Berleburger entscheidet kalifornische Senatorenwahlen (1874)

Ein genealogischer Zufallsfund.

Newton Booth - Brady-Handy.jpg
Newton Booth, Von Mathew B. Brady – Library of Congress Prints and Photographs Division. Brady-Handy Photograph Collection. http://hdl.loc.gov/loc.pnp/cwpbh.03660. CALL NUMBER: LC-BH826- 478 <P&P>[P&P], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1344597

Archivalia wies auf die Initiative Verdener Familienforscher hin, genealogische Zufallsfunde zu sammeln und online zur Verfügung zu stellen.
Ein Ortsuche ergab diesen Fund für (Bad) Berleburg: Der 1831 in Bad Berleburg geborene Rudolph Klotz entschied 1874 die Senatorenwahlen in Shasta-County, Kalifornien, zu Gunsten des amtierenden Gouverneurs Newton Booth.

Ausstellung „Zerlegt! Montiert! Von der Collage zur Decollage“

Nadin Maria Rüfenacht . Anett Stuth . Christopher Muller . Reinhold Koehler
bis 4.9., Di.-So. 10-17 Uhr, Siegerlandmuseum im Oberen Schloss, Oberes Schloss 2, 57072 Siegen

decollagekoehler„Die Präsentation ist in großen Teilen in Kooperation mit dem Museum der Stadt Ratingen entstanden. Der Untertitel „Von der Décollage zurück zur Collage“ stellt den speziellen Siegener Aspekt der Ausstellung in den Fokus. Arbeiten von Reinhold Koehler, der als Erfinder der Décollage gilt, treffen auf Arbeiten dreier zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die jeweils unterschiedliche Ansätze verfolgen. Nadin Maria Rüfenacht bedient sich vielfacher menschlicher und tierischer Formen, Anett Stuth verbindet Aspekte von Raum, Zeit und Bild miteinander, und bei Christopher Muller steht die Kombination und Konfrontation vertrauter Objekte und Fragmente im Mittelpunkt. Koehler dagegen ließ seine Bilder als Produkte gelenkter Zerstörung entstehen. Papier, auf eine Unterlage geklebt, wird in noch feuchtem Zustand wieder abgerissen und umgeklappt. Die Décollages purs, die Objets décollages und die Contre-Collagen, die bis zum 4. September 2016 im Oberen Schloss zu sehen sein werden, stammen hauptsächlich aus der Sammlung von Fred und Christel Besser, Siegen.“

Quelle: Stadt Siegen, Veranstaltungskalender

Ausstellung „Tiere im Werk von Peter Paul Rubens“

Siegerlandmuseum im Oberen Schloss Siegen, Burgstraße
bis zum 25.09.2016 Uhrzeit: 10.00 – 17.00

„Tiere stehen im Mittelpunkt der neuen kleinen Galerieausstellung im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss. Dort kann man die Auseinandersetzung des flämischen Barockmalers Rubens mit verschiedenen Tieren verfolgen. Dazu gehören ganz gewöhnliche Hunde, Esel oder Hühner, aber auch ganz exotische Tiere wie Löwen, Nilpferde und Krokodile. Der Einsatz der gewählten Motive erfolgt dabei immer sehr bewusst. Der Löwe, aus heutiger Sicht oft zu sauber und mit gekämmter, geföhnter Mähne dargestellt, wird zum Zeichen der Stärke, das Lamm zum Symbol des Opfertodes Christi, der Hund zum Zeichen der Treue. Das Nilpferd und andere exotische Tiere sind beliebte Motive auf großformatigen Jagdbildern, in denen der Kampf zwischen Mensch und Tier, zwischen Gut und Böse im Zentrum steht. Das Jagen spielte im 17. Jahrhundert eine andere Rolle als heute. Es galt als Vorschule für den Kriegsdienst, auch weil nicht mehr jedermann jagen durfte, da die Fürsten das Jagdrecht für sich monopolisiert hatten und es nur noch den Angehörigen der höchsten Stände vorbehalten blieb. Rubens Tiere bieten somit Jung und Alt ein breites Feld zum Entdecken.“

Briefe des Siegener Reichstagsabgeordneten Louis Ernst im Kreisarchiv


Ende letzten Jahres gelang es dem Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Originalbriefe des Siegener Reichstagsmitglieds Louis Ernst im Antiquariatshandel zu erwerben. Die über 60 Schriftstücke dokumentieren die Korrespondenz Ernsts mit seiner Familie während des Deutschen Krieges 1866; etwa jeden zweiten Tag schreibt Louis Ernst seinen Eltern in Siegen einen Brief. Sie bilden eine seltene individuelle Chronik der Kriegshandlungen vor 150 Jahren, eine wichtige sozial- und militärhistorische Quelle. Die Schrecken der Schlachtgeschehnisse, aber auch die Annehmlichkeiten nach dem Sieg gegen Österreich finden sich in den Briefen. Weiterlesen

