Werbung für das Reich Gottes. Medien in den Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts.

Tagung der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus, Freudenberg, 24./25.3.2022.

„Die europäische Übergangsperiode vom Ancien Régime zu den modernen Nationalstaaten ist gekennzeichnet durch erhebliche soziale, ökonomische, kulturelle und religiöse Transformationen. In komplexen und unterschiedlich geprägten Prozessen entwickelten nicht nur die Vertreter der Aufklärung und der Romantik, sondern auch Anhänger der Erweckungsbewegungen neue Ansichten über Mensch und Welt sowie über Religion und Zukunft.
Angestoßen und getragen wurde dieser Wandel durch eine Vielzahl von Akteuren. Gelehrte, Politiker, Geistliche, Handwerker und Frauen suchten Antworten auf die Herausforderungen ihrer Zeit und schufen zu diesem Zweck neue soziale Gemeinschaftsformen, wie Sozietäten, Gesellschaften und Vereine. In diesen Prozessen spielte – wie sich am Beispiel der Erweckungsbewegungen eindrücklich zeigen lässt – zudem die Entwicklung und Verwendung neuer kommunikativer Medien eine zentrale Rolle.
Die Erweckungsbewegungen erwiesen sich dabei als innovative gesellschaftliche Kräfte, denen es nachhaltig gelang, neue Kommunikationsformen und Medienstrategien zu entwickeln, mit denen sie beispielweise das kritisch rezipierte Erbe des älteren Pietismus in die Zeit der beginnenden Moderne einschrieben. Durch ihre überaus breit angelegten und zielgruppenorientierten medialen Praktiken zählen die Erweckten, die sich selbst gerne als Gegner der Moderne verstanden, zu den wichtigen Protagonisten und Beförderern der Modernisierungsprozesse des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Verfasser*innen und Verleger, Gruppen und Netzwerke, Gesellschaften und Vereine probierten nicht nur auf mannigfaltige Weise, der christlichen Botschaft neues Leben einzuhauchen, sondern beanspruchten weitgehende religiöse wie politische Deutungsmacht und etablierten sich – zumindest temporär – erfolgreich als einflussreiche Meinungsmacher. Weiterlesen

Friedrich Kiel: Jubiläumsband zum 200. Geburtstag

Herausgegeben von Anja Ganschow und Hartmut Wecker, Friedrich-Kiel-Forschungen, Bd. 5
ca. 220 Seiten | Hardcover mit Fadenheftung | Format 15,5 × 23,5 cm
ISBN 978-3-8260-7414-1

Inhalt:
Vorwort – D. Schenk: Eine Brücke zwischen dem Wittgensteiner Land und Berlin. Peter Pfeil und die Zusammenarbeit des UdK-Archivs mit der Friedrich-Kiel-Gesellschaft – H. Wecker: Curriculum vitae. Friedrich Kiel – H. Schulte: Musik im Fürstenhaus Sayn-Wittgenstein-Berleburg – H. Rindler: Seminararbeit zum Thema: Friedrich Kiel. Zwischen Tradition und Moderne – J. Pfohl: »aus Worten der heiligen Schrift zusammengestellt«. Einige Anmerkungen zum Textbuch von Friedrich Kiels Christus – I. Tentler: Maschinenpauken für Leipzig. Die Aufführungen der Worte Friedrich Kiels durch den Leipziger Riedel-Verein – S. Büchner: Die Musikalien Friedrich Kiels in der Libary of Congress (Washington, DC) – P. Brusius (†): Theophil Forchhammer (1847–1923). Ein Meisterschüler Friedrich Kiels – H. Wecker: Friedrich Kiel zum 200. Geburtstag. Versuch einer Standortbestimmung – A. Ganschow: Peter Pfeil: Ein Leben für Friedrich Kiel. Weiterlesen

