienstordens an Dr. Lothar Irle berichtet. In einem Kommentar wurde auf die einschlägigen Ordensakten im Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, noch in Düsseldorf (NW O 07379 und NW O 07379) hingewiesen. NW O 07379 besteht lediglich aus einem Blatt, dass die Abgabe der Ordensakten an das damalige Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf beinhaltet.
NW O 07379 enthält den 15 Blatt umfassenden Vorgang, der in der Staatskanzlei geführt wurde. Aus dem Antragsschreiben des Vorsitzenden Karl Jellinghaus des Sauerländer Gebirgsvereins vom 14. Januar 1966 an den Arnsberger Regierungspräsidenten Ernst Schlensker sei hier die Begründung – mit Ausnahme der Aufstellung der Publikationen Irles – wiedergegeben: Weiterlesen

Filmtipp: „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“


George Clooney spielt in diesem Film George Stout, der 1./2. April 1945 den Siegener Kunstbunker im Hainer Stollen inspizierte.
Siegen Hainer-Stollen Infotafel
By Frank Behnsen (Own work/selbst fotografiert) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Zum Kulturgut im Hainer Stollen erschien zuletzt:
Josef Lambertz: Siegen und die Odyssee des Aachener Domschatzes im Zweiten Weltkrieg, in: Siegener Beiträge 16 (2011), S. 129-144.
Ferner ist auf folgende Literatur (Auswahl) hinzuweisen:
Hans-Martin Flender: Knochen vieler Heiliger an Bord. Unersetzliche Kunstschätze im Hainer Hüttenstollen, in: Siegerland Bd. 71, 1995, S. 3-8
Hans Martin Flender: Rückführung des Aachener Domschatzes im Jahre 1945. Siegener führten die Bombenangriffe auf die Einlagerung der Kunstschätze zurück, in: Siegerland Bd. 71, 1995, S. 91 – 95
Hans-Martin Flender: Siegen verwahrte 1944/45 wertvolle westdeutsche Kunstschätze, in: Haigerer Geschichtsblätter H. 46 Oktober 2003, S. 42
Hans Martin Flender: Öffnung des Hainer Hüttenstollens in Siegen? Stollen des Bergwerks „Alte Silberkaute“ nahm Kunstschätze auf, in: Siegerland Bd. 80, 2003, S. 65 – 66
Hans Martin Flender: Siegen 2. April 1945: Kunstschätze unter amerikanischem Schutz, in: Durchblick 1/2005, S. 12 – 14 (PDF)
Hans Martin Flender: Westdeutsche Kunstschätze in Siegen 1944/45, in: Siegerland Bd. 86, 2009, S. 23 – 32
NN: „Kostbare Kunstschätze in Siegener Obhut“, in: Adolf Müller (hg.): Krieg und Elend im Siegerland, Siegen 1981, S. 129.
Joachim Stahl: Bunker und Stollen für den Luftschutz im Raum Siegen. Verlag die Wielandschmiede, Kreuztal 1980.

Weitere Informationen zum Film: Weiterlesen

Siegens ungeliebter Film: Siegen – Notizen zu einer Stadt


Knapp ein halbes Jahrhundert galt er als verschollen. Siegens unbequemster Film mit dem Titel „Siegen – Notizen zu einer Stadt. Am 17. Juni 1966 erstmals im WDR Fernsehen ausgestrahlt löste er seinerzeit eine Welle der Empörung bei Lokalpolitik und Bevölkerung aus und verschwand für viele Jahrzehnte in den Tiefen des WDR Filmarchivs. Die in Siegen ansässige Industriefilmproduktion mundus.tv hat sich in den vergangen Jahren für den Erhalt wertvoller historischer Filmproduktionen aus der Region eingesetzt. So wurden seit 2005 bereits die bekannten Produktionen wie „Der Eisenwald“, „Der Siegerländer Hauberg“ sowie „Siegen 1924“ und einige Produktionen mehr aufwendig restauriert und für die Nachwelt erhalten. Weiterlesen

Zeitliche und ewige Wohlfahrt! 450 Jahre Heidelberger Katechismus

Ausstellung im Landeskirchlichen Archiv in Bielefeld zeigt auch Siegener Katechismus

Katechismusausgaben aus vier Jahrhunderten sind in der Ausstellung in Bielefeld zu sehen.

Katechismusausgaben aus vier Jahrhunderten sind in der Ausstellung in Bielefeld zu sehen.

Im Jahr 1563 veröffentlichte Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz den Heidelberger Katechismus. Bald nach seiner Veröffentlichung hielt der Heidelberger Katechismus auch in Westfalen Einzug. Durch persönliche oder familiäre Verbindungen angeregt, öffneten einzelne Landesherren ihre Herrschaftsbereiche nach der lutherischen Reformation nun dem reformierten Bekenntnis:

1577 in der Grafschaft Nassau-Siegen, 1581 in der Grafschaft Wittgenstein und 1588 in den Grafschaften Tecklenburg-Bentheim-Steinfurt. Hier galt der Heidelberger Katechismus mit jeweils eigenen Kirchenordnungen. Weiterlesen

Literaturhinweis: Heimat-Jahrbuch für den Kreis Altenkirchen 2014

HjbAK2014Aus dem Inhalt:

Arndt, Heinrich: Elkenrother Friedhofsgeschichten aus drei Jahrhunderten, S. 186
Bartolosch, Thomas A. Die Grube Alexander bei Kirchen/Sieg, S. 198
Bäumer, Gerd: Hohenbetzdorf – Das Gelände „rechts der Sieg“, S. 241
Becker, Franz-Josef Ein Gang durch die Naurother Flur, V. Teil – Der Gang nach Nordosten, S. 55
Becker, Raimund: Eisenhartgussglocken in der Scheuerfelder Kirche, S. 80
Böhmer, Erhard: Über die „Juckels, Jägersch, Engels, Lehnsches und Hahlen“ aus
Honigsessen – Stammbaumgeschichte der Familien Kalkert, S. 292
Brachthäuser, Christian: Die Adligen von Nassau zu Sporkenburg – Spurensuche zwischen
Rheinland, Westerwald und Siegerland, S. 260
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