Kommunalwahl 2020: Archivpolitischer Check der Wahlprogramme für Netphen und Neunkirchen

In zwei Kommunen des Kreises Siegen-Wittgenstein wurde in der nun zu Ende gehenden Wahlperiode intensiver über die grundlegende Verbesserung der Archivarbeit bzw. über die Errichtung eines Kommunalarchivs diskutiert. Seit Januar 2019 berät der Rat der Stadt Netphen über die Verbesserung der Stadtarchivarbeit – s. hierzu zuletzt auf siwiarchiv: „Es geht weiter mit der Archivierung in Netphen …..“. In den aktuell online greifbaren Wahlprogrammen wird diese Diskussion allerdings nicht aufgegriffen, soweit ich sehe.

Anders verhält es sich in Neunkirchen. Seit Ende 2016 wird über die Archivarbeit in Neunkirchen diskutiert, nachdem bereits zwischen 2007 und 2010 die Errichtung eines Archivs mit der Nachbargemeinde Burbach realisiert werden sollte. In den aktuell online greifbaren Wahlprogrammen greift, wenn ich richtig geschaut habe, nur eine Partei die langwierigen Beratungen auf: Weiterlesen

Von A bis Z: Die „Geschichte der Schrift“ im Museum Wilnsdorf

Besucher der Ausstellung können selbst aktiv werden und sich in der Kunst der Schriftsysteme ausprobieren.

Das Museum Wilnsdorf ist ein toller und spannender Erlebnisort für alle Altersklassen. Im Untergeschoss des kulturgeschichtlichen Bereichs wartet auf die Besucher seit einigen Wochen ein ganz besonderes Highlight: eine neue Dauerausstellung, die sich von A bis Z einer der ältesten Kulturtechniken der Menschheit widmet – der Schrift. Die Ausstellung „Die Geschichte der Schrift“ lädt zum Entdecken und Staunen ein und wird Jung und Alt gleichermaßen begeistern.

„Heutzutage ist die Schrift aus unserem Alltag gar nicht mehr wegzudenken. Auf Wegweisern und Hinweisschildern, in Büchern und Zeitungen – als wichtigstes Kommunikationsmittel begegnet sie uns immer und überall“, weiß Museumsleiterin Dr. Corinna Nauck zu berichten. Aber woher kommt die Schrift und wie entstand sie? Dieser Frage können Besucher im Museum ganz genau auf den Grund gehen. Weiterlesen

ARCHIVAR Heft 3-2020 ist online

Das Heft 3-2020 der Fachzeitschrift ARCHIVAR (73. Jahrgang) ist online.

Der Schwerpunkt des neuen Heftes ist das Thema „Kommunikation – Daten im Dialog und Dissens“: U.a. enthält das Heft Beiträge über die Sicherung von Studierendendaten in NRW, über die kirchliche Archivpflege und über die aktuellen Herausforderungen archivischer Vorfeldarbeit. Eine Lesetipp ist auch der Eröffnungsvortrag beim Berliner Archivtag “ Geschichtswissenschaft und Archive im digitalen Zeitalter: Chancen, Risiken und Nebenwirkungen“ von Mareike König, Deutsches Historisches Institut Paris.

Quelle: VdA, Aktuelles, 28.7.2020

Literaturhinweis: „Öffentliche Archive und staatliches Wissen.

Die Modernisierung des deutschen Archivrechts“
„Das deutsche Archivrecht wird reformiert. In der letzten Dekade wird das Ziel verfolgt, die Archivgesetze an die modernen Rahmenbedingungen – Europäisierung, Digitalisierung und Informationsgesellschaft – anzupassen.
Der vorliegende Band untersucht erstmals in systematischer Weise die umfassenden Veränderungen des deutschen Archivwesens zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Schwerpunkte sind dabei die Datenschutz-Grundverordnung, die digitale Bestandserhaltung und der Rechtsanspruch der Bürger auf Zugang zu Archivinformationen.“

Marburg: Tectum Verlag 2019, 582 S. (ca. 90 €).

In der Zeitschrift für Landesverfassungsrecht und Landesverwaltungsrecht !/2016 findet sich der Aufsatz „Das deutsche Archivrecht im Wandel“ (S. 12-22) von Hannes Berger, der einen Überblick auf die vorgestewllte Monographie erlaubt: ZLVR – Ausgabe 1 2016-online-3

via Fachebook-Gruppe „Archivfragen“

LWL plant Forschungsprojekt zu privaten bäuerlichen Familienfotoalben

Im Zeitalter der digitalen Fotografie will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das kulturelle Erbe „Fotoalbum“ erforschen und sichern. Dazu startet die LWL-Kommission Alltagskulturforschung ein Projekt zu Fotoalben aus dem dörflichen und bäuerlichen Umfeld. Die LWL-Alltagskulturforscherinnen bitten Eigentümer von Familienalben aus dem bäuerlichen Umfeld, ihnen die Alben zu leihen, um sie zu digitalisieren, zu erforschen und für die Nachwelt zu erhalten.

