Vincke-Tagebücher 1830 – 1839 erschienen

Die Tagebücher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844, Bd. 10: 1830-1839 (bearb. v. Heide Barmeyer-Hartlieb), hg. v. Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, Historische Kommission für Westfalen und Landesarchiv NRW, Aschendorff Verlag Münster 2018

„Die 30er Jahre im Leben des Oberpräsidenten scheinen auf den ersten Blick wenig spektakulär. Die großen politischen Entscheidungen im Staatsleben sind gefallen und die Weichenstellungen für die Organisation der preußischen Verwaltung sind prinzipiell geregelt. Politisch brisant bleibt die Frage des unerfüllten Verfassungsversprechens des Königs, das auf dem 3. Provinziallandtag 1830/31 diskutiert wird und die beiden Repräsentanten Westfalens, den Freiherrn vom Stein als Landtagsmarschall und Vincke als Landtagskommissar, in eine schwierige Situation gegenüber der preußischen Staatsregierung bringt. Als „Auftakt zum Vormärz“ kommt diesen Vorgängen überregionale Bedeutung zu. Kirchenpolitische und konfessionelle Probleme bieten weiteren Konfliktstoff. Eine neue Kirchenordnung für die evangelische Kirche stößt in den westlichen Provinzen Preußens auf Widerstand und der Umgang mit den katholischen Untertanen führt im Krisenjahr 1837 zu den sog. „Kölner Wirren“.
Privat hat Vincke nach dem tiefen Einschnitt durch den Tod seiner ersten Frau Eleonore von Syberg sein Leben neu geordnet. Er findet neues Familienglück mit seiner zweiten Ehefrau mit Luise von Hohnhorst, die ihm in den 30er Jahren fünf Töchter schenkt, während seine ältesten Söhne Georg und Gisbert ihre beruflichen Laufbahnen einschlagen und die älteste Tochter Mina heiratet. Weiterlesen

LWL verleiht seinen Karl-Zuhorn-Preis an Dr. Stephanie Menic

für ihre Arbeiten zur Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren

Der LWL verleiht seinen Karl-Zuhorn-Preis an Dr. Stephanie Menic für ihre Arbeiten zur Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren.
Foto: privat

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verleiht seinen mit 5.000 Euro dotierten Karl-Zuhorn-Preis für westfälische Landesforschung an Dr. Stephanie Menic. Die Nachwuchswissenschaftlerin, die aus Herten (Kreis Recklinghausen) stammt und heute in Bochum lebt und arbeitet, erhält den alle drei Jahre verliehenen Preis für ihre Arbeiten zur westfälischen Landeskunde über die Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren. LWL-Direktor Matthias Löb wird den Preis voraussichtlich im Sommer in Münster überreichen. Weiterlesen

Heute vor 75 Jahren: Deportation Wittgensteiner „Zigeuner“ nach Auschwitz

Am 9. März 1943 wurden folgende „Zigeuner“ – so wurden die wittgensteinischen Nachfahren der vormaligen Sinti von den Nationalsozialisten diffamiert – aus (Bad) Berleburg und (Bad) Laasphe in das KZ Auschwitz deportiert:

Arthur Dickel, Katharina Dickel geb. Lagerin, Wihelm Dickel gen. Lagerin,
Alexander Freiwald, Alexander Freiwald jun., Elisabeth („Elise“) Freiwald, Elisabeth Freiwald, Luise Freiwald, Richard Freiwald, Weiterlesen

100 Jahre Frauenwahlrecht: Hedwig Heinzerling

Tabellarischer Lebenslauf

Hedwig Heinzerling (undatiert, zwischeen 1952 und 1956) , Quelle: Stadtarchiv Siegen, Fotodokumentation Historische Alben, Fo 153 Ausschnitt

Hedwig Anna Marie Marianne Elise Lucie Heinzerling
• Geboren am 12.06.1882 in Siegen
• Gestorben am 04.05.1973 in Siegen
• Tochter des Reallehrer Dr. Jakob Heinzerling und Helene Heinzerling, geborene Neff
• Familienstand: Ledig
• Konfession: Evangelisch

Politisches & Soziales Engagement

• wurde oft bezeichnet als „Politikerin und Pädagogin von großem Format“
• leistete große soziale Verdienste
• pflegte eine starke Überzeugung „für eine demokratische, soziale Gesellschaft, für vernünftige Kommunalpolitik […], für fortschrittliche Pädagogik, für verantwortungsbewußte Sozialarbeit, [und] für die Gleichberechtigung der Frau in allen Bereichen der Gesellschaft.“
• Frau Heinzerling fühlte sich als Frau „mitverantwortlich dafür, jene gesellschaftliche Prozesse aktiv mitzugestalten, die sie als notwenig und richtig erkannt hatte.“
• ihre Einstellung änderte sich auch nicht nach ihrem Ruhestand
• In ihren letzten Jahren war sie noch aktiv mit städtischen Problemen beschäftigt
• ihre erste wohltätige Arbeit verrichtete sie nach der Jahrhundertwende im „Armen-Unterstützungsverein“ Weiterlesen

Rubens-Frühwerk im Siegerlandmuseum

Leihgabe mit freundlicher Unterstützung des Auktionshauses Lempertz, Brüssel

Die-kreuzabnahme-rubens
Kreuzabnahme um 1600, Öl/Leinwand, von Peter Paul RubensEigenes Werk
Originaltext: Eigenes Foto, Gemeinfrei, Link

