Neuer Bestand zur Siegerländer Wirtschaftsgeschichte im Kreisarchiv

Schenkung an das Kreisarchiv
Fotoeindrücke von der Bearbeitung des Bestandes


Im Mai 2021 wurde dem Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein aus privater Hand eine Schenkung überreicht. Gegenstand der Schenkung sind insgesamt neun Aktenordner, die diverse Unterlagen der ehemaligen Firma Alb. Klein GmbH & Co. KG aus Niederfischbach enthalten. Darunter befinden sich unter anderem Fotoalben zu Betriebsausflügen, Werbeprospekte zur Firma und ihrer Produktpalette, Berichte zu Firmenfeierlichkeiten, Zeitungsartikel zu besonderen Anlässen, Fotos des Betriebs und der Werkstücke, sowie interne Unterlagen und Dokumente. Zur Erhaltung und Dokumentation wurde das Material unter Berücksichtigung konservatorischer Aspekte fachgerecht aufgearbeitet und eingelagert. Der Bestand umfasst 33 Archivalien von 1928 bis 1997 und kann bei Bedarf bereitgestellt und eingesehen werden.

Die Firma Alb. Klein GmbH & Co. KG

1928 begann Albert Klein damit, in dem damaligen Siegerländer Bergmannsdorf Niederndorf, einen eisen- und blechverarbeitenden Betrieb aufzubauen. Die Werkstatt war zu Beginn seiner Unternehmungen in der gemieteten alten Dorfschmiede untergebracht. Unterstützung hatte Albert Klein bei dieser nebenberuflichen Aktivität von lediglich einem Hilfsschlosser.

Mit dem Erwerb einer 100 Quadratmeter großen Halle im Jahr 1933, konnte Klein seine Unternehmungen ausbauen und die Produktion vergrößern. Die Einberufung zum Wehrdienst 1939 ließen ihn nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1945 allerdings wieder nahezu von vorne anfangen. Durch ein neues Produktionsprogramm und die wirtschaftlichen Erfolge des Unternehmens in den 50er Jahren wuchs die Betriebsfläche auf über 1.000 Quadratmeter an und auch die Anzahl der Mitarbeiter nahm stetig zu. Auch das folgende Jahrzehnt war vom Wachstum geprägt. So entstand ein neues Werk in Niederfischbach einschließlich Produktion und Verwaltung. Neben dem klassischen Apparatebau gehörte das Unternehmen insbesondere auf den Gebieten der Klärschlammbehandlung und der Gießereitechnik zu den führenden Anbietern. Albert Klein ließ dabei offensichtlich auch seine sozialen Pflichten im Unternehmen nicht außer Acht. Neben diversen Betriebsausflügen, die ausführlich fotografisch belegt wurden, richtete er als erster Unternehmer im Siegerland eine betriebliche Altersrente für seine Mitarbeiter ein. Im Jahr 1972 wurde Albert Klein für sein Lebenswerk mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Trotz großer wirtschaftlicher Erfolge der Firma Alb. Klein GmbH & Co. KG in den 50er und 60er Jahren musste das Unternehmen im Jahr 1997 Konkurs anmelden. (JH)

s. a. siwiarchiv Fotorätsel Mai 2021

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