Musiktipp: Fritz Busch dirigiert Mozart, Weber, Bach in Kopenhagen

Mit dem Statsradiofoniens Symfoniorkester nahm Fritz Busch zwischen 1933 und 1951 folgende Werke auf:
MOZART Symphonie Nr. 36 ‘Linz’
MOZART Eine Kleine Nachtmusik
MOZART Deutsche Tänze & Kontratänze
MOZART Klavierkonzert Nr. 21 (Fragmente) [Rudolf Serkin-Klavier]
WEBER Die Freischutz Ouvertüre
BACH Violinkonzert 3. Satz [Adolf Busch-Geige]
DVOŘÁK Karneval Ouvertüre
Eine weitere Veröffentlichung aus der Zusammenarbeit des Brüder Busch Archivs und des Label Pristine Classical.

Bad Berleburg: Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus durch die Benennung der Odebornbrücke zwischen Poststraße und Ludwigsburgstraße

Sitzungsvorlage 310-XI für den Ausschuss für Soziales, Bildung, Sport und
Kultur am 23.03.2022 und Stadtverordnetenversammlung 28.03.2022:

Adele Krebs, Foto: Privatbesitz

„Sachverhalt:
Bezugnehmend auf den Antrag der SPD Fraktion vom 17.09.2021 zur Benennung einer Straße im Neubaugebiet am Sengelsberg nach Adele Krebs als Opfer des Nationalsozialismus fand am 15.02.2022 nach vorherigen Beratungen im Ausschuss für
Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt eine Ältestenratssitzung statt, um gemeinsam über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Dabei wurden die nachfolgenden Recherchen und eingeholten Informationen der Verwaltung zugrunde gelegt.
In Bad Berleburg sind mit jetzigem Forschungsstand 84 Personen mit jüdischer Herkunft verzeichnet, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind. 50 Personen wurden deportiert, zum Teil von anderen Orten aus, davon 46 ermordet. Drei davon starben bereits 1938 in Buchenwald bzw. an den Folgen der Deportation ins KZ Sachsenhausen
und Buchenwald, eine 1937 in Bethel. Nur vier Personen überlebten die Deportation. 32 Personen konnten nach unseren Recherchen ihr Leben durch Auswanderung retten. Adele Krebs wurde am 27.07.1942 deportiert und ist am 25.04.1943 im
Konzentrationslager Theresienstadt ermordet worden.
Für 63 der damals bei uns polizeilich gemeldeten Personen mit jüdischer Herkunft wurden durch den Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage mit Unterstützung der Stadt Bad Berleburg Stolpersteine verlegt. Weiteren 6 Personen jüdischer Herkunft, die in Elsoff gelebt haben, wird im Bereich des historischen Dorfrundgangs gedacht. Da der
Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage in Bad Berleburg nicht mehr besteht, soll die Verlegung der Stolpersteine zukünftig zusammen mit den weiterführenden Schulen der Stadt Bad Berleburg erfolgen. Weiterlesen

Otto Rippel (1878-1957)

Verleger der Zeitung „Das Volk“ und NRW-Landtagsabgeordneter (CDU) für das Siegerland

Otto Rippel, Quelle: Reichstagshandbuch. II. Wahlperiode 1924, Berlin 1924, S. 577

Otto Rippel, der spätere Verleger und Schriftleiter der seit kurzem online verfügbaren Zeitung „Das Volk“ und der Vertreter des Siegerlandes im ersten direkt gewählten Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen, soll im Folgenden kurz vorgestellt werden. Eine sich lohnende intensivere Auseinandersetzung mit Rippel wird durch erste Quellen- und Literaturhinweise angeregt. Ohne eine intensive Nutzung des Stadtarchivs Hagen ist die Erstellung einer Biographie allerdings nur schwer vorstellbar:

Rippel, Otto

* 30.1.1878 Hagen, gest. 18.1.1957[1] in Hagen[2]

Leben und Beruf[3]

