Video: Brasilien und Nassau –

Quellen zum Frühkolonialismus im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Das Hessische Hauptstaatsarchiv Wiesbaden verfügt über umfangreiches Material zum Brasilienaufenthalt des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen in den 1640er Jahren. Von 1637 bis 1644 amtierte er dort als Statthalter. In einem ein Video präsentiert ein Archivar des Hessischen Landesarchivs – ausgehend von einer Brasilienkarte aus dem Jahr 1643 – archivalische Quellen des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden zum Brasilienaufenthalt des Grafen bzw. zum Frühkolonialismus. Der berühmte Brief des Königs vom Kongo an Johann Moritz aus dem Jahr 1642 rückt auch die Problematik des Sklavenhandels in den Fokus.
Quelle: Hessisches Landesarchiv, Facebook-Eintrag vom 27.10.2020

s. dazu auf siwiarchiv: „Johann Moritz und sein „Zuckerhaus“ – Plädoyer für Blickerweiterungen“, und „Literaturhinweis: Evaldo Cabral de Mello: „Johann Moritz ​Fürst von Nassau-Siegen. Gouverneur des holländischen Brasiliens“

Denkmal des Monats November: Alte Synagoge in Bad Laasphe

Foto: Klaus Merklein, Mai 2019

Die alte Synagoge in Bad Laasphe ist das Denkmal des Monats November der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in NRW. Etwa 1752 richtete die jüdisvhen Gemeinde in Laasphe in einem Haus in der Mauerstraße eine Synagoge ein, nachdem es um 1720 vermutlich schon eine Vorgängersynagoge gegeben hatte. Ende der 1860er Jahre erfuhr das Synagogengebäude dann eine Erweiterung, bei der u.a. eine Mikwe eingebaut wurde. Die Unterrichtsräume der jüdischen Schule, die ab 1869 als öffentliche Elementarschule anerkannt war, befanden sich bis 1904 in der Synagoge.

Einträge zur alten Synagoge in Bad Laasphe auf siwiarchiv.

Wanderung zum mittelalterlichen Verhüttungsplatz in der Zinsenbach, Netphen – fällt aus

Waldschmiede

  © Museum Haus Pithan

Im Siegerland gibt es mehrere Walzengießereien. Es wird eine Menge Trapezblech produziert. Viele Maschinenfabriken schaffen Produkte für den Weltmarkt. Warum ist das so, obwohl hier seit über 50 Jahren kein Eisenerz mehr gefördert wird? Ein Teil der Antwort liegt sicher in unserer langen Tradition des Eisengewerbes. Um diese Tradition in Erinnerung zu halten, ist die Industriegeschichte ein Schwerpunkt des Museums im Haus Pithan in Dreis-Tiefenbach. Nun ist die Eisentradition hier schon über 2000 Jahre alt und es gibt aus früheren Zeiten keine spektakulären Fundstücke. Aber Spuren der Tätigkeit unserer Vorfahren finden sich noch im Gelände. Steht man an einem solchen Ort, spürt man eine Art von Verbundenheit mit den frühen Eisenleuten und fragt sich, wie sie wohl gelebt haben und was sie angetrieben hat.

Der Spatenforscher Krasa hat in Dreis-Tiefenbach etliche Verhüttungsplätze aus früheren Zeiten gefunden. Der Heimatverein Dreis-Tiefenbach macht eine Wanderung zu Schlackenfunden an einem mittelalterlichen Verhüttungsplatz in der Zinsenbach. Weiterlesen

Filmabend „Historisches Siegerland“: »Notizen zu einer Stadt« – wird verlegt

Fr. 06.11.2020, 19:00, 5.2.2021, KrönchenCenter, Vortragsraum, Markt 25, 57072 Siegen, Eintritt frei

»Siegen – Notizen zu einer Stadt« entstand im Jahr 1965 als Fernsehessay. Regie führte der aus Siegen stammende Journalist Heinrich Vormweg. Der zeitkritische Film von Filmemacher Walter Krüttner widmet sich unter anderem der Mentalität der Menschen im Siegerland. Diese wurde stark geprägt von calvinistisch-pietistisch ausgelegter Religiosität und dem damit verbundenen oft einseitigen Kulturverständnis. Aber auch auf die infrastrukturellen Probleme der Region – die A 45 gab es damals noch nicht – geht der Film ein. Ausgestrahlt wurde der Film am 17.06.1966 im WDR-Fernsehen. Dieser Film ist schonungslos und spannend. Doch trotz aller Kritik versöhnt er mit einmaligen Ansichten der Stadt Siegen, wie es sie heute nicht mehr gibt. (Texte: mundus.tv)

Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich

Quelle: VHS Siegen, Programm

Heimatverein Alte Vogtei Burbach e.V. präsentiert zwei neue Modelle historischer Gebäude aus Burbach


Der Vereinsname erinnert daran, dass sich der Heimatverein Burbach im Engagement um den Erhalt des von Verfall und Abriss bedrohten Gebäudes im Jahr 1979 gegründet hat. Da dem Verein gleichermaßen an einer sinnvollen Nutzung lag, unterstützte er intensiv den Aufbau des historischen Fachwerkensemble und eröffnete einige Jahre später das Museum „Leben und Arbeiten in Burbach“ in der angrenzenden Zehntscheune, das er 25 Jahre ehrenamtlich betrieben hat.

Als eine grundlegende Sanierung des Gebäudes erforderlich wurde und zeitgleich die Neuausrichtung des Museums in den Blick kam, haben Gemeinde und Heimatverein im engen Schulterschluss das Projekt „Besucher-, Begegnungs- und Erlebniszentrum Alte Vogtei Burbach“ (BBEZ) in Angriff genommen. Die tragende Projektgruppe, die zahlreiche Workshops mit entsprechender Fachberatung organisiert hat, war von Anfang an paritätisch besetzt. In später gebildeten Untergruppen für Architektur und Ausstellung sind Verantwortliche der Gemeinde (Bauherr) sowie des Heimatvereins (Nutzer) bis heute gleichermaßen engagiert.

Bereits im Jahr 2017 hat sich die Gemeinde Burbach mit dem Projekt BBEZ um ein Info-Zentrum, den sogenannten Schatztruhen, des Naturparks Sauerland Rothaargebirge beworben. Das Projekt hat als einer der sechs Schatztruhen des Naturparks schließlich den Zuschlag erhalten und wurde damit zum südlichsten Eingangstor des Naturparks erkoren. Vor genau einem Jahr wurden bereits die ersten Module des Naturparks in den Räumlichkeiten der Sparkasse Burbach-Neunkirchen präsentiert. Im Foyer der Sparkasse in Burbach können sich Besucher seit dem über die Arbeit des Naturparks, die vielfältigen Aufgaben und seine Landschaft informieren. Auch Sehenswürdigkeiten im Naturpark – die sogenannten Naturpark-Juwelen – werden vorgestellt.

In einer interaktiven Wand, die sich den Naturschätzen und Naturerlebnissen vor Ort in Burbach widmet, fand damals bereits das Modell der Ev. Kirche am Römer in Burbach ein Zuhause. Es war beabsichtigt, noch weitere Modelle von historischen Gebäuden in Burbach erstellen zu lassen. Auch soll künftig die Möglichkeit bestehen – nach Eröffnung der renovierten Alten Vogtei – Bastelbögen zu erwerben, um die historischen Häuser als Kartonmodell nachzubauen. Heute präsentierte der Heimatverein drei weitere Modelle von historischen Gebäuden aus Burbach, nämlich die Alte Vogtei mit Zehntscheune und das angrenzende Haus Herbig. Ein Modell von Haus Dilthey sowie des Landhauses Ilse werden derzeit noch entwickelt.

Mit dem Projekt „HeimatWerken“ ist der Heimatverein bemüht, seine über Jahrzehnte gewachsene Expertise in die Ausgestaltung der neuen Alten Vogtei einzubringen. „Ab sofort wird das detailgetreue und beachtenswerte Modell der Alten Vogtei mit Zehntscheune im Foyer der Sparkasse präsentiert“, teilten Bürgermeister Christoph Ewers und Markus Keggenhoff, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, mit.

Quelle: Gemeinde Burbach, Aktuelles, 21.10.2020

Niederländischer Generalkonsul in Freudenberg

Den Diplomaten Peter Schuurmann interessieren die geschichtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen
Text und Bilder: Bernd Brandemann

Die Niederlande und Nordrhein-Westfalen sind Nachbarn. Und sie verbindet nicht nur die räumliche Nähe, sondern vielfältige wirtschaftliche, kulturelle und geschichtliche Verbindungen. Um die konkreten historischen Beziehungen des Siegerlandes mit dem Haus Oranien-Nassau und den Niederlanden ging es jetzt beim Besuch des niederländischen Generalkonsuls Peter Schurrmann in Freudenberg. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein besuchte er die Evangelische Kirche oberhalb des Alten Fleckens. Diese, wie auch die Hilchenbacher Ginsburg, erfährt für ihre Sanierung eine Förderung durch die Kulturstaatsministerin im Bundeskanzleramt (Denkmalschutz-Sonderprogramm).