Die LWL-Alltagskulturforscher wollen Fotoalben aus dem dörflichen und bäuerlichen Umfeld sichern, aus einem solchen Album stammt dieses Foto der Familie Arndt, das 1912 in Plettenberg (Märkischer Kreis) entstanden ist.
Foto: LWL-Alltagskultur-Archiv

Wer klebt heute noch Abzüge in ein Fotoalbum, um mit diesem ein Stück Familiengeschichte zu überliefern? Mit der Digitalfotografie ist diese früher weit verbreitete Praxis weitgehend verschwunden. Und doch existieren sie noch in vielen Regalen, Schränken und Kisten: Die oft liebevoll gestalteten, mit kurzen oder längeren Texten teils auch mit Dekorelementen ergänzten Alben, die vom Anwachsen der Familie, vom Hausbau, von gemeinsamer Arbeit und teils auch von Menschen erzählen, die schon Jahrzehnte tot sind. Weiterlesen

Kreistagswahl Siegen-Wittgenstein 2020: Archivpolitischer Check der Wahlprogramme

In vier Wochen wird der Kreistag Siegen-Wittgenstein neugewählt. Ein Blick in die Wahlprogramme der antretenden Parteien ergab folgendes:

Im Wahlprogramm der CDU findet unter Überschrift „Kultur bringt Leben in unsere Heimat. Kulturvielfalt stärken.“ (S. 3) findet sich folgende Aussage:
“ ….. Kommunale Archive bündeln nicht nur historisches Wissen aus der Region, sondern ermöglichen gezielte Forschung durch Ehrenamt und Experten vor Ort. Sie bilden mit die Grundlage für neue Möglichkeiten der geschichtlichen Schwarm-forschung. Ein besonderes Augenmerk muss darauf liegen, digital gespeicherte Archivalien ebenso dauerhaft lesbar und damit nutzbar zu halten. Archivarbeit ist auch kommunale Daseinsvorsorge. Das Wissen um die Vergangenheit lehrt Gegenwart zu verstehen und Zukunft zu gestalten. …..“

Ansonsten: Fehlanzeige!

Archive im kulturellen Leitbild des Kreises Siegen-Wittgenstein

Der Kreistag Siegen-Wittgenstein hat in seiner Sitzung vom 19.6.2020 einstimmig ein kulturelles Leitbild beschlossen: Kulturelles_Leitbild_02-2020_7 . Es folgen die Passagen mit Archivbezug:
“ …. Gleichfalls zeichnet sich die ‚Archivlandschaft‘ im Kreisgebiet durch ihre Vielfalt aus: Elf öffentlich-rechtlichen Archiven stehen einige Privatarchive, zwei Adelsarchive, drei Kirchenarchive und ein zugängliches Firmenarchiv zur Seite. ….“ (S. 7)
“ …. Kreisarchiv
– Sicherung der historischen Überlieferungen der Kreisverwaltung und des Kreistages
– Unterstützung bei der Erforschung der Kreisgeschichte …. (S. 8. Anm.: Aufstellung der Produkte des Kreisarchivs)
„…. Hinsichtlich der Pflege des kulturellen Erbes der Region ist …. die digitale Langzeitarchivierung durch das Kreisarchiv entsprechend dem Gesetz über die Sicherung und Nutzung öffentlichen Archivguts NRW zu intensivieren. Eine umfassende Katalogisierung des Bestandes und seiner fortlaufenden Erweiterung, kombiniert mit einer benutzerfreundlichen Softwarelösung zur Nutzbarmachung des Archivguts für die Bevölkerung in Siegerland und Wittgenstein sind in diesen Bereichen die Zielsetzungen innerhalb der nächsten Jahre. Darüber hinaus soll die Präsentation der Wirtschaftsgeschichte des Kreises Siegen-Wittgenstein weiter vorangetrieben werden. Die Einrichtung einer Dokumentationsstelle, gegebenenfalls im geplanten Erweiterungsbau des Siegerlandmuseums im ehemaligen Hochbunker Burgstraße, steht dabei im Vordergrund. …“ (S. 11)

Durbridge-Serie macht VHS Sorge

Ein Fund in den archivierten Pressemitteilungen der Landkreises Siegen aus dem Jahr 1968

Gemeint ist offensicht der Krimidreiteiler „Ein Mann namens Harry Brent“ des britischen Autoren Francis Durbridge.
Am Rande sei bemerkt, dass in diesem Dreiteiler Joost Siedhoff mitspielt, Sohn der in Kreuztal geborenen Bauhaus-Designerin Alma Siedhoff-Buscher.