– ev.
– Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Rippel eine Buchhändlerlehre, die er mit der Gehilfenprüfung abschloss. In den folgenden Jahren arbeitete er als Verlagsbuchhändler in Hagen. Er wurde 1901 selbständiger Verleger, war Besitzer einer Druckerei und leitete später den Zeitungsverlag Otto Rippel Verlag.
– Verleger, Westdeutsche Verlagsgesellschaft, die 1924 zum Prozess gegen die Führer des Hitler-Ludendorff-Putschs (1923) Adolf Hitler, sein Leben – seine Reden publizierte, Geschf., Alleininh. des Verlags, Mithrsg. Ruhr-Nachrichten

Selbstaussagen:[4] Weiterlesen

Wikipedia-Artikel zu August Jost (1811 – 1866)

Haus Jost
Wohnhaus der beiden Wittgensteiner Landräte Jost in Berleburg, Dieter Bald, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 via Wikimedia Commons

Dieter Bald hat unlängst einen Wikipedia-Eintrag zu August Jost, einem fürstlichen Kammerrat in Berleburg und von 1854 bis 1855 kommissarischer Landrat des Kreises Wittgenstein verfasst.

Link zu dessen Vater und Landrat Friedrich August Jost

Wikipedia-Artikel zu Eustach Graf von Schlitz gen. Görtz-Wrisberg (1856 – 1914)

Dieter Bald hat unlängst einen Beitrag zu Eustach Graf Görtz-Wrisberg verfasst, der von September 1890 bis März 1891 ein halbes Jahr lang als kommissarischer Landrat im Kreis Wittgenstein fungierte.

Zur intensiveren Beschäftigung mit Görtz-Wrisberg landen folgende Archivalien ein:
– Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 77, Personalakten Nr. 2423, Schlitz, genannt Görtz und Wrisberg, Eustach Hans Eitel Graf v. , Geheimer Regierungsrat bei der Regierung in Kassel , 1882-1910
– Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 125, Nr. 1636, Görtz-Wrisberg, Eustach Graf von, Regierungsreferendar, Hildesheim, 1885
– Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Bestand F 23 A(Akten Herrschaft Schlitz), Nr 316/19, Briefwechsel Buchstabe G, Eustach Graf von Görtz-Wrisberg (1856-1914). – 28 Briefe, 6 Telegramme, 1 Nachricht auf Postpaketabschnitt, 1875-1882
– Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 441 Nummer 7426, Jahresnachweisungen der persönlichen und dienstlichen Verhältnisse der Mitglieder des Regierungskollegiums, 01.01.1893 – 31.12.1907, enthält u. a.: Schlitz gen. von Görtz u. Wrisberg Gf.v., Eustach (geb. 1856-12-17, Regierungsrat)

Vortrag: „Jesuitische Gefängnisseelsorge und Hexenverfolgung im Sauer- und Siegerland“

PD Dr. Frank Sobiech (Paderborn) in der Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“ am 17. März 2022

Die Geschichte der katholischen Glaubenslehre in unserer Region ist eng verknüpft mit der Einführung der Gegenreformation unter Johann VIII. Graf zu Nassau-Siegen (1583-1638). Der Bruder von Fürst Johann Moritz war in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Rom zum Katholizismus konvertiert und hatte im Spannungsfeld der Konfessionen während des Dreißigjährigen Krieges 1626 in Siegen ein Jesuitenkollegium gegründet. In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 17. März 2022 wird ein Überblick über das Wirken der Gesellschaft Jesu im Sauer- und Siegerland vor allem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts vermittelt. Wer waren die hier wirkenden Jesuiten als Personen, was taten sie hier, in welchem Kontext kamen sie mit den Hexenprozessen in Berührung und wie stellten sie sich dazu?