Amtseinführung von Dr. Johannes Burkardt als neuer Leiter der Abteilung Ostwestfalen-Lippe des Landesarchivs NRW

Am 27. Juni 2016 wurde Dr. Johannes Burkardt (*1969) von der Leiterin der Kulturabteilung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Hildegard Kaluza, und dem Präsidenten des Landesarchivs NRW, Dr. Frank Bischoff, in sein Amt als neuer Leiter der Abteilung Ostwestfalen-Lippe eingeführt.
Nach dem Studium der Historischen Hilfswissenschaften, der neueren Geschichte und der mittellateinischen Philologie an der Universität Marburg, das er 1996 mit der Promotion zum Dr. Phil. abschloss, war Burkardt zunächst als Mitarbeiter der Bayerischen Benediktinerakademie sowie als Archivpfleger des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein tätig. Von 2001 bis 2003 leistete er ein Referendariat für den höheren Archivdienst im Staatsarchiv Münster und an der Archivschule Marburg ab. Im Anschluss daran nahm er verschiedene Aufgaben zuerst im Staatsarchiv Münster, dann in der Abteilung Westfalen des Landesarchivs NRW wahr, von 2004 bis 2015 als Leiter des Dezernats „Verwaltung und archivfachliche Dienste“. Ab 2015 leitete er das Technische Zentrum des Landesarchivs in Münster-Coerde. Weiterlesen

Zwei neue Stolpersteine in Siegen-Weidenau

Im Beisein einer Schulklasse aus Ramot Yam (Israel) und der Partnerklasse des Ev. Gymnasiums wurden im Juni 2016 zwei weitere Stolpersteine unter der Hüttentalstraße in Buschgotthardshütten verlegt. Sie erinnern an Berta Hoppensack und ihren Sohn Otto. Traute Fries, Vorstandsmitglied des Aktiven Museums Südwestfalen, trug die Biografien der beiden NS-Opfer vor, die sie recherchiert hatte. Eine israelische Lehrerin übersetzte den Vortrag in die hebräische Sprache.

Berta Hoppensack führte nach dem Tod ihres Mannes (1872-1927) die Gaststätte bis 1931/32 weiter. Berta wurde ein Opfer der „Euthanasie“. Zuerst eingeliefert in die Provinzialanstalt Warstein, wurde sie im Juli 1941 in die Anstalt nach Hadamar verlegt und dort vergast. Sohn Otto Hoppensack, geboren 1902 in Weidenau, wurde im Juni 1941 aufgrund einer „progressiven Paralyse“ (Lähmung, Muskel- und Nervenerkrankung) in die Heilanstalt Warstein eingewiesen. Er verstarb dort am 16. Juli 1941 (Suizid durch Erhängen).

Die beiden Stolpersteine wurden durch Mitarbeiter der Jugendzentrums Blue Box der Stadt Siegen verlegt. Damit wurden bisher 98 Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig in Siegen verlegt. Die Spenderin der Erinnerungssteine möchte anonym bleiben.
Text: Aktives Museum Südwestfalen

„Die Granaten flogen höllisch.“

Die Briefe des Siegener Soldaten Louis Ernst aus dem Krieg 1866 gibt es jetzt als Buch.

Buchvorstellung durch Armin Nassauer, den Siegener Stadtarchivar Ludwig Burwitz und den Historiker Olaf Wagener (von links nach rechts) in den Räumen des Antiquariates.

Buchvorstellung durch Armin Nassauer, den Siegener Stadtarchivar Ludwig Burwitz und den Historiker Olaf Wagener (von links nach rechts) in den Räumen des Antiquariates.