Vor der Kirche empfing Pastor Thomas Ijewski in perfektem Niederländisch seine Gäste. Bernd Brandemann verweis in einem kurzen Vortrag auf die geschichtlichen Zusammenhänge: Der Freudenberger Kirchturm ist das letzte bauliche Überbleibsel des ehemaligen Freudenberger Schlosses, dessen Reste auch dem Stadtbrand von 1666 zum Opfer fielen. In jenem Schloss hatten sich vom 2. Bis 4. April 1568 Wilhelm von Oranien nach seiner Flucht aus den Niederlanden mit seinen Brüdern Johann, Ludwig und Adolf sowie 40 Bediensteten getroffen und hier in einer Geheimkonferenz mit einer Delegation der Edlen von Gelderland die militärische Unterstützung im Kampf gegen Spanien zugesagt. Weiterlesen

Generalkonsul der Niederlande zu Besuch auf der Ginsburg

Blick auf die Ruine Ginsburg auf dem Schlossberg bei Hilchenbach-Lützel, Foto: Stadt Hilchenbach

Der Generalkonsul der Niederlande, Peter Schuurman, war zusammen mit dem Bundestagabgeordneten Volkmar Klein zu Besuch auf der Ginsburg. Empfangen wurden sie, im Turmzimmer von Dieter Viehöfer, dem ersten Vorsitzenden des Vereins zur Erhaltung der Ginsburg. Zur Begrüßung spielte der erste Vorsitzende auf seiner Trompete die Melodie von „Het Wilhelmus“.

Die Ginsburg und die evangelische Kirche in Freudenberg sind Orte des historischen Zeugnisses für die Verbindung zwischen den Niederlanden und dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Peter Schuurman ist seit 14 Monaten Generalkonsul der Niederlande in Düsseldorf und betonte, dass ihm in dieser Zeit noch klarer geworden wäre, wie eng die kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten seien. Weiterlesen

ARD Retro startet heute in der ARD Mediathek

u. a. mit der Reportage „Erzbergbau im Siegerland“ aus dem Jahr 1961

Zum UNESCO Welttag des Audiovisuellen Erbes am 27. Oktober 2020 stellen die ARD-Sender und das Deutsche Rundfunkarchiv Tausende zeitgeschichtlich relevante Videos frei zugänglich ins Netz. Im Fokus stehen regionale und aktuelle Fernsehproduktionen aus der Zeit vor 1966. Sie sind künftig unter dem Label ARD Retro in der ARD Mediathek zu finden. Die Videos sind zeitlich unbegrenzt verfügbar, lassen sich verlinken und perspektivisch auch in eigene Webseiten einbinden. Weiterlesen

Literaturhinweis: „Die wackere Gemeinde Schameder. Dorfchronik zum 700-jährigen Jubiläum“

Die vom Heimat- und Verkehrsverein Schameder herausgegebene „Dorfchronik vereint Tradition und Moderne Die umfassende Dorfchronik unseres Ortes stellt die wichtigsten Etappen der 700-jährigen Geschichte Schameders von der Ersterwähnung 1319 bis zur heutigen Zeit ausführlich dar. Angefangen beim Magdalenenhochwasser von 1342 über die Zeit der Bauernunruhen bis hin zu einem spannenden Einblick in das Leben der Dorfbewohner von 1700 bis 1800 wird unsere Geschichte lebendig. Ein detailierter Blick wird natürlich auch auf das 19. Jahrhundert geworfen: Die Zeit war von Not und Armut geprägt und manch Wittgensteiner begab sich auf den Weg in das ferne Amerika, um dort sein Glück zu suchen. Neben der Landwirtschaft ernährte lange Zeit das Fuhrwesen die Bewohner. Große Veränderungen kamen mit dem Bau der Eisenbahn und der damit verbundenen Ansiedlung erster Industriebetriebe ins Wittgensteiner Land. Im 20. Jahrhundert wird der Bogen von den Auswirkungen der beiden Weltkriege und den Wirtschaftswunderjahren bis zur Gebietsreform gespannt. In der heutigen Zeit angekommen, darf eine Darstellung des bunten Lebens in Schameder nicht fehlen – mit einer Vorstellung der Häuser und Höfe, Vereine, Verbände und Organisationen sowie der ortsansässigen Unternehmen. Die Chronik schließt mit einem Rückblick auf das vielfältige und sehr eindrucksvolle Jubiläumsjahr 2019.“

Bibliographische Angaben:
Hardcover, 648 Seiten,
ISBN-13 : 978-3948496081