Referent ist der 2004 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promovierte Theologe und Kirchenhistoriker PD Dr. Frank Sobiech. Seit 2017 gehört er zu den wissenschaftlichen Mitarbeitern am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie der Theologischen Fakultät Paderborn. Dr. Sobiech ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Seelsorge in Hexenprozessen, der Geschichte des Jesuitenordens und des Verhältnisses von Medizin und Theologie in der Frühen Neuzeit. Seine Habilitationsschrift „Jesuit Prison Ministry in the Witch Trials of the Holy Roman Empire“ von 2017 erschien zwei Jahre später in der Reihe „Bibliotheca Instituti Historici Societatis Iesu“ in Rom.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 17. März 2022, um 18.30 Uhr im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei. Die Veranstalter weisen angesichts der aktuellen NRW-Corona-Schutzverordnung darauf hin, dass nur vollständig geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen an der Veranstaltung teilnehmen können. Ein Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Die 3G-Regelung wird am Eingang kontrolliert. Ein entsprechender Nachweis ist am Vortragsabend beim Einlass zusammen mit einem Ausweisdokument vorzulegen. In der Siegerlandhalle ist ein medizinischer Mund- und Nasenschutz zu tragen, der am Sitzplatz abgenommen werden darf.

Juliane von Stolberg-Wernigerode (1506 – 1580). Links und Literatur

Stedelijk Museum Het Prinsenhof, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1703321

Spätstens mit der Einrichtung des Arbeitskreises zur Überprüfung von Straßennamen in der Stadt Siegen und dem Bürgerantrag: „Mehr Sichtbarkeit von Frauen im Siegener Stadtbild“ ist eine Debatte entstanden, die auch das mangelnde Vorhandensein von Frauen im Siegener Stadtbild beinhaltet. In dieser Debatte fällt auch immer wieder der Name Juliane von Stolberg-Wernigerode für eine Straßenbenennung.Die Links und die zusammengestellte Literatur sollen zu einer weiteren Beschäftigung mit der nassauischen Gräfin anregen

Links: Weiterlesen

Ukrainische Opfer des Nationalsozialismus im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein

Das Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein führt 29 in der Ukraine geborene Personen  – 24 Zwangsarbeiter:innen und 5 rassisch Verfolgte – auf, die die Zeit des Nationalsozialismus im Siegerland nicht überlebt haben.

Name Link
Beskorwaina, Ljuba https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/beskorwaina-ljuba/
Borch, Wassily https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/borch-wassily/
Buchmiller, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/buchmiller-peter/
Dewidenko, Waldemar https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/dewidenko-waldemar/
Doliga, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/doliga-peter/
Fedorischen, Mikale https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/fedorischen-mikale/
Filipenko, Feodor https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/filipenko-feodor/
Hausmann, Fanny geb. Spiegel https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hausmann-fanny-geb-spiegel/
Hausmann, Saul https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hausmann-saul/
Hochmann, Mathilde geb. Spiegel https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hochmann-mathilde-geb-spiegel/
Hochmann, Siegmund https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hochmann-siegmund/
Hryb, Leon https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hryb-leon/
Iwtschak, Tatjana https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/iwtschak-tatjana/
Iwtschenko, Warwara https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/iwtschenko-warwara/
Jurzinko, Viktor https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/jurzinko-viktor/
Kogut, David https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/kogut-david/
Melnik, Sergli https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/melnik-sergli/
Muschkawag, Fekla https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/muschkawag-fekla/
Musyka, Sebastian https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/musyka-sebastian/
Papeta, Uljana https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/papeta-uljana/
Pawluk, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/pawluk-peter/
Potemkina, Nadja https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/potemkina-nadja/
Rewa, Anna https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/rewa-anna/
Schistowskaja, Olga https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/schistowskaja-olga/
Schwez, Matya https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/schwez-matya/
Sik, Piotr https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sik-piotr/
Sinowski, Franz https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sinowski-franz/
Sopin, Jakob https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sopin-jakob/
Zizenko, Roman https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/zizenko-roman/