Mai 1866: der 26jährige Ingenieur Louis Ernst wird Hals über Kopf in die preußische Armee einberufen. Ein überfüllter Truppentransport verfrachtet ihn nach Böhmen, wo nach einigen Tagen bangen Wartens der Krieg gegen Österreich beginnt. Endlose Märsche in der Sommerhitze, provisorische Unterkünfte in „total ausgefressenen“ Dörfern, schließlich die Schlacht bei Königgrätz. Etwa jeden zweiten Tag schreibt Louis Ernst seinen Eltern in Siegen, die angstvoll auf jedes Lebenszeichen warten, einen Brief, sogar noch aus der Schlacht bei Skalitz ein paar hastig hingekritzelte Zeilen: „Die Granaten flogen höllisch.“ Louis Ernst erlebt zunächst die Schrecken des Krieges, Tote, Verstümmelte – „entsetzlich! entsetzlich!“ – und dann, nach dem Sieg über Österreich, die Annehmlichkeiten als Besatzungssoldat: bessere Unterbringungen, Paraden, Ausflüge nach Prag, Brünn und Breslau. Nach 4 Monaten kommt Louis Ernst im September 1866 endlich wieder heil und gesund nach Siegen zurück. Die über 50 Briefe, von seinen Eltern sorgfältig verwahrt, lässt er zusammen mit Quittungen und anderen Dokumenten zu einem Buch binden, einer Art individueller Chronik des 1866er Krieges. Weiterlesen

Schulentlasszeugnis Walter Krämers – ein Quellenfund

Quelle: Stadtarchiv Siegen Bestand Schulen Nr. 2590, Entlassungszeugnis=Buch für Hammerhütter Schule (ev.) zu Siegen 1888 - 1907 (Bearbeitung: Joe Mertens, VVN-BDA Siegerland-Wittgenstein)

Quelle: Stadtarchiv Siegen Bestand Schulen Nr. 2590, Entlassungszeugnis=Buch für Hammerhütter Schule (ev.) zu Siegen 1888 – 1907 (Bearbeitung: Joe Mertens, VVN-BDA Siegerland-Wittgenstein)

Anlässlich des 124. Geburtstages Walter Krämers vor zwei Tagen hat der VVN-BDA Siegerland-Wittgenstein das Schulentlasszeugnis Walter Krämers auf seiner Facebookseite veröffentlicht. Dankenswerterweise darf siwiarchiv dieses Bild nachnutzen.

Vortrag: „Die Familie von Scheidt genannt Weschpfennig“

Scheidt Weschpfennig-WappenMorgen, 20 Uhr, Siegen, Haus der Kirche (Burgstr. 21)

Karl Heinz Gerhards stellt die Familie, die u. a. mit der Freusburg belehnt wurde, in der FamilienkundlichenArbeitsgemeinschaft im Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein vor.

Bildnachweis: Adolf Matthias Hildebrandt (1844 – 1918), [Public domain], via Wikimedia Commons

DVD „Bibelkreise zwischen Aufbruch und Auflösung“

Inlay_Bibelkreise 28.4.inddEvangelische Jugendarbeit von 1883 bis in die 1930er Jahre“

Hauptfilm: ca. 26 Min., s/w und Farbe, deutsch und englisch, zuschaltbare Untertitel für Hörgeschädigte;
vier historische Filme: zus. ca. 2,5 Std., s/w
DVD mit Begleitheft, 2016 (D 180)

Im Sommer 1933 feiert der „Bund Deutscher Bibelkreise“ sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Zeltlager. Tausende Jungen folgen der Einladung des evangelischen Jugendverbandes und kommen in die Senne bei Bielefeld. Stolz schwenken sie ihre Verbandsfahnen – aber auch Hakenkreuzflaggen sind schon zu sehen. Wenige Monate später werden alle evangelischen Jugendgruppen in die HJ eingegliedert und die Schülerbibelkreise damit gezwungen, ihre Arbeit einzustellen. Wie es dazu kam, erzählt der Film von Christine Finger.

Der Film beleuchtet aber nicht nur diese Zeit entscheidender Umbrüche um 1933, sondern vermittelt einen Eindruck von der gesamten wechselvollen Geschichte der 1883 als „Bibelkränzchen“ gegründeten Jugendorganisation – von ihren Anfängen bis hin zur Auflösung 1934 sowie der Weiterarbeit im Geheimen und den Neuanfängen nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwei Kapitel sind den beiden eng mit der Geschichte der Bibelkreise verbundenen Persönlichkeiten Theodor Noa und Kurt Gerstein gewidmet. Der evangelische Pfarrer Theodor Noa gründete 1923 den „Geschäftsführenden Verein der Bibelkreise unter Schülern höherer Lehranstalten Westfalens“ mit Sitz in Hagen und baute unter anderem die Schullandheime Berchum bei Hagen und Beienbach bei Siegen mit auf. Kurt Gerstein übernahm 1928 die Leitung und Verwaltung des BK-Heimes in Berchum und wurde zu einer führenden Persönlichkeit im Bund Deutscher Bibelkreise – und später ein wichtiger Augenzeuge des Holocaust. Weiterlesen