1598 beendete Peter Paul Rubens seine Ausbildung zum Maler. Damit war er befugt, eine eigene Werkstatt zu eröffnen. Den gerade 21jährigen zog es jedoch nach Italien, dem Land, in dem sein Vater Jan Rubens studiert hatte und in dem sein älterer Bruder Philipp derzeit lebte. Die Beschaffung der notwendigen Papiere und Gesundheitszeugnisse verzögerte sich, so dass Rubens erst Anfang Mai 1600 aufbrechen konnte. Sein erstes Ziel war Venedig, wo man gerade den alljährlichen Karneval feierte und wo sich auf Grund dieser Festivitäten viele Reiche und Prominente aus ganz Europa aufhielten. Durch die Vermittlung eines Freundes begegnete Peter Paul in der Dogenstadt dem Herzog von Mantua. Vincenzo Gonzaga hatte 1599 Antwerpen besucht und der angehende Maler war ihm wahrscheinlich schon dort vorgestellt worden. Ausschlaggebend war dabei die Verbindung der Familie Rubens zur Familie van der Neesen. Schon die Eltern, Denis van der Neesen und seine Gemahlin waren mit Jan Rubens und Maria Pypelincks befreundet gewesen. Ggf. war es Denis, der Maria in den Jahren der Gefangensetzung des Gatten in Dillenburg und der schweren Zeit in Siegen beratend zur Seite stand. Später freundeten sich auch die Kinder untereinander an. Johann oder Jean van der Neesen war etwa im Alter von Philipp Rubens und bestens bekannt mit Peter Paul. Nun war er seit geraumer Zeit der Sekretär des Herzogs von Mantua. Wo auch immer dieser hinreiste, Johann begleitete ihn und war nicht selten für die Logistik der Unternehmungen zuständig. Durch seine Intervention wurde Rubens binnen weniger Tage Hofmaler des kunstbeflissenen Gonzaga, ein Unterfangen, das unter normalen Umständen oft Jahre in Anspruch nahm. Als Intimus der Familie des Herzogs wusste van der Neesen auch, das sich die Herzogin von Gonzaga, Eleonore geborene Medici, für ihre Privatkapelle im Palazzo Ducale ein Altarbild mit der Darstellung einer „Kreuzabnahme“ wünschte, auch weil die Hofkapelle dem Heiligen Kreuz geweiht war. Rubens wurde mit der Ausführung beauftragt. Man weiß, dass er verschiedene Gemälde in seinem Reisegepäck von Antwerpen nach Italien mit sich führte, allerdings kennt man weder die Anzahl noch die Motive. Es ist jedoch anzunehmen, dass van der Neesen Rubens auf die Wünsche der Herzogin hinwies, dass der geschäftstüchtige Maler eine Kreuzabnahme vorbereitete und diese dann bereits mit nach Italien nahm, um dort nur noch kleine Veränderungen und Anpassungen vorzunehmen. Weiterlesen

Heute vor 75 Jahren: Deportation Siegener und Wittgensteiner Juden nach Auschwitz

Am 27./28. Februar 1943 wurden folgende Jüdinnen und Juden aus den Kreisen Siegen und Wittgenstein von Siegen über Dortmund nach Ausschwitz deportiert:

Rolf Leo Goldschmidt,
Arno Alfred Holländer,
Elisabetha („Gerti“) Holländer geb. Sonnheim,
Lothar Holländer,
Willi Holländer,
Bertha Lennhoff geb. Hony,
Heinz Lennhoff,
Julius Lennhoff,
Fred Meier,
Minna Meier geb. Hony,
Siegfried Meier,
Herbert Präger [Laasphe, überlebt]
Fanni Rosenthal geb. Hochmann,
Arthur Winter,
Kurt Winter,
Luise Winter geb. Moses,
Ruth Winter.

Quelle: Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein

s.a. Beitrag „Ein Zug in die Vergangenheit. 1943 Dritte Deportation von Menschen jüdischen Glaubens vom Siegener Bahnhof aus“, in: Siegener Zeitung, Heimatland, vom 24.2.2018 (Print)

Linktipp: „Rubens – Ein Leben in Europa“ – eine arte-Dokumentation


“ …. Die Dokumentation befasst sich mit dem Phänomen Peter Paul Rubens. Wie ist er zu dem geworden, der er war? Wer und was hat ihn geprägt und inspiriert? Die Dokumentation zeigt, wie Rubens es geschafft hat, bereits zu Lebzeiten zum Superstar des westlichen Europas zu werden.“
Nächste Ausstrahlung : arte, Sonntag, 11. März um 05:05
Quelle: arte.tv, Sendungsseite

Online: Klaus Marowsky: „Johann Graf zu Sayn-Wittgenstein

Brandenburgs erster Statthalter in Minden – eine Biographische Skizze“
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Anselm van Hulle [Public domain, CC0 or CC0], via Wikimedia Commons

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster hat unlängst in ihren digitalen Sammlungen diesen in den Mindener Heimatblätter 31. Jg. (1959), Heft 5/6, S. 44 – 52, erschienenen Aufsatz über Johann VIII. zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein online zugänglich gemacht.

Literatur zu Johann VIII. zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (Auswahl): Weiterlesen